Ich muss ehrlich sagen - das Buch hat mich überrascht. Der Erzählstil von Benioff (ich hab die deutsche Version gelesen - kann mir aber vorstellen, dass es sich im Englischen auch gar nicht mal so übel lesen lässt) ist ziemlich locker und ließ mich Stadt der Diebe in fast einen Rutsch innerhalb von zwei Tagen durchlesen.
Da ja die meisten noch nicht soweit sind, hier erstmal meine ersten Gedanken zu dem Buch, einiges mehr folgt dann später, wenn sich noch jemand findet, der damit durch ist.
In der Mitte des Buches - etwa ab Seite 194 in der Taschenbuchausgabe - wird über
Spoiler Soja und ihre Bestrafung berichtet. Man erwartet zwar schon eine nicht ganz 'humane' Beschreibung, doch ich muss gestehen, dass mir dies etwas übel aufgestoßen ist und ich an der Stelle erst einmal eine Pause beim Lesen einlegen musste. Es ist nicht einmal so, dass man es sich nicht vorstellen kann, dass genau so etwas passiert ist, eher diese nüchterne Beschreibung des ganzen, welche zumindest meine Fantasie eindeutig zu sehr angeregt hat.
Das Thema Eiersuche in belagerten Leningrad birgt kurzum doch die ein oder andere "Überraschung", ganz besonders wenn man
Spoiler am Schluss feststellt, dass der liebe Oberst Gretschko eigentlich fast alles in der Nacht zum Donnerstag hat einfliegen lassen.
Insgesamt muss ich sagen, fand ich das Buch gar nicht einmal so schlecht. Schade fand ich die Auflösung im letzten Kapitel, wer denn nun die Frau von Lew geworden ist. Zumindest in meinen Augen konnte man sich dies schon ziemlich früh denken.