Anm. (Lex): Ausgliederung aus diesem Thread.
Wie habe ich den Thread denn damals übersehen?
Allen, die einmal in das Anime- und Manga-Genre schnuppern wollen, kann ich eigentlich nur "Neon Genesis Evangelion" empfehlen. Nicht zuletzt für Fans von Neo-"Battlestar Galactica" gibt es da einige interessante Parallelen.
Die Story
Im Jahr 2000 ereignet sich in der Antarktis eine gewaltige Katastrophe, der Second Impact. Offiziell als Meteoriteneinschlag abgetan, steigt in dessen Folge der Meeresspiegel, die Erdachse verschiebt sich, Konflikte bestimmen die Tagesordnung und die Hälfte Weltbevölkerung verliert ihr Leben.
Fünfzehn Jahre später befindet sich der 14-Jährige Shinji Ikari auf den Weg zu seinem Vater, den er seit Jahren nicht gesehen hat. Doch auf halben Weg wird der Notstand ausgerufen - eine riesige Kreatur ist aufgetaucht, welcher selbst die vereinten UN-Streitkräfte wenig entgegensetzen können. Das Wesen, offiziell als Engel bezeichnet, setzt einen zerstörerischen Kurs auf die neue japanische Hauptstadt Neo Tokyo 3.
Shinji wird kurzerhand von einer Mitarbeiterin seines Vaters, Misato Katsuragi, abgeholt. Doch Gendo Ikari hatte ganz andere Pläne als ein rührendes Wiedersehen mit seinem Kind. Er arbeitet für einen Geheimdienst mit dem Namen NERV. Und er fordert seinen Sohn unverblümt auf, die einzige Waffe zu steuern, welche sich dem Engel entgegenstellen kann: Die bio-mechanische Kampfeinheit EVANGELION-01.
Widerwillig stimmt Shinji dem absurden Plan zu - und gewinnt den Kampf als sein EVA Amok läuft und die Kreatur zur Selbstzerstörung treibt. Doch damit beginnen die Probleme erst. Shinji willigt ein bei NERV zu bleiben und für den Kampf gegen weitere Engel zu trainieren. Denn deren Auftauchen scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Währenddessen beginnen im Hintergrund die Pläne einer Organisation namens SEELE Gestalt anzunehmen, welche das oberste Ziel hat, die Vollendung der Menschheit voranzutreiben.
Warum ist das gut?
Ähnlich wie "Battlestar Galactica" hat "Neon Genesis Evangelion" seinerzeit (1995) ein eingestaubtes Genre mit unkonventionellen und anspruchsvollen Ideen neues Leben eingehaucht. Was zunächst wie eine gewöhnliche Mecha-Action-Serie klingt, entpuppt sich als ein düsteres, bahnbrechendes Charakter- und Endzeitdrama.
Im Vordergrund stehen nicht etwa Roboterkämpfe oder die ausgefallene Mythologie der Serie, sondern die psychologische und philosophische Auseinandersetzung mit den Figuren. Was (mich) dabei besonders fasziniert, ist die ernüchternde Ohnmacht der Protagonisten – diese haben keine Kontrolle über die Ereignisse - stattdessen sind sie den Dingen, die geschehen schutzlos ausgeliefert. Gerade gegen Ende der Serie liegt der Fokus eindeutig auf den Figuren und nicht auf der Auflösung von Geheimnissen. Und das, obwohl die Mythologie der Show durchaus ausgefeilt wurde, wie das Studio Gainax viele Jahre später offengelegt hat.
Zudem war "Evangelion" eine der kontroverstesten Serien ihrer Zeit. Obwohl die ersten Folgen noch durch Humor und eine gewisse Leichtigkeit bestachen, wechselt diese Stimmung ab der Mitte zusehends und NGE wandelt sich in ein sehr düsteres, stellenweise fast schon nihilistisches Drama. Charaktere sterben, Kämpfe werden verloren und am Ende droht eine unaufhaltbare Apokalypse. Im Vordergrund steht dabei immer wieder Shinji, der mit seinem eigenen Leben, seinen Ängsten, Abneigungen, Wünschen und Träumen fertig werden muss und von allen Seiten ausgenutzt und mitgerissen wird.
Und dann das Ende der Show. Der immense Erfolg von "Evangelion" kam zu spät, als dass es sich auf die Finanzierung der Serie hätte auswirken können. Deshalb präsentieren Episode 25 & 26 die Apokalypse aus der Sicht der Psyche der Charaktere. Kein Gemetzel, keine großen Special-Effects - nur stille innere Monologe und Charakterstudien. Grandios.
Was gibt es davon?
Zunächst gab es eine Anime-Serie, die von 1995 bis 1996 in 26 Folgen ausgestrahlt wurde. Danach folgten zwei Kinofilme. Wobei der erste, "Death & Rebirth", eine aufpolierte Zusammenfassung der Serie ist. Der zweite, "The End of Evangelion", stellt einen alternativen Abschluß der Serie dar (und wird deshalb auch als Episode 25' und Episode 26' angesehen).
Eine Manga-Reihe mit bisher 12 Bänden. Gezeichnet und geschrieben von Charakterdesigner Yoshiyuki Sadamoto, sind die Manga zur Serie seit 1996 Bestandteil des Franchises. In den Büchern wird dabei teilweise die Gelegenheit genutzt, noch tiefer auf die Charaktere einzugehen oder alternative Geschichten zu erzählen.
4 neue Kinofilme. 2007 wurde mit "You Are (Not) Alone" der erste Film der "Rebuild of Evangelion"-Reihe in die Kinos gebracht. In diesen Filmen wird die Geschichte der Serie neuinterpretiert und mit moderner Animationstechnik umgesetzt. Der erste Film war eine der erfolgreichsten Animeveröffentlichungen seines Jahres und wurde von den Kritikern hochgelobt. Der zweite Film, "You Can (Not) Advance", erzielte Ende Juni 2009 ebenfalls sehr gute Einspielergebnisse. Mit dem dritten und vierten Film ist wohl 2012 zu rechnen.

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25. Oktober 2011 um 08:20 Uhr










