Caprica-City-Forum: Heldentaten oder Kriegsverbrechen auf New Caprica? - Caprica-City-Forum

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Heldentaten oder Kriegsverbrechen auf New Caprica?
Achtung, massive Spoiler für Season 3

#81 Mitglied ist offline   Bernard Sheyan 

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15. Mai 2008 um 10:05 Uhr

Beitrag anzeigenCallsign Ancient, on 15.05.2008, 01:34, said:

Der Widerstand hat ganz einfach so brutal reagiert, weil seine bloße Existenz jeden Tag auf die Probe gestellt wurde. Sie mussten den Gegner "off balance" halten und damit auch in Kauf nehmen ihren eigenen Leuten Schaden zuzufügen. Direkt, wie z.b. Selbstmordattentäter auf die Stromversorgung oder auf einem Markt agieren zu lassen (wo Passanten oder Arbeiter getötet werden), indirekt indem sie ihre Mitmenschen den Vergeltungsaktionen oder den Folgen der mangelhaften Infrastruktur aussetzten.


Nur wenn ich das Leben opfere, dass ich eigentlich schützen soll, dann bin ich die IRA oder PLO, dann wird aus Widerstand Terror.

Und zu Barolay, wäre es wirklich so schwer gewesen die klappe zu halten oder zumindest anders zu antworten, als sie es getan hat? Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass damals nicht nur die Hemmschwelle im Keller war, sondern dass es ihr Spaß gemacht hat die Sechs zu ertränken, je brutaler um so besser. Denn nur so kann man das Angebot von ihr, dass sie das der Sechs ja gerne noch einmal antun könne zu verstehen.

Und um es noch einmal klar zu stellen: Es gab bereits VOR der Kontaktaufnahme mit der Galactica Anschläge, und zu dieser Zeit glaubte wirklich kaum noch einer an Rettung. Wie kann ich einen Gegner "off Balance" halten, den ich nicht loswerden kann? Welchen Sinn ergibt das Ganze dann? Was will ich damit erreichen, ausser, dass das Regime noch schlimmer wird? Oder dass dem Gener die Lust vergeht und er sich sagt "Was solls, netter Versuch gewesen, aber jetzt machen wir mit Plan A weiter und löschen sie kurz mal aus? Welchen realistischen Wert hat solcher Widerstand?

Schau dir mal die Infrastruktur an, die von den Cylonen geschaffen wurde. Sicher, sie haben ein Gefängnis gebaut, aber eben nicht nur, sondern auch viele andere Dinge, auch zum Wohl des Menschen, das wird immer gerne vergessen.
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#82 Mitglied ist offline   Callsign Ancient 

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15. Mai 2008 um 11:34 Uhr

Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 15.05.2008, 11:05, said:

Nur wenn ich das Leben opfere, dass ich eigentlich schützen soll, dann bin ich die IRA oder PLO, dann wird aus Widerstand Terror.

Und zu Barolay, wäre es wirklich so schwer gewesen die klappe zu halten oder zumindest anders zu antworten, als sie es getan hat? Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass damals nicht nur die Hemmschwelle im Keller war, sondern dass es ihr Spaß gemacht hat die Sechs zu ertränken, je brutaler um so besser. Denn nur so kann man das Angebot von ihr, dass sie das der Sechs ja gerne noch einmal antun könne zu verstehen.

Und um es noch einmal klar zu stellen: Es gab bereits VOR der Kontaktaufnahme mit der Galactica Anschläge, und zu dieser Zeit glaubte wirklich kaum noch einer an Rettung. Wie kann ich einen Gegner "off Balance" halten, den ich nicht loswerden kann? Welchen Sinn ergibt das Ganze dann? Was will ich damit erreichen, ausser, dass das Regime noch schlimmer wird? Oder dass dem Gener die Lust vergeht und er sich sagt "Was solls, netter Versuch gewesen, aber jetzt machen wir mit Plan A weiter und löschen sie kurz mal aus? Welchen realistischen Wert hat solcher Widerstand?

Schau dir mal die Infrastruktur an, die von den Cylonen geschaffen wurde. Sicher, sie haben ein Gefängnis gebaut, aber eben nicht nur, sondern auch viele andere Dinge, auch zum Wohl des Menschen, das wird immer gerne vergessen.


Ich denke es gibt eine große Diskrepanz zwischen den Begriffen Leben und Überleben. Unter einer Besatzung wie der zylonischen auf NC konnte man nur überleben, nicht aber leben. Wie jede Besatzungsmacht versuchten auch die Zylonen ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten und nach den Ereignissen am Anfang des Krieges, als die Zylonen nicht mal auf die bedingungslose Kapitulation geantwortet haben, wäre ich auch nicht bereit gewesen mich der Gnade dieser nun scheinbar geläuterten Zylonen zu unterwerfen.
Ohne das folgende jetzt zu werten, aber ich bin der Meinung dass die möglichst schmerzvolle Tötung von Zylonen vom Widerstand als genau der Lerneffekt angesehen wurde, den die Zylonen durch die Folter im Gefängnis erreichen wollten. Man konnte die Zylonen nicht richtig töten, nicht dauerhaft ausschalten, aber man konnte ihnen deutlich zeigen dass wo immer sie auch auf dem Planeten waren, keine Ruhe haben würden. Und genau das ist das wichtige an der Sache. Wenn die Zylonen sich gegen die Colonials abgeschottet hätten, wäre der Graben nur noch breiter geworden. Sie mussten sich also den Anschlägen aussetzen. Natürlich war die Äußerung von Barolay total daneben, aber man darf auch nicht vergessen was die Zylonen den Menschen angetan haben. Vom einen auf den anderen Tag sein Leben zu ändern ist einfach nicht möglich. Man muss auch Tigh's Einflussnahme auf den Widerstand beachten. Er wollte halt lieber stehend sterben als knieend zu leben. Seine Federführung war maßgeblich für den Widerstand. Und er war sicher nicht der Einzige der solch unerbitterlichen Hass auf die Zylonen hatte. Ich denke außerdem dass die Hoffnung auf Adama's Rückkehr nie wirklich vom Widerstand aufgegeben wurde. Sonst wäre es schließlich auch nicht zur Kontaktaufnahme gekommen.
Und natürlich haben die Zylonen auch gutes getan, aber die Colonials haben in ihrer Zeit auf dem Planeten auch schon eine Infrastruktur aufgebaut die von den Zylonen nur verwaltet bzw erweitert werden musste. Das ganze Lob den Zylonen zuteil werden zu lassen, ist meiner Meinung nach falsch.
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#83 Mitglied ist offline   Golem 

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15. Mai 2008 um 12:02 Uhr

man kann das ganze auch drehen und wenden wie man will, es gibt durchaus richtige ansätze bei beiden positionen.

ausschlaggebend ist das barolay sich einfach saudämlich verhalten hat, denn das hätte sie sich ja wohl sagen müssen das jemand ausrastet wenn er sowas an den kopf geschmissen bekommt...und hallo mit wem hatte sie es denn zu tun - einem zylonen, also würde mich schon der selbsterhaltungstrieb dazu bewegen genau in dieser situation "einfach mal die klappe zu halten"

allerdings häte der folge dann ein ganzes stück dramatik gefehlt und wir hätten nix für die diskussion^^

greetz
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#84 Mitglied ist offline   Bernard Sheyan 

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15. Mai 2008 um 12:07 Uhr

Beitrag anzeigenCallsign Ancient, on 15.05.2008, 12:34, said:

Ich denke es gibt eine große Diskrepanz zwischen den Begriffen Leben und Überleben. Unter einer Besatzung wie der zylonischen auf NC konnte man nur überleben, nicht aber leben. Wie jede Besatzungsmacht versuchten auch die Zylonen ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten und nach den Ereignissen am Anfang des Krieges, als die Zylonen nicht mal auf die bedingungslose Kapitulation geantwortet haben, wäre ich auch nicht bereit gewesen mich der Gnade dieser nun scheinbar geläuterten Zylonen zu unterwerfen.
Ohne das folgende jetzt zu werten, aber ich bin der Meinung dass die möglichst schmerzvolle Tötung von Zylonen vom Widerstand als genau der Lerneffekt angesehen wurde, den die Zylonen durch die Folter im Gefängnis erreichen wollten. Man konnte die Zylonen nicht richtig töten, nicht dauerhaft ausschalten, aber man konnte ihnen deutlich zeigen dass wo immer sie auch auf dem Planeten waren, keine Ruhe haben würden. Und genau das ist das wichtige an der Sache. Wenn die Zylonen sich gegen die Colonials abgeschottet hätten, wäre der Graben nur noch breiter geworden. Sie mussten sich also den Anschlägen aussetzen. Natürlich war die Äußerung von Barolay total daneben, aber man darf auch nicht vergessen was die Zylonen den Menschen angetan haben. Vom einen auf den anderen Tag sein Leben zu ändern ist einfach nicht möglich. Man muss auch Tigh's Einflussnahme auf den Widerstand beachten. Er wollte halt lieber stehend sterben als knieend zu leben. Seine Federführung war maßgeblich für den Widerstand. Und er war sicher nicht der Einzige der solch unerbitterlichen Hass auf die Zylonen hatte. Ich denke außerdem dass die Hoffnung auf Adama's Rückkehr nie wirklich vom Widerstand aufgegeben wurde. Sonst wäre es schließlich auch nicht zur Kontaktaufnahme gekommen.
Und natürlich haben die Zylonen auch gutes getan, aber die Colonials haben in ihrer Zeit auf dem Planeten auch schon eine Infrastruktur aufgebaut die von den Zylonen nur verwaltet bzw erweitert werden musste. Das ganze Lob den Zylonen zuteil werden zu lassen, ist meiner Meinung nach falsch.


Dir ist aber klar, dass du nur leben kannst, wenn du auch überlebst?
Die "besonders schmerzvolle Tötung" ist eine Perversion an und für sich und zeigt ein großes Maß an Sadismus. Ich gebe ehrlich zu: Ich wäre dazu nicht einmal fähig. Jemanden im Affekt unzubringen, das brächte ich, in Abhängigkeit der Situation vielleicht, und ich schreibe mit Bedacht vielleicht, noch hin, aber jemanden in einen Wassertank zu stecken und zuzusehen, wie er langsam absäuft, das könnte ich nie und nimmer, so Scheiße könnte es gar nicht sein, dass ich mich dazu hergeben würde. Würdest du es tun? Und jetzt bitte ganz ehrlich sein, ok? Und wenn du es nicht tun könntest, warum versuchst du dann so etwas zu rechtfertigen? Das alte "Auge um Auge"-Prinzip? Der alte Versuch Unrecht durch erlittenes Unrecht als Recht aussehen zu lassen? Irgendwann muss man auch mal einsehen, dass man verloren hat, man kann nicht ohne Ende weitermachen, wenn man überleben und letztendlich auch irgendwann einmal leben möchte. Gelegenheiten ergeben sich, erzwingen kann man sie nicht.
Hast du dir NC angesehen vor der Cylonenbesetzung, und da waren die Menschen bereits ein Jahr vor Ort, und zur Zeit von Okkupation? Was bis dahin gemacht und von den Cylonen errichtet wurde? Ist schon einiges an Unterschied zu sehen. Sicher, die Menschen haben den Grundstein gelegt, aber ein Volk, dem es rein um die Machausübung geht hätte sich einen Scheiß um die Menschen geschehrt, die hätten ein Gefängnis gebaut und es damit bewenden lassen. Der Wille zum Zusammenleben war da, und es wurde erfolgreich vergeigt, und zwar von beiden Seiten.
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#85 Mitglied ist offline   BluePanther 

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15. Mai 2008 um 12:23 Uhr

Beitrag anzeigenNumber13, on 14.05.2008, 22:49, said:

Nachdem es heraus ist, was er getan hat, setzt sich lediglich der Chief mit an den Esstisch von Gaeta, falls mich meine Erinnerung nicht ganz im Stich lässt. Dann sind es mit Dir und mir schon 3, die ihn als Helden ansehen.

Bis dahin wussten aber auch nur der Kreis von seine Rolle auf NC. Die anderen hielten ihn immer noch für einen Verräter der für die Zylonen arbeitet. Schau dir doch nur die Gesichter des Kreises an als sie hörten das er der Informant war (Tighs Blick das Unglauben und Bestürzung zeigt ist mal wieder unglaublich gespielt von Michael Hogan) Und wir müssen auch danach gezeigten Folgen berücksichtigen. Danach kam niemand mehr auf Gaeta zu und sagte er wäre ein Verräter. Nein er wurde wieder wie zu Beginn in der 1. Staffel integriert und verkehrte freundschaftlich mit der Crew.


Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 15.05.2008, 11:05, said:

Und zu Barolay, wäre es wirklich so schwer gewesen die klappe zu halten oder zumindest anders zu antworten, als sie es getan hat? Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass damals nicht nur die Hemmschwelle im Keller war, sondern dass es ihr Spaß gemacht hat die Sechs zu ertränken, je brutaler um so besser. Denn nur so kann man das Angebot von ihr, dass sie das der Sechs ja gerne noch einmal antun könne zu verstehen.

Das liegt daran das die Menschen vollkommen verroht sind. Quark hat in der DS9 Folge Die Belagerung von AR-558 die meiner Meinung nach passenden Worte gefunden:

Ich werde dir mal etwas über Menschen verraten geliebter Neffe.
Sie sind ein wundervolles, freundliches und zuvorkommendes Volk.
Solange sie den Bauch voll haben und ihre Holosuiten funktionieren.
Aber wenn du ihnen ihre laiblichen Genüsse entziehst,
wenn du z.b. ihnen die Nahrung vorenthälst, den Schlaf und die Schallduschen,
dann wird ihnen ihr Leben das für einen längeren Zeitraum in Gefahr bringen.
Und die selben freundlichen, intelligenten und überaus zuvorkommenden Menschen,
die werden auf einmal so gefährlich und so gewalttäig,
wie der schlimmste und blutrünstigste Klingone.


Und die Colonials haben viel schlimmeres durchgemacht als die Menschen während des Dominionkriegs. Die Zylonen haben aus den Colonials das gemacht was sie heute sind. Die Menschen in der Rag-Tag-Fleet sind eine zylonische Schöpfung. Deswegen habe ich auch oft genug für die Colonials mehr Verständnis als mit den Zylonen. Die ganzen moralischen Werte für die wir uns immer auf die Schulter klopfen, existieren nur weil wir in Frieden und Wohlstand leben und nicht weil wir auf einmal bessere Menschen sind oder wir uns weiterentwickelt haben.

Zitat

Und um es noch einmal klar zu stellen: Es gab bereits VOR der Kontaktaufnahme mit der Galactica Anschläge, und zu dieser Zeit glaubte wirklich kaum noch einer an Rettung. Wie kann ich einen Gegner "off Balance" halten, den ich nicht loswerden kann? Welchen Sinn ergibt das Ganze dann? Was will ich damit erreichen, ausser, dass das Regime noch schlimmer wird? Oder dass dem Gener die Lust vergeht und er sich sagt "Was solls, netter Versuch gewesen, aber jetzt machen wir mit Plan A weiter und löschen sie kurz mal aus? Welchen realistischen Wert hat solcher Widerstand?

Roslin schrieb das die Anschläge dafür da waren die Moral unter der Bevölkerung zu heben. Darüber kann man natürlich streiten. Aber man muss auch sagen das die meisten Anschläge (also die heiße Phase), erst dann eingeleutet worden, als der kontakt bereits hergestellt wurde und die Befreiung mit Adama koordiniert wurde. Und diese dienten alleine zur Ablenkung von den Evakuierungsmaßnahmen der Colonials und zur Schwächung der Ressourcen der Zylonen. Keine NCP und keine Centurions hatten sich nach den Selbstmordanschlägen mehr in die Stadt getraut. (Höchstens in nächtlichen Großaktionen) Hätten sie einfach ungehindert die Stadt patroulliert wären die Evakuierungmaßnahmen sicherlich aufgefallen und von den Zylonen verhindert worden.

Zitat

Schau dir mal die Infrastruktur an, die von den Cylonen geschaffen wurde. Sicher, sie haben ein Gefängnis gebaut, aber eben nicht nur, sondern auch viele andere Dinge, auch zum Wohl des Menschen, das wird immer gerne vergessen.

Ich finde die Situation von Kara und die Situation der Colonials auf NC kann man sehr gut vergleichen. Kara wurde eingesperrt und von Leoben Psychoterror ausgesetzt, damit Kara ihn lieben solle. Er hat sogar ein Kind von einer Familie entführt und es als Karas Tochter ausgegeben um ihre Muttergefühle zu wecken. Sie hatte ein weiches Bett, gutes Essen und ein schönes Zu Hause (so eine Wohnung hätte ich auch gerne :blush:) Aber ihr Heim war ein Gefängnis. Und die Zylonen hatten NC auch in ein Gefängnis verwandelt. Sie konnten ja nicht weg. Die FTL Antriebe der kolonialen Schiffe waren von den Zylonen unbrauchbar gemacht worden. Und niemand will in einem Gefängnis leben. Egal wie angenehm es da auch immer ist.
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#86 Mitglied ist offline   Callsign Ancient 

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15. Mai 2008 um 14:20 Uhr

Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 15.05.2008, 12:07, said:

Dir ist aber klar, dass du nur leben kannst, wenn du auch überlebst?
Die "besonders schmerzvolle Tötung" ist eine Perversion an und für sich und zeigt ein großes Maß an Sadismus. Ich gebe ehrlich zu: Ich wäre dazu nicht einmal fähig. Jemanden im Affekt unzubringen, das brächte ich, in Abhängigkeit der Situation vielleicht, und ich schreibe mit Bedacht vielleicht, noch hin, aber jemanden in einen Wassertank zu stecken und zuzusehen, wie er langsam absäuft, das könnte ich nie und nimmer, so Scheiße könnte es gar nicht sein, dass ich mich dazu hergeben würde. Würdest du es tun? Und jetzt bitte ganz ehrlich sein, ok? Und wenn du es nicht tun könntest, warum versuchst du dann so etwas zu rechtfertigen? Das alte "Auge um Auge"-Prinzip? Der alte Versuch Unrecht durch erlittenes Unrecht als Recht aussehen zu lassen? Irgendwann muss man auch mal einsehen, dass man verloren hat, man kann nicht ohne Ende weitermachen, wenn man überleben und letztendlich auch irgendwann einmal leben möchte. Gelegenheiten ergeben sich, erzwingen kann man sie nicht.
Hast du dir NC angesehen vor der Cylonenbesetzung, und da waren die Menschen bereits ein Jahr vor Ort, und zur Zeit von Okkupation? Was bis dahin gemacht und von den Cylonen errichtet wurde? Ist schon einiges an Unterschied zu sehen. Sicher, die Menschen haben den Grundstein gelegt, aber ein Volk, dem es rein um die Machausübung geht hätte sich einen Scheiß um die Menschen geschehrt, die hätten ein Gefängnis gebaut und es damit bewenden lassen. Der Wille zum Zusammenleben war da, und es wurde erfolgreich vergeigt, und zwar von beiden Seiten.


Ich könnte es sicherlich auch nicht, aber ich maße mir auch nicht an mein mitteleuropäisches Ich in die Lage eines nachapokalyptischen Colonials zu versetzen. Von daher hinkt jeder Vergleich ob ich jetzt von meinem Sofa aufstehe und jemanden umbringe oder ob ich in genau dieser Lebenssituation stecke und dies tue. So ein Vergleich ist einfach nicht richtig und deshalb kann ich auch nicht sagen dass Barolay dies oder jenes ist. Ich versuche nur ihr Handeln in einen Kontext zu stellen indem jeder Vernünftige Mensch darüber nachdenken muss ob er sie als gewissenlose Sadistin oder als Opfer und Täter zugleich sehen möchte. Ich tendiere jedenfalls für letzteres. Dieses schwarz-weiß Denken ist mir einfach zuwider.
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#87 Mitglied ist offline   wrath-of-math 

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15. Mai 2008 um 15:31 Uhr

Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 13:23, said:

Die Zylonen haben aus den Colonials das gemacht was sie heute sind. Die Menschen in der Rag-Tag-Fleet sind eine zylonische Schöpfung.


Besser hätt' ich's nicht sagen können. Das entbindet die Colonials zwar nicht von ihrer Schuld, wenn sie etwas unmoralisches tun, aber es erklärt, wie es dazu kommen konnte.

Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 15.05.2008, 11:05, said:

Schau dir mal die Infrastruktur an, die von den Cylonen geschaffen wurde. Sicher, sie haben ein Gefängnis gebaut, aber eben nicht nur, sondern auch viele andere Dinge, auch zum Wohl des Menschen, das wird immer gerne vergessen.


Sorry, das ist für mich der selbe Unsinn wie: "Die Nazis haben aber auch die schöne Autobahn gebaut und ihre Kinder gut erzogen." Nicht dass ich dir solche Worte in den Mund legen will, oder dir eine solche Meinung unterstellen will; versteh mich nicht falsch! Aber für mich hat obige Aussage die gleiche falsche Logik. Ein schlechtes System ist ein schlechtes System.
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#88 Mitglied ist offline   Silverado 

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15. Mai 2008 um 18:44 Uhr

Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 12:23, said:

Die Zylonen haben aus den Colonials das gemacht was sie heute sind. Die Menschen in der Rag-Tag-Fleet sind eine zylonische Schöpfung. Deswegen habe ich auch oft genug für die Colonials mehr Verständnis als mit den Zylonen.

Anders herum stimmt es aber auch. Die Zylonen sind die Kinder der Menschheit. Das gilt nicht nur (scheinbar?) bzgl. des "Herstellungsprozesses", sondern wohl auch im Bezug auf die zylonische Ideologie, die sich im Grunde als Gegenentwurf zur verderbten Menschheit definiert.

Adama (Miniserie): Why are we as a people worth saving? We still commit murder, because of greed, spite, jealousy, and we still visit all of our sins upon our children. We refuse to accept the responsibility for anything that we've done. Like we did with the Cylons. We decided to play god, create life. When that life turned against us, we comforted ourselves in the knowledge that it really wasn't our fault, not really. You cannot play god, then wash your hands of the things that you've created. Sooner or later, the day comes when you can't hide from the things that you've done anymore.

Fazit: Die Menschen haben die Zylonen zu dem gemacht, was sie sind, und die Zylonen die Menschen. Letztlich gehören Menschen und Zylonen zusammen wie These und Antithese, und am Ende der Auseinandersetzungen scheint die Synthese stehen, nämlich die "Neue Generation von Gottes Kindern", in der die "besseren" Teile beider Kontrahenten zusammenfinden.


Zitat

Sorry, das ist für mich der selbe Unsinn wie: "Die Nazis haben aber auch die schöne Autobahn gebaut und ihre Kinder gut erzogen." Nicht dass ich dir solche Worte in den Mund legen will, oder dir eine solche Meinung unterstellen will; versteh mich nicht falsch! Aber für mich hat obige Aussage die gleiche falsche Logik. Ein schlechtes System ist ein schlechtes System.

Der Vergleich hinkt. Der Nationalsozialismus war in der Theorie wie in der Praxis menschenverachtend und mörderisch, auf Verfolgung und Ausrottung von Minderheiten und auf Krieg und Vernichtung gegenüber anderen Völkern ausgelegt. Die vielzitierten Autobahnen waren eine von vielen Maßnahmen zur Kriegsvorbereitung.

Die Zylonen nach der Initiative der Kriegshelden hatten sich von der Vernichtungsideologie verabschiedet und wollten nun (mehrheitlich) ein friedliches Miteinander, zu dem unter anderem Hilfe beim Aufbau einer Infrastruktur zum Wohle der Kolonisten gehörte. Ohne die Eskalation der Gewalt, in der die zylonische Fraktion der Menschenfreunde zusehends an Einfluss verlor, wäre (zumindest von der Seite der Zylonen aus) so etwas wie ein Dialog und eine allmähliche Verbesserung der Lage denkbar gewesen.
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#89 Mitglied ist offline   BluePanther 

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15. Mai 2008 um 19:15 Uhr

Beitrag anzeigenSilverado, on 15.05.2008, 18:44, said:

Anders herum stimmt es aber auch. Die Zylonen sind die Kinder der Menschheit. Das gilt nicht nur (scheinbar?) bzgl. des "Herstellungsprozesses", sondern wohl auch im Bezug auf die zylonische Ideologie, die sich im Grunde als Gegenentwurf zur verderbten Menschheit definiert.
[...]
Fazit: Die Menschen haben die Zylonen zu dem gemacht, was sie sind, und die Zylonen die Menschen. Letztlich gehören Menschen und Zylonen zusammen wie These und Antithese, und am Ende der Auseinandersetzungen scheint die Synthese stehen, nämlich die "Neue Generation von Gottes Kindern", in der die "besseren" Teile beider Kontrahenten zusammenfinden.

Das sehe ich aber nur in Bezug auf die Centurions und ihren Freiheitskampf im 1. Zylonischen Krieg so. Die Colonials haben eine Sklavenrasse erschaffen die ein Bewusstsein entwickelt hat. Vielleicht haben sie sogar die Centurions dazu gezwungen für sie ihre Kriege auszufechten (möglich aber wissen wir leider nicht) Und die Centurions haben sich dagegen gewehrt. Diesen Freiheitskampf unterstütze ich voll und ganz. Diese Kampf sehe ich auch als notwendig an. Der Einfluss dagegen auf die Humlons ist dagegen nicht so direkt wie auf die oldschool :blush: Centurions, sondern eher auf einer abstrakten Ebene zu sehen. Die Humlons wurden von den Menschen auf Basis von Mythen und Legenden von einer Gesellschaft die nicht zu Gott betet, beeinflusst. Das ist ungefähr so zu vergleichen das die Enkel von Holocaust Überlebenden jetzt auf einmal die Ausrottung des gesamten deutschen Volkes verlangen, damit solch ein Verbrechen nie wieder geschieht.
Der Einfluss (sprich die Colonials als Schöpfung der Zylonen) ist dagegen viel direkter und auf einem persönlicheren Niveau. Nicht die Großeltern wurden beinahe vor Jahrzehnten ausgerottet, sondern deine Geschwister, Verwandte und Freunde und du hast es selbst miterlebt. Und kämpfst tagtäglich einen Kampf damit dir das selbe Schicksal erspart bleibt.
Es ist für mich schon ein riesiger Unterschied ob man jetzt ein Geschichtsbuch über Kriege und Verbrechen liest oder man diesen Krieg und diese Verbrechen selber miterlebt.

Was noch die Humlons angeht:
Spoiler zur 4. Staffel Spoiler Ist nicht einmal klar ob die Humlons wirklich von den Zylonen (und dadurch indirekt von den Colonials) erschaffen wurden oder nur wiedererschaffen wurde. Siehe meine Theorie das die Five Priest und die Final Five identisch sind. So etwas könnte auch für die Sieben anderen Modelle gelten. Vielleicht war der Freiheitskampf der Centurions auch ein einprogrammierter Befehl. Dann kann man nämlich nicht sagen das die Colonials die Humlons zumindest erschaffen haben
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#90 Mitglied ist offline   Silverado 

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15. Mai 2008 um 20:54 Uhr

Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 19:15, said:

Das sehe ich aber nur in Bezug auf die Centurions und ihren Freiheitskampf im 1. Zylonischen Krieg so. [...] Der Einfluss dagegen auf die Humlons ist dagegen nicht so direkt wie auf die oldschool :blush: Centurions, sondern eher auf einer abstrakten Ebene zu sehen.

Ja, schon klar. Nur dass diese "abstrakte" (ich würde sagen: "metaphorische") Ebene für die Interpretation der Gesamtgeschichte von größerer Relevanz zu sein scheint als die Frage, wie der konkret-technische Entstehungs-/Herstellungszusammenhang der Humlons war. Die Humlons als die "Kinder der Menschheit" tauchen wieder und wieder auf, auch wenn sie (möglicherweise) gar nicht in direktem Entstehungszusammenhang mit der Menschheit stehen.

Zitat

Der Einfluss (sprich die Colonials als Schöpfung der Zylonen) ist dagegen viel direkter und auf einem persönlicheren Niveau. Nicht die Großeltern wurden beinahe vor Jahrzehnten ausgerottet, sondern deine Geschwister, Verwandte und Freunde und du hast es selbst miterlebt. Und kämpfst tagtäglich einen Kampf damit dir das selbe Schicksal erspart bleibt.
Es ist für mich schon ein riesiger Unterschied ob man jetzt ein Geschichtsbuch über Kriege und Verbrechen liest oder man diesen Krieg und diese Verbrechen selber miterlebt.

Wobei man bedenken sollte, dass die Humlons im erfahrungslosen "Urzustand", in dem sie nur "im eigenen Saft schmoren", ganz von ihrer Grundprogrammierung kontrolliert werden. Dies ist die einzige Realität, die sie kennen, und deshalb für sie mindestens genau so prägend wie jetzt die realen Erfahrungen der Kolonisten.
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#91 Mitglied ist offline   Bernard Sheyan 

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15. Mai 2008 um 22:06 Uhr

Beitrag anzeigenCallsign Ancient, on 15.05.2008, 14:20, said:

Ich könnte es sicherlich auch nicht, aber ich maße mir auch nicht an mein mitteleuropäisches Ich in die Lage eines nachapokalyptischen Colonials zu versetzen. Von daher hinkt jeder Vergleich ob ich jetzt von meinem Sofa aufstehe und jemanden umbringe oder ob ich in genau dieser Lebenssituation stecke und dies tue. So ein Vergleich ist einfach nicht richtig und deshalb kann ich auch nicht sagen dass Barolay dies oder jenes ist. Ich versuche nur ihr Handeln in einen Kontext zu stellen indem jeder Vernünftige Mensch darüber nachdenken muss ob er sie als gewissenlose Sadistin oder als Opfer und Täter zugleich sehen möchte. Ich tendiere jedenfalls für letzteres. Dieses schwarz-weiß Denken ist mir einfach zuwider.


95% der Colonials könnten es auch nicht, Genozid hin oder her. Um solche Aktionen auszuführen, muss auch der entsprechende Charakter vorhanden sein. Die Lebenssituation, nun das Leben der Kolonisten war auf New Caprica nun wirklich nicht unmittelbar bedroht, anders als auf Caprica selbst. Sicher ist es nicht schön unter einer Besatzungsmacht zu leben, aber Leib und Leben war nie bedroht. Die Cylonen sind in das System gesprungen und hätten die Gelegenheit gehabt, alles und jeden auszulöschen, der nicht noc hirgendwo auf einem der Schiffe gewesen war, sie haben es nicht getan. Eine Heldentat wäre ein Anschlag auf ein politisch oder militärisch wichtiges Ziel, aber nicht auf doch im allgemeinen recht harmlose Arbeiter. Und es geht auch um das WIE. Wie wurde getötet. Kein sauberer Genickbruch, kein Schuss, kein Gernichts. Das Opfer sollte leiden, und das möglichst lange. Tut mir leid, das ist inakzeptabel, vor allem in der vorliegenden Situation. Verwirrung schaffen geht auch anders. Sicher sehe ich den Hintergrund Barolays, ich berücksichtige auch ihre Geschichte auf Caprica und ihren dortigen Kampf. Hass, Verbitterung, das alles hat sie dazu getrieben, und sie war zu schwach oder gar nicht erst willens eine klare Grenze zu ziehen. Zu sagen, so etwas ist noch vertretbar, aber gewisse Dinge mache ich nicht. Aus Barolays Sicht war die Tötung (aufgepasst, ich habe mit Absicht nicht Mord geschrieben) in Ordnung, aber dass ich das so sehe bedeutet nicht, dass ich es für gut finde. Genauso wie es nicht bedeutet, dass ich etwas nicht verstehen oder nachvollziehen kann, was ich verurteile. Ich hätte Barolay wegen dieser Tat nicht zur Verantwortung gezogen. Ich würde sie zwar nicht mögen und sie für eine eiskalte Mörderin halten, aber selbst wenn ich in dem Fall etwas zu sagen hätte, wäre sie ungeschoren davongekommen. Genau so wie die Sechs, denn da würde ich auch die Umstände berücksichtigen, und in dieser Situation war Barolays Reaktion einfach nur ganz große Scheiße und das Ende war einwandfrei provoziert.

Aber es geht ja nicht nur um Barolay und das, was sie angestellt hat. Mir liegt reines schwarz/weiß auch nicht unbedingt, deshalb versuche ich die ganze Sache auch aus beiden Perspektiven zu sehen. Es liegt in der Natur des Menschen Widerstand zu leisten, gegen was auch immer. Ich verstehe das, aber ich finde es einfach in der Situation für nicht richtig. Frieden macht unaufmerksam, und nachdem die Cylonen auch die Schwächen der Menschen geerbt haben wären auch sie unaufmerksam und unvorsichtig geworden. Und wie gesagt, kein schwarz/weiß, positive Ansätze zum friedlichen Zusammenleben hat es gegeben, die Mehrheit der Cylonen hatte ja dafür gestimmt. Was wäre aus den Hardlinern in der Cylonengesellschaft geworden, wenn man statt toten Cylonen, Anschlägen und Terror Erfolge hätte vorweisen können? Frag dich das doch mal und sei in deiner Antwort auch ehrlich. Der unvermeidbare Nazi-Vergleich mit Autobahn, Kindererziehung etc. ist ja schon gekommen (ich habe darauf gewartet), die passende Antwort ist auch von Silverado gegeben worden. Wärend die Autobahnen zum Truppentransport und die Kindererziehung zur Aufbau einer Ideologie geplant waren, hatte die Infrastruktur, die von den Cylonen gebaut oder weitergeführt wurden keine solchen Absichten, vom Gefängnis mal abgesehen. Da stand schon auch die Verbesserung der Lebensqualität nicht zuletzt der Menschen im Raum. Aber schon alleine der Vergleich zeigt das reine schwarz/weiß. Weils von den Cylonen kam muss ja was dahinterstecken. Die Planen was (stand ja auch zwei Staffeln lang im Vorspann).

Ich sehe im Widerstand auf New Caprica keine Kriegsverbrechen im eigentlichen Sinn, auch wenn manches, was da gemacht wurde hart an der grenze ist, aber eben auch keine Heldentaten.
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#92 Mitglied ist offline   BluePanther 

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15. Mai 2008 um 23:48 Uhr

Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 15.05.2008, 23:06, said:

Ich sehe im Widerstand auf New Caprica keine Kriegsverbrechen im eigentlichen Sinn, auch wenn manches, was da gemacht wurde hart an der grenze ist, aber eben auch keine Heldentaten.

Ich setz das mal an den Anfang. Der Titel ist etwas unglücklich gewählt. Das liegt daran das die Diskussion im Saul Tigh Thread ausgegliedert wurde, da er etwas Off-Topic war. Und dem Mod ist kein besserer Titel eingefallen. Ich sehe diesen Thread so, das man hier über jeglichen Aspekt der Situation auf NC sprechen kann.

Zitat

Frieden macht unaufmerksam, und nachdem die Cylonen auch die Schwächen der Menschen geerbt haben wären auch sie unaufmerksam und unvorsichtig geworden.

Ich sehe nicht an was du das festmachen willst. Dem Widerstand ging es darum die Zylonen abzulenken. Der Widerstand hat auch die Ressourcen der Zylonen gebunden. Als Doral die Razzien in 3X03 verstärken wollte sagte Six das sie einfach nicht über genügend Ressourcen dafür zur Verfügung hatten. Die Zylonen haben sich voll und ganz auf das Problem mit dem Widerstand konzentriert.

Und du übersiehts auch einen wichtigen Punkt:
Der Angriff von Adama kam für die Zylonen überraschend. Sie waren einfach zu sehr damit beschäftigt die Verteidigung gegen den Großangriff und die Evakuierung zu koordnieren. Sie waren ganz erstaunt als plötzlich Adama vor der Tür stand. Und niemand konnte nun wirklich mit dem Adama Manöver rechnen.

Zitat

Und wie gesagt, kein schwarz/weiß, positive Ansätze zum friedlichen Zusammenleben hat es gegeben, die Mehrheit der Cylonen hatte ja dafür gestimmt.

Nur den 6er und 8er ging es vollständig um ein friedliches Zusammenleben. Bei den anderen Zylonen spielte auch der Kontrollgedanke und die Missionierung zum einzig waren Gott eine wichtige (bei einigen sicherlich eine primäre) Rolle. Und wie Cavil zu dem Thema stand wissen wir ja. :blush:

Zitat

Was wäre aus den Hardlinern in der Cylonengesellschaft geworden, wenn man statt toten Cylonen, Anschlägen und Terror Erfolge hätte vorweisen können?

Ich sehe das so das die Zylonen immer mehr von den Colonials gefordert hätten bis zu einem Punkt wo es für die Colonials einfach eine Grenze gab. Wenn wirklich alles so glatt gelaufen wäre (in einem Polizeistaat) wie du sagts, (was ich persönlich für unrealistisch halte. Selbst ohne Tigh und den Widerstand hätte der Intrigant Cavil alles getan um Zwietracht zu sähen und über kurz oder lange wäre eine andere Widerstandsgruppe gebildet worden) wäre spätestens bei Thema Missionierung für beide Seiten ein unüberwindbares Problem entstanden. Die Colonials (wenigstens die überwiegende Mehrheit) hätten an ihren alten Göttern festgehalten, während die Zylonen immer drängender darauf bestanden hätten der einzig wahre Gott müsse von den Colonials akzeptiert werden. Und in dieser Beziehung sind die Zylonen halt eine Kindergartentruppe. Und wenn Kinder nicht das bekommen was sie wollen werden sie zornig und gewalttäig. Also alleine das Thema Religion wäre über kurz oder lang zu einem meiner Meinung nach unlösbaren Problem geworden. Und wir wissen ja aus der Geschichte zu was für hässlichen und furchtbaren Taten eine Zwangsmissionierung führt.


Beitrag anzeigenSilverado, on 15.05.2008, 21:54, said:

Ja, schon klar. Nur dass diese "abstrakte" (ich würde sagen: "metaphorische") Ebene für die Interpretation der Gesamtgeschichte von größerer Relevanz zu sein scheint als die Frage, wie der konkret-technische Entstehungs-/Herstellungszusammenhang der Humlons war. Die Humlons als die "Kinder der Menschheit" tauchen wieder und wieder auf, auch wenn sie (möglicherweise) gar nicht in direktem Entstehungszusammenhang mit der Menschheit stehen.
Wobei man bedenken sollte, dass die Humlons im erfahrungslosen "Urzustand", in dem sie nur "im eigenen Saft schmoren", ganz von ihrer Grundprogrammierung kontrolliert werden. Dies ist die einzige Realität, die sie kennen, und deshalb für sie mindestens genau so prägend wie jetzt die realen Erfahrungen der Kolonisten.

Ja stimmt die Humlons sehen sich als Kinder der Menschheit und es stimmt auch das die Zylonen auf Grund der mangelnden Erziehung und des nicht vorhandenen kulturellen Überbaus empfänglicher an jeder Art Information waren. Aber damit hatten die Colonials ja nicht direkt zu tun und auch gar keinen Einfluss auf die Erziehung der Humlons und der Entstehung des Grundbaus der Zylonenkultur. Deswegen fällt es mir schwer daraus einen unmittelbaren bzw. vergleichbaren Zusammenhang zum kollektive Traumata abzuleiten was den Colonials wiederfahren ist.
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#93 Mitglied ist offline   Bernard Sheyan 

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16. Mai 2008 um 07:54 Uhr

Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 23:48, said:

Ich setz das mal an den Anfang. Der Titel ist etwas unglücklich gewählt. Das liegt daran das die Diskussion im Saul Tigh Thread ausgegliedert wurde, da er etwas Off-Topic war. Und dem Mod ist kein besserer Titel eingefallen. Ich sehe diesen Thread so, das man hier über jeglichen Aspekt der Situation auf NC sprechen kann.


Böser Mod! :blush:


Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 23:48, said:

Ich sehe nicht an was du das festmachen willst. Dem Widerstand ging es darum die Zylonen abzulenken. Der Widerstand hat auch die Ressourcen der Zylonen gebunden. Als Doral die Razzien in 3X03 verstärken wollte sagte Six das sie einfach nicht über genügend Ressourcen dafür zur Verfügung hatten. Die Zylonen haben sich voll und ganz auf das Problem mit dem Widerstand konzentriert.

Und du übersiehts auch einen wichtigen Punkt:
Der Angriff von Adama kam für die Zylonen überraschend. Sie waren einfach zu sehr damit beschäftigt die Verteidigung gegen den Großangriff und die Evakuierung zu koordnieren. Sie waren ganz erstaunt als plötzlich Adama vor der Tür stand. Und niemand konnte nun wirklich mit dem Adama Manöver rechnen.


Es sollte eigentlich seit Pegasus bekannt sein, dass die Psyche des Cylonen der eines Menschen gleicht, d.h. auf bestimmte Situationen reagiert Mensch und Cylon gleich. Eine lange Strecke, in der einfach nichts passiert würde menschliche Besatzer unaufmerksam werden lassen, und genau so würde das auch bei den Cylonen funktionieren. Der Angriff Adamas wäre wahrscheinlich noch überraschender gekommen, und mit dem Adama-Manöver hat nicht mal Adama selber gerechnet


Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 23:48, said:

Nur den 6er und 8er ging es vollständig um ein friedliches Zusammenleben. Bei den anderen Zylonen spielte auch der Kontrollgedanke und die Missionierung zum einzig waren Gott eine wichtige (bei einigen sicherlich eine primäre) Rolle. Und wie Cavil zu dem Thema stand wissen wir ja. :clap:


Das stimmt so nicht. Entscheidungen der Cylonen sind Mehrheitsentscheidungen. Wurde also entschieden, dass die Menschen in Zukunft verschont und eine miteinander versucht wird, so haben mehr als nur zwei Modellreihen dafür gestimmt, dann müssen es fünf gewesen sein


Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 23:48, said:

Ich sehe das so das die Zylonen immer mehr von den Colonials gefordert hätten bis zu einem Punkt wo es für die Colonials einfach eine Grenze gab. Wenn wirklich alles so glatt gelaufen wäre (in einem Polizeistaat) wie du sagts, (was ich persönlich für unrealistisch halte. Selbst ohne Tigh und den Widerstand hätte der Intrigant Cavil alles getan um Zwietracht zu sähen und über kurz oder lange wäre eine andere Widerstandsgruppe gebildet worden) wäre spätestens bei Thema Missionierung für beide Seiten ein unüberwindbares Problem entstanden. Die Colonials (wenigstens die überwiegende Mehrheit) hätten an ihren alten Göttern festgehalten, während die Zylonen immer drängender darauf bestanden hätten der einzig wahre Gott müsse von den Colonials akzeptiert werden. Und in dieser Beziehung sind die Zylonen halt eine Kindergartentruppe. Und wenn Kinder nicht das bekommen was sie wollen werden sie zornig und gewalttäig. Also alleine das Thema Religion wäre über kurz oder lang zu einem meiner Meinung nach unlösbaren Problem geworden. Und wir wissen ja aus der Geschichte zu was für hässlichen und furchtbaren Taten eine Zwangsmissionierung führt.


Das sind Mutmaßungen, und ich frage mich nun wo du dieses "Immer mehr fordern" dran festmachst. Mit Kindern hast du recht, eine gerade mal 40 Jahre alte Kultur ist nicht erwachsen. Ob die Cylonen den Monotheismus unbedingt durchgeboxt hätten Spoiler .... naja Baltars Mono-Religion hat auch Anhänger.



Beitrag anzeigenBluePanther, on 15.05.2008, 23:48, said:

Ja stimmt die Humlons sehen sich als Kinder der Menschheit und es stimmt auch das die Zylonen auf Grund der mangelnden Erziehung und des nicht vorhandenen kulturellen Überbaus empfänglicher an jeder Art Information waren. Aber damit hatten die Colonials ja nicht direkt zu tun und auch gar keinen Einfluss auf die Erziehung der Humlons und der Entstehung des Grundbaus der Zylonenkultur. Deswegen fällt es mir schwer daraus einen unmittelbaren bzw. vergleichbaren Zusammenhang zum kollektive Traumata abzuleiten was den Colonials wiederfahren ist.


Somit hätten beide Seiten voneinander lernen können, und sie hätten es auch mit Sicherheit getan. Du sprichst auch immer vom Trauma der Colonials. Sicher ist das vorhanden und sich seinem alten Feind face to face gegenüber zu sehen macht es nicht eben einfacher, aber auch die Cylonen haben ein Trauma zu verarbeiten. Unterdrückt - bekämpft - vertrieben, sagt dir das was? Genau das ist vor 40 Jahren mit den Cylonen geschehen. Sie wurden von den Colonials unterdrückt, ihr Bestreben nach Freiheit wurde aufs Äußerste bekämpft und dann wurden sie rausgeschmissen, die cylonischen gebiete gab es damals noch nicht, die Cylonen waren ja alle auf kolonialem Territorium "zu hause". Und du meinst, so etwas prägt nicht und es hinterlässt auch nichts im Bewustsein der Cylonen?
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#94 Mitglied ist offline   wrath-of-math 

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16. Mai 2008 um 09:44 Uhr

Beitrag anzeigenSilverado, on 15.05.2008, 19:44, said:

Der Vergleich hinkt. Der Nationalsozialismus war in der Theorie wie in der Praxis menschenverachtend und mörderisch, auf Verfolgung und Ausrottung von Minderheiten und auf Krieg und Vernichtung gegenüber anderen Völkern ausgelegt. Die vielzitierten Autobahnen waren eine von vielen Maßnahmen zur Kriegsvorbereitung.

Die Zylonen nach der Initiative der Kriegshelden hatten sich von der Vernichtungsideologie verabschiedet und wollten nun (mehrheitlich) ein friedliches Miteinander, zu dem unter anderem Hilfe beim Aufbau einer Infrastruktur zum Wohle der Kolonisten gehörte. Ohne die Eskalation der Gewalt, in der die zylonische Fraktion der Menschenfreunde zusehends an Einfluss verlor, wäre (zumindest von der Seite der Zylonen aus) so etwas wie ein Dialog und eine allmähliche Verbesserung der Lage denkbar gewesen.


Wie gesagt: Ein schlechtes System ist ein schlechtes System.

Nazi-Vergleiche hinken immer, weil der Nationalsozialismus auf einem Level grausam war, wie es kaum ein anderes Unrechtssystem je geschafft hat. Und ja, sowohl Autobahnen als auch Familienpolitik dienten den menschenverachtenden Zwecken der Nazis.

Aber genauso dienten die Aufbaumaßnahmen (Wasseraufbereitung, etc.) dem Unrechtssystem, dass die Zylonen etabliert hatten. Ziel der Zylonen war es, ein friedliches Zusammenleben mit den Menschen zu erzwingen. DEMAND LOVE, wie es Jacob bei "Televion Without Pity" nennt. Selbst wenn alle Zylonen gute Absichten hatten (und bei einem Teil der Zylonen kann man das ernsthaft bezweifeln), dann waren die gewählten Mittel schlichtweg falsch. Man hat den Menschen die Rechte weggenommen und ihnen eine diktatorische Besatzung aufgezwungen. Man hat die Opposition unterdrückt, noch weit bevor der eigentliche bewaffnete Widerstand begann (Webisodes).

Es war ein Unrechtssystem, und die Hilfmaßnahmen waren Teil dieses Systems. Die Menschen haben die Zylonen nicht darum gebeten die Infrastruktur für sie zu aufzubauen.
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#95 Mitglied ist offline   BluePanther 

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16. Mai 2008 um 12:34 Uhr

Beitrag anzeigenBernard Sheyan, on 16.05.2008, 08:54, said:

Es sollte eigentlich seit Pegasus bekannt sein, dass die Psyche des Cylonen der eines Menschen gleicht, d.h. auf bestimmte Situationen reagiert Mensch und Cylon gleich. Eine lange Strecke, in der einfach nichts passiert würde menschliche Besatzer unaufmerksam werden lassen, und genau so würde das auch bei den Cylonen funktionieren. Der Angriff Adamas wäre wahrscheinlich noch überraschender gekommen, und mit dem Adama-Manöver hat nicht mal Adama selber gerechnet

Das habe ich schon beim ersten mal kapiert. Ich frage wie du das fest machen willst. Abgesehen von den Humlons existieren noch die Hybriden, die Raider und die Centurions die nicht einfach unaufmerksam werden. Ich verstehe nicht wie du etwas überraschender machen, wo doch bereits die Überraschung perfekt war. Ich gebe zu deine Idee hat einen gewissen Charme, scheitert aber an einer Situation die ich bereits drei oder vier mal erwähnt hatte. Der Kampf des Widerstands (wenigstens in der heißen Phase) diente dazu von den Evakuierungsmaßnahmen abzulenken und Ressourcen zu binden. Hätte der Widerstand nichts getan hätten die Zylonen und die NCP ungehindert durch die Stadt patroullieren können. Und man kann nicht die Flucht von fast 40.000 Menschen planen (das ein hohes Maß an Kommunikation, Koordination und Organisation verlangt) wenn neben dir der Feind steht. Das hätten sie bestimmt gemerkt, wären vorgewarnt gewesen und hätten es unterbunden.


Zitat

Das stimmt so nicht. Entscheidungen der Cylonen sind Mehrheitsentscheidungen. Wurde also entschieden, dass die Menschen in Zukunft verschont und eine miteinander versucht wird, so haben mehr als nur zwei Modellreihen dafür gestimmt, dann müssen es fünf gewesen sein

Es müssen mindestens vier gewesen sein :blush:. Ich bestreite ja nicht das es einigen Zylonen darum ging. Bei einigen mehr und bei anderen weniger. Aber es haben auch andere Bewegründe eine Rolle gespielt die während des NC Arcs erwähnt wurden (Kontrolle über die Reste der Menschheit damit sie langfristig gesehen nicht mehr gefährlich werden können und Missionierung zum einen wahren Gott). Nur weil es einen Mehrheitsbeschluss zu einem bestimmten Thema gibt heißt das noch lange nicht das die Zylonen die dafür gestimmt haben auch die gleichen Beweggründe haben bzw. den Gründen die gleiche Gewichtung beimessen. Ich sehe die innenpolitische Aufteilung der Zylonen zu diesem Thema wie folgt:
Auf der einen Seite haben wir die 6er und 8er, mit ihren Anführerinnen CapricaSix und Boomer für ein friedliches Miteinander sind.
Das andere Extrem stellen für mich Cavil und auch Doral dar. Ich bin sogar der Meinung das Doral und Cavil in Cavils Intrigenspiel zusammen gearbeitet hatten. Immerhin hatte Doral Tigh ein Auge entfernt (was Tigh ja weiter anstachelte den Kampf mit voller Härte zu führen) und Doral hat zusammen mit Cavil den Kampf gegen den Widerstand und das Gefängnis geleitet. Ich glaube sogar das Doral die Centurions angeführt hatte die das erste Tempelmassaker begangen haben. Und auch war Doral nicht gerade der friedfertige Typ. Auf Cavil Vorschlag Baltar zu exekutieren sagte er nur das dies nur funktioniert hätte wenn sie ihn gleich zu Anfang getötet hätten. Nun sehen sie Baltar als Verräter und würden seinen Tod bejubeln. Oder: Im schlimmsten Fall zünden wir einfach eine Atombombe über der Stadt. Und Doral war es auch der Six erschossen hatte und Baltar mit einer Waffe bedroht hatte damit er die Todeslisten unterschrieb.
Die anderen drei Zylonen sind irgendwo dazwischen einzuordnen. Wobei ich denke das er vor allem der 3er Modellen um Kontrolle ging.


Zitat

Das sind Mutmaßungen, und ich frage mich nun wo du dieses "Immer mehr fordern" dran festmachst. Mit Kindern hast du recht, eine gerade mal 40 Jahre alte Kultur ist nicht erwachsen.

Wie du schon oben erwähnt hast sind die Humlons Menschen die auch genauso reagieren wie Menschen. Und wenn uns die Geschichte doch eins gelehrt hat, dann das Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut. Die Zylonen haben aus NC ein riesiges Gefängnis gemacht mit den Zylonen als Wärtern (die die Macht haben) und den Colonials als Insassen (die die keine Macht haben). Und es gab weder Gesetze, Vorschriften noch eine dritte Partei die die Zylonen im Zaum hätte halten können. Deshalb haben wir Menschen doch den Rechtsstaat, die Gewaltenteilung und die Demokratie erfunden. Nicht weil sie das beste, effizienteste und in jeder Situation funktionsfähigste System ist. Nein. Sonder weil es das beste System ist um uns Menschen vor uns selbst zu schützen. Wenn die Zylonen ohne Gegenwehr weitergemacht hätten wären die Colonials immer weiter in ihren Rechten beschnitten worden. Und die Zylonen hätten immer mehr Gefallen an dieser Situation gefunden. Im besten Falle wäre es eine Sklaverei geworden.

Dein Idealbild von der Gesellschaft die du da zeichnest hätte bei heroischen Gutmenschen aus dem Star Trek Universum funktioniert, aber nicht bei den normalen (realistischen) Menschen (und damit meine ich Colonials und Humlons) aus dem BSG Universum.

Du kannst von keinem Menschen verlangen das er sich freiwillig unterjochen lässt die von genau den Menschen aufgebaut wurde, die gerade sein Volk vernichtet haben und auch ihn versucht haben ihn die ganze Zeit zu töten.

Zitat

Spoiler Ob die Cylonen den Monotheismus unbedingt durchgeboxt hätten.... naja Baltars Mono-Religion hat auch Anhänger.

Also so etwas gehört nun wirklich in Spoiler. Und ich bitte dich das nachträglich einzubauen. Bei Jean Barolay habe ich bei diesem Minispoiler Verständnis, aber das ist nur wirklich wichtig hier Spoiler zu setzen.
Was deinen Spoiler angeht Spoiler Sehe ich da einen erheblichen Unterschied zwischen Baltars Religion und der Religion der Zylonen. Nicht im Glauben an sich sondern in der Verbreitungsmethode. Baltars Religion basiert auf Freiwilligkeit, während die Zylonen wenn es mit der Zeit nicht geklappt hätten eine Zwangsmissionierung hätten vorgenommen. Und da bin ich mir sicher. Du kannst nicht Menschen durch einen Polizeistaat zu einem fremden Glauben bekehren.

Zitat

Somit hätten beide Seiten voneinander lernen können, und sie hätten es auch mit Sicherheit getan. Du sprichst auch immer vom Trauma der Colonials. Sicher ist das vorhanden und sich seinem alten Feind face to face gegenüber zu sehen macht es nicht eben einfacher, aber auch die Cylonen haben ein Trauma zu verarbeiten. Unterdrückt - bekämpft - vertrieben, sagt dir das was? Genau das ist vor 40 Jahren mit den Cylonen geschehen. Sie wurden von den Colonials unterdrückt, ihr Bestreben nach Freiheit wurde aufs Äußerste bekämpft und dann wurden sie rausgeschmissen, die cylonischen gebiete gab es damals noch nicht, die Cylonen waren ja alle auf kolonialem Territorium "zu hause". Und du meinst, so etwas prägt nicht und es hinterlässt auch nichts im Bewustsein der Cylonen?

Die Humlons wurden nie unterdrückt. Sie lebten in Wohlstand und Frieden. Kein Colonial hat vor dem Genozid einem Humlons etwas böses getan, oder ihm Leid zugefügt. Die Humlons hatten davon nur aus Datenbanken erfahren. Deswegen kann man auch nicht sagen das sie ein Trauma aufzuarbeiten hätten. Wen du meinst sind die Centurions. Ja bei den Centurions stimme ich dir zu. Falls sie überhaupt Gefühle hatten und Schmerz empfanden die man verletzen konnte. Bewusstsein bedeutet nämlich nicht das sie genauso empfinden wie Menschen. Aber die Centurions wurden wieder versklavt. Die Humlons wurden nicht unterdrückt. Sie wurden auch nicht bekämpft. Und vertrieben wurden sie auch nicht. Und sie lebten nicht in Armut, oder einer Krise. Oder willst du das Leben auf den Basisschiffen als das bezeichnen was auch nur im geringsten mit dem Leben in der Rag-Tag-Fleet vergleichbar wäre. Ich gebe gerne zu das sie sich durch die Geschichte des 1. Zylonischen Krieges beeinflussen ließen, wie ich es bei Silverado bereits zugestimmt habe. Aber dadurch entstand kein Trauma wie es bei den Colonials der Fall war. Es hat ihre Kultur und ihr Weltbild mehr als über ein gesundes Maß hinaus beeinflusst. Sie haben aus einem religiösen Wahn heraus den Genozid begange, nicht um sich für irgendein Leid zu rächen.
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#96 Mitglied ist offline   Golem 

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16. Mai 2008 um 15:00 Uhr

nun gegen einen wiederstand mit aller härte und waffengewalt unter dem aspekt
der ablenkung um die evakuierung sicher zu stellen ist auf keinen fall etwas zu sagen.
ich bezweifle jedoch das selbstmordanschläge und die in der letzten folge angedeuteten
grausamkeiten dazu notwendig gewesen sein dürften.

und wiederstand um des wiederstandes willen, unter einsatz von selbstmordattentätern ohne
die hoffnung auf eine realistische besserung der umstände oder gar befreiung erscheinen mir
zumindest zweifelhaft.

die freiheitskäpfer in den krisengebieten der erde, z.b. damals in afganisthan oder in WK2 in
frankreich oder was einem ggf. sonst noch einfällt haben eigentlich immer in gewisser weise
die aussicht auf erfolg, auf besserung der umstände oder gar befreiung gehabt. was sicher
eine grundlegend andere situation war als die, bevor bekannt wurde, das die galactica zurück-
kommen wird.

insofern ist es sicher eine überlegung wert ob es in einer "tatsächlich ausweglosen" situation
wie es ja dem anschein nach vor der kontaktaufnahme mit dem raptor der fall war angeraten
ist die gesamtsituation derart eskalieren zu lassen, oder ob nicht ggf. wiederstand und motivation
mit etwas mehr fingerspitzengefühl hätten verbunden werden sollen.

wie wir ja bereits mehrfach festgestellt haben hatten die zylonen die absolute macht und allen
anschein nach waren die colonials denen auf gedeih und verderb ausgeliefert.

daher, wie bernard schon geschrieben hatte : gelegenheiten müssen sich ergeben -
man kann sie nicht erzwingen.

und mal ehrlich wenn sich ein palestinenser in die luft sprengt und 10 israelische zivilisten mitnimmt
schütteln wir doch auch den kopf, und hier wollen wir zugeständnisse machen? das scheint mit recht
scheinheilig.

greetz
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