Caprica-City-Forum: Bear McCreary - Caprica-City-Forum

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Bear McCreary
Komponist von Caprica, BSG und anderen Genre-Serien

#1 Mitglied ist offline   Pedda 

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17. Juli 2006 um 12:52 Uhr

Bear McCreary

Komponist des "Battlestar Galactica"-Scores


Allgemeiner Thread


Wichtige Links

Bears Website und BSG-Blog
Bear im Battlestar Wiki und in der IMDb


Threads im Forum von Caprica City

Musik in der 1. Staffel
Musik in der 2. Staffel
Musik in der 3. Staffel
Musik in der 4. Staffel
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#2 Mitglied ist offline   Constrictor 

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18. Juli 2006 um 17:09 Uhr

McCreary über die Staffelpremiere und die "Lords of Kobol"-Lyrics

von Peter Glotz (Pedda) | 17.07.2006


Der "Battlestar Galactica"-Komponist Bear McCreary wandte sich am Sonntag in seinem dritten monatlichen Blog-Eintrag an die Fans der Serie und seiner Musik.

"Ich habe begonnen, die Musik [für die dritte Staffel] zu schreiben. Sie wird euch umhauen! Ich werde euch nicht spoilern (dafür habt ihr ja euch...), aber ich kann euch sagen, dass die Season mit einem zweistündigem TV-Film starten wird. [...]

Ich habe etwa eine Million E-Mails bekommen, in denen nach den Lyrics von 'Lords of Kobol' [einer der Tracks auf der Soundtrack-CD zur zweiten Season] gefragt wird." Die senegalesischen Verse sollten ursprünglich im Booklet veröffentlicht werden, haben aber nicht mehr hineingepasst. Daher verweist McCrearty auf die Website der Sängerin Raya Yarbrough.

Links: Homepages von McCreary und Yarbrough; Soundtracks bestellen


---


Das müsste glaube ich das erste mal sein das zum Start einer neuen Staffel ein zweistündiger TV-Film startet, oder? Kenne keine Serie, in der mitten drin mal ein Film gedreht wird, statt normale Episoden. Klingt auf jeden Fall sehr gut, aber bis dahin: Ich muss erst mal Season 2 sehen... :mrgreen:
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#3 Mitglied ist offline   Pedda 

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  18. Juli 2006 um 18:58 Uhr

Constrictor, on 18.07.2006, 18:09, said:

Das müsste glaube ich das erste mal sein das zum Start einer neuen Staffel ein zweistündiger TV-Film startet, oder? Kenne keine Serie, in der mitten drin mal ein Film gedreht wird, statt normale Episoden.


Nun, es handelt sich auch hier eher um eine Doppelfolge (3.01 & 3.02), deren Teile für die Premiere zusammengeschnitten werden. So etwas macht beispielsweise auch "The 4400" am Beginn jeder Staffel.
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#4 Mitglied ist offline   Lex 

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01. August 2006 um 13:07 Uhr

Ain’t It Cool News interviewt Komponist Bear McCreary

von Martin Gronau (tadayou) | 01.08.2006

Ungewöhnliche Instrumente wie Bongotrommeln, Taikos, Duduks und gelegentlich sogar eine schleudernde Wachmschine sorgen bei "Battlestar Galactica" für einen einzigartigen Sound.

Verantwortlich für die Hintergrundmusik ist Bear McCreary, ein junger Komponist, der sich durch seine innovativen Ideen einen Namen im sonst recht eintönigen Serienmusik-Genre gemacht hat. Scorekeeper von der Seite Ain’t It Cool News hat mit dem Künstler gesprochen.

Unser Redaktions-Neuzugang Martin Gronau (tadayou) hat die erste Hälfte des Artikels für Sie übersetzt. Teil zwei folgt am Donnerstag.


Ahoi, Leute! Hier ist Quint, der Ihnen Scorekeeper mit einem Interview präsentiert, dass er mit Bear McCreary, dem Komponisten der neuen "Battlestar Galactica"-Serie, geführt hat. Ich habe bis jetzt noch nichts von der Show gesehen, aber nach all dem Lob, das sie bekommt, sollte ich sie mir wohl demnächst mal näher anschauen. Ich führe noch immer viele Interviews für die Seite, aber ich hatte immer das Verlangen verspürt, öfter mit Komponisten zu reden. Ich konnte mich schon glücklich schätzen, als ich vor einigen Jahren mit Lalo Schifrin reden konnte, als dieser seinen Score für "Rush Hour 2" promotete, allerdings habe ich nie wirklich mit vielen anderen gesprochen. Zum Glück für uns gibt es da noch Scorekeeper und sein Wissen über Filmmusik schlägt meines um Längen. Genießen Sie sein Gespräch mit Mr. McCreary!

Hallo! Hier ist Scorekeeper und ich werde das Sommerloch für alle "Battlestar Galactica"-Fans füllen, indem ich mein aktuelles Interview mit "Galactica"-Komponist Bear McCreary veröffentliche. Die Musik ist definitiv einer der Aspekte der Serie, der sie von anderen Networkserien unterscheidet. Bear ist nicht nur Komponist der Show, sondern auch ein großer Fan, was sich eindeutig in seiner Musik widerspiegelt. Hier gibt es jetzt ein paar magische Einblicke in die Musik, während Sie aufgeregt auf Staffel Drei warten.

Viel Spaß!

Scorekeeper: "Was würden sie Leuten erzählen, die 'Battlestar Galactica' nicht wirklich kennen, um zu verdeutlichen, dass es eine Serie ist, die man unbedingt sehen muss?"

McCreary: "Um ehrlich zu sein, muss ich noch einen Weg finden die Leute zu überzeugen. Ich denke, dass viele das Wort 'Science-Fiction', oder schlimmer noch 'Raumschiff' hören und abschalten. Ich glaube also, dass es leichter ist die Leute von der Serie hören zu lassen. Ich habe Freunde, denen ich empfohlen habe die Show zu sehen und die nur sagten: 'Ich hasse Science-Fiction-Serien'. Ein Jahr später riefen sie mich an und sagten 'Ich liebe 'Battlestar'! Warum hast du mir nicht gesagt, wie anders diese Serie ist?'
Ich denke, das Aufregende an 'Battlestar' ist, dass es die Entwicklung des Fernsehens auf eine Art und Weise vorantreibt, wie es meiner Meinung nach keine andere Fernsehserie schafft. Ich sage gar nicht, dass es eine experimentelle Serie ist – es handelt sich hier nicht um die TV-Version von 'Der Höllentrip'. Aber was es wirklich so interessant macht, ist, dass es weiterhin dramatisch unterhält, während es auch neue Dinge ausprobiert. Falls jemand die Serie noch nicht gesehen hat, würde ich ihm empfehlen seine Erwartungen zu vergessen und sich darauf vorzubereiten, überrascht zu werden."

SK: "Ich stimme dem komplett zu. Die Serie läuft auf Sci Fi, also wird sie in diese Schublade gesteckt. Aber warum erscheint es nicht wie eine Science-Fiction-Show?"

McCreary: "Es ist eine Dramaserie, mehr als alles andere. Es ist nur zufällig auch Science-Fiction. Ich denke, dass dies in Bezug auf die Science-Fiction-Fans vollkommen unterschätzt wurde. Sie wollen etwas, dass dramatisch und mitreißend ist, sie wollen Charakterentwicklung, interessante Handlungsbögen und zusätzlich zu all dem Raumschiffe und Außerirdische. Ich habe das Gefühl, dass es in den letzten zehn Jahren recht schwer war, das alles in einer Science-Fiction-Serie zu finden."

SK: "Haben sie, als der Komponist – und das gilt auch für den Rest des Produktionsstabes - diese Serie als etwas komplett Neues gesehen, auch wenn es von recht ähnlichen Quellen abstammt? Wie schaffen sie es, das Neue und das Alte im Gleichgewicht zu halten?"

McCreary: "Jeder bei dieser Produktion wollte die alte Serie einbeziehen. Es wurde so geschrieben, die Raumschiffe wurden als eine Hommage an die alten Modelle designt, verwendete Namen, kleine Hinweise in Dialogen - einfach alles deutet auf die alte Show, in dem Versuch auch die alten Fans anzusprechen. Naja, zur Musik: Vom ersten Tag an, bevor ich überhaupt daran beteiligt war, wussten David Eick und Ron Moore, dass die Musik dasjenige Element sein würde, welches sich nicht auf die alte Serie beziehen wird. Also ist in Wirklichkeit nichts weiter von der alten Show entfernt als die Musik. Stu Phillips Score für die Original 'Galactica' war offensichtlich in einem traditionellen, orchestralen Stil aufgebaut. Während ich Elemente des Symphonieorchesters verwende um dramatische Situationen zu unterstreichen, ist der Hauptteil der neuen 'Galactica' mit Musik versehen, die von einer großen Zahl an ethnischen Instrumenten stammt – Taiko, Duduk, Schlagzeug, Gesang und andere Instrumente von der ganzen Welt. Ein gewöhnlicher orchestraler Science-Fiction-Soundtrack würde von der dokumentarischen Kameraführung und den realistischen, oftmals vielschichtigen Charakterentwicklungen der neuen Serie ablenken."

SK: "Viele Fernsehschauspieler benötigen ein oder zwei Staffeln um ihren Charakter vollständig zu entwickeln. Ist das bei ihnen ähnlich? Denken sie, dass sie als Komponist die Serie nun wirklich verstehen, da sie jetzt mit der dritten Staffel beginnen? Oder gibt es keinen Unterschied zum ersten Jahr?"

McCreary: "Schwer zu sagen. Eine der Sachen, welche die Show interessant bleiben lassen, ist ihre Dynamik. Wir denken, dass wir die Charaktere kennen, aber gleichzeitig sind sie auch so komplex, dass wir eigentlich noch nicht wirklich viel über sie wissen. Es gibt so viele interessante Figuren, die man für gute Geschichten nutzen kann. Als Komponist fühle ich mich, als hätte ich Einfluss darauf und ich fühle mich wirklich wohl im musikalischen Bereich, aber ich bin auch immer wachsam. Jede Episode ist ein eigenständiges Abenteuer. Es ist noch nicht der Punkt gekommen, an dem ich auf Auto-Pilot arbeite. Jede Episode muss wie ein eigener, einzigartiger Film mit Musik untermalt werden. Die ganze Inspiration kommt von dem Geschriebenen und den schauspielerischen Leistungen."

SK: "Wie haben sie sich ihrer Meinung nach als Komponist entwickelt, auch in Bezug auf Staffel drei?"

McCreary: "Naja, ich habe mich sehr verändert und mein Musikstil ebenfalls. Einer der Gründe dafür ist, dass die Show sich in immer neue Gebiete vorwagt und wann immer das passiert, muss ich mich daran anpassen. Ich kann mich nicht am Anfang der Staffel auf einen speziellen Sound festlegen und dann sagen 'Das ist der Sound, den ich die ganze Zeit benutze', denn es wird zwangsläufig Episoden geben, die etwas anderes benötigen. Das ist eine der Sachen, die 'Battlestar' für einen Komponisten wirklich interessant bleiben lassen. Mir wird nie langweilig."

SK: "Eine wöchentliche TV-Serie mit Musik zu untermalen ist einer der härtesten Berufe im Showbusiness. Wie schaffen sie es sich von Woche zu Woche kreativ zu halten?"

McCreary: "Ein großer Fan von 'Battlestar' zu sein, macht hier den Unterschied! Ich kann mir kaum vorstellen, an einer Serie zu arbeiten, die ich nicht mag. Das Beste an meinem Job ist, dass ich bei den Aufnahmen vorbeischauen und mir die Episoden ansehen kann, bevor es alle anderen Fans tun. Dieser Aspekt ist wirklich sehr aufregend. Jedes mal, wenn ich eine Episode sehe, kann ich es kaum erwarten nach Hause zu kommen und damit zu beginnen die Musik dafür zu schreiben. Auf diesen Weg erhalte ich meine kreativen Energien aufrecht."

SK: "Wie wurden sie als Komponist für Battlestar Galactica ausgewählt?"

McCreary: "Ich habe an der Miniserie als zusätzlicher Komponist neben Richard Gibbs gearbeitet. Ich arbeitete mit Michael Rymer (dem Regisseur) und Richard, welcher einen Großteil der musikalischen Themen entwickelt hat und ich habe sehr viel von den Schlagzeug-Elementen erstellt. Als es dann zur Serie kam haben sie Richard für einige Episoden eingestellt und ich habe mit ihm daran gearbeitet. Schon sehr früh, nach Episode zwei und drei der ersten Staffel, hat er festgestellt, dass er seinem Arbeitsplan nicht mehr so hinterherkam, wie während er an Kinofilmen arbeitete. Und so hatte ich ein Treffen mit den Produzenten und sie gaben mir einen Versuch die nächste Episode musikalisch zu gestalten. Das war eine Episode namens '33 Minuten', welche die erste Episode der ersten Staffel war. Ich habe mich daran versucht und es lief gut und danach habe ich nie wieder irgendwas gehört, also denke ich mal, dass ich den Job bekommen habe."

SK: "Können sie mir eine typische Arbeitswoche bei der Serie beschreiben?"

McCreary: "Nein, eigentlich kann ich das nicht. So etwas wie eine typische Woche gibt es nicht. Normalerweise funktioniert es so, dass ich eine Episode sehe und dann zwischen 7 und 14 Tagen, höchstens 20 Tagen Zeit habe, daran zu arbeiten. In dieser Zeit sehe ich ein bis zwei weitere Episoden, so dass ich immer an ein oder zwei Episoden gleichzeitig arbeite. Meistens, wenn ich mindestens drei Tage habe um die Musik zu schreiben, schaffe ich etwas, auf das ich halbwegs stolz sein kann. Oft brauche ich vier oder fünf Tage um kreativ zu werden und in diesem Zeitraum verbrauche ich einen Großteil meiner Energie. In der restlichen Zeit, die übrigen zehn Tage, spielen wir die Musik mit dem Orchester ein, nehmen sie auf und mischen sie. Wir brauchen etwa drei bis zehn Sessions pro Episode. Das schließt Streichinstrumente, Schlagzeug, ethnische Instrumente und Gesang ein und ist in der Regel recht chaotisch und oft auch Schlaf raubend. Aber ich versuche immer so viel Energie wie möglich für die kreative Seite aufzubringen. Es gibt nichts Schlimmeres als hart an Aufnahmen, Abmischen und Produktion von Musik zu arbeiten, die in großer Eile erstellt wurden und nicht wirklich überzeugend sind. Nichts davon wäre ohne meinen Co-Produzenten Steve Kaplan möglich, der das Mischen und Aufnehmen übernimmt. An einem typischen Tag komponiere und instrumentiere ich in meinem Studio, während Steve in seinem Studio eine andere Episode abmischt. Wir beide müssen wirklich gut 20 Stunden am Tag arbeiten um das alles zu schaffen."

SK: "Einige Leute kommen mit dem Fehlen einer gewissen Struktur in ihrem Arbeitsplan nicht zu recht. Sie scheinen das regelrecht zu genießen."

McCreary: [Lacht] "Ja, man kann sich über das Fehlen von Struktur keine Gedanken machen. So läuft das halt. Ich denke, dass dies nicht nur das Fernsehen betrifft. Das trifft man wohl bei jedem freischaffenden künstlerischen Beruf. Mir kommt dass allerdings nicht wie Arbeit vor. Es ist Spaß. Es ist eine tolle Serie und ich liebe es wirklich die Musik zu schreiben. Die Musiker mit denen ich arbeite sind Profis. Die Rhythmusgruppe von Oingo Boingo spielt in allen Episoden, die Schlagzeuger und Dudukspieler sind sehr talentiert. Die Orchesterproben machen sehr viel Spaß. Ich würde das wahrscheinlich einfach so zum Zeitvertreib machen, wenn es nicht mein Beruf wäre."

SK: "Werden alle Episoden von echter Musik untermalt? Gibt es auch elektronische Zutaten im Soundtrack?"

McCreary: "Es gibt sehr viele elektronische Zutaten. Generell kann man bei 'Battlestar' wohl sagen, dass es Synthesizer ist, wenn es wie Synthesizer klingt und wenn es wie ein Orchester klingt, dann ist es das auch. Ich arbeite nicht mit falschen Orchestern oder 'Fakestra', wie ich es nenne. Aber wir spielen auf jeden Fall sehr viel mit verschiedenen großartigen elektronischen Effekten herum."

Den zweiten Teil des Gesprächs werden wir voraussichtlich am Donnerstag veröffentlichen.

Quelle / Weiterführende Links: Originalartikel bei Ain’t it Cool News, Homepage von Bear McCreary, Soundtracks bestellen
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#5 Mitglied ist offline   gaius 

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10. November 2006 um 14:01 Uhr

"Torn": Die Weltpremiere von "Battlestar Sonatica"

von Markus Kettner (gaius) | 10.11.2006

Bear McCreary komponiert bereits im dritten Jahr die Musik für "Battlestar Galactica". Seit dem Start der aktuellen Staffel auf Sci Fi aktualisiert der Freund von Danny Elfman wöchentlich seinen BSG-Blog.

Darin beschreibt und erklärt er, mit welchen Instrumenten und Motiven die jeweilige Folge vertont wurde. McCreary gibt außerdem Einblick in die Entwicklung seiner Komponosititionen im Produktionsprozess.

Welchen Herausforderungen er sich bei der Arbeit zur atmosphärisch eher ungewöhnlichen Episode "Torn" zu stellen hatte und wie er sie anging, können Sie in unserer Übersetzung des Blogeintrags lesen:

Bear McCreary - "Torn": Die Weltpremiere von "Battlestar Sonatica"

"Torn" ist die erste Episode in Season 3, die wirklich mit der New-Caprica-Storyline abgeschlossen hat und in unbekannte Gebiete vordringt. Die Einblicke in die inneren Abläufe der zylonischen Gesellschaft sind mit denen aus der Folge "Downloaded" aus Staffel 2 zu vergleichen, aber dieses Mal sehen wir die Zylonen in ihrer eigenen Umgebung.

Alle Szenen auf dem Basisschiff wurden mit einem einzelnen Piano musikalisch unterlegt, einem Instrument, welches bisher nur sehr selten vorkam. Dieses gesamte Konzept ging von Ron Moore aus, der zuerst etwas Unerwartetes und ungewöhnlich Ruhiges gegen Baltars merkwürdige und dringliche Umgebung spielen wollte.

Während es manchmal scheint, dass das Piano ein Thema für das Basisschiff selbst ist, ist es tatsächlich eine musikalische Darstellung der Furcht Baltars. Während der Basisschiff-Szenen, in denen Baltar nicht anwesend ist, ist das Piano nicht vorhanden!

Wann immer möglich, arbeite ich mit den Autoren, um frühe Schnitte der Episoden musikalisch zu unterlegen. Bei einem so engen Zeitplan hilft es, Entwürfe der Musik bereits fertig zu haben, wenn die Bilder im Kasten sind.

"Torn" trieb dieses Verfahren auf die Spitze. Ich komponierte die früheste Version und schrieb neue Musik für alle folgenden Überarbeitungen. Am Ende komponierte ich die Musik für einen Großteil von "Torn" viermal (dreimal mehr als für jede andere bisherige Episode!).

Die Pianomusik durchlief viele Änderungen während dieses Prozesses. Meine ursprüngliche Idee war, bereits erstellte Themen in das Solo-Piano-Stück einzubauen. Zum Beispiel gab es eine Szene, in der Baltar D'Anna mit dem Baby Hera findet. Wir stellen fest, dass in D'Annas "Projektion" sie und Hera im gleichen Konzertsaal stehen, den Baltar sich auf Kobol im Cliffhanger der ersten Staffel vorstellte.

Das Piano änderte sich in eine subtile Version von "The Shape of Things to Come" (der Musik dieser Szene). Schließlich wurde die Sequenz mit dem Baby aufgrund von Zeitbegrenzungen geschnitten und diese Annäherung an die Musik wurde fallengelassen, obwohl gute Ohren noch Spuren von "Baltar's Theme" hören können, wenn er und Six den Hybriden beobachten.

Am Ende wurde ein neues Thema für "Torn" entwickelt. Ich schrieb zuerst eine alleinstehende Sonate, ohne die Beschränkungen, die man beim Komponieren fürs Fernsehen hat. Sie schloss die Standardbestandteile der Sonatenform - einen A-Teil, einen B-Teil, die Durchführung und die Reprise des A-Teils - ein.

Sobald sie fertig war, benutzte ich dieses Material, um die verschiedenen Stücke zu erstellen. Auf diese Art konnte ich sichergehen, dass die Sonate helfen würde, der Episode ein Gefühl des Zusammenhangs und der subtilen Entwicklung zu geben.

Wie bei der Musik zu "Battlestar Galactica" üblich, werde ich angeregt, zu experimentieren. Ich bin noch nicht sicher, ob dieses Experiment völlig funktionierte, aber es war auf jeden Fall eine spaßige Herausforderung.

Links: Homepage von Bear McCreary, Soundtracks bestellen.
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#6 Mitglied ist offline   Mel 

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14. Februar 2007 um 08:36 Uhr

Hey! :-)

Da dieser Thread noch ziemlich bilderlos ist und ich gerade 'Dinge' gefindet habe...

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Bear vor einer Viper

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Bear im CIC der Pegasus

Greetings,
Mel

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#7 Mitglied ist offline   Cassie 

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16. Februar 2007 um 21:54 Uhr

Oh ja, nette Idee! Kann auch noch zwei Pics beisteuern! :o

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Bear McCreary & Edward James Olmos, während der
"Season Three Wrap Party" im Dezember 2006

Eingefügtes Bild
Bear McCreary & Jamie Bamber

:o :D
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#8 Mitglied ist offline   Mel 

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17. Februar 2007 um 11:06 Uhr

Happy Birthday, Bear McCreary!
Eingefügtes Bild
Bear McCreary, der seit der ersten Staffel die Musik für die "Battlestar Galactica"-Soundtracks schreibt, feiert am heutigen 17. Februar seinen 28. Geburtstag. Wir von Caprica City wünschen dem talentierten Komponisten alles Gute.

Bear McCreary wurde am 17. Februar 1979 geboren und lebt heute in Los Angeles. McCreary brachte sich in jungen Jahren selber das Akkordeonspielen bei und graduierte später an der USC Thornton School of Music im Bereich 'Composition and Recording Arts'. Am Anschluss arbeitete und komponierte er fast zehn Jahre lang mit Filmmusiklegende Elmer Bernstein zusammen, u. a. an dem Soundtrack 'Kings of the Sun'.

Gegenwärtig hat McCreary mehr als 30 eigene Musikstücke geschrieben. Die Begleitmusik zur "Battlestar Galactica"-Miniserie komponierte er noch mit Soundtrack-Veteran Richard Gibbs zusammen. Da dieser aber zu Produktionsbeginn der Serie Zeitprobleme bekam wurde McCreary alleiniger Komponist der "Galactica"-Soundtracks Staffel eins bis drei. Es ist zu erwarten, dass er auch für die kommende vierte Staffel wieder die Noteblätter bemühen wird, um die Space Opera akustisch abzurunden.

McCreary spielt außerdem in der Jazzband 17 Billion Miles of DNA und in der Rockband seines Bruders (Bt4).

Links: Bear McCreary Homepage, Bear McCreary - imdb.com, Battlestarwiki.org – Bear McCreary
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#9 Mitglied ist offline   Mel 

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18. Februar 2007 um 20:41 Uhr

Hey! :-)

Und noch ein Bild Angehängte Datei  bearmccreary.jpg (31,19K)
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und noch ein Interview älteren Datums. Das Interview ist auf Englisch und dreht sich um McCrearys musikalische Anfänge und um die Stücke aus Staffel 2.

Viel Spaß beim Lesen und Greetings,
Mel

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#10 Mitglied ist offline   xshrekx 

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18. Februar 2007 um 21:23 Uhr

Auf seiner Site bloggt der Mann auch. Nicht sooo wahnsinnig oft, aber adfür sind es interessante Geschichte, die er zu seiner Musik schreibt. Er schreibt relativ viel darüber, warum er manche Sachen so gemacht hat, wie er sie macht.

Grüße,
mirco
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#11 Mitglied ist offline   Lex 

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16. März 2007 um 17:16 Uhr

McCreary über seine Kompositionen zu "Dirty Hands"

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 16.03.2007

In einem Blog auf seiner Homepage schreibt Bear McCreary, Hauskomponist von "Battlestar Galactica" wöchentlich über die Vertonung aktueller Folgen.

Lesen Sie hier den Eintrag zur Episode "Dirty Hands" in der Übersetzung von Mirco Neubauer (xshrekx).

Dirty Hands beschäftigt sich mit den Arbeitern der Flotte, die wir nur selten sehen. Die Männer und Frauen, die jeden Tag kämpfen um ihren Job zu erledigen. Ihre Arbeit ist weder glamourös noch lohnend. Sie wehren sich und fordern bessere Arbeitsbedingungen. Roslin und Adama gehen aber nicht auf die Forderungen ein. Chief Tyrol beginnt zu glauben, dass die Arbeiter im Recht seien und führt sie schließlich in einen Streik.

Glauben Sie es oder glauben Sie es nicht: Meine persönliche Inspiration für diese Episode stammt tatsächlich von meiner Lieblingsfolge aus "Batman: The Animated Series". Ich liebte diese Serie, als sie in den frühern Neunzigern lief. Ich glaube ganz fest, dass sie möglicherweise den besten Fernsehsoundtrack aller Zeiten hat, aufgenommen von Shirley Walker und ihrem beeindruckenden Team von Komponisten. Shirley hat viel für Danny Elfmann dirigiert und orchestriert. Sie hat die Batman-Mythologie in ganz neue musikalische Bereiche geführt viel weiter, als alles, was für die Kinofilme gemacht wurde. Ihre Themen für Batman, den Joker, den Pinguin, Catwoman und die anderen Figuren sind mir immer als ihre definitive musikalische Identität im Gedächtnis geblieben.

Ich hatte nur einmal Gelegenheit Shirley zu treffen, im Frühling 2002 beim ASCAP Film Music Seminar in Hollywood. Ich habe mich ihr vorgestellt und kurz mit ihr unterhalten. Ich war wie vom Blitz getroffen, als ich wenige Augenblicke, nachdem ich mit ihr gesprochen hatte, einen Anruf von einem Freund bekam. Der hatte gerade mein erstes Treffen mit Steve Bartek arrangiert. Steve Bartek was Gitarrist bei Oingo Boingo und hat mit Elfmann zusammen gearbeitet. In den dann folgenden Jahren habe ich bei fast jedem Projekt, inklusive "Battlestar Galactica", mit Steve zusammengearbeitet. Und so glaube ich, dass dieser schicksalhafte Tag in einem merkwürdigen, kosmischen Sinne irgendetwas bedeutet haben muss.

Leider ist Shirley Walker im November gestorben. Ich habe die Nachricht gelesen, als ich gerade an "Unfinished Business" gearbeitet habe. Und das hat es mir so viel schwerer gemacht mit der Episode fertig zu werden. Seit dem habe ich die DVD-Veröffentlichungen der "Batman: The Animated Series"-Folgen angesehen und sie alle noch einmal genossen und den Soundtrack als die unglaubliche Leistung gewürdigt, die er ist.

In der Folge "The Forgotten" verliert Bruce Wayne sein Gedächtnis und wird Gefangener in einem Arbeitslager, als Sklave für einen fetten, unterdrückenden Bandenanführer in einer Mine. Jede Folge wurde mit einem Orchester aufgenommen und diese war keine Ausnahme. "The Forgotten" jedoch hatte auch Bluesgitarre und Harmonika, und zwar im Thema für die barbarischen Arbeitsbedingungen unter denen die Gefangenen schufteten. Eine Art Blues der Arbeiterklasse.

Und das bringt mich jetzt zurück zu "Battlestar Galactica".

Ron Moore fragte nach einem Thema für die gewöhnlichen arbeitenden Männer und Frauen, die in "Dirty Hands" gezeigt werden. Einige Tage zuvor hatte ich "The Forgotten" auf den DVDs wieder gefunden und die Art wie Walker den Blues einsetzt, fiel mir sofort als unglaublich effektive Darstellung der harten Arbeitsbedingungen ein.

Als Hommage an Shirley Walkers Batman-Soundtrack, besonders "The Forgotten", habe ich den Soundtrack [für "Dirty Hands"] mit Blues eingefärbt. Eine einzelne Dobro und E-Bass.

Das Riff ist anders als der folkloristische und ätherische Ton des restlichen Soundtracks. Es ist garstig und böse. John Avila meine, es "hat Schmiere dran" als wir die Basslinie aufgezeichnet haben.

Trotz der Instrumentierung passt mein Blues der Arbeiterklasse noch in die ausgefallene Welt von "Battlestar". Der ungewöhnliche 7/4-Takt ist weit weg vom Mainstream-Blues. Das einzig wirklich bekannte 7/4-Lick, dass mir einfällt ist Pink Floyds "Money". Außerdem haben wir den prägnanten Klang des Dobro mit großartigem Resultat schon in der Vergangenheit bei "Galactica" benutzt, am auffälligsten in "The Cylon Prisoner" aus der Episode "Pegasus".

Der Teaser und Tyrols entschlossener Marsch um die Raffinerie zu schließen waren ideale Stellen um diese musikalische Identität für die Arbeiterklasse einzuführen. Das Dobro kehrt im vierten Akt mit einer wärmeren, entschlosseneren Version des Themas zurück, als Tyrol mit Präsident Roslin über die Gewerkschaft spricht.

Dies mag wie eine lange Beschreibung für eine äußerst subtile musikalische Verbindung scheinen. Ich glaube aber, dass es wichtig ist, die Künstler anzuerkennen, die dich überhaupt erst dazu inspiriert haben, Musiker zu werden. Shirley Walker war für mich eine davon. Ich habe die Oscarverleihung gesehen und bemerkt, dass sie beim Gedenken an Künstler, die wir im vergangenen Jahr verloren haben, sträflich vernachlässigt wurde. Ich finde es passt, das "Dirty Hands", mein kleiner Tribut an sie, am Abend der Oscarverleihung ausgestrahlt wurde.

So Say We All,

-Bear
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#12 Mitglied ist offline   Caprica 

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19. März 2007 um 09:01 Uhr

Bear McCreary über die musikalischen Themen in "Battlestar Galactica, Teil 1 und 2"


von Mirco Neubauer (xshrekx) | 19.03.2007


Bear McCreary, Hauskomponist von "Battlestar Galactica" bloggt auf seiner Homepage bearmccreary.com über die Hintergründe zur von ihm geschaffenen Filmmusik der Serie "Battlestar Galactica".

Vor einiger Zeit begann er eine unregelmäßige Folge von Artikeln, die sich mit den musikalischen Themen des Soundtracks befasst. Lesen Sie hier die Zusammenfassung des ersten Teils von Mirco Neubauer (xshrekx). Zahlreiche Notenbeispiele finden sie im Blog auf der Homepage des Komponisten.

Spoiler für Staffel 2!


Bear McCreary erläutert: "Ich werde relativ häufig nach der Nutzung von Themen (bzw. dem Fehlen eben solcher Themen) in 'Battlestar Galactica' gefragt. Das Wort 'Thema' wollten die Produzenten auf jeden Fall vermeiden, als sie Galactica neu aufgelegt haben. Ich glaube, sie meinten, dass die starke, orchestrale Fanfare im Science Fiction Genre inzwischen zu Tode geritten worden ist. Jenseits dieser konzeptionellen Überlegung ist es aber auch Fakt, dass orchestraler Bombast im Soundtrack die sorgfältig aufgebaute Grundstimmung von Realismus in Drehbüchern und der ganzen Produktion zerstören würde."

"Dennoch, der Begriff eines musikalischen Themas ist viel dehnbarer und subtiler als viele glauben. 'Star Wars' und 'Star Trek' haben den Begriff 'Thema' für mehr als eine Generation bestimmt. In Wirklichkeit sind viele dieser 'Themen' aber komplette Lieder, mit einer A-Sektion, einer B-Sektion und einem Coda. Ein Thema kann aber viel einfacher und minimalistischer sein. Es besteht dann aus dem kleinstmöglichen Stück musikalischer Information, das man noch gerade benötigt, um eine Identität zu schaffen. Dieses Model habe ich bei 'Battlestar Galactica' verwendet. Denken Sie mehr an 'Unheimliche Begegnung der dritten Art' als an 'Star Wars'."

"Einer der Punkte, die so interessant daran sind für das Fernsehen zu arbeiten (und das ist anders als bei einem Spielfilm) ist die Tatsache, dass man nie weiß, wann oder wie sich die Charaktere entwickeln werden. Manchmal führe ich ein Thema für einen Charakter ein und finde dann heraus, dass gerade der oder die in der nächsten Episode stirbt!"

Bear berichtet, dass er daher in seiner Zeit bei "Battlestar Galactica" schon mehr Themen erfunden als er Episoden vertont hat. Manche verwendete er nur in der jeweiligen Episode, aber andere haben sich in den akustischen Teppich der Show verwoben.
Bear hat eine Handvoll Themen ausgesucht, um sie seinen Lesern vorzustellen.


Das "Nr. 6 Thema" wurde von Richard Gibbs für die Miniserie komponiert. Es ist ein Motiv aus neun Noten.
"Näher werden wir nie an ein einprägsames Titelthema herankommen", erläutert Bear. "Zusätzlich dazu, dass es praktisch jedes Mal, wenn Nr. 6 irgendetwas tut, auftaucht, dient es auch als Prolog für jede Folge."

"Die 9/8-Figur ist unregelmäßig gruppiert in eine 3er Gruppe, gefolgt von drei 2er Gruppen. Es wird fast immer auf einem balinesischen Instrument namens Gamelan vorgetragen. Als in 'Downloaded' Nr. 6 Gaius in ihrem Kopf sieht, taucht das Thema ebenfalls auf, aber es wurde digital umgedreht. So deutet es den Tausch der Plätze an."


Das Boomer-Thema führte Bear McCreary in der ersten Episode '33 Minuten' als Möglichkeit für ein Helo-Sharon-Liebesthema ein. Aber die eindringliche und beschauliche Qualität des Themas schien dem Komponisten doch eher zu Sharons innerem Konflikt zu passen als zu ihren Gefühlen für Helo. "Als Folge davon ist dieses Thema vermutlich das offensichtlichste und am häufigsten auftauchende Thema der Serie, abgesehen vom Nr. 6-Thema."
Das Thema wird manchmal auf Holzpfeifen oder von einem Streichorchester gespielt, normalerweise aber von Gamelans und Glocken.

Bear berichtet von einem weiteren Boomer-Thema: "Für die Episode 'Wassermangel' habe ich auch ein 11/8-Schlagzeug-Thema für Boomer geschrieben. Sehen sie sich den Teaser an, und Sie werden es hören. Die Idee dabei war, dass die Boomer auf Caprica und die auf Galactica verschiedene Themen haben sollten. Dieser Ansatz wurde jedoch verworfen."


"Das Starbuck-Thema wurde ursprünglich für 'Kein Weg zurück' als triumphales Stück geschrieben. Und zwar für den Zeitpunkt, als sie auf dem öden Planeten, auf dem sie gestandet war, mit dem Raider startet. Außerdem untermalte es die gefühlvolle Szene, als Adama ihr für den Tod seines Sohnes vergibt."

"Ich hatte nie vor, dass dieses einfache Thema sich als Identifikation für Starbuck herausstellt. Aber da es sowohl warm/bittersüß als auch triumphal/aufregend in einer Episode gespielt wurde, hatte es offenbar Potential als formbare thematische Idee. Und tatsächlich, in 'Fleisch und Blut' bekam dieses Thema eine dunkle Variation, als Starbuck Leoben erbarmungslos foltert und ihre Motive dafür fragwürdig werden."

"Gespielt wird das Thema von allen Melodieinstrumenten der Besetzung, häufig auf Duduk oder Saiteninstrumenten, oft auch gesungen", wie Bear McCreary erläutert.

"Da es in der klanglichen Landschaft der Serie sehr wenige glückliche Momente gibt, wird sich dieses Thema oft in Szenen einschleichen , die einen anderen Charakter betreffen."
Bear meint, es hat sich vielleicht zu DEM triumphalen Galactica-Thema entwickelt.


Nach Bears Ausführungen ist das Adama Thema das offensichtlichste und ungewöhnlichste in "Battlestar Galactica" und ironischerweise trotzdem im Star-Wars-Sinn das traditionellste. Es hat sogar eine B-Sektion, die allerdings selten benutzt wird.

"Ursprünglich wurde es in 'Die Hand Gottes' eingeführt. Und obwohl der Text auf gälisch ist, ist es ab und an für innige Momente zwischen Bill und Lee Adama zurück gekehrt. Es überspannt die ganze Bandbreite des vollen Orchesterarrangement von 'Wander My Friends' (mit Chor und keltischem Ensemble in 'Die Hand Gottes') bis hin zu einem kurzen Wisch auf einer irischen Flöte, die die erste Phrase vorträgt als Lee seinem komatösen Vater Lebewohl sagt (in 'Leben und Sterben'). Die einfache Melodie in keltischer Stimmung und Besetzung lässt [den Hörer] sowohl an Wärme als auch an militärische Ehre und Adel denken."


"Das Helo-Thema ist ein einfaches Akkord-Muster, welches für die Episode '33 Minuten' geschrieben wurde. Es sollte Helos Angst darstellen, als er von den Zylonen verfolgt und gefangen genommen wird. Es wurde auf Saiteninstrumenten, Synthesizern und mit dunkel gefärbtem Gesang eingespielt. Das Thema besteht aus wechselnden Mollakkorden und endet mit einem Durakkord.
Nachdem das Thema während der ersten Staffel einige Male auftauchte, ist es verschwunden, als Helo sicher zurück auf der Galactica war. Es taucht dann erstmals wieder in der Episode "A Measure of Salvation" auf.

Helos Einwände gegen den geplante Genozid bringen moralische Anspannung in die Geschichte. Diese Mal deutet das Thema nicht an, dass Helo in Gefahr ist. Es fügt seinem Charakter eher eine dunkle und bedrohliche Seite zu und bringt unterschwellig die Möglichkeit zum Ausdruck, Helo könnte die Dinge selbst in die Hand nehmen, um durchzusetzen, was er für richtig hält.
Die letzten beiden Akkorde von Helos Thema waren auch der Ausgangspunkt für Baltars Thema. Das hat aber nichts zu bedeuten.


Das Thema für religiöse Zeremonien wurde für "Zeichen der Reue" komponiert und in der Beerdigungsszene benutzt. Die Szene beinhaltete auch Flashbacks mit Zak Adamas Begräbnis. Ich wollte eine Melodie wie einen Grabgesang schreiben, der das tief verwurzelte kulturelle Erbe ihrer religiösen Zeremonien darstellt. Ich stellte mir einen Gesang vor, wie man ihn bei einer solchen Gelegenheit singen würde und kam so auf die Melodie. Es gibt aber keinen Text zu dem Stück.

Das Thema begann als die standard-religiöse Hymne des Soundtracks. Als Laura Roslins göttliche Prophezeiung gegen Ende der zweiten Staffel ins Spiel kommt, hört man es auch in Verbindung mit ihrem Charakter. In "Die Hand Gottes", als sie das erste Mal von den Schriften der Prophetin Pythia erfährt, wird dieses Thema von der Musik direkt zitiert.

Das hat zwar den Grundstein für ein Thema für Laura Roslin gelegt, aber es wurde unerwartet vom Kurs abgebracht, als eine andere Melodie sich mit ihrem religiösen Schicksal verbannt. Daher ist dieses Thema in der zweiten und dritten Staffel immer seltener vorgekommen. Nun wird es eigentlich nur noch für religiöse Zeremonien (zum Beispiel Admiral Cains Begräbnis) benutzt.

Als Laura Roslin in Staffel eins begann in Richtung der religiösen Prophezeiung zu rutschen, sollte eigentlich das eben besprochene religiöse Thema die sie identifizierende Melodie werden. Aber in den beiden Teilen von "Kobol", bat man mich einen Knabensopran, der auf lateinisch singen sollte, einzuführen. Das sollte die spirituelle und doch mysteriöse Entdeckung von Kobol untermalen.
Die Melodie des Knabensopran mir lateinischem Text entwickelte sich langsam zu Roslins Thema, obwohl es in keiner der beiden Folgen direkt mit ihrem Charakter in Verbindung gebracht wird.

Zu Anfang des zweiten Jahres dann verband sich das Thema untrennbar mit Laura Roslins persönlicher, spiritueller Krise. Nachdem ich den größten Teil der ersten Staffel um ihre musikalische Identität gerungen habe, wurde es plötzlich glasklar: Das Geheimnis, Kobol zu finden war direkt mit Roslins geheimnisvollen, unsterblichen Glauben an die Prophezeiung verbunden. Und als ich die Szenen komponiert habe, in denen sie in der Brigg der Galactica sitzt und ihr Schicksal erwartet, schien die Melodie perfekt zu passen.

Inzwischen war das Thema viele Male zu hören, fast immer im Zusammenhang mit Laura Roslin. Am auffälligsten war das in "Occupation". In der Eröffnungsmontage wird die Melodie mit armenischem Text vorgetragen und schließt damit den Kreis zu dem lateinischen Text aus "Kobol". Damit ist es auch das einzige Stück aus dem Galactica-Soundtrack, das zwei verschiedene Texte bekommen hat.



Baltars Thema ist so kurz und einfach, dass ich mich fast nicht traue, es hier überhaupt zu erwähnen. Es war aber ein nützlicher Baustein für die Musik. Die Idee begann mit den Harmonien und die Melodie hat sich aus den Akkorden entwickelt. Es wurde eigentlich für "Unter Verdacht" komponiert und sollte Baltars Einsamkeit und sein Elend darstellen.

Zu meinem Glück kommen Baltars fortwährendes Elend und seine Verwirrung ziemlich häufig in "Battlestar Galactica" vor und geben mir viele Gelegenheiten, das Thema zurück zu bringen. Die Melodie wird auf dem Duduk gespielt und die Akkorde werden von Saiteninstrumenten, Synthesizern und dunklen Chorstimmen vorgetragen.


Das Zylonen-Thema ist eigentlich kein richtiges Thema, eher eine rhythmische Figur. Die Idee dazu gibt es schon seit der ersten Folge. Es wurde eingeführt, als Helo vor den Zenturionen flieht. Gespielt wird es von Taiko-Trommeln. Es wird mit metallischen Geräuschen (darunter Töpfe, Pfannen und Toaster!) verstärkt. Das Riff hat einen energiegeladenen Rhythmus und enthält zusätzlich ein subtiles Zwinkern für den Hörer.

In der ersten Staffel wurde der Rhythmus ausschließlich in Szenen benutzt, in denen Helo und Sharon vor Zenturionen flohen. Nachdem sie dann von Caprica entkommen konnten dachte ich, das wäre es für dieses Stück gewesen. Aber im Laufe der zweiten Staffel wurde der Rhythmus angepasst und zu einem Thema für die Raider.
Diese Entwicklung gipfelte in der Episode "Scar". Die Produzenten wollten für den tödlichen Raider aus dem Episodentitel eine musikalische Identität haben, der so wie in "Der weiße Hai" sein sollte. Dieser Rhythmus war eine nahe liegende Entscheidung. Damit "Scar"s Thema besser hervortrat, habe ich eine brasilianische Berimbau (das Geräusch, welches auf dem Soundtrackalbum zu Staffel zwei das Stück Scar beginnt) hinzugefügt. Das Instrument gibt ihm einen böseren, schneidenderen Klang."


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-Bear
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27. März 2007 um 20:49 Uhr

Die Themen von "Battlestar Galactica", Teil III

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 27.03.2007

Der Stammkomponist von "Battlestar Galactica", Bear McCreary berichtet im dritten Teil seiner Blog-Reihe "Die Themen von Battlestar Galactica" unter anderem über zwei der Themen, die die Shiper unter Ihnen interessieren könnten: das Kara-Anders-Thema und das Roslin-Adama-Thema. Aber auch zwei der beliebtesten Nebencharaktere, Tyrol und der XO Tigh werden musikalisch gewürdigt.
Notenbeispiele finden Sie wie immer auf der Homepage im Blog des Komponisten.

Lesen Sie hier die Übersetzung des dritten Teils der Reihe, doch Vorsicht vor Spoilern für Staffel Drei.

Dafür, dass "Battlestar Galactica" musikalische Themen so weit wie möglich vermeiden will, sind letztendlich doch so einige zusammen gekommen. Die ersten beiden Teilen dieser Reihe behandelten die meisten der Themen, die man regelmäßig hören kann. Die Themen, die in dieser Ausgabe vorgestellt werden, sind nicht so häufig zu hören, wie die anderen, aber ich denke, sie sind trotzdem bemerkenswert und einprägsam. Einige davon gehören sogar zu meinen persönlichen Favoriten.

Apollos Thema ist eine sehr einfache Melodie, die für die erste Folge "33 Minuten" geschrieben wurde. Sie taucht zum Höhepunkt der Geschichte auf, als Apollo widerstrebend den Abzug drückt und ein Schiff zerstört, von dem er glaubt, das unschuldige Zivilisten an Bord sind. Man hört das auf dem Soundtrackalbum zur ersten Staffel am Ende von "The Olympic Carrier".
Das nächste mal tauchte das Thema in "Zeichen der Reue" auf. Es wurde kurz in dem Flashback, in dem Lee die Rangabzeichen auf den Sarg seines Bruders Zak legt, leise angespielt.

Dann versuchte ich es in "Kobol, Teil II" zu verwenden, als Lee gegen Tigh meutert. Aber dem Thema fehlte die Wildheit und Energie, die diese Szene brauchte, und so habe ich das nicht weiter verfolgt. Lees Thema ist immer leicht melancholisch und weniger leicht zu variieren als Starbucks, das man für viele verschiedene Stimmungen anpassen kann.

Ich habe daher Lees Thema vorerst zur Seite gelegt und es für den richtigen Moment aufgehoben. Diese Gelegenheit kam in "Schwarzmarkt", einer Episode, die Lees Hintergrund erweiterte. Sie gab uns Informationen über eine Liebe, die er zurückgelassen hat. Die Melodie wurde der musikalische Zusammenhalt für jeden Flashback und gipfelte in einer Neuorchestrierung der Originalversion aus "33 Minuten" für den Höhepunkt der Folge, als wir erfahren, dass Lees Liebe während des Atomangriffs getötet wurde.
Von den sieben Themen der Hauptcharaktere wird Apollos Thema am seltensten verwendet.

Das Kara-Anders-Thema entstand für die Episode "Die Farm". Bei dieser Folge haben wir lange mit dem Ende gerungen, besonders in der Szene als Starbuck sich tränenreich von Anders verabschiedet und verspricht, dass sie eines Tage zurück kommen wird.
Die Szene ohne Musik zu lassen oder nur sehr sparsam zu unterlegen hätte ihr die emotionale Wirkung genommen. Und wenn man die Musik zu dick aufträgt, dann fühlt sich der ganze Handlungsbogen zu aufgezwungen an, zu opernhaft. Das Kara-Anders-Thema versucht auf diesem schmalen Grat zu wandern.

Arrangiert habe ich das Stück für ein Streichquartett. Ein solches Ensemble habe ich zwar in "Der beste Jäger der Zylonen", "Torn" und "Hero" wieder verwendet, aber in "Die Farm" war das erste mal, das bei "Battlestar Galactica" ein Streichquartett als Teil der Filmmusik vorkam, die beiden Quartette in "Ellen" nicht mitgerechnet, denn die waren nicht Filmmusik sondern Teil der Handlung.

Als ich das Thema für Kara und Anders geschrieben habe, nahm ich an, dass es ein endgültiger Abschied sein würde. Mir war nicht bewusst, das Anders tatsächlich wieder auftauchen würde. So hat aber das Thema dann weitere Auftritte in der zweiten und dritten Staffel.
Das Thema wird fast immer von einem Streichquartett gespielt.

Das Tigh-Thema für Blechbläser und Chor würde ursprünglich für den XO komponiert, als er in der Episode "Die Gesetze des Krieges" das Kriegsrecht ausrief. Diese Szene war ein entscheidender Wendepunkt in einem Handlungsbogen, der viele Episoden umspannte. Tigh konnte seinen Charakter über die Rolle des stellvertretenden Kommandanten nach Adama hinaus weiter entwickeln. Ich wollte eine musikalische Idee schaffen, die sowohl seine Stärke als auch seine Loyalität darstellt und auch sein schwer einschätzbares und gefährliches Wesen.

Nachdem die Kriegsrecht-Geschichte zur Mitte der zweiten Staffel endete, trat Tigh etwas in den Hintergrund. Naturgemäß folgte ihm sein Thema und war für den Großteil der Staffel nicht mehr zu hören. Ich fand es jedoch sehr nützlich, als ich den Soundtrack für die erste Folge der dritten Staffel komponiert habe, als Tigh sich als Gefangener in einer zylonischen Gefängniszelle wieder findet und später dann der Anführer der Widerstandsbewegung der Menschen wird.

Das Thema wurde von militärischen Hymnen inspiriert. Es folgt Tigh die ganze dritte Staffel hindurch, während er versucht, sich wieder an das Leben in der Flotte zu gewöhnen. So offensichtlich wie beim ersten Vorkommen in "Das Gesetz des Krieges" ist es aber lange nicht zu hören gewesen.
Das Thema ist im Grunde das einzige Musikstück in "Battlestar Galactica", für das klassische Blechbläser verwendet werden.

Das Roslin-Adama-Thema ist ein einfacher Walzer. Es wurde von traditionellen, keltischen Balladen inspiriert. Und wenn irgendetwas in "Battlestar Galactica" ein Liebes-Thema ist, dann dieses hier.
Der größte Teil der Musik unserer Show ist in gewissem Sinne gleichmütig und doppeldeutig. Aber dieses Stück ist fast schon unverfroren schwärmerisch. Eigentlich wurde es für eine sanfte Szene zwischen Laura Roslin und Adama in "Die Auferstehung" komponiert. Es wurde aber schnell ein offensichtliches Erkennungszeichen für ihre angespannte und subtile Beziehung.

Ich benutze dieses Thema so selten wie möglich, damit es sein Wirkung behält. Mal abgesehen von einem kurzen Zitat am Ende von "Das neue Caprica, Teil II", konnte man es erst wieder in der Episode "Unfinished Business" hören.

Das Tyrol-Thema begann als Liebesthema für Tyrol und Sharon in "Das Tribunal". Ihre Szenen waren die perfekte Stelle um die Saat für ein schönes, großartige Liebesthema auszubringen, welches zusammen mit ihrer Beziehung hätte weiter entwickelt werden können. Das einfache Stück (in lydischer Tonleiter) wird auf einer Altflöte vorgetragen. Dadurch kann man den charakteristischen dunklen Ton erreichen, den eine normale Flöte nicht schafft.

Ich mag dieses Thema sehr, aber da ich die Drehbücher nicht im voraus lese, wusste ich nicht, dass das praktisch das Ende ihrer gemeinsamen Zeit für den Rest der Staffel war. Die restlichen Szenen, in den Tyrol und Sharon zusammen waren, brauchten keine Musik und insbesondere kein gefühlvolles Thema wie dieses. Also verließ uns dieses Stück Musik für eine ganze Weile.

Zu meine großen Freunde und Überraschung tauchte es für das Finale der zweiten Staffel wieder auf. In "Das neue Caprica, Teil II" hatte Tyrol seine Kameradin Cally fast tot geschlagen und besuchte sie nun am Krankenbett um sich zu entschuldigen. Die Produzenten wollten trotz der ganz offensichtlich sehr angespannten Situation eine authentische Zärtlichkeit zwischen den beiden andeuten. Sie fragten mich: "Hast Du irgendein Liebesthema für Tyrol?"

Und so kam das Stück zurück. Und seitdem wird es als Thema für Tyrol und Cally verwendet.
Diese Melodie ist eines von nur zwei Stücken bei "Battlestar Galactica" , das regelmäßig von einem klassischen Orchester gespielt wird.

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-Bear

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30. März 2007 um 17:20 Uhr

McCreary über seine Kompositionen für "Crossroads, Part I"

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 30.03.2007

Bear McCreary, Komponist der Musik von "Battlestar Galactica", berichtet auf seiner Homepage regelmäßig über seine Gedanken zur Musik der aktuellen Folgen.

Lesen Sie heute seine vagen Andeutungen über mysteriöse Ereignisse in den letzten beiden Folgen der laufenden Staffel.

Vorsicht vor Spoilern bis hin zum Ende der dritten Staffel.



Die letzten drei Folgen bilden eine Trilogie. Dabei sind die ersten beiden Episoden nicht wichtig, weil in ihnen so viel passiert, sondern da sie kommende Ereignisse vorbereiten.
Nichtsdestotrotz hielt die Folge "Crossroads, Part I" etliche aufregende musikalische Gelegenheiten bereit. Gaius Baltars langerwartete Gerichtsverhandlung beginnt endlich, aber statt sich nur auf das Verfahren zu konzentrieren, bekommen wir faszinierende Einblicke in das Leben verschiedener Charaktere, darunter Laura Roslin, Col. Tigh und Tory.

Frühe Versionen der Gerichtsszenen wurden mit einem vorläufigen Soundtrack getestet, aber die Editoren und der Regisseur Michael Rymer haben schlussendlich entschieden, dass das Drama am besten ohne das zusätzliche Gewicht von Musikuntermalung funktioniert. Die Szenen haben dadurch eine sehr realistische Qualität und die exzellenten Darstellungen [der Schauspieler] können die Geschichte ganz alleine tragen.

Da die Gerichtsszenen den größten Teil von "Crossroads, Pt. I" ausmachen, gehört dieser Soundtrack zu den kürzesten, die ich je komponiert habe. Das bedeutet aber ganz sicher nicht, dass ich die Woche frei hatte. Stattdessen habe ich mich auf die kurzen, aber intensiven Szenen außerhalb des Verhandlungssaales konzentriert.

Für Laura Roslins Traum mit Hera in dem Opernhaus haben wir beschlossen, den Zuschauer mit einem chaotischen Chor zu bombardieren. Der Chor singt schräge Cluster. Heulende elektrische Geigen und dissonante Synthesizer wurde ebenfalls in die Musik eingebracht. Besonders scharfsinnige Hörer werden vielleicht sogar das hohle Dröhnen aus Roslins Leoben-Traum in "Fleisch und Blut" aus der ersten Staffel wieder erkennen, das die Szene einläutet. Das wird aber schnell von den Stimmen überdeckt.

Ich würde dieses einzigartige Stimmenmuster in keinster Weise als Thema bezeichnen, trotzdem wird es im Staffelfinale wieder auftauchen, sich weiterentwickeln und sich dann mit einem denkwürdigen Thema aus dem ersten Jahr vereinen.

Und natürlich habe ich auch viel Zeit mit einem anderen mysteriösen Stück Musik verbracht. Dieser ungewöhnliche Klang zieht sich durch die ganze Episode. Er wird von einigen Charakteren gehört und von anderen ignoriert. Ist der echt oder nur in ihrer Vorstellung? Was hat das zu bedeuten?
... Was könnte das sein?


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-Bear

Quelle: Homepage von Bear McCreary
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02. April 2007 um 15:27 Uhr

McCreary über seine Kompositionen für "Crossroads, Part II"

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 02.04.2007

Die Arbeiten an der dritten Staffel von "Battlestar Galactica" sind für den Komponisten Bear McCreary fast erledigt. Bevor er jedoch ins Studio verschwindet, um das im Sommer erscheinende Soundtrackalbum zur dritten Staffel vorzubereiten, nahm sich der Musiker noch einmal die Zeit auf seiner Homepage ausführlich zu bloggen.

Er erläutert sein neues Arrangement eines alten Bob Dylan-Klassikers und stellt dar, wie das Lied in das Universum von "Battlestar Galactica" passt.

Und nebenbei gibt es auch noch Hinweise auf mögliche Erscheinungstermine von Soundtrack und DVDs in Originalsprache zur dritten Staffel.

Der Text beinhaltet schwere Spoiler für das Finale der dritten Staffel.


'There must be some way out of here',
Said the joker to the thief.
'There's too much confusion,
I can't get no relief.'

Der epische Cliffhanger, der die dritte Staffel von "Battlestar Galactica" beendet, gehört zu den wagemutigsten Serienfolgen, die ich je im Fernsehen gesehen habe. Baltars Urteil, die Rückkehr von Roslins Krebserkrankung und ihre rätselhaften Vision in einem Opernhaus, Viper, die trotz niederschmetternder Chancen in die Schlacht stürzen...
All das wäre mehr als genug für eine typische Cliffhanger-Episode gewesen. Aber Ron Moore und die anderen Autoren haben darüber hinaus noch atemberaubende Enthüllungen eingebaut, die verhängnisvolle Auswirkungen für den Rest der Serie haben werden. Die dritte Staffel hat viele der seit langem offenen Fragen beantwortet, aber die Abschlussepisode wirft zahllose neue auf.

Offensichtlich spielt der Soundtrack in diese Episode eine größere Rolle als jemals zuvor. Schon seit der vorherigen Folge "Crossroads, Part I" waren wir Zeuge, als Tigh, Tyrol, Tory und Anders leise Musikstücke in der Ferne vernahmen, die sonst niemand hören konnte. Das treibt sie langsam in den Wahnsinn und sie finden nicht mehr in den Schlaf. Die Hinweise waren die ganze Zeit da (sehen Sie sich die beiden Folgen ein zweites Mal an und es wird Ihnen bestimmt auffallen) und am Ende erfahren wir dann, dass das Lied Bob Dylans "All Along the Watchtower" ist!?

Okay, ich muss wohl von Vorne anfangen... zumindest was meine Beteiligung an dieser Folge angeht. Im Dezember habe ich ursprünglich erfahren, dass wir das Lied verwenden würden. Das war, als ich die Musik für "The Eye of Jupiter" gemacht habe. Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke, dass Ron den Verstand verloren hat. Aber wie immer entwickelten sich aus seiner unerwarteten Ideen eine unglaubliche Episode.

Der Song gehört zu den besten, die Bob Dylan geschrieben hat, aber die 1968er Version von Jimi Hendrix ist so bekannt und charakteristisch, dass viele einfach glauben, das Lied wäre von ihm. "All Along the Watchtower" gehört jedenfalls zu den Liedern, die am häufigsten gecovert werden. Sie können sich also meine Überraschung vorstellen, als ich erfuhr, dass der Titel nicht nur im Staffelfinale vorkommen würde sondern er auch schon im Skript festgelegt wurde.

Mir war klar, dass ich mehr Information brauchte, bevor ich beginnen konnte, an diesem berühmten Song zu arbeiten. Und die brauchte ich direkt von der Quelle. Ich hatte dutzende Fragen. Wie sollte er klingen? Falls wir so klingen wollten wie eine frühere Version, welche denn? Wollten wir einen Interpreten, der genau so singt und Gitarre spielt wie Dylan? Oder wie Hendrix?

Zum Glück habe ich Ron Moore im Flur bei Universal erwischt und erfuhr alles was ich wissen musste bei einem kurzen Gespräch. Ich lernte, dass Bob Dylan nicht unbedingt im Universum von "Battlestar Galactica" existiert, sondern das ein Künstler in einer der Zwölf Kolonien das Lied mit der gleichen Melodie und dem gleichen Text aufgenommen haben könnte. Vielleicht haben ja dieser unbekannte Künstler und Bob Dylan ihre Inspiration von einer gemeinsamen, himmlischen Quelle bekommen. Darum, so wurde mir gesagt, sollte ich keine musikalischen Referenzen zu irgendwelchen Künstlern unserer Erde, also auch nicht Hendrix oder Dylan, aufbauen. Das Arrangement musste so klingen, als sei es ein Popsong der ins "Battlestar Galactica"-Universum gehört und nicht in unseres.

Mit Rons Segen zu tun was immer ich wollte, hatte ich plötzlich kreativste Freiheit, wie sie mir noch nie vorher angeboten worden war. Kein Temp Score (das sind Sammlungen von fertiger Musik, die man auf Filmszenen legen kann, um die Wirkung zu prüfen, Anmerkung der Übersetzers), keine Notizen, wie die Musik sein sollte. Nicht mal Bilder zum Vertonen. Ich war auf mich allein gestellt. Frei, das Stück so zu arrangieren, wie ich es für richtig hielt. Mit nichts zu verlieren habe ich mich früh im Januar an mein erstes "All Along the Watchtower"-Demo gesetzt. Ich habe damals schon angenommen, dass dieses Demo der Anfang für zahlreiche Diskussionen zwischen mir, den Produzenten und dem Sender sein würde. Und ich habe mich nicht geirrt. Was ich jedoch nicht geahnt habe: Alle Beteiligten liebten meine Version so sehr, dass die endgültige Aufnahme, die in "Crossroads, Part II" zu hören ist, im Grunde meine erste Idee ist.

Was habe ich also gemacht, um diese einzigartige Version von "All Along the Watchtower" zu schaffen?

Die erste Hürde, die es zu überwinden galt, war es, einen Sänger zu finden. Glücklicherweise habe ich einen in der Familie, mein Bruder Brendan, Künstlername Bt4. Er hat sein unglaubliches Talent für das Lied zur Verfügung gestellt. So sehr, wie ich mich auch beim Arrangement der Instrumente ausgelassen habe, letztendlich hält sein Gesang das ganze Stück zusammen. Sie haben ich auch schon früher singen gehört, zum Beispiel beim Titel der ersten Staffel oder beim Stück "The Cylon Prisoner" in "Pegasus". Ich spiele in seiner Band, also schuldet er mir sowieso noch einen Gefallen.

Der andere Künstler, der bei dieser Aufnahme wirklich herausragt ist mein guter Freund Steve Bartek. Mit ihm arbeite ich oft zusammen. Steve spielte fast 20 Jahre bei (der Band) Oingo Boingo Gitarre, aber falls Sie das nicht überzeugt: Hören Sie sich "Black Market" auf dem Soundtrackalbum zur zweiten Staffel an. Steves Magie ist überall in "All Along the Watchtower" zu hören. Das Stück beginnt mit seiner scharfen, nach mittlerem Osten klingenden Gitarre, entwickelt sich mit seiner elektrischen Sitar und geht dann in treibende, verzerrte Gitarrenriffs über. Und sein kraftvolles Gitarrensolo liegt über den letzten Bildern der dritten Staffel und begleitet uns durch die Sterne als die Erde enthüllt wird.

Musikalisch gesehen ist mein Arrangement fast eine Neukomposition. Nur die Gesangsmelodie und der Text sind von Dylans Lied geblieben. Zuerst habe ich Dylans Mundharmonika durch die elektrische Sitar ersetzt. Aber warum da schon aufhören? Das ganze Arrangement entwickelte sich durch die Harmonien und den Einsatz von Tabla (indischen Trommeln) zu einem indischen Klang. Ich habe sogar ein aus Dehli importiertes Harmonium besorgt und selber gespielt.

Außerdem habe ich noch einige neue rhythmische und melodische Elemente entwickelt, die das indische Gefühl hervorbringen.

Zwar wird das neue Thema zusammen mit Dylans Melodie und Text in den letzten beiden Episoden benutzt, ich habe es aber speziell für "Battlestar Galactica" geschrieben. Es durchdringt die beiden letzten Episoden. Hören Sie in den Szenen mit Tigh, Tyrol, Tory und Anders genau hin, Sie werden merken, dass Sie in der Tat mein Thema hören. Erst am Ende von "Crossroads, Part II" vereinen sich Dylans Musik und das Thema endlich. Darüber hinaus ist das Thema in der ganzen Filmmusik auf elektrischer Sitar, Harmonium, Dudukm Yialli Tanbur und elektrischer Geige zu hören.

Ich habe aber nicht alles geändert. Ich habe einige subtile Referenzen aus Dylan ursprüngliche Version beibehalten. Zuerst einmal ist das Tempo das gleiche, auch wenn ich den Takt ganz anders geteilt habe. Darum klingt das Ergebnis einzigartig, aber wenn der Gesang beginnt, sind Rhythmus und Tempo wie bei Dylan.

Mit der Wahl der Tonart wollte ich auch bewusst etwas aussagen. Dylans Aufnahme ist in C#m, wahrscheinlich wurde ein Kapodaster verwendet, denn die Gitarre klingt hoch und dünn. Er wollte ganz sicher keinen "großen" Klang. Hendrix hat das Stück tiefer gespielt, in Cm, dadurch hat es mehr Kraft in Gitarre und Bass. Mein Arrangement ist wieder in C#m wie bei Dylan, aber statt durch das Kapodaster auf C#m HOCH zu kommen, haben wir Bass und Gitarre HERUNTER gestimmt. Man hat dann zwar das Risiko, wabbelig und in der Tiefe schwer zu klingen, aber mit dem richtigen Arrangement und guten Musikern erzeugt dieser Trick ein gewaltigen Gitarrensound.

Guns N' Roses haben recht häufig einen halben Ton herunter gestimmt, wie bei "Sweet Child O' Mine". Rage Against the Machine oft sogar einen ganzen, wie bei "Killing in the Name". Diese Tiefe und Kraft wollte ich mit meinem Arrangement erreichen aber gleichzeitig Dylons Original-Tonart anerkennen.

Insgesamt habe ich drei Monate an diesem Stück gearbeitet. Mein Einsatz hat sich aber gelohnt. Von der ersten Fassung von "Crossroads, Part I & II" an half mein Arrangement den Editoren die Szenen zu timen und den Ton dieser sehr ungewöhnlichen Geschichte zu definieren.

Das größte Kompliment kam schließlich beim Mixen des Sounds der kompletten Folge. Der ausführende Produzent wollte den fertigen Mix von "Crossroads, Part II" hören. Wir kamen zu der Szene, in der Tigh, Tory, Anders und Tyrol durch die Hallen wandern und einem fremdartigen, kraftvollen Lied folgen, das sie schließlich zueinander bringt. Die Musik war ziemlich laut gemixt, aber David wollte mehr. Wie sahen die Szene ein zweites Mal. Die Musik war ohrenbetäubend. David fragte, ob die Musik noch lauter sein könnte. Die Soundleute guckten sich ihre Regler an und sagten: "Nein". Die Musik war so laut, dass ihre Anzeigenadeln tief im roten Bereich vergraben waren. Die Musik in "Battlestar Galactica" war noch nie so laut wie in dieser Szene. Das war es wert!

Im nächsten Monat bin ich im Studio und arbeite am Soundtrackalbum zur dritten Staffel. "All Along the Watchtower" wird da auf jeden Fall drauf sein. Das Album wird Mitte August veröffentlicht, zusammen mit dem Erscheinen der DVDs. Ungefähr zu der Zeit werden wir auch noch einmal mit dem "Battlestar Galactica"-Soundtrack live auftreten, wenn ihr also in Los Angeles seid, kommt vorbei und hört uns zu. Details dazu werden auf meiner Website im Sommer veröffentlicht.

Die dritte Staffel war ein Hammer und ich freue mich, dass einige von Euch da draußen dieses Blog interessant fanden. Ich werde im Laufe des Jahres noch ein paar Updates machen und wenn ich Zeit habe, werde ich auch dieses RSS-Ding probieren. Einige Leute haben mir gesagt, ein Blog mit HTML zu machen sei so... 1998. Autsch.

Im Sommer habe ich noch einige andere tolle Projekte. Mein Soundtrack-Album zu "Wrong Turn 2" wird erscheinen und ich werde auch für Sci Fi den Soundtrack der Serie "Eureka"  übernehmen, und natürlich freue ich mich darauf, den "Battlestar Galactica"-direct-to-DVD-Film zu vertonen und auch auf die vierte Staffel.

Danke fürs Zusehen und Lesen!

So Say We All,

-Bear

Quelle: Homepage von Bear McCreary
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05. April 2007 um 16:30 Uhr

Die Themen von "Battlestar Galactica", Teil IV

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 05.04.2007

Bear McCreary berichtete in dem Blog auf seiner Homepage häufig über den Einsatz von aus westlicher Sicht ungewöhnlichen Instrumenten.

In diesem vierten Teil seiner Reihe über die Themen von "Battlestar Galactica" erzählt er jedoch davon, dass für den Soundtrack von Galactica manchmal auch ein klassisches Symphonieorchester verwendet wird.

Wie immer finden sich Notenbeispiele auf der Homepage des Komponisten. Dieses Mal lohnt sich ein Blick besonders, denn für das Stück "Prelude to War" veröffentlichte er einen kurzen fünfstimmigen Notensatz.

Vorsicht vor Spoilern für die dritte Staffel


Duduk, elektrische Geige, Dudelsack, Taikos, Yialli, Tanbur, Bansuri, Erhu und manchmal sogar eine Rockband haben alle ihren Teil zum musikalischen Erscheinungsbild von "Battlestar Galactica" beigetragen.
Ein Solo-Duduk oder eine Geige kann aber manchmal unter Dialog und den Soundeffekten verloren gehen. Die orchestralen Stücke jedoch sind unverwechselbar und ragen fast immer heraus.

Es ist der Verdienst von Michael Rymer (Regisseur der Miniserie und weiterer Folgen), dass das traditionelle Orchester aus "Battlestar Galactica" verbannt wurde und später doch zurückkehrte. Als er anfangs die Musik zur Miniserie mit dem Komponisten Richard Gibbs und mir besprach, machte er klar, dass er etwas wollte, das ganz anders als die herkömmlichen orchestralen Science Fiction-Soundtracks war.

Die Serie entwickelte sich im Laufe der ersten Staffel und ich machte da weiter, wo die Miniserie aufhörte. Ich vertonte jede Episode mit einem gemischten Ensemble aus Solisten mit ethnischen Instrumenten und Perkussion. Als Rymer dann für die beiden Teile von "Kobol" die Regie übernehmen sollte, wollte er einen ganz besonderen Soundtrack.
Und das bedeutete dieses Mal, dass das Orchester zurück kehrte. Ich habe das Stück "Passacaglia" für die Eröffnungsmontage von "Kobol, Teil I" genommen, und da fühlte es sich plötzlich ganz frisch und neu an. Wenn die ganze Serie mit Orchester gemacht worden wäre, dann wäre diese Wirkung völlig unmöglich gewesen.

Aus diesem erfolgreichen ersten Experiment haben wir gelernt, dass wir das Orchester so selten wie möglich einsetzen sollten. Wir heben uns den Klang der klassischen Streicher so für die stärksten, emotionalsten Momente auf und können so direkte Resonanz beim Publikum erzeugen.

Das erwähnte "Passacaglia" ist nach einer italienischen Musikform benannt. Nach seinem ersten Vorkommen in der Eröffnungsmontage von "Kobol, Teil I" ist es noch einmal in Baltars Vision im Opernhaus in "Kobol, Teil II"" zu hören. Es taucht auch in weiteren Visionen auf, zum Beispiel in "Die verlorene Flotte" oder bei D'Annas Nahtoderfahrung in "Hero".

Da "Passacaglia" als Einleitung des Handlungsbogens um Kobol diente, ist es nur logisch, dass es auch den Schluss begeleitet. Ich habe es in "Heimat, Teil II" für die Szene, in der Roslin und ihre Gruppe das Grab der Athena suchen, während Adama versucht, zu ihnen zu gelangen, wieder verwendet.

Die Ereignisse aus "Kobol" begleiten uns auch in der dritten Staffel und darüber hinaus, so dass das Thema sicherlich ab und an wieder auftauchen wird.
"The Shape of Things To Come" und "Allegro" sind Varianten dieses Themas in einem jeweils anderen Takt.

Als ich dann die Musik für "Pegasus" geschrieben habe, hatten wir schon einige Male ein Orchester benutzt. Aber wir haben das Orchester nie zusammen mit den bombastischen Trommeln und den Solisten verwendet, die den Rest des Soundtracks von "Battlestar Galactica" ausmachen. "Prelude to War" war die erste Gelegenheit, bei der ich Streicher und die anderen Instrumente gemeinsam verwendet habe.
Ich habe aber darauf verzichtet, die Streicher weich spielen zu lassen, sondern das Stück aggressiv, markato arrangiert. Dabei habe ich mir die Streicher als Teil der Schlagzeuge vorgestellt. Das Ergebnis klingt angemessen nach Orchester, hat aber gleichzeitig die exzentrische Qualität des restlichen Soundtracks. Nach "Pegasus" konnte ich das Thema noch für die unglaublichen Actionszenen in den beiden folgenden Episoden verwenden.

Bei den riesigen Kampfszenen in "Die Auferstehung" hatte ich wirklich Spaß. Streicher, Solisten und Taikotrommeln zu kombinieren war aufregend und auch überraschend effektiv. Besonders gut funktionierte das, als Lee im All schwebt und zu ersticken droht, wenn dann die bombastischen Schlachttrommeln plötzlich Platz für die eleganten Kontrapunktkaskaden der Streicher machen.
Die Musik zum Finale von Pegasus und die zu den Schlachtsequenzen aus "Die Auferstehung" bilden auf dem Soundtrackalbum das Stück "Prelude to War".

Das Thema "Worthy of Survival" habe ich direkt aus "Prelude to War" heraus entwickelt. Ich habe als erstes den aggressiven Rhythmus der Streicher genommen und in ein langsames Trauerlied verwoben, als Starbuck sich in "Die Auferstehung, Teil II" auf das Attentat auf Cain vorbereitet. Das meiste davon endete aber auf dem Boden des Schnittraumes, als diese Szene neu konzipiert wurde. Die Idee habe ich aber im Hinterkopf behalten und daraus dann "Worthy of Survival" für das Staffelfinale gemacht.

Die Figur in der Begleitung kommt aus "Prelude to War", die Melodie ist aber für dieses Thema neu geschrieben worden. Es wird zu Beginn von einem einzelnen Duduk gespielt und dann oktaviert von den Geigen und Bratschen - ein melancholisches, nachdenkliches Stück.
Vielleicht passte es auch deshalb so gut zu "Exodus, Teil II", in die schmerzvolle Szene, in der Tigh seine Frau vergiftet. Für dieses neue Stück habe ich die Streicherrhythmen weiterentwickelt (es klingt jetzt fast schon so wie das Riff in "Prelude to War") und das ganze neu arrangiert. Soloduduk und Violine tragen immer noch die Melodie, aber die kraftvollen, treibenden Trommeln sind verschwunden. Übrig bleibt ein hypnotischer, sich wiederholender Grabgesang als wir Zeuge werden, wie Tigh das Undenkbare tut.

Die Musik zu "Unfinished Business" wurde von "Passacaglia" und "The Shape of Things to Come" inspiriert. Sie musste episch und lyrisch sein, aber auch einmalig, damit sie die Beziehung von Lee und Kara in neue Gefilde führen konnte. So wurde das Lee-Kara-Liebesthema geboren.

Aufmerksame Hörer werden dieses Stück in der ganzen Episode hören, meistens auf Geigen gespielt und von einem energischen Bratschen-Cello-Ostinato begleitet. Aber auch Duduk, Bansuri und irische Flöte spielen mit dem Thema. Der rollende 6/8-Takt und der üppige Gesang machen diese Melodie zu einem der am unverfrorensten gefühlvollen Stücke der ganzen Serie.

Und wie könnte ein Artikel über orchestrale Themen komplett sein, ohne das klassische Galactica-Thema zu betrachten? Es wurde von Stu Phillips in den 70ern für die Originalserie komponiert und repräsentierte den Kampstern Galactica für eine ganze Generation von Fans.

In der neuen Serie kommt das Thema nur selten vor, aber wenn, dann ist das immer denkwürdig. In der Miniserie wird es beispielsweise bei der Zeremonie zur Außerdienststellung der Galactica nur angedeutet. Für die Episode "Die Reporterin" in der zweiten Staffel hatte ich dann die Gelegenheit mit Stu Phillips zusammen zu arbeiten und eine neue Version des klassischen Themas zu schaffen. Ich habe das traditionelle Orchester mit den Taikos und Duduks des Soundtracks der neuen Serie kombiniert und so eine Version produziert, die eine Brücke zwischen alter und neuer Serie spannt.
Das Thema kommt auch als eine Hymne der Kolonien vor, ist dann aber nicht als Filmmusik sondern als Teil der Handlung zu verstehen.


So Say We All,

-Bear

Quelle: Homepage von Bear McCreary
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09. April 2007 um 17:35 Uhr

Die Themen von "Battlestar Galactica", Teil V

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 09.04.2007

In der bislang letzten Ausgabe seiner Blog-Serie über die Themen von "Battlestar Galactica" erläutert der Komponist Bear McCreary die verbleibenden großen, wiederkehrenden Themen seines Soundtracks.
Höhepunkt dieser Ausgabe sind die Anmerkungen zur "Battlestar Sonatica".

Wie immer lohnt sich ein Blick auf die Homepage, da der Komponist auch für diesen fünften Teil wieder einige Notenbeispiele online gestellt hat.

Spoiler für die dritte Staffel.


Das Militär-Thema wird fast immer auf einer kleinen Trommel begeleitet. Am Anfang war es für Solo-Bansuri geschrieben und begeleitete Apollos Pilotenbriefing in der ersten Folge der ersten Staffel. Es entwickelte sich schnell zu einem Thema für alle militärischen Aspekte der kolonialen Flotte. Insbesondere wurde es ein Symbol für die Freundschaft von Bill Adama und Saul Tigh.
Erstmal hörten wir das Thema in der ersten Staffel in "Kein Weg zurück" wieder. Es wird auf tragische Art und Weise vorgetragen, als Adama in einem Anfall blinder Wut Tigh von seinen Aufgaben entbindet. In der dann folgenden Episode "Das Tribunal" unterlegt es die Szene, in der Bill Saul dankt, da er ihm das Leben gerettet hat. Hier stellt es die Loyalität und Kameradschaft der beiden dar.
Das Thema entwickelte sich im Laufe der Serie weiter und hat einige sehr kraftvolle und denkwürdige Szenen erzeugt. In "Sabotage" hörten wir es, als Adama zusah, wie die Marines Boomer zwingen wollten ihr Kind abzutreiben. Am Ende von "Hero" war es ebenfalls zu hören, als Tigh sich das erste Mal mit Bill über den Tod von Ellen unterhält.

Leoben und Starbuck waren in "Fleisch und Blut" das erste Mal zusammen zu sehen. Bei dieser Episode habe ich ein Thema aus kleinen Terzen benutzt, das von Gamelans und einigen Metallgegenständen gespielt wird. Das war direkt von Richard Gibbs Leoben-Thema aus der Miniserie inspiriert.

Ihre Beziehung wurde aber in der dritten Staffel wesentlich komplizierter. Er hielt sie auf New Caprica gefangen und machte sie glauben, sie hätten eine gemeinsame Tochter, Casey. Ich musste daher ein neues Thema komponieren, welches das verzwickte Katz-und-Maus-Spiel der beiden darstellte: Das Leoben-Starbuck-Thema.

Die Melodie ist in D-Moll geschrieben und wird von chinesischen Er Hu oder Zhong Hu gespielt. Das sind Instrumente mit zwei Saiten, die in der Klangfarbe einer Geige ähnlich sind. Sie werden aber ganz anders gespielt. Zunächst hatte ich dieses Thema für Karas Wut und ihre Frustration über ihre Gefangenschaft eingeführt. Es entwickelte sich dann aber schnell in das bizarre Hassliebe-Thema für sie und Leoben.

Nachdem die Geschichte New Caprica verlässt, hören wir das Thema in der dritten Staffel kaum noch. Es kommt erst wieder, als Leoben in "Maelstrom" zurückkehrt. Eine perfekte Gelegenheit, das Thema weiter zu entwickeln. Zusammen mit Starbucks Thema hören wir es während der gesamten Episode.

Normalerweise vermeide ich es, Themen für Gaststars zu schreiben, da man dann keine Gelegenheit hat, das Thema weiter zu entwickeln. Aber die Folge "Schwarzmarkt" in der zweiten Staffel war eine unwiderstehliche Chance. Der kriminelle Unterweltboss Phelan (dargestellt von Bill Duke, bekannt vielleicht aus "Predator") war während der ganzen Folge präsent, bis hin zu Lees Showdown am Ende der Folge. Und Phelans Gefolgsleute haben Klaviersaiten benutzt, um Ihre Opfer umzubringen.

Wenn ein Musikinstrument als Waffe benutzt wird, muss ich das natürlich im Soundtrack kommentieren. Phelans Thema wird auf dem Klavier gespielt, manchmal ganz normal und manchmal auf Klavieren, die auf bestimmte Weise manipuliert wurden: Mal waren kleine Stifte auf den Saiten, mal haben wir die Saiten mit einem Plektron gezupft. Oder wir haben auf einer Zitter herumgeschrummelt. Heraus kam ein düsterer, noir-inspirierter Soundtrack, der vom Klang der Klaviere durchdrungen ist.

Ich glaube zwar nicht, dass das irgendjemandem wirklich aufgefallen ist, aber für mich war das urkomisch! Ich weiß, ich weiß... Filmmusik-Humor.

Ron Moore hatte die Idee für die "Battlestar Sonatica". Er wollte Baltars Erfahrungen auf dem Zylonenbasisstern mit beunruhigend bekannter, klassischer Pianomusik unterlegen. Seine ursprüngliche Idee war Beethovens Mondlicht Sonate. Darauf basierend habe ich das Thema entwickelt.
"Battlestar Sonatica" hatte Premiere in "Torn" und entwickelte sich die ganze dritte Staffel über weiter. Ab und an habe ich auch andere Themen, zum Beispiel Baltars Thema, eingearbeitet und auf dem Klavier spielen lassen.
Die Harmoniesprache ist eher romantisch, inspiriert von Debussy und Ravel.

Das Thema für den Temple of Five wurde in "The Eye of Jupiter" eingeführt. Tyrol wandert durch die Wildnis und entdeckt den Tempel. Nun haben Gamelans für den Sonudtrack ja schon immer eine große Rolle gespielt, dieses Thema brauchte aber ein ganz neues Ensemble aus Glocken, Glockenspielen, Glasmarimba und anderen Schlaginstrumenten. Heraus kam dabei ein charakteristischer Glockenklang, der so nur bei diesem Thema verwendet wird.

Das Thema wurde in späteren Episode erneut benutzt, zum Beispiel als D'Anna ihre Vision der Final Five hat. Auch in den restlichen Folgen der dritten Staffel war es unterschwellig zu hören.
Das Thema wird häufig zusammen mit anderen religiös angehauchten Themen gespielt, zum Beispiel dem Laura-Roslin-Thema.

Damit sind alle wesentlichen, wiederkehrenden Themen behandelt. Zwar gibt es noch weitere, aber die in den fünf Teilen der Blog-Reihe vorgestellten sind die, die sich am meisten entwickelt haben. Ich denke, dass sie auch den höchsten Wiedererkennungswert haben.
Wenn dann aber in der vierten Staffel neues thematisches Material gebraucht wird, und das wird so sein, mache ich vielleicht noch weitere Blogs zu den Themen von "Battlestar Galactica".


So Say We All,

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Quelle: Homepage von Bear McCreary
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26. April 2007 um 20:19 Uhr

Instrumente bei "Battlestar Galactica",Teil I: Duduk

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 26.04.2007

Bear McCreary, der Haus- und Hofkomponist von "Battlestar Galactica" ist ein regelmäßiger Blogger. Neben seiner fünfteiligen Reihe über die Themen von "Battlestar Galactica" veröffentlichte er auch zwei kurze Artikel über häufig für seinen Soundtrack eingesetzte Instrumente.

Lesen Sie heute die Übersetzung des ersten dieser Artikel, in dem es um ein uraltes, armenisches Blasinstrument geht: Das Duduk.

Hörbeispiele finden Sie im Blog auf der Homepage des Komponisten.

Der Artikel ist spoilerfrei.


Der Soundtrack für "Battlestar Galactica" wird mit einem ungewöhnlichen Instrumentarium eingespielt, dass seinen Ursprung in vielen Teilen der Erde hat. Und obwohl bei zahlreichen Episoden der Klang und die Themen von der jeweiligen Geschichte beeinflusst sind, gibt es eine Handvoll Instrumente, die ein wesentlicher Teil des musikalischen Erscheinungsbildes der Show geworden sind. Unter diesen ist das Duduk das melodischste und auch das am häufigsten eingesetzte.

Mein ursprünglicher Plan für den Soundtrack war es, Instrumente zu benutzen, die so alt sind wie irgend möglich. Daher rührt auch der große Anteil von Schlagzeugen und Gesang. Das aus Armenien stammende Duduk jedoch passt ebenfalls in diese Reihe, denn es gehört zu den ältesten Blasinstrumenten der Welt.

Und obwohl es ein harmonisch nicht sehr wandlungsfähiges Instrument ist, kann ihm ein begabter Spieler viele verschiedene Klangfarben entlocken. Ich habe das Glück mit Chris Bleth zu arbeiten, dessen Arbeit auch bei vielen Film- und Fernsehprojekten neben "Battlestar Galactica" gehört werden kann.

Das Duduk wird oft mit einem gespenstischen, traurigen Klang verbunden, der fast schon wie eine menschliche Stimme klingt. In der Episode "Zeichen der Reue" habe ich erstmals mit dem Duduk als führendes, melodisches Instrument experimentiert. Diese denkwürdige Szene stellte sowohl ein Begräbnis in der Gegendwart als auch eines in der Vergangenheit, gezeigt als Flashback, dar. Ich war überrascht, wie schnell die Klangfarbe des Duduk sowohl die lyrische Melodie als auch die bittersüße Traurigkeit transportierte, und dass, ohne zu sentimental zu klingen.

Wenn aber mehr Druck auf das Instrument ausgeübt wird, verändert sich der Klang dramatisch. Der dunkle, reiche Klang seines tieferen Bereichs macht Platz für schrille, stechende Töne, die sogar zwischen einem ganzen Arsenal von Taikotrommeln noch hervorragen. Ich fand diese Technik sehr nützlich, wenn ich lange Trommelstücke hatte und ein starkes Soloinstrument brauchte, das aus dem Chaos herauszuhören war.

Wenn man als Komponist mit Instrumenten arbeitet, die nicht im klassischen Orchester vorkommen, dann muss man mit einer Reihe von Einschränkungen fertig werden und diese Erfahrung kann manchmal frustrierend sein. Wenn man aber lernt, diese Einschränkungen zum musikalischen Vorteil zu nutzen und man mit talentierten und engagierten Musikern zusammenarbeitet, so kann das ganz neue musikalische Möglichkeiten für einen Soundtrack eröffnen. Chris Wissen über traditionelle Duduk-Spieltechnik (und seine Bereitschaft, auch weniger traditionelles zu spielen) haben aus dem Duduk einen wesentlichen Teil des Soundtracks von "Battlestar Galactica" gemacht.

So Say We All,

-Bear

Quelle: Homepage von Bear McCreary

Weiterführende Links:
Das Duduk in der Wikipedia

Über Bear McCreary und seine Musik können Sie hier im Forum diskutieren. Sie können dort auch alle bisher übersetzten Blogbeiträge nachlesen.

Die Soundtrackalben zu Staffel 1 und Staffel 2 von "Battlestar Galactica" sowie zur Miniserie können sie in unserem Shop erwerben.
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02. Mai 2007 um 19:03 Uhr

Instrumente bei "Battlestar Galactica",Teil II: Violine

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 02.05.2007


Bear McCreary, der für "Battlestar Galactica" die komplette Filmmusik komponiert, ist auch ein regelmäßiger Blogger.

Neben seiner fünfteiligen Reihe über die Themen von "Battlestar Galactica" und seinen zahlreichen Beiträgen zu aktuellen Folgen veröffentlichte er auch zwei kurze Artikel über häufig für seinen Soundtrack eingesetzte Instrumente.

Lesen Sie heute die Übersetzung des zweiten Instrumentenartikels: die Geige. Hörbeispiele finden Sie im Blog auf der Homepage des Komponisten. Der Artikel ist spoilerfrei.



Ein Künstler, den Sie von Anfang an in nahezu jeder Episode von "Battlestar Galactica" hören konnten, ist Paul Cartwright.

Paul Cartwright ist ein ausgebildeter Musiker, aber bei diesem Auftritt klang er selten wie ein traditioneller Geiger. Statt dessen benutzte er seine elektrische Geigenausrüstung, um einen fremdartigen Klang zu erzeugen, der von gespenstisch und mysteriös bis hin zu kreischend und erschreckend reichte.

Er entwickelt oft choralartige Passagen, indem er viele Tonspuren übereinander legt. Und manchmal hat er auch so laut er konnte in das Pickup seiner Geige gebrüllt, während jedes Effektgerät angeschaltet war und er das Wah-Pedal getreten hat.

Anfangs nahm mein Koproduzent und Toningenieur Steve Kaplan immer zwei Tonspuren auf: Das Signal direkt vom Effekte-System und ein Signal, das mit einem Mikrofon an Pauls Verstärker aufgenommen wurde. Schlussendlich haben wir aber darauf verzichtet, das direkte Signal überhaupt aufzunehmen, da das Mikro am Verstärker den Klang erzeugte, den wir alle am besten fanden.

Unsere Aufnahmen gingen weiter und Paul brachte verschiedene Verstärker mit. Wir fanden heraus, dass ein winziger, 50 Jahre alter Fender Tweed Champ die besten Ergebnisse lieferte.

Mit diesem Verstärker war der Klang verzerrt genug, um die akustische Klangfarbe der Geige zu verbergen, aber auch klein genug, so dass die Geige nicht zu sehr nach einer E-Gitarre klang. Wir wurden dadurch also nicht unvorteilhaft auf das Gebiet des Blues-Rock gedrückt.

Für den größten Teil der ersten Staffel diente die elektrische Geige als Klangteppich. Man konnte hervorragend einfache Synthesizerklänge nehmen und subtile Schichten von Komplexität hinzufügen. Und noch immer wird ein Synthesizerklang nicht allein gelassen, weil wir immer irgendwie eine elektrische Geige darüber legen.

Zum Ende der ersten Staffel jedoch ergab sich eine Möglichkeit, die elektrische Geige als Melodiesolisten einzusetzen und das Ergebnis passte überraschend gut zu Galacticas fremdartiger und uralter Klanglandschaft. Das Stück war "Destiny" aus "Kobol, Teil II". Ironischerweise wurde ich oft gefragt, wo ich denn den Sologeiger für diese Episode gefunden habe, wo er doch tatsächlich bei jeder Folge bis zu diesem Zeitpunkt dabei war.

Die Violine wird stark mit der klassischen Musik verbunden. Ich muss sehr vorsichtig sein, und diesen Musikstil beim Soundtrack für "Battlestar Galactica" so selten wie möglich einsetzen. Daher benutzt Paul, auch wenn er Solomelodien spielt, sein Pickup und seine Effektgeräte. Das kann man bei vielen Stücken hören, aber nirgendwo so deutlich wie im Stück "Baltar's Dream" in der zweiten Staffel.

Bislang (das war Oktober 2006, Anmerkung der Übersetzers) ist das dreimal vorgekommen, davon aber einmal in einem Thema, dass vermutlich wieder vorkommen wird. Man erkennt sofort, wie viel wärmer und freundlicher der Klang verglichen mit vorher ist.

Die Geige ist sicher kein ungewöhnliches Instrument, aber Pauls einzigartige Sensibilität macht aus ihm einen einmaligen Künstler, und er ist ein wesentlicher Bestandteil des Soundtracks von "Battlestar Galactica".

So Say We All,

-Bear


Quelle: Homepage von Bear McCreary


Über Bear McCreary und seine Musik können Sie hier im Forum diskutieren. Sie können dort auch alle bisher übersetzten Blogbeiträge nachlesen.

Die Soundtrackalben zu Staffel 1 und Staffel 2 von "Battlestar Galactica" sowie zur Miniserie können sie in unserem Shop erwerben.
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11. Mai 2007 um 18:54 Uhr

Bear McCreary über seinen Namen und seine "Galactica"-Favoriten

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 11.05.2007

"Battlestar Galactica"-Komponist Bear McCreary gab der tschechischen Fanseite BSG.cz ein exklusives E-Mail-Interview. McCreary erzählt, welches sein Lieblingsmusikstück ist und welcher Charakter und welche Episoden seine Favoriten sind.

Außerdem hofft er, so wie viele Fans der Serie, dass Romo Lampkin in der vierten Staffel wieder auftaucht. Und dem ganz neugierigen Fan erzählt er auch, wie er zu seinem ungewöhnlichen Vornamen kommt.

Das Interview enthält Spoiler bis zum Ende der dritten Staffel.


1) Wer sind Ihre musikalischen Vorbilder?

Auf dem Gebiet der Filmmusik sind meine Idole Elmer Bernstein, Jerry Goldsmith, Bernhard Herrmann und Danny Elfmann. Ich muss aber auch Queen, Pink Floyd und Oingo Boingo nennen.


2) Wie sind Sie zu "Battlestar Galactica" gekommen?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort.


3) Haben sie einen Lieblingscharakter und eine Lieblingsfolge?

Coole Frage. Mein liebster Charakter könnte Col. Tigh sein. Sogar, bevor enthüllt wurde, wer er ist... oder sein könnte. Aber es war immer interessant, für ihn Musik zu schreiben. Und was die Lieblingsfolge angeht... Ist es fair, "Occupation", "Precipice" sowie "Exodus, Part I" und "Exodus, Part II" zusammenzuschmeißen? Der ganze New-Caprica-Handlungsbogen war einfach unglaublich.


4) Gibt es irgendwelche Lieblingsszenen bei BSG? Entweder wegen der Musik oder des Inhaltes?

Die Schlacht in "Exodus, Part II" ist unglaublich, aber ich muss gestehen, die Schlussmomente von "Crossroads, Part II" gewinnen wahrscheinlich.


5) Es gibt so viele verschiedene Themen in Ihrer Musik. Was ist Ihre musikalische Inspiration?

Die Inspiration zur Musik kommt direkt aus der Serie. Es ist schwer, Einflüsse von außen zu einer Serie zu bringen, die so dynamisch ist wie "Battlestar Galactica" und die sich so stark weiterentwickelt. Ich sehe mir einfach jede Folge an und lasse mir von der Geschichte diktieren, wohin die Musik gehen soll.


6) Welches war das technischste Werk, das Sie komponieren mussten?

Ich glaube, dass "Battlestar Sonatica" aus "Torn" und "Battlestar Operatica" aus "Ellen" einen wirklich klassischen Klang brauchten. Ich musste mich auf meine klassische Ausbildung verlassen und mich an die Sonatenhauptsatzform und an klassisch/früh-romantische Sprache erinnern. Meistens ist die Musik in "Battlestar Galactica" aber offensichtlich viel freier.


7) Wie wächst aus der anfänglichen Idee für eine Komposition ein fertiges Produkt?

Jede Folge ist ihr eigenes, einzigartiges Abenteuer. Manchmal kommen Ideen, während wir gerade aufnehmen und wir entwickeln einige Aspekte des Stückes spontan neu. Man muss einfach offen für alles sein, aber man muss auch dafür sorgen, dass man nicht zu viel improvisiert, denn sonnst verpasst man seine unglaublich wichtigen Abgabetermine.


8) Welches Stück, dass Sie für "Battlestar Galactica" komponiert haben ist Ihr liebstes?

Ist zwar ein bisschen eine faule Ausrede, da ich es nicht wirklich komponiert habe, aber es ist mein Arrangement von "All Along the Watchtower". Obwohl es auf Bob Dylans Melodie und Text basiert, konnte ich soviel von meiner eigenen musikalischen Persönlichkeit einbringen, dass es ein ganz neuer Klang wurde. Einzigartig für "Battlestar Galactica".


9) Was haben Sie noch nicht benutzt, würden es aber gern mal nutzen? Ich meine irgendwas wie Jazz-Klavier oder so.

Jazz-Klavier? Das hatten wir schon! Sehen sie sich "Der Zwölferrat" an.


10) Welchem der Charaktere, die noch kein eigenes Leitmotiv haben, würden Sie gern eines geben und wie würde das aussehen?

Wow, das ist schwer, denn es hat schon fast jeder Charakter ein eigenes Thema... Oder drei. Naja, ich würde gern ein Thema für Romo Lampkin, den Rechtsanwalt in den letzen drei Folgen der dritten Staffel schreiben. Ich hoffe, er kommt in der nächsten Staffel zurück.


11) Sollte Katee Sackhoff nicht ein Stück für den Soundtrack von "Maelstrom " singen?

Es wurde darüber gesprochen, dass sie ein Lied in "Takin' a Break from all your Worries" singen könnte, aber die Zeitpläne ließen das nicht zu. Hoffentlich singt sie irgendwann mal irgendwas anderes.


12) Wie schwer ist es, der Versuchung zu widerstehen, für aufregende Gaststars ein eigenes Leitmotiv zu schrieben, wenn es doch eine große Wahrscheinlichkeit gibt, dass es einmalige Gäste sind, die nie wieder auftauchen und dann das Thema nie wieder verwendet werden kann?

Manchmal ist das unmöglich. Es gibt Zeiten, wie in "Schwarzmark" und "Hero", da ist das einfach ganz klar erforderlich. Aber es ist schon irgendwie Mist, wenn man weiß, dass das Thema im musikalischen Limbo landen wird, wenn die Folge zu Ende ist. Aber so ist das Leben.


13) Welches Musikstück, dass sie für "Battlestar Galactica" geschrieben haben, war die größte Herausforderung?

Die Szenen, als Col. Tigh seine Frau tötet, und als Starbuck stirbt. Da diese Szenen so lange dauern, sind das starke, schwierige Szenen, die man aushalten muss. Das kann wirklich deprimierend werden. Aber die Filmmusik war an diesen Stellen wirklich gut, also glaube ich, dass es das wert ist.


14) Letztes Jahr schien es möglich, dass sie einige bisher unveröffentlichte Stücke aus den ersten beiden Staffeln herausbringen könnten. Gibt es immer noch ein Chance dafür?

Gut möglich, dass wir weiteres Material aus jeder Staffel veröffentlichen werden. Das wird wahrscheinlich auf einer CD sein, die nach der vierten Staffel erscheinen wird, aber das Warten wird sich lohnen.


15) Haben Sie für Lieder wie "Wander My Friend" oder "Battlestar Operatica" den Text selbst geschrieben?

Ja, ich schreibe so viele Texte wie möglich selbst. Manchmal nehme ich den Text aus der Folge und übersetze ihn in eine andere Sprache ("Kobol", "Lords of Kobol"). Ich habe auch den Text für die Eröffnungssequenz in "Occupation" geschrieben.


16) Gibt es Neuigkeiten zur Veröffentlichung des Soundtracks zur dritten Staffel? Und wird es wieder eine limitiertes, signierte Ausgabe bei La La Land Records geben, so wie letztes Jahr?

Geplant ist die Veröffentlichung zur Zeit Mitte August. Und ich bin mir sicher, dass La La Land wieder signierte CDs für die frühen Besteller hat, so wie immer.


17) Was hören Sie in Ihrer Freizeit?

Was ist "Freizeit"? Nur ein Scherz, irgendwie jedenfalls. Egal, ich höre alles mögliche. Schauen Sie sich die Antwort zu 1) an und Sie bekommen einen guten Eindruck davon, was ich normalerweise auswähle.


18) Haben Sie neue Projekte in Planung?

Im Sommer vertone ich die zweite Staffel von "Eureka" für Sci Fi. Und ich habe einen Film namens "Wrong Turn 2" mit Henry Rollins gemacht, der kommt zu Halloween raus.


19) Können Sie uns schon etwas über die musikalische Überraschung zum Staffelfinale verraten?

Oops. Da habe ich wohl zu lange mit der Beantwortung der Fragen gewartet.


20) Woher kommt der Name "Bear"?

Was soll ich sagen? Meine Eltern waren Hippies.


Quelle: bsg.cz
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