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Michael Nankin
Regisseur bei Caprica und Battlestar Galactica

#1 Mitglied ist offline   Pedda 

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24. März 2009 um 16:27 Uhr

Michael Nankin

Regisseur


IMDb | Battlestar Wiki


Michael Nankin ist ein amerikanischer Autor, Produzent und Regisseur. Mit Ausnahme von Michael Rymer hat er bei mehr "Battlestar Galactica"-Episoden Regie geführt als alle anderen Regisseure:

Flight of the Phoenix
Scar
The Passage
Maelstrom
The Ties That Bind
Faith
Sometimes a Great Notion
Someone to Watch Over Me
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#2 Mitglied ist offline   xshrekx 

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26. März 2009 um 18:37 Uhr

Regisseur Michael Nankin vergleicht "Battlestar" und "Sarah Connor Chronicles"


von Mirco Neubauer (xshrekx) und René Kissien (Lex) | 26.03.2009

Für "Battlestar Galactica" führte Michael Nankin seit der zweiten Staffel Regie. Seine erste Folge war "Flight of the Phoenix". Neben "Battlestar Galactica" arbeitete Nankin auch für "Terminator: The Sarah Connor Chronicles".

Abbie Bernstein vom if Magazine sprach mit dem Filmschaffenden über seine Erfahrungen bei "Battlestar". Der Regisseur erklärte, wie der Kampfstern ihn zu einem besseren Regisseur und auch Drehbuchautoren gemacht hat und er vergleicht "Battlestar Galactica" mit "Terminator".



Michael Nankin: Ich weiß alles, was Sie wissen wollen.

iF Magazine: Großartig, was können Sie uns verraten?

Michael Nankin: Gar nichts. Sie wollen das auch gar nicht wissen. Das alles in der Serie herauszufinden macht so viel mehr Spaß.


iF Magazine: Haben Sie irgendwelche Lieblingsfolgen bei "Battlestar Galactica"?

Michael Nankin: Meine Lieblingsfolge von denen, die bereits ausgestrahlt wurden, ist "Maelstrom". Das ist die, in der Starbuck stirbt. Wir finden dann später heraus, dass sie nicht wirklich gestorben ist. Katee Sackhoff und ich, wir beide hatten da sehr viel emotionale Tiefe, als wir diesen Charakter gemeinsam erforscht haben. Ich habe sie an sehr schmerzvolle, persönliche Orte gedrängt und sie war mehr als bereit, das mitzumachen. Was das Verhältnis von Regisseur und Schauspielerin angeht, war das ein sehr wertvolles Erlebnis. Sehr viel harte Arbeit. Diese Folge habe ich darum sehr gern. Und alles, was wir erarbeitet haben, war auch auf dem Bildschirm.


iF Magazine: Was wollten Sie für den Auftakt der zweiten Staffelhälfte aus den Schauspielern herauskitzeln?

Michael Nankin: Ach, wissen sie, das letzte, was wir in "Battlestar Galactica" [am Ende der ersten Staffelhälfte] gesehen hatten war, dass sie es zu Erde geschafft hatten. Der Staffelauftakt macht also genau da weiter und beschäftigt sich mit der emotionalen Leere. Etwas 30.000 Leute versuchen die Erde zu finden. Und als sie da ankommen, ihren Herzenswunsch erfüllt bekommen, ihren Weihnachtsbaum sehen, ist es ein Albtraum.
Ich mag trauriges Drama. Ich liebe Tragödien. Nicht nur Tragödien, die deprimierend sind sondern auch Tragödien, die erhebend, schlussendlich und erlösend sind.

Und genau das ist der Auftakt der zweiten Staffelhälfte. Wenn jeder nur rumsitzt und Trübsal bläst, dann wird das langweilig sein. Man muss also akzeptieren, dass sie nun einmal da sind und das hinter sich lassen. Irgendwie die Mitte finden, den Humor, das Leben darin. Für uns war es ein Vorteil, dass die Folge während des Autorenstreiks gedreht wurde. Bei all den Vorbereitungen für die Folge wussten wir nicht, ob wir sie tatsächlich drehen würden oder nicht. Und genau bevor wir zu Drehen begannen traten die Autoren in Streik und die Produzenten haben die Stadt verlassen. Und wir bekamen grünes Licht, die Folge zu machen. Zu der Zeit wusste niemand, ob wir die letzte Folge von "Battlestar Galactica" drehen würden oder nicht. Denn wir wussten: Wenn der Streik sechs Monate dauern würde, dann würden wir nie zurück kommen. Es wurde für das Studio finanziell keinen Sinn machen, die Serie zurück zu bringen. Die Tatsache, dass wir also vielleicht unser letztes Hurra drehten... alle haben alles gegeben. Jeder wollte die beste Arbeit seines Lebens abliefern und so arbeiteten all diese großartigen Schauspieler auf ihrem höchsten Niveau.


iF Magazine: Glauben Sie, dass es zwischen "Battlestar Galactica" und "Sarah Connor" thematische oder praktische Ähnlichkeiten gibt?

Michael Nankin:In beiden gibt es heiße Robotermädchen. (lacht) Nun, wenn man menschliche Roboter hat, die unter den Menschen leben, dann beschäftigt man sich offensichtlich mit Fragen wie: Was ist menschlich? Könnten sie Menschen sein? Sind wir so menschlich wie sie? Was heißt es überhaupt ein Mensch zu sein? Ist es die Erfahrung oder die Tatsache, dass man aus Fleisch und Blut ist? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt beider Serien.


iF Magazine: Ist es leichter, bei "Battlestar" Regie zu führen, weil Sie die Grundregeln unserer gegenwärtigen Kultur nicht haben oder ist es bei "Terminator" einfacher, weil Sie sie haben?

Michael Nankin: Ich finde es bei "Battlestar" leichter. In erster Linie, weil sie beim Schreiben von "Battlestar" daran denken, wie hoch das Budget ist. Die Geschichten, die man bekommt - die Drehbücher - passen also bequem zu den Ressourcen der Produktion. "Sarah Connor" dagegen versucht immer ein Kinofilm zu sein. Das geht also immer an die Grenzen der Produktionsressourcen. Mit den "Terminator"-Filmen haben wir Vorgaben. Die hatten riesige Kulissen. Wie soll man das in einer Serie machen? Und doch versuchen wir es.


iF Magazine: Hilft es, dass Summer Glau (sie spielt den Terminator Cameron) so fit ist, was die Action angeht?

Michael Nankin: Oh, sie ist unglaublich. Wissen Sie, das andere, was die beiden Serien gemeinsam haben, ist das unglaubliche Ensemble. Die Folge ("Mr. Ferguson Is Ill Today"), die ich bei "Sarah Connor" gemacht habe... da hatte ich nicht viel mit Summer Glau zu tun und auch nicht wirklich viel Action mit ihr.

Die Action war mit dem Cromartie-Terminator (Garett Dillahunt) und Thomas Dekker und Levin Rambin. Das hat Spaß gemacht. Ich mochte die Art, wie die Geschichte erzählt wurde (als wir verschiedene Perspektiven auf die gleichen Ereignisse gesehen haben). Jedes Mal, wenn wir zurück gingen zu einer Szene, die wir bereits gesehen hatten, habe ich das versucht kürzer aufzunehmen. Wenn man einmal den Gedanken hatte, dass das aus einer früheren Szene sei, dann kann man auch Wissen über diese Szene in einem anderen Licht haben. Sobald man das begriffen hat, wollte ich damit auch durch sein. Ich wollte das nur sehr schnell machen.


iF Magazine: Woran arbeiten Sie zur Zeit?

Michael Nankin: Ich schreibe einen Piloten für Fox und werde für eine Folge von CSI Regie führen.


iF Magazine: Freuen Sie sich darauf, mit Laurence Fishburne zu arbeiten?

Michael Nankin: Machen Sie Witze? Er hat einige meiner Lieblingsfilme produziert oder darin mitgespielt. "Always Outnumbered" ist dieser wunderschöne Film von HBO, der auf dem Buch von Walter Mosley basiert. Ich kann es kaum erwarten, ihm zu sagen, wie sehr ich den Film liebte.


iF Magazine: Glauben Sie, dass Sie "Battlestar" vermissen werden und werden Sie bei "Caprica" dabei sein?

Michael Nankin: Ich werde "Battlestar" sehr vermissen. Und ich hoffe, bei "Caprica " auf die eine oder andere Weise dabei zu sein. "Battlestar" hat die Art, wie ich Dinge angehe, verändert.

Es hat verändert, wie ich schreibe. Ich schreibe jetzt viel besser als je zuvor, weil ich diese Serie als Beispiel hatte. Und es hat die Art verändert, wie ich Regie führe, weil ich am Set so viele Freiheiten hatte. Freiheiten, die ich vorher nie hatte. Ich konnte als Regisseur wachsen. Ich bin also ein doppelt so guter Filmemacher wir vor meiner Zeit bei "Battlestar".



Quelle:
Interview beim iF-Magazine
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#3 Mitglied ist offline   Pedda 

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05. April 2009 um 22:16 Uhr

Nettes kleines Interview. Von Michael Nankin würde ich gern noch viel mehr lesen oder hören. Von Produzent Michael Rymer abgesehen, saß schließlich niemand öfter im Regiestuhl als Nankin.

Und von allen BSG-Regisseuren ist er mir der liebste. Ich mag, wie intensiv er Momente und Emotionen inszeniert und dabei trotzdem weder aufdringlich ist noch den Fluss der Folge gefährdet. Außerdem scheint ihm die Einbindung der Musik sehr am Herzen zu liegen. Ganz besonders gefallen mir deshalb "Scar", "The Ties That Bind" und "Someone to Watch Over Me".

Von Luciana Carro, Nicki Clyne, Bear McCreary sowie von Bradley Thompson und David Weddle wurde er wegen seines kooperativen Stils übrigens sehr gelobt. Vielleicht gelingt ihm das auch deshalb, weil er nicht nur Regisseur, sondern auch Autor und Produzent ist.
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#4 Mitglied ist offline   Pedda 

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18. August 2009 um 11:45 Uhr

Mein BSG-Lieblingsregisseur wird nun auch bei mindestens einer Folge von "Caprica" Regie führen. :)
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#5 Mitglied ist online   penumbra 

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18. August 2009 um 12:04 Uhr

Yay!

Mehr muss dazu nicht gesagt werden. :)
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#6 Mitglied ist offline   Pedda 

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24. September 2009 um 17:35 Uhr

Beitrag anzeigenpenumbra, on 18.08.2009, 13:04, said:

Yay!

Mehr muss dazu nicht gesagt werden. ;)

It gets better: Laut Mo Ryan wird Nankin in Season 1 bei mindestens drei Folgen Regie führen. Oh, wie ist das schön. :)
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#7 Mitglied ist offline   xshrekx 

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14. November 2009 um 16:50 Uhr

Für Nankin war "Battlestar" zu sehr wie "Star Wars"

von Mirco Neubauer (xshrekx) und René Kissien (Lex) | 14.11.2009

Michael Nankin war bei "Battlestar Galactica" schon Regisseur und kehrte auch für die Prequel-Serie "Caprica" wieder ins Serienteam zurück. Marcel Damen von Galactica TV sprach vor einiger Zeit mit dem Regisseur, der auch in verschiedenen Produzentenrollen oder auch als Autor für Serien wie "Picket Fences", "American Gothic" oder auch in den Neunzigern "Life Goes on" gearbeitet hat.

Im ersten Teil unserer Übersetzung erzählt Nankin, wie er zum Film gekommen ist und wie es für ihn als Mitarbeiter des Disney-Konzerns war. Außerdem berichtet er von seiner langjährigen Freundschaft zu "Battlestar"-Produzent David Eick, die im auch das Engagement bei der Kampfstern-Produktion einbrachte.




Galactica TV: Zuerst möchte ich Ihnen danken, dass Sie sich die Zeit für dieses Interview genommen haben.

Michael Nankin: Ist mit ein Vergnügen. Ganz bestimmt.


Galactica TV: Können Sie uns ein wenig über Ihren Hintergrund erzählen? Woher Sie kommen und wie Sie Regisseur geworden sind?

Michael Nankin: Nun, ich wurde in Los Angeles geboren und wuchs in einem Stadtteil namens San Fernando Valley auf. Das ist eine ruhige Vorstadt-Gegend. Ich bin in einer Familie mit medizinischem Umfeld aufgewachsen. Wir kannten also nie wirklich Leute mit künstlerischem Hintergrund oder aus der Unterhaltung oder so etwas. Auch wenn ich in LA war, so war ich doch soweit von Hollywood weg wie alle anderen auch.

Mein Großvater hat mir eine Filmkamera in die Hand gedrückt, als ich zehn war. Es war eine alte Super8-Kamera aus den Vierzigern. Das war es für mich. Seit ich die Kamera das erste Mal in den Händen hatte, habe ich nie wieder ernsthaft darüber nachgedacht, etwas anderes zu machen. Aber ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass ich davon tatsächlich leben könnte.

Ich dachte immer, dass ich Arzt werden würde oder Anwalt oder all die anderen Sachen, die die Erwachsenen in meinem Leben waren. Und, dass ich Filme als Hobby machen würde. Erst als Teenager begann ich darüber nachzudenken, dass es einen anderen Weg geben könnte. Und es gab ihn. Ich ging hier in Los Angeles auf die Kunstschule. Ich dachte daran, Maler oder Zeichner zu werden. Ich habe das oft gemacht, aber ich fand es nie so aufregend wie Filme machen. Zum Ende des Studiums wechselte ich dann auf die Filmschule der UCLA. Das war in den späten Siebzigern. Das funktionierte so, wie jeder davon träumt, das Filmschule funktionieren wird. Ich habe diesen sehr ambitionierten Studentenfilm gemacht und als ich mit dem College fertig war, sahen ihn die richtigen Leute. Ich habe einen Job in den Disney Studios bekommen und 30 Jahre lang gearbeitet.


Galactica TV: Ziemlich cool.

Michael Nankin: Ja, ich hatte sehr viel Glück.


Galactica TV: Was haben Sie bei Disney gemacht?

Michael Nankin: Ich hatte einen Partner beim Filme machen, David Wechter, und wir wurden engagiert. Das war 1977 oder 78. Zur der Zeit leitete Ron Miller das Studio. Das war Disney Erbe bevor Eisner kam und das Studio umgekrempelt hat. Walt starb und irgendwie wusste niemand, was zu tun war. Sie haben schlechte Filme gemacht. Ihr großer Film in dem Jahr war einer der Herbie-Filme. Sie wussten nicht mehr, wer ihr Publikum war. Sie sahen meinen Studentenfilm und holten mich und meinen Partner und sagten: "Wir wollen die Teenager erreichen. Wir heuern Euch dafür an." Wir haben einen Film namens "Midnight Madness" gemacht, der 1980 raus kam. Es war der erste Film von Disney mit PG-Rating [Anm.d. Übers.: "Begleitung eines Erwachsenen empfohlen"]. Es war eine College-Komödie. Wir besorgten Michael J. Fox die Green Card, damit er in den Staaten arbeiten konnte. Sein erster Film. Es war der erste Filmauftritt von Pee Wee Herman. Wir hatten also alle diesen neuen Gesichter und dann hatten wie noch all diese großartigen, alten Disney-Charakterdarsteller. Wir hatten John Fielder, Frtiz Feld und all diese Leute, die wir alle unser ganze Leben lang gesehen hatten. Und sie spielten in dieser Komödie. Das war wie in einer verrückten Erfolgsgeschichte. Ein Jahr aus der Filmschule und wir waren 22 und machten einen Film bei Disney.


Galactica TV: Können Sie jemanden erwähnen, der Sie damals unter seine Fittiche nahm?

Michael Nankin: Nein damals war nicht wirklich... außer... Das waren zwei beim Studio. Einer war der Director of Photography, den sie uns zugeteilt hatten. Das war ein wundervoller Mensch namens Frank Phillips. Er war Ende 60 als wir das gedreht haben. Das war interessant, weil wir so jung waren. Als wir die Crew für den Film zusammen gesucht haben, haben wir allen immer wieder gesagt: "Besorgt uns Leute mit grauen Haaren, weil wir Leute brauchen, die mehr wissen als wir. Die müssen uns durch das Ding helfen."

Frankie Phillips war unser Retter. Er hatte sehr viel gemacht. Er war Kameramann bei "Singing in the Rain". Er erzählte diese wundervollen Geschichten. Wir hatten eine wunderbare Script Supervisorin namens Meta Carpenter. Die hatte sogar deren Gewerkschaft begründet. Sie war in den Dreißigern und Vierzigern in Hollywood die Freundin von William Faulkner. Sie hatte alle John-Huston-Filme gemacht und alle Filme von Mike Nichols und sie war die letzten 40 Jahre auf jedem interessanten Filmset. Und die hat mit uns gearbeitet. Das war unglaublich. Einfach unglaublich.


Galactica TV: Der Studentenfilm, an dem Sie gearbeitet hatten, war das "Gravity"?

Michael Nankin: Nein, dass war einer, den ich früh im College gemacht habe, der hinterher ne Menge Preise gewonnen hat. Aber der Film, den wir machten, der uns all diese Aufmerksamkeit einbrachte, war "Junior High School". Das war eine altmodische 40-minütige musikalische Komödie. So wie "High School Musical" heute.


Galactica TV: Was haben Sie bei dem Film gemacht? Haben Sie Regie und Drehbuch und solche Sachen gemacht?

Michael Nankin: Ja, ich habe ihn produziert, geschrieben und Regie geführt.


Galactica TV: Mussten Sie als junger Filmemacher auch alle möglichen Jobs machen nur um an Filmset rumhängen zu können? Unbezahlte Praktika?

Michael Nankin: Nein, nicht wirklich. Ich hatte zwei Jobs bei kleinen Unternehmen. Ich hatte nie diese Ziwschenanstellungen bei Studios oder in größeren Organisationen. Wegen meines zeichnerischen Hintergrundes habe ich für zwei kommerziellen Unternehmen gearbeitet, die Werbefilme machten. Die machten viel Animation. Ich holte da Kaffee, fegte mal durch und ordnete die Negative. Ich habe aber auch Storyboards gemacht und geschnitten. Das war eine dieser Lernerfahrungen, bei denen mich irgendwer mehr machen lies, als wirklich in meiner Jobbeschreibung stand.


Galactica TV: Was war das wichtigste, das Sie gelernt haben, das Ihnen aber nicht in der Schule beigebracht wurde?

Michael Nankin: Oh, das wichtigste, dass ich gelernt habe... Ich glaube, ich kann sagen, dass ich von meinem Vater etwas über Arbeitsethik gelernt habe. Er war ein Optimist, und er hatte eine Praxis in Hollywood. Ich machte für in die Anmeldung. Ich habe Professionalität und Arbeitsethik gelernt, die mir in Hollywood sehr geholfen haben. Das bringen sie dir in der Filmschule nicht wirklich bei. Sie unterrichten nicht den geschäftlichen Teil. Ich meine nicht, wie die Arbeit finanziert werden kann sondern das Geschäftliche. Wie man Kontakte pflegt und Freundschaften aufbaut und all sowas.


Galactica TV: Sie haben zu einer Zeit angefangen, als die erste "Battlestar Galactica"-Serie gedreht wurde. War das damals in Hollywood ein großes Thema?

Michael Nankin: Hm, ich glaube ja. Ich glaube, ich erinnere mich an einen Hype. Ich erinnere mich, dass ich davon hörte, was für eine teure Serie das war. Es war die teuerste Serie, die je gedreht wurde. Ich stand der ersten Serie aber distanziert gegenüber. Ich fand sie einfach zu "Star Wars"-mäßig. Die erste "Battlestar"-Serie zog mich nie wirklich in ihren Bann, weil sie dem Erfolg von "Star Wars" zu sehr nacheiferten. Ich dachte nur: "Oh, ein weiterer Versuch des Fernsehens an einer originellen Idee mit zu verdienen." Es interessierte mich nicht, in wie weit sie es geändert hatten. Was sie sich überlegt hatten. Es schien einfach... Ich konnte nicht darüber hinwegsehen. Die erste Inkarnation der Serie schlug mich also nie wirklich in ihren Bann. Wann war das? In den späten Siebzigern?


Galactica TV: Ja. 78.

Michael Nankin: Die Originalserie? Ich war so.. wissen Sie, ich war Filmstudent und ich wusste alles. Jetzt nicht mehr, aber damals war das so (lacht). Ich reiche da wohl nicht mehr dran.


Galactica TV: Was dachten Sie, als es neu aufgelegt wurde?

Michael Nankin: Es war interessant. Ich war seit Jahren mit David Eick befreundet. Wir hatten uns beim Fernsehen, bei "American Gothic", kennen gelernt. Wir haben uns angefreundet und seit dem an verschiedenen Projekten gearbeitet. Ich wusste, dass er da dran war. Ich glaube, er war in leitender Stellung bei Universal als die ersten Ideen..., als sie sich erstmals entschieden, "Battlestar" zu machen. Als ich dies das erste Mal hörte, dachte ich nur. "Oh, bitte! Von all den Serien, die man neu machen könnte, warum diese?" (lacht) Aber er arbeitet daran und ich habe zuerst nicht einmal den Piloten gesehen.

Ganz am Anfang war ich nicht beteiligt, weil David und ich an einem anderen Projekt für den Sci Fi Channel gearbeitet haben. Wir haben eine Miniserie geschrieben. Die hat mich völlig gefesselt. Sie wurde nicht gekauft und nachdem ich Monat um Monat dran geschrieben hatte, hatte ich kaum Geld verdient. Und ich wusste also, dass "Battlestar" produziert werden würde. Und als unsere Miniserie nichts wurde, sagte ich: "David, Du musst mir einen Regieauftrag bei 'Battlestar' besorgen. Ich brauche Geld." So kam ich dazu. Ich brauchte Geld, schnell. Er sagte also: "In Ordnung." Als ich dann wusste, dass ich den Job hatte, besorgte ich mir die Miniserie und alles, was bis zu meiner Folge schon fertig war und es haute mich um. Ich fand es brillant.

Ich hatte keine Ahnung und ich hielt nicht viel von der ersten Serie. Auch wenn ich nicht wirklich viel davon gesehen hatte. Ich hatte aber in meiner jugendlichen Arroganz eine so schlechte Meinung davon, dass ich nicht viel erwartet habe. Bis ich Michael Rymers Miniserie gesehen habe und das war einfach brillant. Ich war so aufgeregt. Das erste Mal, dass da eine Weltraumszene in der Serie zu sehen war, war ein Schnitt auf zwei Viper. Und die Kamera konnte ihnen nicht ganz folgen? Sie versuchten, sie mit dem Zoom zu erwischen? In diesem Moment wusste ich, dass ich etwas ganz neues sehe, weil niemand vorher diesen Dokumentarfilmstil bei Spezialeffektaufnahmen verwendet hat. Ich dachte mir: "Oh mein Gott, diese Leute wissen wirklich was sie tun. Sie geben dem einen einheitlichen Look." Sie erschaffen eine neue Sprache, eine neue Sprache für das Science Fiction-Fernsehen. Jetzt machen das alle.

Dann las ich Ron Moores Manifest. Das war das Dokument, das er benutzte, um die neue Serie bei Sci Fi zu verkaufen. Dann sagte er, wie es sein würde. Es war aufregend. Und er bleib dem während der gesamten Serie treu.

Ich bin also im Grunde in etwas wundervolles gestolpert. Ich war kreativ sehr überrascht und dachte plötzlich nicht mehr daran, dass ich dringend Geld brauchte. Ich fragte mich plötzlich, ob ich gut genug war um mit diesen Leuten mitzuhalten. Ich habe mich zu Hause intensiv auf meine erste Folge vorbereitet. Das war "Flight of the Phoenix". Nach zwei Drehtagen habe ich David Eick angerufen und gesagt: "Ich mache so viele Folgen, wir Du mich irgendwie geben kannst." Ich hatte erkannt, dass ich nicht nur in eine tolle Serie gestolpert war sondern auch in eine wunderbare Gruppe von Menschen. "Battlestar" wurde für mich das beste, was mir in dreißig Jahren je auf einem Filmset passiert ist.


Quelle: Interview bei Galactica TV
weiterführender Link: Michael Nankin im Forum von CC
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#8 Mitglied ist offline   xshrekx 

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21. November 2009 um 23:48 Uhr

Nankins erste Szene mit Mary McDonnell war furchtbar

von Mirco Neubauer (xshrekx) und René Kissien (Lex) | 21.11.2009

Michael Nankin stieg bei "Battlestar Galactica" mit der Folge "Flight of the Phoenix" als Regisseur ein und verantwortete insgesamt acht Folgen. Er arbeitete auch für die Genre-Serien "Terminator: The Sarah Connor Chronicles" oder "Eureka".

Im zweiten Teil des Interview für Galactica TV verriet der Filmkünstler vor einiger Zeit etwas über die Arbeit mit HD-Video und über seine erste Szene mit Mary McDonnell, der Darstellerin von Präsidentin Roslin.


Galactica TV: War es schwer für Sie, den dokumentarischen Stil zu übernehmen?

Michael Nankin: Ich dachte, das würde es werden. Ich dachte immer (besonders, da ich einen Hintergrund in visueller Kunst habe), dass Komposition ein sehr wichtiges Werkzeug beim Erzählen der Geschichte sei. Ein sehr wichtiges Werkzeug beim Beeinflussen der Gefühle der Zuschauer. Wo ist jemand im Bild? Wo sind sie relativ zu den anderen Personen im Bild? Wie sie sich im Bild bewegen. Das waren Dinge, die ich immer sorgfältig kontrolliert habe.

Dann in diesen Dokumentarstil mit zwei Kameras zu geraten, schien mir zunächst nicht kontrollierbar. Ich dachte, ich käme in eine Situation, in der ich ein sehr wichtiges Werkzeug aufgeben müsste. Es war, als würde ich ein Bild malen und sie würden mir sagen: "Wir verwenden hier kein Rot." und das dann hinbekommen. Ich war zunächst besorgt. Kann ich die Geschichte immer noch richtig erzählen? Komme ich ohne das kompositorische Werkzeug an das Publikum heran? Dann machte ich aber genau die gegenteilige Erfahrung: Ich fand nicht, dass ich etwas aufgegeben hatte, ich fand, ich hätte etwas gewonnen. Es war dann weniger unorganisiert als ich dachte. Meine sorgfältig komponierten Bilder, die ich irgendwie immer verwendet hatte, los zu lassen fühlte sich befreiend an.

Ich hatte also dieses Stilmittel der scheinbaren Dokumentation. Ich habe das seit dem auch bei anderen Sachen verwendet. Ich fand heraus, wie es funktioniert. Zu jeder Zeit laufen zwei Kameras, zumindest fast immer. Manchmal, wenn man nah dran ist, hat man einfach nicht genug Platz für die zweite Kamera. Aber was ich machte: Ich benutzte Kamera A (eine Kamera wird Kamera A genannt, die andere Kamera B ), also ich nehme Kamera A als meine komponierte Kamera, bei der ich weiß, dass ich in einem bestimmten Augenblick in der Szene zurück muss oder von einem Charakter auf den nächsten schwenken muss oder was auch immer. Was auch immer ich mir überlegt habe. Und die Kamera B war irgendwie ein Faktor X. Wir konnten den Blickwinkel von Aufnahme zu Aufnahme verändern und Zeug kriegen, an das ich nicht gedacht hatte. Oft besser, als ich mir das ausgedacht hatte. Ich habe das schnell schätzen gelernt. Ich liebte das. Das Schwere dabei ist, das ganze Material, das man bekommt, im Schnittraum zu sortieren. Da ist einfach unheimlich viel, wenn man jede Szene mit doppelter Kamera dreht. Aber das war ein Geschenk dieser Serie mit diesem Stil.


Galactica TV: Hatten Sie vorher schon einmal mit HD-Video gearbeitet?

Michael Nankin: Ja, hatte ich, aber noch nie so, wie Steve McNutt das benutzt. Ich war bei Serien, die HD benutzten. Da sagte der Director of Photography: "Nun, das sind die Regeln bei HD. HD mag kein Rot. Es wird zu viel zeigen, wenn es richtig loslegt. Wenn es zu hell ist, sieht man nichts. Wir können dies nicht machen. Wir können jenes nicht machen." Und bei allem, was ich in HD gemacht habe, war man sehr darauf bedachtet innerhalb der Regeln zu bleiben. Es war langweilig und sah wie HD-Video aus. Steve McNutt dagegen arbeitet mit HD-Video wie mit Film. Er hält sich an keine der Regeln. Er dreht wie auf Film. Er macht es grobkörnig. Wenn weiß das Bild sprengt, lässt er das zu. Er macht sich keine Sorgen um irgendeine Farbe. Und es sieht fantastisch aus! Es sieht aus wie Film. Ich gebe eine Regieklasse und habe meinen Studenten ein wenig "Battlestar" auf eine großen Leinwand gezeigt und alle dachten, es sei Film.


Galactica TV: Er kriecht wirklich in die Kamera und stellt sie vor Ort ein. Und er überlässt nichts der Post Production. Nur Kleinigkeiten.

Michael Nankin: Ja, ein cleverer Kerl.


Galactica TV: Hatten Sie vorher schon mit anderen aus Cast und Crew außer David Eick gearbeitet?

Michael Nankin: Ich hatte mit Steve McNutt bei "American Gothic" gearbeitet, er und David Eick. Abgesehen davon waren das alles neue Leute.

Galactica TV: Gibt es Kollegen, mit denen Ihnen die Arbeit besonders Freude gemacht hat? Welche, mit denen Sie wieder arbeiten wollen?

Michael Nankin: Alle! (lacht) Wissen Sie, das Geheimnis von "Battlestar"... Alle glauben, das Geheimnis bei "Battlestar" war, wie es endet. Aber das Geheimnis von "Battlestar" ist: Es war das beste, das es im Fernsehen gab.

Was ich erkannt habe, als ich dazu stieß: Da war eine Gruppe von Menschen, die entschlossen waren, die bestmögliche Serie zu machen. Da war kein Egoismus. Jeder war dabei, um im wahrsten Sinne des Wortes die Grenzen zu erweitern. Sich zu verbessern und die Qualität von dem, was sie taten, zu verbessern. Alle waren gleich und jeder half jedem. Ich habe viele verschiedene Programme gemacht und ich habe immer damit gerechnet, darauf gewartet, dass sich das Monster zeigt. Aber da war kein Monster. Keine Prima Donna. Es gab keine Leute mir persönlichen Problemen. Das war einfach... angefangen bei den Leuten im Büro, die Post Production, die Crew, die Schauspieler, die Autoren, ich meine: Alle bei der Serie waren hingebungsvolle Profis. Und sie alle hatten ein großes Herz. Es war, als käme man in den Himmel. Und ich hatte als Regisseur unglaubliche Freiheit. Mehr, als es mir je beim Serienfernsehen begegnet ist. Angefangen mit der ersten Folge gaben sie mir mehr oder weniger das Drehbuch und sagten: "Komm wieder, wenn Du deinen Film hast."


Galactica TV: War das nicht ein wenig beängstigend?

Michael Nankin: Nein, überhaupt nicht. Das war fantastisch.


Galactica TV: Michael Rymer ist ein sehr Schauspieler-orientierter Regisseur. Er lässt die Schauspieler ausprobieren und spielen. Was ist ihr Markenzeichen, an dem die Leute ihre Folgen erkennen?

Michael Nankin: Ich muss zugeben: Genau das. Ich glaube aber, es ist ein wenig vermessen, wenn ich mich mit Michael Rymer vergleiche. Ich halte ihn für ein Genie. Aber auch für mich geht es immer um die Schauspielerei.


Galactica TV: Haben Sie den Schauspielern je so viel Freiheit gelassen, dass sie auch improvisieren konnten?

Michael Nankin: Oh ja. Ich erzähle ihnen eine Geschichte von meiner ersten Szene mit Mary McDonnell in der ersten Folge, die ich gemacht habe. Ich hatte ein paar Tage, hatte aber noch nicht mit Mary gearbeitet. Ich glaube, ich hatte sie auch noch nicht kennen gelernt. Es ist also mein dritter Drehtag und meine Szene mit Mary McDonnell ist dran. Ich bin großer Fan von Mary und ein Freund von mir, der in New York mit Theater zu tun hatte erzählte mir vorher von ihrem legendären Ruf als Broadwayschauspielerin. Ich war also wirklich... Ich hatte wirklich Ehrfurcht vor ihr. Ich wollte unbedingt der Regisseur sein, den sie verdiente.

Ihre Szene war die dritte Szene, die ich an dem Tag machen musste. Ich ging so schnell ich konnte durch die ersten beiden und habe sie sehr einfach gemacht und sie sehr schnell abgedreht, damit ich mehr Zeit mit Mary hatte. Ich wollte nicht einfach auftauchen und gleich meine erste Szene mit Mary nach dem Motto: "Hey, wir machen Serienfernsehen. Stell dich da hin. Wir drehen." machen. Das wollte ich wirklich nicht. Ich habe mir etwas mehr Zeit verschafft, damit wir uns hinsetzen und nachdenken und mit der Szene arbeiten konnten. Es ist eine Szene, in der sie in die Krankenstation kommt, weil Doc Cottle einige Tests gemacht hat und die Ergebnisse wegen ihres Krebs hat. Die Szene hatte zweieinhalb Seiten und alles technischer, medizinischer Jargon. Es geht um Zellen und um Metastasen und wie der Krebs ihren Körper zerfrisst. Und es ist einfach Doc Cottle, der zweieinhalb Seiten über medizinische Sachen spricht.

Wir kommen zum Set. Wir lesen es ein paar Mal. Es ist einfach eine furchtbare Szene. Nicht gegen die Autoren, aber es ist einfach... sie wissen schon. Es ist einfach blah blah blah und so weiter und so fort. In Doc Cottles tiefer, stereotyper, fast schon Soap Opera-haften Stimme mit all diesen Erklärungen, und ich denke: "Das ist meine erste Szene mit Mary McDonnell und es ist die schlechteste Szene, die ich je gedreht habe. Das ist furchtbar! Was mach ich bloß?"

Ich lasse sie die Szene also noch ein paar mal lesen. Nicht weil ich sehen muss, wie sie das lesen sondern weil ich Zeit brauche um mir zu überlegen, wie ich das visuell interessant mache.

Wir stellen hinter einem der halbdurchsichtigen Raumteiler eine Lampe auf. Dann sieht es so aus, als sei um jedes Bett ein Vorhang. Diese blauen Vorhänge sind halbtransparent. Ich lasse also Steve McNutt hinter einem eine Lampe aufstellen. Und ich gehe zu Mary und sage: "Nun Mary, Du bekommst hier wirklich schlimme Nachrichten. Wenn es während der Szene einen Augenblick gibt, in dem du Abstand von ihm brauchst, gehe hinter den Vorhang. Hole Luft und sammle dich und komm wieder vor. Ich kann sehen, was du dahinter macht, weil deine Silhouette zu sehen sein wird. Dein Schatten wird an den Vorhang geworfen." Sie mochte die Idee. Sie sagte: "Okay, gut."

Als wir dann an der Szene gearbeitet haben, kommt sie rein. Wir merken, dass sie die Präsidentin ist. Er hat dieses Clipboard mit ihren Daten, und sie sieht es sich an. Sie greift danach, nimmt das Clipboard und sieht es sich an. Und als sie die schlimmen Nachrichten zu begreifen beginnt, macht sie einen Schritt zurück. Sie legt das Clipboard weg und jetzt ist das Bett zwischen den beiden. Dann geht sie hinter den Vorhang. Und wir sehen, wie sie fast ein wenig zerbricht, Atem schöpft, sich sammelt und wieder die Präsidentin wird. Sie kommt wieder hervor, schüttelt seine Hand und geht. Ich fange an, zu mögen, wie das wirkt. Mary McDonnell beginnt zu mögen, wie sich das anfühlt.

Aber wir haben da immer noch diese Seite mit blah blah blah. Es ist wirklich furchtbar. Es reißt alles runter. Ich sage also: "Lasst uns was probieren: Lasst uns die Szene noch einmal machen. Nur das abblocken. Niemand sagt etwas. In der Szene ist jetzt überhaupt kein Dialog mehr. Niemand macht den Mund auf." "Okay, wir probieren das." Sie kommt rein und wir wissen, was gerade passiert. Wir wissen, dass sie die Tests hatte. Wir wissen, dass er die Ergebnisse hat und er hält das Clipboad. Sie kommt rein. Er sieht sie an. Sie nimmt das Clipboard. Sie guckt sich das an. Sie legt es auf das Bett, geht ein paar Schritte zurück, geht hinter den Raumteiler, holt tief Luft, kommt wieder raus, schüttelt ihm die Hand und geht wieder raus. Und alle am Set bekommen Gänsehaut. DAS ist die Szene. Man muss kein Wort sagen.

Aber ich denke mir: Die Produzenten wollen das nicht. Ich denke: "Okay, das ist besser, aber wenn ich ihnen die Aufnahmen gebe und nichts von ihrem Dialog gedreht habe, werden sie mich feuern." Ich weiß, dass es mein dritter Tag als neuer Regisseur ist. Ich darf mit dem Dialog spielen, aber ich darf ihn nicht eliminieren. Ich kann es nicht verantworten, ihn raus zu schmeißen. Ich dachte mir also: Okay. Ich schnappte mir Mary und Donnelly und sagte: "Wir machen folgendes: Wir machen jeder Aufnahme einmal mit Dialog und einmal still. Nur damit wir auf der sicheren Seite sind." Damit waren alle einverstanden und es war großartig und ich war für Mary so etwas wie ein Held. Ich meine, wir saßen da bis die Szene funktioniert hat. Was dann beim Schneiden passiert ist, was schließlich am besten funktioniert hat, war es, etwas vom Dialog zu behalten. Wir haben all die Erklärungen weggelassen. Sie kam rein, nahm das Clipboard, sah es sich an, legte es wieder hin, ging hinter den Vorhang kommt wieder raus. Sie sagt: "Wie lang habe ich noch?" Er sagt: "Vier Wochen." Sie schüttelt seine Hand und sagt: "Danke" und geht raus. Das hat am besten funktioniert. Ich war froh, dass wir den Dialog auch gedreht hatten. Also ja, ich denke, ich kann ihre Frage ob wir improvisieren und so mit ja beantworten. Sogar soweit, dass wir alles raus schmeißen.


Galactica TV: Großartige Geschichte.

Michael Nankin: Mit Aaron habe ich das auch mal gemacht. Das war die Szene in "The Ties That Bind", in der er Probleme mit Cally hatte. Er sitzt da mit Cally und ihrem Kind Nicky. Es gibt da eine lange, lange, lange Szene in der er im Wesentlichen sagt: "Nein, ich habe keine Affäre mit Tory" Das war die gleiche Information immer und immer wieder. Wir haben das auch einmal stumm gedreht und hatte am Ende auch eine Version mit Teilen des Dialogs. Das ist eine großartige Technik, denn in der Stille des Schnittraumes kann man in Ruhe die wichtigen Textzeilen aussuchen. Nicht so wie am Hauptkriegsschauplatz Set. Besonders in dieser Folge, weil das Baby, das wir hatten, keine Sekunde aufgehört hat zu weinen.


Galactica TV: Ja, das ist hart. Michael Rymer sagte auch, dass Aaron viel improvisiert hat. Sie haben die Szenen nie wie im Drehbuch gemacht. Er hat viel improvisiert.

Michael Nankin: Ja, das war interessant. Es gab eine Zeit, zu der sich die Autoren anfingen aufzuregen, weil es alles zu entgleiten drohte. Das Maß an Improvisation begann außer Kontrolle zu geraten. Die Drehbücher bei dieser Serie sind nun einmal verdammt gut. Es ist gefährlich, jedes mal, wenn man am Set ist, zu glauben, man könnte sie verbessern. Manchmal scheinen Dinge am Set ganz großartig, sind es dann aber in Wirklichkeit nicht. Sie sind nicht zu Ende gedacht. Und doch: Wenn man dieser Schauspieler zusammen hat und sie in eine bestimmte Situation bringt, dann kann man bessere Sachen finden, die man sagen kann. Normalerweise geht es eher darum weniger zu sagen als im Drehbuch steht, nicht darum etwas anderes zu sagen. Das macht es besser, weil diese Gesichter in dieser Situation einfach so eloquent sind. Was den Text wirklich ausmacht, ist die Struktur. Wenn man also zu einer Szene kommt, dann zeigt einem das Verhalten der Leute schon viel von der Geschichte. Man merkt, dass man nicht alles aufsagen muss, was im Drehbuch steht.

Oft werden Sachen hinzugefügt. Der Prozess ist... Diese Autoren sind wirklich gut. Normalerweise übertreiben sie es nicht. Aber sobald dann Sender und Studio dabei sind, wollen die immer... die machen sich Sorgen, dass die Dinge nicht klar genug sind. Die Autoren fügen also immer Erklärungen hinzu oder Leute sagen Sachen, die sie normalerweise nicht zueinander sagen würden. Nur um der Sorge des Senders zu begegnen, dass das Publikum nicht versteht, was passiert. Dann kommt man auf die Bühne und all diese Textzeilen fühlen sich falsch an. Normalerweise macht man nicht... Man merkt, dass man diesen Text nicht braucht. Wenn sie dann die fertige Folge sehen, ist es auch für den Sender okay, weil sie erkennen, dass die Idee trotzdem rüber kommt, selbst wenn man es nicht gesagt hat.


Quelle: Interview bei Galactica TV

weiterführender Link: Michael Nankin im Forum von CC
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#9 Mitglied ist offline   Pedda 

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22. November 2009 um 15:05 Uhr

Man ist es von Galactica.TV ja eigentlich schon gewohnt, aber hier muss ich wirklich noch einmal betonen, was für ein wunderbares Interview das ist. Wie schon Rymer vor ein paar Monaten gewährte nun auch mein Lieblings-BSG-Regisseur Nakin allerlei faszinierende Einblicke in die Evolution und den Ansatz einzelner Folgen. Und genau wie Rymer nimmt auch er kaum ein Blatt vor den Mund. :mrgreen:
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#10 Mitglied ist offline   Lex 

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22. November 2009 um 16:01 Uhr

Ich bin an sich kein großer Fan von Interviews. Aber dieses ist echt mal interessant und bietet interessante Blicke hinter die Kulissen. Da lese ich gerne mal rein :mrgreen:
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#11 Mitglied ist offline   xshrekx 

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22. November 2009 um 19:14 Uhr

Kann ich nur bestätigen. Der Mann kann gut und interessant erzählen. Und, was ich als Übersetzer des ganzen sehr schätze: Er spricht ganze Sätze. Meistens jedenfalls. Macht einem die Arbeit viel leichter. Ich mochte besonders seine McDonnell-Anekdote, in der er erklärt, wie schlecht die Szene eigentlich geschrieben war.
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#12 Mitglied ist offline   Victim-Boomers Revenge 

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22. November 2009 um 19:49 Uhr

Ich hab' das galactica.tv-Interview mit Nankin ja schon vor ein paar Wochen im Original-Text gelesen und war damals auch schwerstens begeistert (er ist im Übrigen auch mein Lieblings-"BSG"-Regisseur, und das nicht nur wegen meiner absoluten Lieblings-EP "Maelstrom"). Und ich kann mich Pedda, Lex und xshrekx wirklich nur anschliessen: Die Galactica.tv-Fragestunden sind ja bekannter Maßen ohnehin schon superbe, aber das hier ist tatsächlich noch mal eine Offenbarung mehr - wirklich ganz wunderbare Ausführungen zu seiner Arbeit und seinem Filmverständnis...

Vielen Dank nochmal an Euch Admins (und vor Allem an xshrekx) für die Übersetzungs-Arbeit, mit der ihr das Ganze ja auch einem Publikum, das im Englischen eventuell nicht so bewandert ist, zugänglich(-er) macht... :mrgreen: :clap: :)
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#13 Mitglied ist offline   xshrekx 

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29. November 2009 um 19:11 Uhr

Rymer bekommt den Kran und Nankin den Ärger

von Mirco Neubauer (xshrekx) und René Kissien (Lex) | 29.11.2009

Für "Battlestar Galactica" führte Michael Nankin seit der zweiten Staffel bei acht Folgen Regie. Außerdem dreht er bereits eine Folge des Spin Off "Caprica". Für Galactica TV sprach Marcel Damen mit dem Regisseur über das Filme machen.

Nankin erläutert in Teil Drei des Gespräches, wie er den Dreh plant und was dann in Wirklichkeit passiert. Er erklärt, warum das oft wenig miteinander gemeinsam hat und warum das dennoch gute Ergebnisse liefert. Außerdem verrät der Künstler im dritten Teil der Interviewübersetzung, dass die Resourcen manchmal ungerecht verteilt sind.


Galactica TV: Sind Sie als Regisseur wie Hitchcock, der sich vorher alles überlegt hat, und das tatsächliche Drehen ist der langweiligste Teil oder lassen Sie sich überraschen?

Michael Nankin: Nein, nein, nein. Drehen ist das aufregendste für mich. Aber ich überlege mir alles im Vorfeld, denke mir vorher eine Version aus. Aber beim Filme machen ist es so, dass man mit jedem Schritt mehr über den jeweiligen Film lernt, den man gerade macht. Wenn man das Drehbuch gelesen hat, ist das im Grunde alles, was man hat. Man fängt an, sich an Hand des Drehbuchs eine Meinung zu bilden. Dann macht man weiter und besetzt es basierend auf den Leuten, die man hat. Jetzt weiß man mehr darüber, wie es funktionieren wird. Und dann sieht man die Sets und weiß mehr. Man sieht die Kostüme und weiß mehr. Während man durch die Vorbereitung geht, bringt man sich selbst bei, wie der Film schließlich zusammen passen wird.

Einige der Dinge, die man sich mit dem Drehbuch überlegt hat, sind noch immer wertvoll, andere nicht mehr, weil man damals noch nicht genug wusste. Das eine, was man nicht weiß: Was passiert, wenn man beginnt zu drehen? Wenn man an dem Tag ankommt, die Schauspieler in den Kostümen in den Kulissen, woher auch immer sie in ihrem Leben kamen. Es gibt da eine große Unbekannte, die sich nicht aufklärt, bevor man tatsächlich da ist. Was ich also mache: Ich mache den engsten, detailliertesten Plan, den ich machen kann. Den tue ich in meine Gesäßtasche und sage kein Wort. Ich tauche auf und warte ab, was am Set passiert.

Wenn wir dann proben, gebe ich jedem so viel Freiraum wie nur menschenmöglich. Ich will sie nicht in meinen Plan zwingen. Ich will sie überhaupt nicht in meinen Plan quetschen. Ich will sehen, was sie haben, weil ich die Ideen der Schauspieler noch nicht gehört habe. Ich habe die Ideen des Director of Photography noch nicht gehört. Ich will einfach sehen, wie es läuft und suche mir dann was aus. Wo ihre Ideen besser sind, nehmen wir die. Wo sie es nicht sind, halte ich mich an meinen Plan. Ich lande normalerweise bei einem Flickenteppich aus neuen und alten Ideen, ganz anders als Hitchcock. Das macht den Prozess für mich viel aufregender, Hitchcock langweilte sich am Set. Ich bin begeistert, weil es eine Entdeckungsreise ist.


Galactica TV: Wie viel von ihrem Plan bleibt normalerweise über?

Michael Nankin: Das ist interessant. Mit ist es wichtig, wie eine Szene beginnt und wie sie endet. Wie die Szenen zusammen geschnitten werden, hat nämlich viel mit dem Erzählen der Geschichte zu tun. Das letzte Bild einer Szene und das erste der nächsten Szene, wie man diese beiden Bilder gegenüber stellt, das ist ein wichtiges Stilmittel. Das krasseste Beispiel ist die Komödie: Das Ende einer Szene ist das Mädchen, das sagt:" Ich werde niemals dieses Kleid tragen!" Und die erste Aufnahme der nächsten ist sie in dem Kleid. So bekommt man einen Lacher.

Es ist sehr wichtig, wie Ende einer Szene und Anfang der nächsten zusammen passen. Das bleibt fast immer von meinem Plan übrig. Die Buchdeckel einer Szene bleiben, weil sich niemand sonst am Set Gedanken darüber macht, wie das zusammen geschnitten wird. Normalerweise habe ich einen Überblick über den Bewegungsfluss einer Szene und darüber, wie das die Dramatik erhöht. Auch wenn es da ein gewisses Maß an Entdeckung gibt. Ich versuche das aber immer mehr frei zu halten. Ich habe inzwischen genug Selbstvertrauen, um das in dem Moment zu entwickeln.

Ich mag es, sich das entwickeln zu lassen. Ich mag es, im Laufe des Drehens einer Szene verschiedene Richtungen einzuschlagen. So in der Art von: So soll die Szene emotional wirken, das haben wir. Lasst uns was anderes probieren. Lasst und das komplette Gegenteil probieren. Bevor man da ist und das wirklich dreht, ist man nie sicher. Damit am Set zu experimentieren gibt mir im Schneideraum die Möglichkeit wirklich jede Darstellung und jede Dynamik, die ich haben will, zu erschaffen. Weil ich die stumme Aufnahme habe, die emotionale, die alberne, habe ich all dieses Material. In der Ruhe im Schneideraum kann ich im Grund machen, was ich will.


Galactica TV: Mit welchen Schauspielern arbeiten Sie besonders gerne, weil sie Sie immer wieder überraschen?

Michael Nankin: Ach, ich meine, wissen Sie... die ganze Mannschaft bei "Battlestar" fällt in diese Kategorie. (lacht) Ich hatte eine sehr... ich hatte ein wunderbares Erlebnis mit Katee Sackhoff. Ich führte bei zwei oder drei Folgen Regie, in denen es um ihre Geschichte ging. Die erforderten es wirklich, dass sie als Schauspielerin ihre Grenzen erweiterte.

Wissen Sie, Katee ist keine ausgebildete Schauspielerin. Sie ist einfach ein Naturtalent. Ich habe nie genau gewusst, wie viel sie sich vorbereitet. Ich vermute, so viel ist es nicht. Sie gibt sich einfach dem Augenblick hin und ihre Instinkte in diesem Moment sind einfach fantastisch. Als wir "Maelstrom" gedreht haben, die Reise in Starbucks Psyche, da sind Katee und ich, wir... es war ein sehr intimes Erlebnis. Ich habe gesehen, wie sie Dinge aus ihrem Leben hervor holte und das auf eine Art und Weise dem Charakter gegen hat, die... Ich hatte Respekt vor ihr und ihrem Mut und ihrer Fähigkeit überall hin zu gehen.

Wir hatten ein großartiges, großartiges Verhältnis am Set. Und wir hatten Mary und Eddie, die einfach alles können. Ich liebe Jamie Bamber. Die Leute kommen nicht sofort auf ihn, wenn man über die Schauspieler bei "Battlestar" sprich, weil er subtil ist. Er ist so ein subtiler Schauspieler. Aber seine Instinkte sind einfach stark. Ich arbeite sehr gerne mit ihm. Tahmoh kann dem Publikum zeigen, wer er wirklich ist. Helo ist Tahmoh, weil er mit seiner Figur einfach völlig transparent werden und sich selbst zeigen kann.

Aaron ist großartig, wissen Sie. Oh, und Michael Hogan, Michal Hogan ist erstaunlich! (lacht) Zwei Staffeln mit einem Auge zu machen und dennoch all das rüber bringen, das er geschafft hat. Es gab da einen Moment, da machte ich Nahaufnahmen im CIC wie alle auf Starbucks Tod reagieren. In diesem Augenblick änderte ich den Stil der Serie, weil wir es sehr.... wir stellten die Kamera auf ein Stativ, weil ich in diesen sehr emotionalen Moment kam. Wir hörten also mit dem Handkamera-Dokumentarfilmstil auf. Ich habe sie alle einfach ganz klassisch in dem Augenblick aufgenommen, in dem ihnen klar wird, dass sie für immer gegangen ist. Michael Hogen macht diese Sache, wo er einfach... er zeigt nicht wirklich Gefühl, aber er stirb mit ihr auf der Mattscheibe. Man sieht das Leben aus seinem Körper entweichen. Es ist ein unglaublicher Moment der Schauspielkunst. Wen habe ich vergessen?


Galactica TV: James Callis?

Michael Nankin: Oh, Callis! Callis ist großartig. (lacht) Callis ist wahrscheinlich... ich wollte sagen, er ist vielleicht der intelligenteste Schauspieler, den ich je getroffen habe, aber es kann sein, dass er einer der intelligentesten Menschen ist, die ich je getroffen habe. Ich hatte mit ihm, wenn er betrunken war, mehr intellektuell anregende Gespräche als mit den meisten Leuten, wenn sie nüchtern sind. Ja, er ist unglaublich. Leider war meine Arbeit mit ihm beschränkt! Seine großen Sachen waren nie in meinen Folgen.


Galactica TV: Sehr schade. Was waren Ihre Lieblingsfolgen oder Ihre Lieblingsszenen?

Michael Nankin: [....] Letztes Jahr hatte ich die Staffeleröffnung. "Sometime a Great Notion" war meine. Das, denke ich, ist das beste, das ich je gemacht habe, wenn man daran denkt, wie alles zusammen passte. Und ich denke, dass alles passte. Die Folge fängt nicht nur da an, wo die Staffel endete, als sie zur Erde kamen und sie ist verwüstet. Es geht um diese gigantischen Gefühle. Ich hatte also sehr viel Glück, diese Folge zu bekommen. Aber wir haben das während des Autorenstreiks gedreht. Während der ganzen Vorbereitung wussten wir nicht, ob wir das drehen würden oder nicht. Die Autoren traten in den Streik und quasi am Abend davor erfuhren wir, dass wir weitermachen und drehen würden. Auch, wenn die Autoren und Produzenten nicht da sein konnten. Und wir konnten kein einziges Wort ändern, denn das wäre Schreiben gewesen. Wir stürzten uns in das Ding und wussten zu der Zeit nicht, ob der Autorenstreik zwei Wochen oder zwei Jahre dauern würde. Es gab die realistische Möglichkeit, dass dies das für alle Zeiten letzte Stück "Battlestar" hätte sein können. Wir hatten Glück, dass es das nicht war. Es war tolle Arbeit von den Schauspielern. Aber die Tatsache, dass alle das Gefühl hatten, das könnte es gewesen sein, die Schauspieler haben alles gegeben, weil das vielleicht die letzte Chance war. Da war so viel Hingabe und Kunstfertigkeit bei der Folge. Das war erstaunlich.


Galactica TV: Das war die Folge, die in David Eicks Videoblog zu sehen war, wo Sie von Michael Rymer übernommen haben, oder?

Michael Nankin: Ja, genau. Als wir da an dem Strand waren, mussten wir teilen. Wir mussten da alles teilen.


Galactica TV: Wo Stephen McNutt witzelt, dass Michael Rymer den großen Kran bekommt und Sie nicht.

Michael Nankin: Genau. Rymer bekommt den Kran und Nankin den Ärger. Das war sehr lustig. Und wahr. Was fragten Sie doch gleich? Meine Lieblingsfolge? Ich glaube... hm... Ich glaube, "Scar". Ich glaube, ich mochte "Scar" zum Teil auch deshalb, weil ich die Gelegenheit hatte, etwas Comedy zu machen. Mit den Nuggets in Ausbildung. Das ist selten bei "Battlestar". Ich glaube, ich habe es geschafft, nicht zu sehr in die Comedy zu gehen, aber das voraus geschickt erinnere ich mich, dass es eine Freude war, Katees Weg mit ihr zu gehen.


Galactica TV: "Scar" hat mich sehr an eine Folge von "Space: 2063" erinnert, "The Angriest Angel". Kennen Sie das?

Michael Nankin: Nein, kenne ich nicht.


Galactica TV: Ich finde, das Drehbuch war mehr oder weniger da abgeguckt. Ich fragte mich, ob Sie das kennen.

Michael Nankin: Hmmmm.


Galactica TV: Manche Schauspieler wenden sich auch der Regie zu. Eddie Olmos zum Beispiel. Was haben Sie von ihm als Regisseur gelernt?

Michael Nankin: Was ich gelernt habe? Ich habe von Eddie gelernt jederzeit wirklich die psychologische Wahrheit zu suchen und sich mit nicht weniger zufrieden zu geben.

Das habe ich von Eddie Olmos gelernt. Wissen Sie, wer von Anfang an bei "Battlestar" mein Mentor war? Bob Young. Das ist wirklich interessant. Ich habe im Laufe der Jahre etliche Filme von Bob Young gesehen. Ich habe "Caught" gesehen und "Dominique und Eugene" Wenn ich seine Filme sehe, hatte ich das meistens gar nicht vor. Aber ab und an gehe ich ins Kino und sehe einen brilllanten und perfekten Indiefilm und frage mich: "Gott, wer hat den gemacht?" Nun, dieser Typ heißt Bob Young. "Ja, ich hab von ihm gehört, er hat diesen anderen Film gemacht, den ich gesehen habe." Ich war also ein Fan von Bob Young, ohne je zu wissen wer er war oder wie er aussah oder so. Ich mache also meine erste "Battlestar"-Folge und der Regisseur vor mir ist Bob Young. Mein erster Preproduktionstag und ich gehe zum Set, sehe mir alles an und treffe alle Leute. Da ist dann dieser 91-jährige Mann im Regiestuhl und führt Regie. Ich fange an mit ihm zu reden. Er war nett wie nur irgendwas. Wir fühlten uns sofort verbunden und nachdem ich eine Stunde mit ihm gesprochen habe, sagte ich: "Bob, du bist mein Held!" Er sagte: "Warum? Weil ich so alt bin?" Ich sagte: "Ja! Das bedeutet für mich, dass ich in dreißig Jahren oder so nicht aus dem Geschäft heraus altere."

Dann dauerte es noch ein paar Wochen, bevor ich zusammen bekam, dass dieser Typ tatsächlich der Bob Young war, der all diese Filme, die ich liebte, gemacht hat. Als mir das klar wurde, habe ich soviel wir nur menschenmöglich von seiner Zeit verbraucht. Ich ging einfach zum Set und sah ihm bei der Arbeit zu. Ich lud ihn zum Dinner ein um etwas von ihm zu lernen. Es war umwerfend.


Galactica TV: Um auf Eddie Olmos zurück zu kommen: Glauben Sie, es ist eine gute Entwicklung, wenn Schauspieler Regisseure werden oder sollten sie bei ihrem Beruf bleiben?

Michael Nankin: Nun, wenn sie alle Regisseure wie Eddie Olmos werden, dann sollten sie Regie führen. Er ist einer der besseren Regisseure, die ich kenne. Er hat es wirklich drauf: Kamera, Performance, Bewegung... Alles. Er ist fantastisch. Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Und andere Schauspieler, die Regisseur geworden sind? Das ist manchmal grenzwertig. Manche Leute sollten das nie machen. Die wissen einfach nichts. Die glauben, dass man alles, was man als Regisseur wissen muss, auch als Schauspieler weiß. Ist aber nicht so. Es gibt auch eine Menge Regisseure, die nicht Schauspieler waren, die es auch lassen sollten.


Galactica TV: Michael Rymer sagte, er war zwei Jahre Schauspieler und das hat ihm den Job der Schauspieler verstehen lassen. Haben Sie das je probiert?

Michael Nankin: Hab ich auch. Ich war bei den HB Studios in New York. Er war beim Hagen Studio. Ich habe da studiert, einfach um zu lernen. Ich kam halt von den darstellenden Künsten. Als ich also anfing Regie zu führen waren das für mich nur Kameras und Linsen. Es ging um das Bild, weil ich mich auf diesem Gebiet wohl fühlte. Das fiel mir leicht.

Ich fing dann an, meine Arbeiten anzusehen und dachte, sie sind nicht so wirkungsvoll, wie ich das wollte. Es war nicht so real, wie ich wollte. Es fühlte sich gekünstelt an. Die Schauspieler waren nicht so real, wie ich das wollte und ich hatte keine Ahnung, wie ich sie wirklicher machen sollte. Ich dachte mir also: "Okay, ich fange besser nochmal an." Machte aus mir nicht unbedingt einen Schauspieler-Regisseur, aber ich wusste, das ich Schauspiel lernen musste und lernen musste, was sie wissen, bevor ich das konnte.


Galactica TV: Was war Ihre größte Herausforderung bei der Arbeit an der Serie? Was war die schwierigste Szene, die Sie drehen mussten?

Michael Nankin: Bei "Battlestar"? Die schwierigsten Szenen waren die mit Babys. (lacht) Für die kann man nicht Regie führen, man hat sie nicht unter Kontrolle. Sie sind müde, sie weinen. Sie sind hungrig, sie weinen. Wir hatten bei einer Folge ein besonders unglückliches Baby. Das war sehr schwierig. Die Schauspieler versuchen zu schauspielern. Das Baby schreit und sie versuchen darum herum zu drehen. Man kann nicht klar denken, wenn man einen schreienden Säugling am Set hat. Ich glaube logistisch gesehen war das der schwierigste, das ich tun musste.


Galactica TV: Wie war es beim Drehen im Freien? War das gut für Sie?

Michael Nankin: Ich mag es, draußen zu arbeiten. Man hat unvermeidbare zeitliche Einschränkungen. Die Sonne geht unter. Da kann man nichts dran ändern. Wenn man dagegen auf einer Bühne arbeitet, kann man vielleicht eine weitere Stunde dran hängen. Es geht einfach ums Geld. Es ist Verhandlungssache zusätzliche Zeit auf der Bühne zu bekommen. Aber draußen kann man nicht mit Mutter Natur verhandeln. Es ändert sich, egal was man sagt. Aber ich mag die Einschränkungen draußen irgendwie. Und ich mag es, in ein kleines Apartment zu gehen und man kann die Wände nicht bewegen. Das gefällt mir irgendwie. Am schwersten ist es, wenn man an einem Drehtag von einem Drehort zum nächsten muss. Man verliert dann etliche Stunden.

Ich versuche, mich an die bei der Serie kreativ schwierigste Szene zu erinnern. Ich glaube, das war die Szene, in der Tory Cally airlockt. Die Szene, in der sie sie zu Boden schlägt. Und die Tatsache, dass da ein schreiendes Baby war. Das war eine Szene, bei der es sehr schwierig war, sie richtig hin zu bekommen. Zum Teil, weil wir mit dem Baby fertig werden mussten. Aber auch, weil die Kulissen schlimm aussahen, als wir dahin kamen. Die Schienen, aus irgend einem Grund waren die Schienen, die auf dem Schiffsboden liegen alle kaputt. Und man konnte sehen, dass sie kaputt waren. Ich wollte Aufnahmen, in denen Torys Füße zu sehen sind, die näher und näher kommen. Und immer wenn ich das machte, sah man das Bauholz. Dann haben Sie welche aus Schaumstoff gemacht, weil wir Stunts damit machen wollten. Cally wird zu Boden geschlagen und das Baby fällt herunter. Wir brauchten also Schaumstoff. Die sahen fürchterlich aus. Das war eine von den Szenen, bei der ein Problem nach dem nächsten auftrat. Immer, wenn ich die Kamera auf etwas richten musste, gabe es ein Problem damit. Dann mussten wir mit der Babypuppe arbeiten und auch das war albern, glaub ich. Manchmal verschwört sich das Universum um dir zu helfen und manchmal arbeitet es gegen dich. Das ist nie vorhersehbar.


Quelle:
Interview bei Galactica TV

weiterführender Link: Michael Nankin im Forum von CC
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07. Dezember 2009 um 13:49 Uhr

Lebe Wohl für 50 Freunde: Nankin im Interview

von Mirco Neubauer (xshrekx) | 07.12.2009

Eingefügtes Bild Michael Nankin kam erst in der zweiten Staffel als Regisseur zu "Battlestar Galactica". Er feierte sein Regiedebüt bei der Serie mit der Folge "Flight of the Phoenix". Für die Webseite Galactica TV interviewte Marcel Damen den Filmemacher vor einiger Zeit.

Im vierten und letzten Teil unserer Interviewübersetzung erfahren Sie, wie Nankins Notizen und Anmerkungen oftmals ins Drebuch einflossen und was nach "Battlestar" für ihn von dieser Erfahrung bleibt. Außerdem erzählt der Regisseur von seinen Zukunftsplänen.


Galactica TV: Wir war die Arbeit mit Spezialeffekt-Leuten wie Gary Hutzel? Besprachen Sie Szenen mit ihm im Vorfeld? Wie seine und ihre zusammen passen?

Michael Nankin: Oh ja. "Battlestar" ist die einzige Serie, von der ich je gehört hätte, dass der Regisseur seine eigenen Effekt-Sequenzen entwerfen soll. Ich habe bei allen meinen Folgen bei der Preproduktion mit dem Storyboard-Künstler zusammen gesessen und alle Greenscreen und CGI Arbeiten entworfen. Dann kommt Gary rein und wir haben unsere erste Besprechung und er sagt: "Das wird so viel kosten." Dann sagen die Produzenten: "Okay, vergiss die Hälfte der Szenen."

Dann müssen wir das überdenken. Es ist ein Geben und Nehmen. Dann ändert es sich noch, während man schneidet. Das erste Storyboard finde ich aber sehr wertvoll, weil wir die Storyboards mit aufnehmen und dann rein schneiden. Wir haben also kleine Platzhalter im Schnitt während die CGIs gemacht und verfeinert werden.

Aber Gary, wissen Sie, Gary ist ein Filmemacher. Er ist nicht nur ein Szenenmacher. Er kennt die Geschichte wirklich und er weiß, wie die Geschichte erzählt wird. Wie man das meiste aus der Szene holt, weil jede Aufnahme unglaublich teuer ist. Man muss oft um jede Geldausgabe kämpfen. Der Übergang zwischen Bühnenarbeit und CGI-Arbeit ist nahtlos. Besonders, weil der Regisseur sieben Tage mit den Sets dreht und dann einen Tag auf der Green-Screen-Bühne. Man dreht also alles inklusive den Sachen, die an die CGI-Abteilung gehen. Gary ist immer am Set und sorgt dafür, dass das richtig gemacht wird. Er kümmert sich um all das. Er ist auch da als Mitarbeiter und sagt: "Wenn man die Kamera hierin stellt, könnte das besser sein." Er ist großartig.


Galactica TV: Müssen die Ihnen Sachen im Vorfeld zeigen? Wie es im Green Screen aussieht, wenn Sie Ihre Arbeit erledigt haben?

Michael Nankin: Normalerweise machen sie diese Pre-Viz für einen. Das sind sehr niedrig auflösende Versionen der CGI-Arbeit. Aber die bekamen wir nie rechtzeitig. Wir drehen nur die Leute im Cockpit vor Grün und schneiden es in die Folge. Wir haben die CGI, die fertigen CGI-Sachen, immer erst viel später gesehen. "Battlestar" lebt sehr lange in der Postproduction. Das wird nicht gedreht und geht dann einen Monat später aus Sendung. Es wird gedreht und wird sechs Monate später ausgestrahlt.


Galactica TV: Manchmal ist das auch ganz gut, weil man lange Zeit hat, das hin zu bekommen.

Michael Nankin: Ja.


Galactica TV: Wie arbeiten Sie mit den Autoren um über deren Arbeit zu sprechen?

Michael Nankin: Ja, das andere, was viele Serien nicht ganz hin bekommen ist, dass sie nicht immer ein fertiges Drehbuch haben, wenn die Preproduction losgeht. Das ist mir bei "Battlestar" fast nie passiert. Ich glaube, es ist mir bei "Battlestar" nie passiert. Ich hatte Drehbücher, die in der Preproduction stark verändert wurden, aber ich hatte immer ein Drehbuch. Meistens hatte ich sogar vorher ein Drehbuch. Sogar bevor ich nach Vancouver zog, um die Vorproduktion zu beginnen, hatte ich das Drehbuch schon seit einer Woche oder so. Und ich telefoniere mit den Autoren und mit Ron Moore und habe meine Notizen, wenn ich glaube, es könnte besser sein.

Die Autoren sind großartig. Da entwickeln sich die Dinge. Es ist großartig, wenn... Ich habe Folgen gemacht, bei denen die Autoren da waren und welche, bei denen sie nicht da waren. Das großartige daran, wenn man sie da hat, ist, dass Zeug, das ich mir in der Preproduction ausdenke, Requisiten oder so oder Veränderungen an den Szenen, das schreiben wir in die Drehbuchseiten. Das schreiben wir auf die Seiten, die die Produktion bekommt, damit alle wissen, was passiert und nicht das Buch das eine sagt und meine Notizen was anderes und wir das am Set ändern. Wir packen dies alles ins Drehbuch, damit alle das haben. Niemand wird überrascht. Interessant ist, dass ich, wenn wir zu drehen beginnen, kaum noch handschriftliche Notizen in meinem Drehbuch habe. Alle meine handschriftlichen Notizen sind an die Autoren gegangen und wurden ins Drehbuch geschrieben.


Galactica TV: Sie sind selbst Autor. Wurde je davon gesprochen, dass Sie auch für "Battlestar" schreiben sollten?

Michael Nankin: Nein, nie. Sie haben das Personal sehr früh gesucht. Es war ein großartiger Stab und ich war als Regisseur sehr glücklich mit ihrem Material. Ich glaube, es hat perfekt funktioniert.


Galactica TV: Michael Rymer sagte, er hatte die Chance etwas zu schreiben und er hasste es. Vielleicht war es besser so.

Michael Nankin: (lacht)


Galactica TV: Was ist mit den Produzenten Ron Moore und David Eick? In wie weit haben die Ihre Arbeit gesteuert?

Michael Nankin: Bei den ersten paar Folgen, die ich gemacht habe, gab es mehr Kontakt. Aber nachdem sie meine Arbeit gesehen haben und die ihnen gefiel ließen sie mich allein. Das ist interessant: Ich glaube, ich hatte mit Ron Moore eine der erfolgreichsten Kollaborationen meiner Karriere und doch habe ich kaum mit ihm gesprochen. Er ist ein Showrunner, der das Vertrauen, das Selbstvertrauen, hat, Leute anzuheuern und ihre Arbeit machen zu lassen. Je ängstlicher ein Showrunner ist, desto mehr kümmern sie sich um alles. Weil sie fürchten, dass niemand irgendwas richtig machen wird und sie müssten sich um jedes Detail kümmern. Das macht sie und alle anderen um sie herum unglücklich. Aber Ron Moore, der weiß, was er hat. Er weiß, wie stark sein Material ist und wie stark sein Konzept ist und er kann sich verschiedene Meinungen anhören. Er glaubt an die Leute, die er einkauft. Das ist großartig. So sollte es sein.


Galactica TV: Michael Rymer sagte, er habe am liebsten mit Ihnen gearbeitet. Beruht das auf Gegenseitigkeit?

Michael Nankin: Oh, absolut. Ich habe viel von Michael Rymer gelernt. Ich glaube, er ist einer der besten Regisseure, die ich kenne. Wir haben beide einen sehr unterschiedlichen Stil am Set, aber wir streben beide nach Exzellenz bei der Darstellung und versuchen, den Moment zu erwischen. Er ist ein erstaunlicher Mensch.


Galactica TV: "Battlestar Galactica" ist zu Ende. Haben Sie auf das ganze Erlebnis zurück geblickt?

Michael Nankin: Oh ja, habe ich. Aber bevor ich davon spreche, muss ich eine Sache erzählen: Es gab eine sehr interessante Sache, über die wie nie geredet haben. Aber in den letzten beiden Staffeln wurde es zwischen Rymer und Eddie Olmos und mir zu einer Art gesundem Wettkampf. Wir wollten uns gegenseitig übertrumpfen. Das wurde nie offiziell gesagt, aber wir haben einander über die Schultern gesehen und wollten herausfinden, was die anderen gemacht haben und das übertrumpfen: Es weiter treiben, neue visuelle Ideen, die Performance verbessern. Ich glaube, das hat der Serie wirklich gut getan. Wir haben das immer wieder versucht. Wir nahmen das persönlich. Und wir haben immer versucht es besser zu machen, als der Typ vor uns.


Galactica TV: Wie ist das jetzt bei dem Film, bei dem Eddie Regie geführt hat?

Michael Nankin: Ich habe versucht, ihn davon zu überzeugen, dass er nur schauspielern und mir die Regie überlassen soll. Aber das hat nicht geklappt.


Galactica TV: Nicht?

Michael Nankin: Der Film? Nein, Eddie macht die Regie. Ich denke, das war Teil seines Schauspiel-Vertrags. Ich hätte das an seiner Stelle so gemacht.


Galactica TV: Ja, stimmt.

Michael Nankin: Aber wissen Sie, mit dem Ende von "Battlestar" fühlt es sich an, als hätte ich zu 50 Freunden Lebe Wohl sagen müssen. Das ist sehr schwer für uns alle. Als ich meine letzte Folge gedreht habe war es eine, die David Weddle und Bradley Thompson geschrieben hatten. Sie hatten die meisten meiner Folgen geschrieben. Es war ein paar Tage bevor wir fertig waren. Ich machte eine Szene mit Eddie und Mary. David kommt auf mich zu und sagt: "Das ist unsere allerletzte Szene mit Eddie und Mary." Plötzlich wurde mir das bewusst und mich überkam eine furchtbare Traurigkeit. Ich sah ihn an und er weinte und wischte sich die Augen. Und ich denke: "Ich kann nicht zu ihm gehen und mit ihm reden. Ich habe einen Job zu erledigen. Ich darf nicht weinerlich werden." Aber das war ein sehr starker Moment. Sehr stark. Lebe Wohl zu Leuten zu sagen, mit denen man drei Jahre lang gearbeitet hat, mit denen du im Schützengraben warst und mit denen du deine besten Arbeiten abgeliefert hast und deren Gegenwart du am Set und privat genossen hast, das ist sehr, sehr schwierig.

Weil alle von uns, die das schon eine ganze Weile machen, wissen, dass am Ende dieser Projekte alle sagen: "Oh, wir werden uns immer noch sehen. Wir treffen uns." Aber das passiert nicht immer. Es war, als hätte ich meine zweite Familie verloren.


Galactica TV: Wir haben da ein wenig von gesehen. Es gab einen Cast&Crew-Film, der seinen Weg ins Internet fand. Michael Rymers Frau stellte den online. Wir sollten den nicht sehen, aber er verbreitete sich ziemlich schnell, weil alle Fans ihn so unglaublich fanden. Wie warm und nett es am Set war. Alle wollten ihn sehen, obwohl er Spoiler enthielt und Universal nicht mochte, dass er rum ging. Alle Fans fanden diese Familie erstaunlich und wie alle Lebe Wohl sagen und wie nett alles am Set war. Es war so herzerwärmend.

Michael Nankin: Oh, das ist unglaublich. Ich habe nie etwas vergleichbares erlebt. Das ist interessant, weil die Serie manchmal so dunkel und tragisch ist. Und doch war das Erlebnis am Set so warm und freundlich.


Galactica TV: Wollten Sie deshalb, dass "Caprica" in Serie geht? Damit Sie das nochmal probieren können?

Michael Nankin: Darauf können Sie wetten! (lacht)) Alle wollen das, weil es für die Serie wieder die gleiche Leute sind. Wir können also wieder arbeiten.


Galactica TV: Woran arbeiten Sie zur Zeit und was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Michael Nankin: Ich stelle gerade eine neue Drehbuchversion einer vierstündigen Miniserie für AMC fertig. Eine Geschichte, die im zweiten Weltkrieg spielt. Es geht um eine B17-Besatzung, die 1942 im besetzten Frankreich abgeschossen wird. Ich habe das kräftig überarbeitet. Ich habe da dran gearbeitet und musste es immer wieder zur Seite legen, um bei "Battlestar" Regie zu führen und dann weiter zu machen. Sie waren sehr geduldig mit mir. Das ist großartig. Ich mache Regie bei einer Folge von "The Sarah Connor Chronicles". Das wird mein ersten Engagement nach "Battlestar". Das wird ganz interessant zu erleben, wie das wird. Dann habe ich einen Vertrag in der Schwebe über Regie und Drehbuch für einen Film. Das sind meine Pläne.


Galactica TV: Wie unterscheidet sich das Drehen bei einem Stück im zweiten Weltkrieg von Science Fiction? Macht das einen großen Unterschied?

Michael Nankin: Wenn man es richtig macht, unterscheiden sich die beiden Genres nicht so sehr. Szene für Szene geht es darum, menschliche Emotionen zu erschaffen.


Galactica TV: Es geht immer noch um die Schauspieler und die Geschichte.

Michael Nankin: Ja, um die geht es immer. Es ist egal, ob sie in der Szene über Retroraketen oder über P38 sprechen. Das macht keinen Unterschied. Das ist nicht das wichtige. Das wichtige ist: Was denkt dieser Mann über diese Frau? Kommen sie zusammen? Wird sie ihn verraten? Das ist das Zeug, Drama. Ich muss vermutlich bei der zweiter Weltkrieg Serie genau so viel Green Screen machen wie bei "Battlestar".


Galactica TV: Gibt nicht mehr viele alte Flugzeuge.

Michael Nankin: Es gibt genug. Ich brauche nur eins.


Galactica TV: Ich möchte Ihnen danken, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

Michael Nankin: War mir ein Vergnügen. Es war sehr gut und ich bin sehr glücklich über das, was Sie tun. Ich wünsche ihnen viel Glück.

Quelle:
Interview bei Galactica TV

Weiterführender Link: Michael Nankin im Forum von CC
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08. Januar 2012 um 12:30 Uhr

Eine Schauspielschule hat mit Michael Nankin ein ganz interessantes Video-Interview geführt. Zum ersten Mal seit den leider immer nur sehr kurzen Videoblogs erhalten wir damit wieder die Gelegenheit, den genialen Regisseur zu sehen, wenn auch nicht bei der Arbeit. Er erläutert seine Philosophie, in der Branche Erfolg zu haben, und geht auch kurz auf BSG ein. Das Set sei für ihn wie "daisies and teddy bears" gewesen ;)
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