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Michael Taylor
Autor bei Battlestar, Caprica und Blood & Chrome
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#1 Mitglied ist offline   Pedda 

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15. März 2006 um 04:17 Uhr

Michael Taylor

Autor und Produzent bei Blood and Chrome, Caprica und BSG


IMDb | Battlestar Wiki



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"Star Trek"-Veteran Taylor stößt zum Autorenteam

von Peter Glotz (Pedda) | 15.03.2006


Bradley Thompson und David Weddle, seit der ersten Season Stammschreiber bei "Battlestar Galactica", haben einem Mitarbeiter der Chicago Tribune verraten, dass Ronald D. Moore seinen Autorenstab um einen weiteren ehemaligen "Star Trek"-Schreiber erweitern wird.

Es handelt sich um Michael Taylor, den BSG-Creator Ron Moore sowie Thompson und Weddle bei ihrer gemeinsamen Arbeit im Autorenteam von "Deep Space Nine" kennengelernt haben dürften. Mit Storys bzw. Drehbüchern zu vier Episoden, darunter "The Visitor" und "In the pale moonlight", begann Taylor bei DS9 seine Karriere als TV-Autor.

1998 wurde er in den Stab von "Star Trek: Voyager" aufgenommen und schrieb dort bis zum Ende der Serie insgesamt 15 Folgen, u.a. "Bride of Chaotica!" und "Body and Soul". Zuletzt war Taylor Stammschreiber und Produzent von "The Dead Zone", einer Serie, in deren Produktionscrew ebenso wie bei "Battlestar Galactica" eine ganze Reihe "Star Trek"-Alumni arbeiten.

Laut Thompson und Weddle hat der Autorenstab bislang die ersten zehn Folgen der kommenden Staffel skizziert, auch die ersten Drehbücher werden bereits geschrieben. Für die beiden Auftakt-Episoden wird Ron Moore verantwortlich zeichnen. Die Dreharbeiten zur dritten Season von "Battlestar Galactica" beginn am 10. April. Ausgestrahlt werden die derzeit produzierten Episoden ab Oktober auf dem US-Kabelsender SciFi.

Quellen: Chicago Tribune, SyFy Portal
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#2 Mitglied ist offline   Lex 

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15. März 2006 um 09:08 Uhr

"The Visitor" und "In the pale Moonlight" gehören zu meinen Lieblingseps aus DS9, und dead Zone war auch nicht verkehrt. Anscheinend hat er was drauf, also freu ich mich schonmal auf seine Drehbücher.
...Voyager verzeih ich ihm mal großzügig :mrgreen:
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#3 Mitglied ist offline   bsg24 

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15. März 2006 um 15:18 Uhr

"In the Pale Moonlight" war echt eine der besten DS9 Episoden. Ist bestimmt kein Fehler, Taylor ins Boot zu holen!
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#4 Mitglied ist offline   Morden 

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15. März 2006 um 19:58 Uhr

Uff als ich gelesen habe dass "Star-Trek Veteran Taylor" dazustößt, habe ich zuerst an Jeri Taylor gedacht. Nochmal Glück gehabt..
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#5 Mitglied ist offline   Pedda 

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  15. März 2006 um 23:51 Uhr

Morden, on 15.03.2006, 19:58, said:

Uff als ich gelesen habe dass "Star-Trek Veteran Taylor" dazustößt, habe ich zuerst an Jeri Taylor gedacht. Nochmal Glück gehabt..


Warum das denn? Wenn ich es richtig verstanden habe, ging "Voyager" erst nach Jeris Abgang downhill, wie man so schön sagt.
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#6 Mitglied ist offline   Morden 

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16. März 2006 um 20:54 Uhr

Pedda, on 15.03.2006, 23:51, said:

Warum das denn? Wenn ich es richtig verstanden habe, ging Voyager nach Jeris Abgang downhill, wie man so schön sagt.
<{POST_SNAPBACK}>


Voyager ging doch von Anfang an Downhill! :mrgreen:
Ich weiß nur dass ich den von Jeri Taylor geschriebenen Folgen immer besondere
Abneigung entgegengebracht habe... .
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#7 Mitglied ist offline   xshrekx 

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01. Dezember 2007 um 15:20 Uhr


Autor Michael Taylor rechnet mit Langfassung von "Unfinished Business"


von Mirco Neubauer (xshrekx) und Peter Glotz (Pedda) | 01.12.2007

Mit Folgen wie Unfinshed Business" und "Taking a break from all your worries" hat Michael Taylor einige der für das Beziehungsgeflecht bei "Battlestar Galactica" und die Shipper unter den Fans wichtigsten Episoden geschrieben.

Im zweiten Teil eines Interviews mit der Chicago Tribune sprach der "Razor"-Autor über den Streik der WGA und die Liebesbeziehungen auf dem Kampfstern. Er deutete auch an, das "Unfinshed Business" in einer längeren Version erscheinen könnte.

Vorsicht vor Spoilern für die dritte Staffel


Frage: Sprechen wir kurz über die vierte Staffel: Welche Folgen schreiben Sie bzw. bzw. haben Sie vor dem Streik geschrieben? Irgendwelche spannenden Hinweise zu diesen Episoden, die Sie uns geben können, und die wir dann für die nächsten sechs Monate oder das kommende Jahr analysieren können?

Michael Taylor: Ich habe bis jetzt zwei Folgen geschrieben. Die ersten davon mit dem Titel "The Ties that Bind" habe ich angefangen, als "Razor" noch vorbereitet wurde. Ich glaube, ich kann euch erzählen, dass wir in dieser Folge (der dritten in Staffel vier) einem langjährigen Charakter Lebwohl sagen werden. Aber um wen es sich handelt, und die Art seines oder ihres Abschieds soll eine Überraschung bleiben.

Meine jüngste Episode, Folge acht mit dem Titel "Sine Qua Non", handelt von der Rückkehr eines anderen, sehr beliebten Charakters [vermutlich Romo Lampkin], der eine Art Krise durchgemacht hat, seit wir ihn das letzte Mal gesehen haben. Oder sie. Und wir werden den Charakter von Jake, dem Hund ziemlich genau ergründen.


Frage: Wie ist die Stimmung unter den "Battlestar"-Autoren aktuell während des Streiks? Gut drauf, schlecht drauf, irgendwo dazwischen? Sind Sie zuversichtlich, dass Ensemble und Crew sich für die letzten Folgen der Serie wieder zusammenfinden, wann auch immer der Streik endet?

Michael Tayler: Der Autorenstamm hat sich vorübergehend (hoffen wir) von einer Gruppe eifriger "Battlestar"-Autoren in eine genauso eifrige, fröhliche Gruppe von Streikposten verwandelt, komplett mit einer Rhythmus-Sektion, die von Michael Angeli an der sprechenden Trommel zusammengehalten wird. Wir haben das hintere Tor von Universal gemeinsam mit Autorenkollegen von "Law and Order: SVU" energisch verteidigt. Ab und an kommt ein "Battlestar"-Fan, der bereit ist, ein Demonstrationsschild zu tragen, während er die Gratis-Donuts verputzt.

Obwohl keiner von uns streiken will, bleibt unsere Stimmung ganz gut. Wir hoffen auf eine schnelle Einigung, die uns zurück an die Arbeit lässt. Aber wenn sich der Streik hinzieht, dann wissen wir, dass Ensemble und Crew dieser Show sich für das Ende der Serie mit der gleichen Hingabe zusammenfinden werden, mit der wir begonnen haben. Ihnen ist sie genau so wichtig wie uns.


ProgGrrl: Das Name "Michael Taylor" steht auf dem Drehbuch von zweien meiner Lieblingsfolgen der dritten Staffel, "Unfinshed Business" und "Taking a Break from All Your Worries". Ich muss einfach meine Shipper-Fragen hier loswerden. Hier sind sie:

Frage: Was hat Edward James Olmos als Regisseur zu der Folge "Taking a Break" beigetragen, das Sie nicht bereits im Drehbuch hatten?

Michael Taylor: Für mich war es das erste Mal, dass ich mit Edward James Olmos ("Eddie" für seine Kumpel) als Regisseur zusammengearbeitet habe, und es stellte sich als wirklich bemerkenswertes Erlebnis heraus. Eddie (richtig, ich bin jetzt ein Kumpel, zumindest gefällt mir der Gedanke) arbeitet oft instinktiv. Manchmal schienen die Bilder, die er in seinem Geist hervorgezaubert hat mit dem Drehbuch im Widerspruch zu stehen und das fand ich ein wenig beängstigend. Aber ich konnte schnell erkennen, dass er eine Szene nur in tieferes, düsteres psychologisches Gewässer brachte.


Frage: Was die Folgen, die Sie geschrieben haben, oder irgendwelche anderen Folgen der vergangenen Staffel angeht: Welche Details haben Sie in den fertigen Folgen gesehen, die Sie überrascht haben oder die Ihnen besonders gut gefallen haben?

Michael Taylor: Ein Moment fällt mir sofort ein: Das war im Schneideraum, wir haben einem unserer talentierten Cutter dabei zugesehen, wie er eine Rohfassung einer einzelnen Szene zusammenschnitt. Keine große Szene, einfach nur eine ziemlich kurze, aber starke Szene zwischen Tigh und Adama (die ihr in Folge acht "Sine Qua Non" sehen werdet). Ich habe da plötzlich gesehen, dass, obwohl der Dialog relativ einfach war, diese beiden Schauspieler so viel in die winzigsten Blicke und Gesten legen, dass es eine enorme Bedeutung bekommt.

Ich erkannte wieder einmal, dass diese Charaktere nach vier Staffeln so viel Geschichte und Nuancen angesammelt haben. Und so, wie sie von Edward James Olmos oder Michael Hogan verkörpert werden, sind sie verdammt menschlich. Weniger Rollen, sondern vielmehr Leute, mit denen ich die letzten Jahre verbracht habe und die mich noch immer überraschen.


Frage: Fans des Liebes-Vielecks [Dualla, Anders, Lee "Apollo" Adama und Kara "Starbuck" Thrace] aus der dritten Stafffel, so wie ich es bin, haben viele, viele Sachen über Szenen gehört, die in "Unfinshed Business" und "Taking a Break" aus Zeitgründen geschnitten wurden. Haben Sie gehört, ob dieses Material auf den DVDs zu dritten Staffel enthalten sein wird, die im Frühling erscheint? [gemeint ist die US-Box, Anmerkung des Übersetzers]

Michael Tayloer: Was ich Euch sagen kann: Michael O'Halloran, der Cutter, der "Unfinshed Business" zusammenstellte, hat dafür gekämpft, dass eine lange Version der Folge auf den Staffel-3-DVDs enthalten sein wird. Und ich glaube, das wird sie.


Frage: Wie oben schon gesagt, mochte ich die Handlungsbögen um das Beziehungs-Vieleck in der vergangenen Staffel. Ich mag sogar all die emotionalen/ romantischen Verstrickungen aller Charaktere der Serie. Das gehört dazu, sie zu kennen. Aber viele Fans (oder zumindest eine laute Minderheit) haben sich beschwert, dass die dritte Staffel zu sehr Seifenoper war. Gab es im Writers-Room den Eindruck, dass es Zeit wäre, sich davon zu verabschieden, diese Art von Beziehungen so detailliert in der vierten Staffel zu zeigen?

Michael Taylor: Ich glaube, das Lee-Kara-Dee Dreieck haben wir ziemlich gründlich zum Ende der Staffel 3 beendet. Das werden wir nicht noch einmal in den Vordergrund stellen. Aber wir werden uns ganz sicher nicht zurückhalten, Beziehungen gründlich zu untersuchen. Mal abgesehen von den Killerrobotern ist es genau das, was wir hier machen.


Frage: Was waren Ihre größten Inspirationen, wenn Sie für die Serie geschrieben haben? (Ich meine Bücher, Filme, Fernsehen,... das ist wohl nur die Spitze des Eisbergs.)

Michael Taylor: Wie bei vielen Fernsehserien ist unser Writers-Room voller Anspielungen auf andere Filme und Serien. David Weddle hat uns andauernd mit seiner unheimlichen Billy-Bob-Thornton-in-"Slingblade"-Imitation amüsiert. Und als Autor einer großartigen Sam-Peckinpah-Biografie ("If They Move, Kill 'Em!"), hinterlässt David auch gerne mal eine Textzeile aus dem Film in so ziemlich jedem Drehbuch, das er mit Bradley Thompson schreibt.

Für mich sind Filme auch oft Grundstein oder Inspiration. Beispielsweise wurde der Anfang von "Razor" stark vom Anfang von "Apocalypse Now" beeinflusst. Ich glaube aber, dass die wörtlichen Einflüsse oft aus den Drehbüchern wieder verschwinden, oder, wie bei der "Razor"-Szene, auf dem Boden des Schnittraumes landen, wenn unsere Geschichten ihre eigenen Identitäten und Qualitäten finden.



Kate: Eine meiner Lieblingsnebenrollen ist Dualla. Hauptsächlich wegen der Schauspielerin, denn der Charakter hat selten irgend etwas zu tun, außer Informationen auszuspucken und besorgt oder traurig auszusehen. Sogar während des Beziehungs-Vielecks hatte sie kaum Text. Gibt es eine Möglichkeit, dass wir in der nächsten Staffel mehr über Dees Charakter erfahren werden?

Michael Taylor: Boah, woher kommt eigentlich dieser "Liebes-Vieleck"-Kram? Ich dachte, es wäre ein Liebes-Dreieck. Halt, warte, ich schätze da ist noch Anders. Okay, vielleicht ist das der Punkt. Es ist lange her, dass ich Geometrie hatte.

Ich bin mir nicht sicher, wie die beste Antwort auf die Frage ist, außer dass Dee jemand ist, die mehr von ihrem Charakter an der Oberfläche zeigt. Sie ist im Wesentlichen ein sehr ehrlicher, optimistischer Charakter. Eine, die sagt, was sie denkt und die über ihre Gefühle ehrlich ist.

Und das macht sie im Umfeld der Serie vielleicht etwas weniger dunkel und gequält und vielleicht drängt sie sich dadurch auch weniger auf als ein Charakter wie zum Beispiel ihre romantische Nemesis in besagtem Vieleck: Kara. Aber ich denke, wir werden vielleicht auch erfahren, dass eine Persönlichkeit wie Dee auch ihre dunklen Seiten hat. Genug gesagt für's erste.


Frage: Wird der Handlungsstrang um Boomer aufgelöst? Ich habe mich im Laufe der ersten Staffel sehr für den Charakter interessiert und war enttäuscht, dass wir seit "Downloaded" nur sehr wenig von ihr gesehen haben. Ich glaube, dass Boomers Handlung sich dramaturgisch viel eher aufdrängen wurde, als dass man sich auf Athena zu konzentriert (die jetzt nicht besonders interessant ist, wo sie und Helo zusammen glücklich sind, sie Hera zurück haben und sie Freundschaft/Akzeptanz/Vertrauen von Kara, Adama und der anderen hat). Ich finde, die Autoren schulden uns einen Abschluss, nachdem sie in der ersten Staffel so viel Zeit in sie investiert haben.

Michael Taylor: Okay, hier ein weiterer Anheizer für Staffel vier: Boomer kommt zurück, Baby! Und zwar groß!


Karie: Die Beziehung zwischen Lee und Kara wurde seit der Miniserie aufgebaut. Sogar nach dem Höhepunkt in "Unfinished Businee" und der Fast-Affäre und der Rückkehr zu ihren Ehepartnern gab es immer noch Hinweise darauf, dass da mehr zwischen ihnen ist. In "Maelstrom" hat Kara angedeutet, dass sie noch immer gern mit Lee zusammen sein würde, als sie fragte, wie es zwischen ihm und Dee laufe. In "The Son Also Rises" reagierte Lee stark auf Romos Geschichte darüber, die Liebe seines Lebens zu verlieren und dann zu erkennen, dass alles keinen Sinn macht, wenn man sie nicht haben kann.

Das alles deutet darauf hin, dass Kara und Lee entweder am Ende zusammen sein oder nie wirklich glücklich sein werden. Es wäre absolute Drückebergerei, wenn sie sich einfach entschließen, einander die Hände zu schütteln und Freunde zu sein, als ob das alles nie passiert wäre. Was ich also wissen möchte:

Können die Fans sich darauf verlassen, dass diese Handlung angemessen behandelt wird und nicht einfach zu Gunsten einer Zylonen/Schicksal/Prophezeiungs-Geschichte gestrichen oder offen gelassen wird? Für mich muss das Ende nicht mit einer netten kleinen Schleife sein. Aber ich würde gerne wissen, dass ich nicht meine Zeit mit dieser Beziehung verschwendet habe. So toll, wie die Serie ist, für mich sind die Hauptgründe sie zu gucken Lee/Kara als erstes und dann die Familienbeziehung Lee-Kara-Adama-Roslin.

Michael Taylor: Hier deine Antwort: Hast du je Zeit mit dieser Serie verschwendet? Vertrau mir, du wirst nicht enttäuscht werden.


Quelle: Interview der Chicago Tribune
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#8 Mitglied ist offline   Pedda 

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25. Mai 2008 um 09:19 Uhr

Galactica Sitrep sammelt hier Fanfragen für ein längeres Interview mit Michael Taylor.

Mit Storys bzw. Drehbüchern zu vier Episoden, darunter "The Visitor" und "In the pale moonlight", begann Taylor bei "Deep Space Nine" seine Karriere als TV-Autor. 1998 wurde er in den Stab von "Star Trek: Voyager" aufgenommen und schrieb dort bis zum Ende der Serie insgesamt 15 Folgen, u.a. "Bride of Chaotica!" und "Body and Soul". Zuletzt war Taylor Stammschreiber und Produzent von "The Dead Zone".

Nun ist er Produzent bei "Battlestar Galactica" und hat in den vergangenen beiden Season einige erinnerungswürdige Folgen geschrieben, darunter "Unfinished Business", "Taking a Break From All Your Worries", "Razor" und "The Ties That Bind" sowie die kommende Folge "Sine Qua Non". Außerdem arbeitet Taylor gemeinsam mit Ron Moore an der neuen Weltraumserie "Virtuality".

Fragen könnt ihr noch bis zum Montag, den 2. Juni einsenden.
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#9 Mitglied ist offline   penumbra 

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22. November 2008 um 14:52 Uhr

Jeder Autor sollte eine Rockband gründen!

von Philip Arendt (penumbra) | 22.11.2008

Michael Taylor hat in seiner Karriere schon einige Erfahrungen im Science-Fiction-Bereich gesammelt. Während seiner Zeit bei "Deep Space Nine" und "Voyager" gehörten seine Episoden oft zu den polarisierendsten Geschichten und diesen Trend setzt er bei "Battelstar Galactica" seit der dritten Staffel fort.

Im ersten Teil unserer Übersetzung eines kürzlich veröffentlichten Interviews mit Galactica Sitrep spricht der Autor über seinen Werdegang und verrät einige Details über die Entstehung von Episoden wie "Unfinished Business" und "Taking a Break From All Your Worries". Vorsicht vor Spoilern zur dritten Staffel.



Galactica Sitrep: Wann haben Sie erkannt, dass Sie Ihr Leben als Autor verbringen würden?

Michael Taylor: Ich bin mir nicht sicher, ob ich jemals eine solche Eingebung hatte. Auch heute noch zweifle ich manchmal an meiner Beständigkeit in dem von mir gewählten Beruf, je nachdem, was aus meinem Computer herauskommt. Aber ich weiß, dass ich mich so gut wie immer auf die eine oder andere Art als Autor gesehen habe. In der Schule bedeutete das vor allem das Schreiben von Essays und Zeitungsartikeln. Ich habe nie kreativ geschrieben, bis ich im College einen Kurzgeschichten-Workshop besucht habe, der von niemand anderem als David Milch geleitet wurde. Er gab mir eine Eins und sagte mir, dass ich niemals Autor werden sollte, was den Ton für meine gestörte Beziehung mit meiner Muse gesetzt hat.

Nach der Uni habe ich bei einer Zeitung gearbeitet. Das war ein gutes Training - tägliche Abgabefristen neigen dazu, einem den Luxus einer Schreibblockade auszutreiben. Ich war allerdings nie sehr glücklich mit dieser Karrierewahl und da ich nicht den Mut aufbringen konnte zu kündigen, wurde ich stattdessen schließlich gefeuert, zog nach New York und gründete eine Rockband. Ich würde vorschlagen, dass alle angehenden Autoren Rockbands gründen!

Meine Band schaute für gewöhnlich "Die Simpsons" nach den Proben und eines Tages hatte ich eine Idee für eine "Simpsons"-Geschichte und schrieb daraufhin meinen ersten Drehbuchentwurf. Die Geschichte landete schließlich, mit ein wenig göttlicher Fügung, in den Händen eines erfolgreichen freien Autoren, Rene Echevarria, der damals in New Yorks East Village bei mir gegenüber wohnte und in derselben Bar wie ich verkehrte.

Rene hatte Drehbücher an "Star Trek: The Next Generation" verkauft und wurde kurz darauf bei der Serie eingestellt. Er ermutigte mich dazu, ein Trek-Drehbuch zu schreiben, was ich tat und was mir die Möglichkeit brachte, mich bei "Deep Space Nine" zu bewerben. Ich verkaufte vier Drehbücher, bevor ich schließlich vom "Voyager"-Team unter Vertrag genommen wurde, aber ich habe erst einige Jahre später, bei meinem zweiten Job, bemerkt, dass ich als Autor tatsächlich ein festes Einkommen haben könnte.

Das ist meine sehr lange Antwort auf Ihre kurze Frage. Sind Sie froh, dass Sie gefragt haben? [...]


Galactica Sitrep: Ich war ein großer Fan von "Deep Space Nine" und viele Fans sehen "The Visitor" als ein Beispiel für die Einzigartigkeit dieser Serie an. Die Folge "In the Pale Moonlight" hat das utopische "Star Trek"-Universum in eine viel düsterere Ecke gedrängt. Da Ron Moore die Serie produziert hat und David Weddle und Bradley Thompson daran gearbeitet haben, denken Sie, dass "Deep Space Nine" eine Art Betatest für die Themen und Ideen war, welche schließlich bei "Battlestar Galactica" in den Mittelpunkt gerückt wurden?

Michael Taylor: Auf jeden Fall. Und Sie sollten wissen, dass Ron mein als freier Autor eingereichtes Drehbuch von "In the Pale Moonlight" überarbeitet hat und es dadurch viel dunkler und tiefsinniger wurde. Es ist also kein Zufall, dass es einige der Probleme und Vorlieben vorwegnimmt, welche später in "Galactica" zum Ausdruck kamen. [...]


Galactica Sitrep: "Unfinished Business" (und noch viel starker die längere Fassung auf dem [US]-DVD-Set) hat den Blick auf viele Beziehungen der Seriencharaktere untereinander erweitert. Gab es neben der Erklärung für die zuerst im Finale von Staffel zwei angedeutete drastische Änderung in der Dynamik zwischen Lee und Kara noch andere Ziele, als die Episode geschrieben wurde?

Michael Taylor: Generell wollten wir nur ein wenig von der Hintergrundgeschichte des fehlenden Jahres zeigen und dies durch einen ereignisreichen Tag im Leben unserer Charaktere präsentieren. Als ich die Idee anbrachte, eine Art "Fight Club"-Episode zu machen, dachte Ron, dass dies der perfekte Gegenwartsteil einer Geschichte wäre, die mit all diesen Eindrücken aus der Vergangenheit gekoppelt werden könnte. Es gab allerdings keine "Ziele", abgesehen von der Absicht, die Kara-Lee-Beziehung in den Mittelpunkt zu rücken und weiterzuentwickeln.

Die Geschichte hat sich außerdem auf sehr organische und ungewöhnliche Weise entwickelt, teilweise weil es Probleme mit der Produktion und dem Drehplan gab. Da die Neu-Caprica-Außensets bereits vor der Fertigstellung der Folge (der achten der Staffel) abgerissen werden mussten, schrieben und drehten wir zunächst die gesamte Handlung in der Vergangenheit und fuhren dann Monate später mit den Boxkämpfen fort. Da dies meine erste "Battlestar"-Episode war, diente es als gute Einführung in den ungewöhnlichen kreativen Prozess, den Ron Moore pflegt. (Übersetzung: Ron schmiss mich in den tiefen Teil des Schwimmbeckens und lachte sich kaputt, während ich strampelte.) Aber es war letztlich sehr befreiend!


Galactica Sitrep: In einem Interview, welches zur Zeit der Ausstrahlung von "Razor" entstand, erwähnten Sie, dass der Cutter von "Unfinished Business", Michael O'Halloran, derjenige war, welcher sich für die längere Schnittfassung auf der DVD eingesetzt hat. Was sind Ihre Gedanken bezüglich der beiden Versionen, jetzt, da sie für alle erhältlich sind?

Michael Taylor: Als Autor tendiere ich dazu, nichts herauszustreichen, aus der unterschwelligen Hoffnung heraus, dass der Sender so überwältigt von der Qualität des Stückes ist, dass sie lieber einen Teil der Werbung schneiden. Das scheint allerdings nie zu passieren. Die Gelegenheit, das gesamte Drehbuch verfilmt zu sehen, war also sehr verlockend. Auf der anderen Seite, nach dem Anschauen von - oder besser Schwelgen in -Mikey O's fantastischem Extended Cut, habe ich perverserweise die Kürze und komprimierte Energie der Original-TV-Version neu schätzen gelernt. Mit anderen Worten: Ich denke, dass beide sehr cool sind.


Galactica Sitrep: Wie war Ihre Reaktion auf die unterschiedliche und häufig recht hitzige Resonanz, welche Episoden wie "Unfinished Business" und "Taking a Break From All Your Worries" auslösen, die tief in das Privatleben und die Emotionen der Charaktere vordringen, anstatt typischere Science-Fiction-Geschichten zu erzählen?

Michael Taylor: Hey, ich mag einen guten Weltraumkampf genauso wie jeder andere Geek, aber nun, da ich älter geworden bin, finde ich Charakterdramen befriedigender. Das hat mich auch ursprünglich zu "Battlestar" gebracht und es beeinflusst meine gegenwärtigen Sehgewohnheiten. Ich fühle mich von Serien wie "Mad Men" angezogen, welche einen ähnlich starken Fokus auf den Ausbau von Charakteren haben. Wobei das natürlich nicht bedeutet, dass ich es nicht genossen habe, Episoden zu schreiben, welche Charaktere und Action gleichermaßen in den Vordergrund stellen ("Razor" zum Beispiel).

Es ist allerdings einer der großartigsten Aspekte von BSG, dass man manchmal vergessen kann, dass der Großteil der Action im All spielt. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass Ron sehr stolz darauf war, dass "Unfinished Business" so wenige Sci-Fi-Elemente hatte - gerade mal eine Szene am Anfang, in der ein Raptor auf Neu Caprica über die Köpfe hinwegfliegt. Aber natürlich war der Sci-Fi-Schmuck sowieso nie das Hauptaugenmerk von "Battlestar Galactica" und auf merkwürdige und vielleicht sogar recht widersinnige Weise ist genau das der Grund, warum es ein Science-Fiction-Meilenstein geworden ist.


Galactica Sitrep: "Taking a Break From All Your Worries" drängt einige der tiefsinnigsten Themen der Serie in den Vordergrund (Schuld, Strafbarkeit, Gerechtigkeit, Vergebung) und zielt darauf, einen genauen Blick auf Baltar und Apollo zu werfen. Es schlägt auch einen recht ungewöhnlichen Ton an, was wahrscheinlich durch die vielen Halluzinationen von Baltar hervorgerufen wird. Viele Fans, mit denen ich damals gesprochen habe, waren fasziniert von den Schnitten zwischen Lees Entschuldigung gegenüber Dualla in der Bar und Baltars Rede über Strafbarkeit und Vergebung, welche er Gaeta hält. Welche Ziele wurden dort verfolgt und wie viel davon kam durch das Drehen und Schneiden zustande?

Michael Taylor: Wenn ich mich richtig erinnere, kam die Entscheidung, die Szenen zu verbinden, von Eddie Olmos während der Nachbearbeitung und sie wurden dann von Ron verfeinert. Wie man sagt: Notwendigkeit ist die Mutter aller Erfindungen und in diesem Fall benutzte Eddie die Schnitte, um das Material zu verdichten und Verbindungen zwischen Szenen zu finden, welche von mir im Drehbuch nicht unbedingt so vorgegeben wurden.


Galactica Sitrep: Wie hat sich die Episode durch Gespräche mit Olmos entwickelt und wie würden Sie den Prozess beschreiben, eine Folge zu verfeinern und deren Auswirkungen herauszuarbeiten?

Michael Taylor: Eddie ist nicht nur ein brillanter Schauspieler, sondern, wie mittlerweile aufgefallen sein sollte, auch ein sehr talentierter Regisseur. Seine Art, eine Episode zu filmen, scheint von denselben Instinkten und intensiven Emotionen angetrieben zu werden, welche er auch als Schauspieler ausnutzt. Das Resultat ist, dass ihm oft Ideen und Bilder einfallen, welche überraschend sind und sich am Anfang gar unbehaglich anfühlen, sich letztlich aber als sehr effektive Wege herausstellen, die Bedeutung einer Szene oder Geschichte zu vertiefen.

In "Taking a Break" wollte er zum Beispiel viele "kleine Leute" um Baltar in der Wanne versammelt haben, die ihn schließlich ertränken. Zunächst erschien mir das ein wenig merkwürdig, fast wie etwas aus "Der Zauberer von Oz". Aber Eddie ging es dabei um das Bild und nachdem er weiter darüber nachdachte, wurden aus den "kleinen Leuten" Kinder und daraus entstand eine der visuell eindrucksvollsten Sequenzen der Serie, in der diese verbrannten und blutbefleckten kleinen Kinder, welche wahrscheinlich die jüngsten Opfer des Zylonenangriffs auf Caprica sind, versuchen, Baltar in ein nasses Grab herabzuziehen.


Galactica Sitrep: Eddie hat auch mit Bear McCreary gearbeitet, um Hintergrundlieder für Joes Bar auszuwählen. Haben Sie mit den beiden an dieser Auswahl gefeilt?

Michael Taylor: Nein. Das waren nur Eddie und Bear. Der vielbegabte EJO ist auch Musiker und Songwriter. Er hat sogar die Melodie für das Wiegenlied geschrieben, welches Baltar und Nummer Sechs in der Episode singen.


Quelle: Interview bei Galactica Sitrep
Weiterführende Links: Übersetzung einiger ausgewählter Fragen bezüglich Taylors Vorbilder und Mentoren beim TrekZone Network
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#10 Mitglied ist offline   penumbra 

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25. November 2008 um 17:47 Uhr

Michael Taylor und der Hamburger des Todes

von Philip Arendt (penumbra) | 25.11.2008

Seit er bei "Battlestar Galactica" eingestiegen ist, hat Michael Taylor bereits einige wichtige Drehbücher für die Serie geschrieben, darunter den ersten Teil von "Crossroads", den Fernsehfilm "Razor" und die kontroverse Episode "Sine Qua Non".

Im zweiten Teil des Galactica Sitrep-Interviews spricht Taylor über die enge Zusammenarbeit aller Autoren während Staffel vier und verrät, welches Wort der Autorenstab seit dem Entwurf von "Razor" am liebsten aus seinem Wortschatz verbannen würde. Vorsicht vor Spoilern zu Staffel drei und vier sowie den letzten Episoden.



Galactica Sitrep: Gibt es für Sie einen großen Unterschied zwischen dem Schreiben für eine Serie mit fortlaufender Handlung oder für Shows, die eher auf Einzelgeschichten setzen? Kommen dabei jemals Zweifel auf, wenn man bedenkt, wie viel den Zuschauern abverlangt wird, damit sie alles verstehen?

Michael Taylor: Es gibt einen Unterschied und "Battlestar" ist das fortlaufendste Drama, an dem ich bisher gearbeitet habe. Allerdings waren einige der fesselndsten Shows der letzten Jahre ebenso fortlaufend - egal ob "Die Sopranos", "Lost" oder "The Wire". Ich vermute, dass viele Zuschauer sich daran gewöhnt haben. Was BSG angeht: Ich habe viele Fans getroffen, welche die Serie von Anfang an geschaut haben und ungefähr genauso viele, welche ein oder zwei Staffeln später eingestiegen sind und den Rest auf DVD nachgeholt haben. Und bezeichnen Sie mich ruhig als Gewohnheitsautor, aber auch wenn es viele gute TV-Serien gab, welche nicht sehr fortlaufend waren ("Law and Order", "CSI" und viele Polizeiserien), denke ich, dass echtes Drama durch Charaktere und deren Betrachtung entsteht. Und dazu wird ein fortlaufender Ansatz der Erzählung benötigt.


Galactica Sitrep: Ich habe [Michael] Angeli danach gefragt, ob Sie beide Ihre Drehbücher ausgetauscht haben, um den engen Zusammenhang zwischen "Guess What's Coming to Dinner" und "Sine Qua Non" zu ermöglichen. Er antwortete: "Wenn es um Enden und Anfänge geht, folgen Taylor und ich sehr oft aufeinander und wir erschaffen das immer zusammen." Wie würden Sie diesen Prozess beschreiben und haben Sie auch auf ähnliche Weise mit Jane Espenson zusammengearbeitet, da "The Hub" auf "Sine Qua Non" aufbaut?

Michael Taylor: Ob nun durch den Einfluss von höheren Mächten oder reinem Zufall, Michael und ich haben tatsächlich sehr häufig nacheinander gearbeitet. Es ist ganz normal, dass wir dadurch miteinander ins Gespräch kommen und Entwürfe austauschen, aber das tut das gesamte Team. In "Sine Qua Non" habe ich mich dazu entschlossen, den Moment aufzunehmen, mit dem Mikes Episode geendet hat, und Natalies Tod darzustellen. Es gibt da sogar noch eine subtilere Verbindung oder einen Tribut, wenn man so will: Ich habe sie das zylonische Todesgebet (oder, wie Mike es gerne nennt, das Zylonen-Kaddish) flüstern lassen, welches Mike in seiner ersten Episode in Staffel drei, "A Measure of Salvation", eingeführt hat.

Bei "The Hub" und "Sine Qua Non" haben Jane und ich zwei Geschichten erzählt, welche zwar zur gleichen Zeit spielen, allerdings an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Charakteren. Sie waren also nicht im wörtlichen Sinne "fortlaufend". Jane und ich haben uns dennoch beraten, da es Überschneidungen in der Handlung gab, wie zum Beispiel der Raptor, der es mit einem toten Piloten an Bord zurück zur Galactica schafft. Und natürlich werden ähnliche Themen angesprochen, da sowohl Adama als auch Laura auf unterschiedliche Art und Weise begreifen, wie sehr sie sich brauchen und lieben.


Galactica Sitrep: Edward James Olmos hat bei einigen Ihrer Episoden Regie geführt. Was kommt bei der Arbeit mit ihm am Ende heraus?

Michael Taylor: Wie bereits gesagt, Eddies Verbindung mit dem Material und der Serie als Ganzem ist sehr tief emotional. Dadurch ist er weniger daran interessiert, Handlungselemente zu kritisieren, als vielmehr Wege zu finden, durch Bildaufbau und -sprache tiefere Bedeutungsebenen aus dem Drehbuch herauszuholen. Und diese waren manchmal selbst den Autoren nicht bewusst. Ich kann Ihnen auch verraten, dass er durch seinen starken Bezug zur Serie das Thema Enden in Episode 4.20 "Islanded in a Stream of Stars", sehr ernst nimmt und zu einem verstörenden Extrem führt. Aber das werden Sie noch sehen.


Galactica Sitrep: In "The Son Also Rises" wurde Romo Lampkin eingeführt und Sie haben dessen Geschichte mit der Verhandlung in "Crossroads, Part I" fortgesetzt. Gab es Schwierigkeiten bei diesem Drehbuch, da Sie ja den Mittelteil einer Trilogie geschrieben haben?

Michael Taylor: Die größte Schwierigkeit war es, die unglaublich hohe Messlatte zu halten, die Michael Angeli gesetzt hat, als er den eindrucksvollen Charakter des Romo Lampkin erschaffen hat und dem ebenso eindrucksvollen Mark Sheppard genug Szenen zum Austoben zu geben. Als Autor - der Wortbedeutung nach jemand, der sich um Worte sorgt - ist es immer sehr unterhaltsam, für einen Charakter zu schreiben, dessen Wortgewandtheit und Intelligenz die eigene zu überflügeln drohen.


Galactica Sitrep: In "Razor" lassen Sie die Bombe platzen, dass Kara Thrace und ihr Schicksal eine Gefahr für die Menschheit darstellen könnten. Wann kam diese Todbringer-Idee unter den Autoren auf, während der Entstehung von Staffel drei oder dem Entwurf von "Razor"?

Michael Taylor: Der Sender wollte, dass "Razor" die vierte Staffel einleitet. Wir haben das mit Ron ausdiskutiert und es kam schließlich zu den paar Dialogzeilen, welche ich in das Ende der Episode gepackt habe. Wir haben die Todbringer-Prophezeiung seitdem so oft wiederholt, dass ich davon absehe, das Wort je wieder zu verwenden. Von den Autoren wurde Kara irgendwann als "Hamburger des Todes" bezeichnet.


Galactica Sitrep: Allem Anschein nach wollte Universal Home Video eine längere Fassung der Hybriden-Prophezeiung auf der DVD-Version von "Razor", um die vierte Staffel von BSG zu bewerben. Was für Herausforderungen gab es, dieses vorausgreifende Prosa-Gedicht zu schreiben, welches Ereignisse von der Besatzung New Capricas bis zum zylonischen Bürgerkrieg und der Offenbarung der Final Five beschreibt?

Michael Taylor: Es war sehr herausfordernd. Und glücklicherweise musste ich es nicht schreiben. Da ich schon an einem anderen Drehbuch gearbeitet habe, bekam der geschätzte Mark Verheiden diese Aufgabe zugeteilt und ich bin mir sicher, dass er das alles in ein paar Minuten gemeistert hat.


Galactica Sitrep: "Razor" wird als Episode 1 und 2 der vierten Staffel angesehen. Als Sie die Folge entworfen haben, kam es Ihnen da wie ein Film oder wie ein Teil der TV-Serie vor? Gab es Unterschiede?

Michael Taylor: Ich habe es immer als Film angesehen, denn der Gedanke war viel cooler. In der Art von: "Hey, ich arbeite an einem verfrakkten Film!" Obwohl der Sender uns dazu angehalten hat, das Drehbuch in zwei Hälften zu teilen, habe ich bisher nur von Ausstrahlungen von "Razor" als Film gehört. Ich weiß also nicht wer, falls überhaupt irgendjemand, es in zwei Teilen sehen musste. Um Mr. T zu zitieren: "Ich habe Mitleid mit den Narren."


Galactica Sitrep: Im Audiokommentar der "Razor"-DVD sprechen Sie und Ron Moore über die Seriencharaktere, welche in der neuen Serie Frauen wurden (Starbuck, Cain, Boomer). Sie erwähnen, dass diese Charaktere im "Battlestar" der Siebziger mit Gehstöcken, Gerten und Zigarren rumfuchtelten, um ihre Männlichkeit zu demonstrieren, und nun "Frauen mit echtem Mumm" sind. Viele weibliche BSG-Fans sind von all den mutigen Frauen dieser Show begeistert. Denken Sie, dass Sie und die anderen Autoren etwas Neues und Anderes für Frauen in der Science-Fiction erschaffen? Was halten Sie davon, wenn einige die Serie als möglichen "feministischen Klassiker" bezeichnen?

Michael Taylor: Ich habe kein Problem damit, "Battlestar" als "feministischen Klassiker", "das größte Stück Filmkunst, das je gedreht wurde" oder "den Hauptbestandteil einer gesunden Ernährung" zu bezeichnen. Die Wahrheit ist allerdings, dass Ron die Form mit der Miniserie vorgegeben hat, als er standhafte Charaktere wie Laura Roslin und Starbuck erschaffen hat. Alles, was der Rest von uns tun musste, war, sich in diese Figuren zu verlieben und sie für den Rest der Serie wie eine gesunde, romantische Fantasie zu erhalten. Und ich persönlich mag Frauen draufgängerisch, wenn auch vielleicht nicht in den Ausmaßen wie Eddie Murphy (nicht, dass daran etwas auszusetzen ist). Ich vermisse Starbuck bereits.


Galactica Sitrep: Waren Sie am Casting von Nico Cortez beteiligt? Er war der perfekte junge Adama.

Michael Taylor: Ich war daran nicht beteiligt, aber ich stimme zu: Er war perfekt. So perfekt, dass Mojo [Adam "Mojo" Lebowitz], einer unserer Special-Effects-Macher, sich seit Neustem für eine "Young Adama"-Serie einsetzt.


Galactica Sitrep: Fans von "Kampfstern Galactica" (wie ich) haben es geliebt, die alten Centurions in Aktion zu erleben. Da die Effekt-Crew es so gut hinbekommen hat, würden Sie gerne weitere Geschichten aus dem ersten Krieg sehen - in zukünftigen Fernsehfilmen vielleicht?

Michael Taylor: Die alten Zylonen werden auferstehen. Genug gesagt.


Quelle: Interview bei Galactica Sitrep
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#11 Mitglied ist offline   penumbra 

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03. Dezember 2008 um 18:27 Uhr

Alles wird erklärt werden

von Philip Arendt (penumbra) | 03.12.2008

In der dritten und vierten Staffel gab es viele emotionale und politische Veränderungen im Universum von "Battlestar Galactica" und viele dieser Entwicklungen werden in Episoden aufgegriffen, welche von Michael Taylor geschrieben wurden.

Im dritten Teil des Galactica Sitrep-Interviews erklärt der Autor, wie ihn das Internet beeinflusst, warum die Flotte keine ideale Demokratie ist und verrät, welche Rolle Boomer, die letzten Fünf und die Beziehung von Starbuck und Apollo vor dem Ende der Serie einnehmen werden. Vorsicht vor Spoilern zur dritten und beiden Hälften der vierten Staffel.



Galactica Sitrep: Eine unserer Leserinnen, Ellen Chapman, fragt: In "Sine Qua Non" gibt es sehr viele schockierende Enthüllungen - selbst für eine "Battlestar Galactica"-Episode: Capricas Schwangerschaft, der Kampf zwischen Adama und Tigh, Romos psychische Krankheit, Adamas Rücktritt. Gab es im Autorenstab viele Diskussionen darüber, wie Sie das rüberbringen können, ohne es zu Soap-artig zu machen?

Michael Taylor: Nein und im Nachhinein hätten wir uns darüber Gedanken machen sollen. Aber die Episode schien auf dem Papier gut zu funktionieren. Erst nachdem sie gedreht wurde, ist uns aufgefallen, wie viel Handlung wir in 42 Minuten quetschen wollten. Es ist eine Folge, die von einer längeren Fassung profitieren würde, aber manchmal ist es eben so: Wenn man ständig versucht, anspruchsvolle Geschichten zu erzählen, nimmt man sich manchmal ein wenig mehr vor, als man handhaben kann.

Ich mag die Episode allerdings trotzdem. Ich hätte mir nur gewünscht, dass all die aneinandergedrängten Handlungsstränge etwas mehr Raum zum Atmen bekommen hätten und dass insbesondere Jake, der Hund, mehr Screentime bekommen hätte (dazu später mehr).


Galactica Sitrep: Zu diesem Zeitpunkt der Serie scheint es, als würden die Emotionen von allen sehr offen liegen. Sie sind schon seit Jahren im Weltraum gestrandet und klammern sich an die Hoffnung, die Erde zu finden. Sie scheinen emotional verausgabt und ein wenig am Rande der geistigen Gesundheit zu sein. Viele leiden stark unter unkontrollierbaren, mächtigen Visionen. Ich habe mal von einem Autoren gehört, dass es in etwa so ist, als würde man die Charaktere auf einen Baum hetzen und sie danach mit Steinen bewerfen. Haben Sie und die anderen Autoren von BSG es genossen, mit Steinen nach den Charakteren zu werfen und zu beobachten, wie sie reagieren?

Michael Taylor: Steine auf Charaktere werfen, welche in eine Ecke gedrängt sind, scheint mir eine sehr sadistische Metapher zu sein. Oder ist das ein Vergleich? Ich bevorzuge diese Sicht: Wenn es so erscheint, als würden wir unsere Charaktere quälen, dann ist das nur, weil die Art, wie sie mit Hindernissen und Rückschlägen umgehen - und das ist nicht immer heroisch - sie so viel menschlicher erscheinen lässt. Nennen Sie es "brutale Liebe" und ich bin dabei.


Galactica Sitrep: Alle Fans von "Battlestar Galactica" (und "Friday Night Lights") warten geduldig auf Nachrichten über den Piloten von "Virtuality", den Sie mit Ron Moore zusammen geschrieben haben und bei dem Peter Berg Regie führt. Waren Sie am Dreh diesen Sommer beteiligt? Gibt es schon Neuigkeiten darüber, wann wir vom Schicksal der Show erfahren?

Michael Taylor: Ich war am Dreh diesen Sommer beteiligt und habe sechs Wochen in Vancouver mit unserem talentierten Cast und dem Regisseur verbracht. Wir schneiden den Piloten gerade und hoffen darauf, dass die Verantwortlichen ihn genauso mögen werden wie wir und dann schnell eine Serie genehmigen.


Galactica Sitrep: Showrunner, Autoren und TV-Produzenten haben sehr viele unterschiedliche Meinungen dazu, wie man mit Fans im Internet umgehen soll. Wie sehen Sie die Online-Beziehung zwischen dem kreativen Team und den Fans der Serie?

Michael Taylor: Ich trolle nicht so viel auf Webseiten herum, aber wenn ich es tue, finde ich sehr oft einige wirklich gedankenreiche Kritiken - egal ob nun Lobeshymnen oder Verrisse. Man kann nicht anders als auf solches Material zu reagieren und auf diese Weise beeinflussen mich die Meinungen der Fans wahrscheinlich.

Die Kehrseite dieser Medaille ist allerdings, dass ich nicht sehr viel auf oberflächliche Beurteilungen gebe - Fan-Abstimmungen, Bewertungen, usw. - denn letztlich versuche ich nicht, für eine Gruppe von Fremden zu schreiben. Die einfache Wahrheit ist, dass man das nicht kann. Man kann nur für sich selbst und die Handvoll Leute schreiben, mit denen man zusammenarbeitet und darauf hoffen, dass das Publikum auf dieselben Dinge anspringt wie man selbst.


Galactica Sitrep: Da die Serie sich dem Ende zuneigt: Was war das Beste daran, an BSG zu arbeiten und was werden Sie am meisten vermissen?

Michael Taylor: Das Beste war es, schreiben zu können, ohne sich über die Konventionen und Grenzen des Mainstream-Fernsehens sorgen zu müssen und mit dieser großartigen Gruppe Autoren zusammenzuarbeiten. Okay, vielleicht sind das zwei Dinge. Und ständig "Frak" sagen zu können. Das sind dann drei. Was ich am meisten vermissen werde, ist die Zusammenarbeit mit dieser bemerkenswerten Gruppe von Autoren. Oh und Starbuck. Ich werde Starbuck wirklich vermissen.


Galactica Sitrep: Wir haben einige Fragen von Sitrep-Lesern. [...] Peter fragt: Mir und vielen Fans, mit denen ich mich unterhalte, kommt es so vor, als würden Ihre Episoden zu den emotional herausforderndsten der Serie gehören. Wie wird entschieden, welcher Autor welche Folge bekommt? Insbesondere dieses Jahr, in dem die ganze Staffel ein einziger langer Handlungsstrang war.

Michael Taylor: [...] Oft werden die Aufträge einfach davon bestimmt, wer als Nächstes an der Reihe ist. Da wir allerdings alle sehr stark in die Entstehung der Episoden eingebunden werden, ist jede Geschichte letztlich auch eine Reflektion der einzelnen Autoren. Falls meine Episoden einigen also als die emotional herausforderndsten erscheinen, dann liegt das wohl daran, dass ich eindeutig der emotional herausgefordertste Autor im Team bin. Moment, ergibt das Sinn? Vielleicht nicht, aber es steckt dennoch ein wenig Wahrheit drin. Ich muss zu meinem Therapeuten!


Galactica Sitrep: Joseph fragt: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir noch mehr vom jungen Adama sehen, nun da drei BSG-Filme in Arbeit sind? Ich finde, dass Cortez fantastisch war und würde gerne mehr vom ersten zylonischen Krieg sehen.

Michael Taylor: Das hoffen wir alle. Allerdings ist im Moment nur ein Film in Arbeit und er dreht sich nicht um den jungen Adama. Da haben Sie wahrscheinlich kein Glück. In dem Fall sollten Sie seinen kurzen, glorreichen Moment im Rampenlicht genießen und die Actionfigur kaufen, denn die ist auch ziemlich cool.


Galactica Sitrep: Radii möchte wissen: Wird der Grund für die späte Selbsterkenntnis der letzten Fünf, insbesondere des Letzten erklärt werden? Warum ist der wichtigste Zylon derjenige, welcher es als letzter erfährt?

Michael Taylor: Alles wird erklärt werden, Grashüpfer.


Galactica Sitrep: Wouter: In einem Interview vom letzten Jahr haben Sie gesagt, dass Boomer "im großen Stil" in der vierten Staffel zurückkommen würde. Bisher haben wir in ein paar Episoden Eindrücke von ihr erhaschen können. Können Sie bestätigen, ob da noch mehr kommt? [...]

Michael Taylor: Es wird tatsächlich noch mehr von Boomer geben, wenn BSG im Januar zurückkehrt. Sie spielt eine entscheidende Rolle in den letzten paar Episoden.


Galactica Sitrep: Karie fragt: Wir haben bisher noch nicht viel von Lee und Kara in dieser Staffel zu sehen bekommen. Gibt es einen Grund dafür, warum diese Beziehung im Moment ignoriert wird? Oder wurde sie zur Seite gedrängt, um für andere Dinge Platz zu machen und wir sollten in diese riesige Lücke nicht zu viel hineininterpretieren?

Michael Taylor: Als Gruppe haben wir uns gedacht, dass wir die Beziehung vorerst genug ausgereizt hätten. Aber kein Grund zur Sorge, sie wird nicht vor dem Ende der Serie aufgelöst werden.


Galactica Sitrep: Ashoka: Sind Sie und die anderen Autoren besorgt darüber, wie die koloniale Demokratie in "Sine Qua Non" dargestellt wird? Admiral Adama hat dort im Endeffekt das Veto, um Tom Zareks Präsidentschaft zu verhindern. Sollte sich die Bevölkerung nicht gegen diesen de facto Militärcoup wehren?

Michael Taylor: Ohne Zweifel, aber ich denke, dass mittlerweile klar sein sollte, dass die Flotte alles andere als eine Modelldemokratie ist. Netter ausgedrückt, ist es das einer Demokratie Ähnlichste, das sich unsere gejagten und zusammengewürfelten Massen leisten können, wenn man an ihre prekären Umstände denkt und das Bedürfnis, Freiheit und Sicherheit im Gleichgewicht zu halten. Das mag nach einer neokonservativen Ansicht klingen, aber ich denke, wenn wir jemals auf 30.000 Leute dezimiert werden, würden wir eine gutmütige Autokratie zu schätzen wissen.


Quelle: Interview bei Galactica Sitrep
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08. Dezember 2008 um 10:04 Uhr

Michael Taylor über verwirrte Menschen und verunsicherte Tiere

von Philip Arendt (penumbra) | 08.12.2008

In der ersten Hälfte der vierten Staffel haben die feinfühligen Charakterzeichnungen und ungewöhnlichen Beziehungen, welche "Battlestar Galactica" auszeichnen, ihren bisherigen Höhepunkt erreicht und Michael Taylor hatte mit "Sine Qua Non" großen Anteil daran.

Im letzten Teil des Galactica Sitrep-Interviews erhalten Sie Einblicke in die Psyche von Starbuck und Romo Lampkin, erfahren, wie es zur Rückkehr des prominentesten Hundes der neuen Serie kam und welche Charakterbeziehungen den Autor am meisten berühren. Vorsicht vor Spoilern zur dritten und vierten Staffel.



Galactica Sitrep: John fragt: Können Sie uns sagen, wie es zur Rückkehr von Jake, dem Hund, kam?

Michael Taylor: Es war Ron Moores Idee, Romo ein neues Haustier zu geben, um seine verstorbene Katze zu ersetzen und aus diesem Haustier Jake zu machen. Jake hatte eine viel größere Rolle im Drehbuch, aber seine "große Szene" ist auf dem Schneidetisch gelandet. In der Szene hätte Romo tief in Jakes Augen geschaut, als würde er darin Antworten auf seine trübseligen, existenziellen Fragen finden.

Es klingt bescheuert, aber in einer Folge, die sich um eine unsichtbare tote Katze dreht, war es die Art von Szene, welche all die Fäden und Themen der Geschichte zusammenbrachte und auf einen stillen, aber bewegenden Moment zwischen einem verwirrten Mann und einem verunsicherten Tier reduzierte. Am Ende dachten wir allerdings, dass es zu sehr von Adamas letztem Moment ablenkte, in dem er in dem Raptor auf Laura wartet. Leute vor Hunden, wie es scheint.


Galactica Sitrep: Mike möchte wissen: Sollten wir etwas in die Tatsache hineinlesen, dass der Titel Ihrer Episode "Sine Qua Non" eine lateinische Phrase ist, welche in der Folge ins Englische übersetzt wird? Zum Beispiel, dass BSG in der fernen Zukunft angesiedelt ist?

Michael Taylor: Dies sind die Fragen, bei denen ich zögere zu antworten. Ich würde allerdings sagen, dass es wie eine interessante Theorie klingt, also bleiben Sie dran, um zu sehen, ob es stimmt.


Galactica Sitrep: Ann erkundigt sich über das Gedicht, welches auf Starbucks Apartmentwand auf Caprica geschrieben wurde und neben dem berüchtigten Mandala zu sehen ist: Es erzählt davon, einen Jungen dabei zu beobachten, wie er zu einem Mann wird. Haben die Autoren darüber gesprochen, ob das Gedicht etwas zur Geschichte beiträgt, wie zum Beispiel das Gemälde, oder ist das nur irgendein Text?

Michael Taylor: Laut David Weddle und Bradley Thompson, welche die Mandala-Episode geschrieben haben, wurde das Gedicht von der künstlerischen Abteilung geschrieben. Es ist also auch für uns ein Geheimnis.


Galactica Sitrep: Jeanne: Ich habe eine Frage darüber, in was für einem Zustand sich Starbuck gegenwärtig in Staffel vier befindet. Sie kommt nach diesen sehr intensiven Erfahrungen auf der Demetrius zurück und scheint ein braver CAG zu sein. [...] Und es scheint, als würde sie nicht mehr verdächtigt, eine Zylonin zu sein und als wäre sie wieder eine Anführerin in der Flotte. Ich habe mich gefragt, inwiefern das Auslassen [von Reaktionen] beabsichtigt war, wie sehr Sie hier Vermutungen aufstellen und wie viel aus Zeit- und Prioritätsgründen geschnitten werden musste?

Michael Taylor: Bezüglich Karas gegenwärtiger Situation und ihrer Einstellung dazu würde ich das sagen: Verdrängung ist ein mächtiger psychologischer Trieb.


Galactica Sitrep: Zoё fragt: Ich habe das "Sixth Sense"-Artige sehr gemocht, welches Sie mit Romos Katze ausgespielt haben - sie im Raum zu sehen, obwohl sie eigentlich tot war und Lee, der über ihren leeren Futternapf stolpert. War Romo wirklich so stark von dem Tod der Katze betroffen oder war das nur eine weitere seiner emotionalen Manipulationen, um Lee für die Präsidentschaft vorzuschlagen?

Michael Taylor: Ich denke nicht, dass Romo so berechnend ist und deswegen glaube ich, dass er wirklich so stark von dem Tod betroffen war. Zur gleichen Zeit gab es allerdings ohne Frage einen Teil von ihm, der Lee mit seinem blinden Ehrgeiz konfrontieren und sehen wollte, ob er die Gelegenheit ausnutzen würde. Was er schließlich getan und sich dabei für die Hoffnung eingesetzt hat - etwas, vor dem Romo Angst hatte, es selbst zu tun.


Galactica Sitrep: Alanna: Warum haben Sie Lee Adamas vollen Namen als Leland Joseph Adama enthüllt? Wie entscheiden Sie, welche neuen Elemente der Hintergrundgeschichte in einer Episode vorgestellt werden? Haben Sie Charakterbiografien geschrieben, welche bisher noch nicht in der Serie gezeigt wurden?

Michael Taylor: Alle Charaktere haben Hintergrundgeschichten, welche sich Ron ausgedacht hat und in welche die Autoren eingeweiht sind. In diesem Fall habe ich allerdings einfach Lees vollständigen Namen erfunden, um die Beziehung zu seinem Großvater zu betonen. Und da sich niemand beschwert hat, ist es durchgegangen.


Galactica Sitrep: Grant hatte mehrere Fragen und wir haben uns entschieden, nachsichtig zu sein. Zunächst fragt er: Wer ist Ihr Lieblingscharakter in BSG, wenn es um das Schreiben geht? Und welchen Charakter/welche Beziehung finden Sie am ansprechendsten?

Michael Taylor: Verdammt, ich liebe es wirklich, für alle zu schreiben. Ich würde allerdings sagen, dass Tigh ein Favorit ist, dadurch dass er einem das Herz brechen und gleichzeitig auf profane Weise lustig sein kann. Und von "Unfinished Business" lässt sich ablesen, dass die Starbuck-Lee-Beziehung mich am meisten fasziniert. Diese Idee der Liebenden, welche unter einem schlechten Stern stehen und vielleicht oder vielleicht nicht füreinander bestimmt sind, ergreift mich einfach persönlich (was vielleicht auch erklärt, warum ich noch Single bin).

Auf der anderen Seite mag ich auch die Beziehung zwischen Adama und Tigh, welche genauso unbeständig und doch irgendwie fundierter ist. Die beiden vermöbeln sich nach Strich und Faden und klammern sich trotzdem an ihre Freundschaft. Ich denke, das gibt mir ein wenig Hoffnung, dass manche Beziehungen überleben können, egal wie viel Mist das Leben ihnen entgegenschleudert.


Galactica Sitrep: Welche anderen Fernsehsendungen schauen und lieben Sie zurzeit? Wenn Sie diese schauen, vergleichen Sie sie dann unbewusst mit BSG und denken darüber nach, was anders gemacht werden sollte? Oder können Sie diesen Autorenmodus abschalten und die Serien einfach genießen?

Michael Taylor: Zurzeit mag ich "Mad Men", "Entourage", "Califonication" und "True Blood" - mein Tivo ist also am Sonntagabend besonders belastet. Und wenn man der Typ Autor ist, der nie wirklich zufrieden mit dem eigenen Geschriebenen ist, kann man es nicht abstellen, von anderen Dingen zu lernen, die man als wirklich gut empfindet. Aber allgemein vergleiche ich die anderen Shows nicht mit BSG. Ich genieße sie einfach wie jeder andere Fan.

Vor ein paar Jahren kürte das "Time Magazine" BSG zur besten TV-Serie. Dieses Jahr scheint "Mad Men" die Show zu sein, welche die große Aufmerksamkeit der Kritiker bekommt. Und das zu Recht, denn es ist frisch, brillant und sehr cool. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich nicht denke, dass "Battlestar" noch immer eine der besten Serien im Fernsehen ist. Und ab Januar werden wir das meiner Meinung nach wieder unter Beweis stellen.


Quelle: Interview bei Galactica Sitrep
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#13 Mitglied ist offline   Pedda 

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23. August 2010 um 21:38 Uhr

Beitrag anzeigenLex, on 15.03.2006, 10:08, said:

...Voyager verzeih ich ihm mal großzügig :mrgreen:

Das ist gar nicht mal notwendig, finde ich. "Voyager" ist zwar in der Tat keine Serie für die Ewigkeit. Doch die meisten der 20 Folgen, die Taylor geschrieben hat, habe ich vergleichsweise gut in Erinnerung:

Mit Ausnahme von "Dragon's Teeth", "Alice" oder "Workforce" sind das jede Menge coole Event-Folgen und auch ein paar tolle Charakterstudien wie "Blood and Soul".

Vielleicht werde ich Michael Taylors "Blood and Chrome"-Engagement zum Anlass nehmen, mir dieses Jahr endlich mal eine Reihe "Voyager"-Folgen im Original zu schauen. Die Serie war seinerzeite die letzte, die ich überwiegend in der Synchronfassung geschaut hatte.
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#14 Mitglied ist offline   Pedda 

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08. September 2011 um 11:30 Uhr

Wie viele andere von uns wartet wohl auch Michael Taylor, der potenzielle Showrunner, auf konkrete Neuigkeiten zur Zukunft von "Blood & Chrome". Einem talentierten Autoren wie ihm wäre eine Serien-Order fast noch mehr zu gönnen als so manchem Cast-Mitglied. Wenigstens ist Taylor in den vielen Monaten seit der Abgabe des B&C-Drehbuchs nicht untätig gewesen.

Er ist einer der Produzenten der neuen Scifi-Action-Webserie The Icarus II Project, die wahrscheinlich im Herbst an den Start gehen wird. Für Fans von BSG gibt es dort auch ein Wiedersehen mit Luciana Carro und Tobias Mehler.
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#15 Mitglied ist offline   Pedda 

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03. Oktober 2011 um 10:22 Uhr

Michael Taylor gehört jetzt zum Team von "Defiance", dem MMO/Serien-Hybriden, der gerade bei Trion Worlds und Syfy entwickelt wird. Das könnte ein weiteres Zeichen dafür sein, dass B&C keine Zukunft hat.
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#16 Mitglied ist offline   Pedda 

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01. Mai 2013 um 15:36 Uhr

Bei der zweiten Staffel von "Defiance" wird Michael Taylor nicht mehr dabei sein. Arbeitet er vielleicht bald für eine der beiden neuen Serien seines Ex-Kollegen Ron Moore, "Helix" oder "Outlander"...?
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