Caprica-City-Forum: Heldentaten oder Kriegsverbrechen auf New Caprica? - Caprica-City-Forum

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Heldentaten oder Kriegsverbrechen auf New Caprica?
Achtung, massive Spoiler für Season 3

#1 Mitglied ist offline   Model Six 

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23. Oktober 2006 um 22:15 Uhr

Heldentaten oder Kriegsverbrechen auf New Caprica?

Achtung, massive Spoiler für Season 3


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Iceskaarj, on 23.10.2006, 18:46, said:

Gaius ist [...] der interessanteste Charakter [...]

Gaius ist meiner Meinung nach einfach nur ein Asozialer, der Milliarden von Menschen auf dem Gewissen hat und nur gemocht wird, weil wir ihn in den Szenen dabei haben, in denen Model Six Haut zeigt. Dabei färbt der Glanz ihrer Nacktheit auf ihn ab. (= Ich kann Gaius nicht leiden.)
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#2 Mitglied ist offline   Silverado 

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23. Oktober 2006 um 22:45 Uhr

Model Six, on 23.10.2006, 23:15, said:

Gaius ist meiner Meinung nach einfach nur ein Asozialer, der Milliarden von Menschen auf dem Gewissen hat und nur gemocht wird, weil wir ihn in den Szenen dabei haben, in denen Model Six Haut zeigt. Dabei färbt der Glanz ihrer Nacktheit auf ihn ab. (= Ich kann Gaius nicht leiden.)
<{POST_SNAPBACK}>
Komisch, wie unterschiedlich sich Sympathien verteilen. Ich konnte Cally von anfang an nicht leiden, weiß auch nicht, warum. Da passt es gut, dass sie meine Lieblingsfigur Sharon erst erschießt und später auf das Übelste mit ihrem Hass "vollrotzt".

Kaum widersprechen kann ich, dass Gaius asozial und egoistisch ist. Und trotzdem: Er hat was. Die Art, wie er sich ausdrückt, die Ironie, zu der er fähig ist, und die Tatsache, dass er trotz allem im Grunde ein armes Schwein ist, machen ihn mir irgendwie sympathisch. Mit dem Glanz seinerSix hat das nichts zu tun. Die ist mir dann doch zu perfekt.
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#3 Mitglied ist offline   Iceskaarj 

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23. Oktober 2006 um 23:51 Uhr

Model Six, on 23.10.2006, 22:15, said:

Gaius ist meiner Meinung nach einfach nur ein Asozialer, der Milliarden von Menschen auf dem Gewissen hat und nur gemocht wird, weil wir ihn in den Szenen dabei haben, in denen Model Six Haut zeigt. Dabei färbt der Glanz ihrer Nacktheit auf ihn ab. (= Ich kann Gaius nicht leiden.)
<{POST_SNAPBACK}>


nein er ist deswegen so interessant, weil er eigentlich so eine Art "guter Bösewicht" ist.

er mag zwar durch sein egoistisches Verhalten Menschenleben auf sein Gewissen haben. aber ob er das auch so gewollt hat? ganz sicher nicht...

ich würde ihm nicht zutrauen, so was unmenschliches wie Selbstmordattentate (Tigh) zu befehlen. da find ich doch andere Charaktere viel asozialer.
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#4 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 06:41 Uhr

Iceskaarj, on 24.10.2006, 00:51, said:

nein er ist deswegen so interessant, weil er eigentlich so eine Art "guter Bösewicht" ist.

er mag zwar durch sein egoistisches Verhalten Menschenleben auf sein Gewissen haben. aber ob er das auch so gewollt hat? ganz sicher nicht...

ich würde ihm nicht zutrauen, so was unmenschliches wie Selbstmordattentate (Tigh) zu befehlen. da find ich doch andere Charaktere viel asozialer.
<{POST_SNAPBACK}>
Gaius will niemandem etwas böses, das stimmt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er nur ein einziges Mal jemandem wirklich vorsätzlich Schaden zugefügt, nämlich als er Cally vor dem durchdrehenden Crashdown gerettet hat, und das war letztlich gerechtfertigt. (Die Giftspritze für den Chief werte ich jetzt mal als irgendwie unmotivierten und isolierten Ausrutscher).

Alles, was man ihm sonst vorwerfen könnte, geschah aus Fahrlässigkeit, Desinteresse oder falscher Beurteilung der Lage.
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#5 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 08:03 Uhr

Iceskaarj, on 23.10.2006, 23:51, said:

ich würde ihm nicht zutrauen, so was unmenschliches wie Selbstmordattentate (Tigh) zu befehlen.

(1) Selbstmordattentate oder (2) Tötungen nach Fehlverhalten dürfen hier nicht aus unserer heutigen Situation im Irak heraus, sondern müssen aus der serieneigenen Logik beurteilt werden.

(1) Der Viper-Pilot, welcher das Selbstmordattentat verübt hat, tat das nicht auf Befehl, weil er musste, sondern völlig freiwillig. Das geschah bestenfalls auf Sauls Empfehlung hin. Schließlich hatte der Pilot durch einen Angriff der Zylonen auf einen Tempel seine Frau verloren, obwohl diese rein gar nichts mit dem Widerstand zu tun hatte, und wollte sich an den Zylonen rächen bzw. Kollaborateure bestrafen, welche die Zylonen (als Dank für die Besetzung und Unterdrückung auch noch) unterstützen. [Dabei habe ich noch gar nicht von der Effektivität der Attentate oder deren Notwendigkeit für eine erfolgreiche Evakuierung gesprochen.]

(2) In Battlestar Galactica gibt es die Todesstrafe. Damit müssen sich heutige Gegner derselben schlicht abfinden. Gaius hätte diese nach Logik der Serie verdient, denn er hat praktisch die gesamte Menschheit auf dem Gewissen.

Gewisse Verhaltensweisen sind notwendig, wenn die eigene Existenz in Gefahr ist. Wir in der den Göttern sei Dank seit über sechzig Jahren kriegsfreien EU kennen diese Notwendigkeit nur noch als Notwehr. Aber es gibt auch noch andere.

Und noch mal: „If the crew doesn’t hate the XO, then he’s not doing his job. Besides, you gonna make the old man look good.“ Dieser Meinung dürfte auch der beliebte Adama selbst sein. Sonst hätte er Saul schon längst gemaßregelt, anstatt ihn in den Posten als XO zu heben oder dort zu behalten.
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#6 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 09:05 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 09:03, said:

(1) Selbstmordattentate oder (2) Tötungen nach Fehlverhalten dürfen hier nicht aus unserer heutigen Situation im Irak heraus, sondern müssen aus der serieneigenen Logik beurteilt werden.
Grundsätzlich konstituiert sich eine Interpretation aus der "werkimmanenten" Logik, aber immer auch aus dem Kontext des Interpreten. Man betrachtet ein Werk nicht "vorurteilslos", sondern geht notwendig immer mit einer Perspektive heran, die von den eigenen Lebensumständen und Wertegefügen bestimmt wird.

Ist hier aber egal, denn auch aus der serieneigenen Logik sind Selbstmordattentate "abhorrent" und "contrary to everything that we believe in".

Zitat

(1) Der Viper-Pilot, welcher das Selbstmordattentat verübt hat, tat das nicht auf Befehl, weil er musste, sondern völlig freiwillig. Das geschah bestenfalls auf Sauls Empfehlung hin. Schließlich hatte der Pilot durch einen Angriff der Zylonen auf einen Tempel seine Frau verloren, obwohl diese rein gar nichts mit dem Widerstand zu tun hatte, und wollte sich an den Zylonen rächen
Der Widerstand selbst hatte dafür gesorgt, dass Unschuldige in die Auseinandersetzung hineingezogen wurden, indem er das Minimum an Anstands-Regeln brach, die bisher gegolten hatten (Tempel als neutrales Gebiet). Der Tod von Unschuldigen war kein Unfall, wurde noch nicht einmal "bedauernd" in Kauf genommen, sondern explizit begrüßt.

Das Motiv Ducks war Rache. Denn das vermeintliche Ziel des Anschlages, Baltar, war erkennbar gar nicht anwesend. Die Motive Colonel Tighs waren (zumindest zum Teil) ebenfalls Hass und Rache. Man denke an Tighs Ausbruch nach der Haftentlassung: "There's no boundaries for the Cylons there's no boundaries for us!" Oder wie er Tyrol später erklärt, warum dessen Vorbehalte unerheblich seien: "Well maybe you'll feel different when you're sitting in detention."

Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass sich der Hass und der Wille zur Rache und zur Vernichtung ihre militärischen Gründe suchten und nicht umgekehrt, wie man das von einem besonnenen militärischen Führer erwarten sollte.

Zitat

Kollaborateure bestrafen, welche die Zylonen (als Dank für die Besetzung und Unterdrückung auch noch) unterstützen.
Man erfährt zumindest über Jammers Motive etwas. Und die konnte ich sehr gut nachvollziehen und fand sie letztlich ehrenwerter als das blutgeile Schlachtfest von Tigh. Jammer's Idealismus wurde missbraucht, aber es war immerhin Idealismus.

Zitat

[Dabei habe ich noch gar nicht von der Effektivität der Attentate oder deren Notwendigkeit für eine erfolgreiche Evakuierung gesprochen.]
"I don't care that it's effective. I don't care that the Cylons can't stop it. It's wrong."

Zitat

(2) In Battlestar Galactica gibt es die Todesstrafe. Damit müssen sich heutige Gegner derselben schlicht abfinden. Gaius hätte diese nach Logik der Serie verdient, denn er hat praktisch die gesamte Menschheit auf dem Gewissen.
Baltar hat weder die Menschheit vorsätzlich verraten noch konnte er auch nur im entferntesten ahnen, dass sein fahrlässiges Handeln derartige Konsequenzen haben würde.

Zitat

Gewisse Verhaltensweisen sind notwendig, wenn die eigene Existenz in Gefahr ist.
Die Menschheit ist auf unter 50.000 zusammengeschrumpft. Ist es dann wirklich eine Notwendigkeit im Überlebenskampf, Selbstmordattentäter mit Bomben in Ansammlungen der noch verbliebenen Menschen zu schicken? Oder einen Widerstandskampf auch seiner letzten humanitären Regeln zu berauben, die Unschuldige schützen sollen? Oder die Besatzungsmacht zu Massenhinrichtungen zu provozieren?

So verständlich es ist, nach dem Genozid die Zylonen zu hassen und jegliche Kooperation abzulehnen: dem Überleben der Menschheit förderlich ist es nicht gewesen. Zumal es ja mit den Kriegshelden durchaus Kräfte gab, mit denen eine Zusammenarbeit zumindest denkbar gewesen wäre. So aber wurden die wenigen Gutwilligen schnell ins Abseits manövriert.

Zitat

Und noch mal: „If the crew doesn’t hate the XO, then he’s not doing his job. Besides, you gonna make the old man look good.“ Dieser Meinung dürfte auch der beliebte Adama selbst sein. Sonst hätte er Saul schon längst gemaßregelt, anstatt ihn in den Posten als XO zu heben oder dort zu behalten.
Adama hat seinen alten Kumpel Tigh trotz all dessen Unzulänglichkeiten immer mit durchgezogen. Dass Tigh bestimmte Eigenschaften aufweist heißt nicht, dass diese Eigenschaften für einen militärischen Führer gut oder gar notwendig sind (oder müssen XOs saufen?). Natürlich ist Tigh kein kompletter Depp, natürlich besitzt er Kompetenzen und macht vieles richtig. Aber nicht alles. Und auf New Caprica hat er sich imho in der Wahl seiner Mittel einige Male vergriffen.
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#7 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 09:58 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 09:05, said:

"I don't care that it's effective. I don't care that the Cylons can't stop it. It's wrong."

Falsch ist es vor allem, die gute Sharon ohne Befragung aus der Luftschleuse werfen zu wollen. Falsch ist es, das Baby einer Mutter töten zu wollen bzw. es ihr später zu nehmen (und damit den Zylonen preiszugeben, statt es bei der Mutter und damit auf der Galactica zu belassen). (Nur deshalb hat Sharon im Übrigen das Modell Priester nicht gleich auf (Original) Caprica verraten.) Falsch ist es, den Zusammenhang Model Six / Gaius Baltar zu erkennen und zu schweigen, bis die eigene Wiederwahl in Gefahr ist – in der Situation lässt sich nun wirklich nichts mehr unternehmen. Falsch ist es, Wahlen zu fälschen. Usw...

Frau Roslin hat in der gesamten Serie nur eine einzige gute Tat vollbracht: Adama im Pilot vom Kampf abgehalten und zur Flucht überredet. Danach hat sie nur noch sich selbst unmenschlich verhalten und die Menschheit in Gefahr gebracht. Von solchen Personen – die für ihre ach so noblen Ansprachen immerhin aus der recht ungemütlichen Einzelhaft entlassen werden – lasse ich Saul nicht maßregeln.

Silverado, on 24.10.2006, 09:05, said:

auf New Caprica hat er (Saul) sich imho in der Wahl seiner Mittel einige Male vergriffen.

Meiner Meinnung nach nicht. Adamas Evakurierung wäre ohne die Störmanöver und mit einigen (durch das Selbstmordattentat entfernten) Kollaborateur-Polizisten mehr meiner Einschätzung nach schief gelaufen.
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#8 Mitglied ist offline   Mel 

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24. Oktober 2006 um 10:05 Uhr

Hey! :-)

@Model Six: aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel? Und was bringt es die Fehlentscheidungen der einen Person gegen die einer Anderen aufzurechnen? Roslin hat während ihrer Amtszeit Fehler gemacht und Tigh auf New Caprica - das steht in beiden Fällen außer Frage. Aber man sollte einige Fehlentscheidungen von Roslin (die meist nur eine Person betrafen: Leoben, Sharon...) nicht mit den teilweise menschenverachtenden Befehlen von Tigh gleichsetzen.

Es mag zwar sein, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt seine 'Taten' Adama und Co. geholfen haben, viele Zivilisten von New Caprica zu holen - aber hätte man den alten, verbitterten XO noch eine Weile weitermachen lassen, dann wären vielleicht nicht mehr viele Zivilisten zum Retten da gewesen.

Greetings,
Mel

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#9 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 10:19 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 10:58, said:

Falsch ist es vor allem, die gute Sharon ohne Befragung aus der Luftschleuse werfen zu wollen.
Mein Herz stimmt dieser Aussage vollauf zu. Aber bitte bedenke, dass wir Zuschauer einen gewaltigen Informationsvorsprung hatten. Roslin hatte (aus nachvollziehbaren Gründen) eine gänzlich andere Sichtweise von den Toastern, die für sie allesamt zentral ferngelenkte Feinde der Menschheit waren.

Zitat

aber heiligt der Zweck wirklich die Mittel? Und was bringt es die Fehlentscheidungen der einen Person gegen die einer Anderen aufzurechnen? Roslin hat während ihrer Amtszeit Fehler gemacht und Tigh auf New Caprica - das steht in beiden Fällen außer Frage. Aber man sollte einige Fehlentscheidungen von Roslin (die meist nur eine Person betrafen: Leoben, Sharon...) nicht mit den teilweise menschenverachtenden Befehlen von Tigh gleichsetzen.

Es mag zwar sein, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt seine 'Taten' Adama und Co. geholfen haben, viele Zivilisten von New Caprica zu holen - aber hätte man den alten, verbitterten XO noch eine Weile weitermachen lassen, dann wären vielleicht nicht mehr viele Zivilisten zum Retten da gewesen.
Hier stimmt was nicht. Mel und ich so vollkommen einer Meinung? Da muss ich wohl noch mal nachdenken... :unsure:
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#10 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 10:20 Uhr

Mel, on 24.10.2006, 10:05, said:

heiligt der Zweck wirklich die Mittel?

Nicht immer, wenn es jedoch um das Überleben der Menschheit geht, dann schon. Oder wäre es dir lieber gewesen, wenn die Zylonen die Menschen für alle Zeiten versklavt (oder gleich getötet) hätten?

Mel, on 24.10.2006, 10:05, said:

man sollte einige Fehlentscheidungen von Roslin (...) nicht mit den teilweise menschenverachtenden Befehlen von Tigh gleichsetzen.

Saul hat gar nichts Menschenverachtendes befohlen. In den Webisoden ist deutlich zu sehen, wie für den Widerstand geworben wird. Wirklich niemand wird gezwungen dabei zu sein. Der Selbstmordattentäter wusste genau um sein Handeln, war bereit dazu und hätte vor Saul außer ein wenig Verstimmung keinerlei Konzequenzen zu fürchten gehabt.

Mel, on 24.10.2006, 10:05, said:

hätte man den alten, verbitterten XO (...)

Alt ist Adama auch, lassen wir das doch einfach raus. Und als verbittert sehe ich Saul nicht, sondern als pflichtbewusst. Es war seine Aufgabe, den Menschen eine Flucht von New Caprica zu ermöglichen und er hat diese Aufgabe erfüllt. Meiner Meinung nach sollte er einen Orden dafür erhalten.
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#11 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 10:28 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 10:19, said:

Roslin hatte (aus nachvollziehbaren Gründen) eine gänzlich andere Sichtweise von den Toastern, die für sie allesamt zentral ferngelenkte Feinde der Menschheit waren.

Frau Roslin hatte mindestens genauso viele nachvollziehbare Gründe, Kara und Helo zu vertrauen, denn beide wussten offensichtlich von Sharon als Zylon. Was für einen Grund sollte Kara – die ihre Karriere durch die Befehlsverweigerung gegenüber Adama (Jäger / Caprica / Pfeil) nur für Frau Roslin in Gefahr gebracht hat – gehabt haben, einen Zylon zurück zur Flotte zu bringen, welcher nicht vertrauenswürdig ist?
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#12 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 10:45 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 11:20, said:

Nicht immer, wenn es jedoch um das Überleben der Menschheit geht, dann schon. Oder wäre es dir lieber gewesen, wenn die Zylonen die Menschen für alle Zeiten versklavt (oder gleich getötet) hätten?
Tötung bzw. Ausrottung waren eindeutig nicht das Ziel der zylonischen Besetzung. Inwieweit die "Verkündung von Gottes Wort" zwangsläufig auf Versklavung hinausgelaufen wäre, kann man schlecht entscheiden. Die Motive der Kriegshelden gingen sicher nicht in diese Richtung. Aber es gab ja auch noch andere Kräfte, die weniger wohlwollend waren.

Dass es zu immer mehr Gewalt und Unterdrückungkam, war auch das Werk des Widerstandes. Gleichzeitig verloren damit die Kriegshelden immer mehr an Einfluss und die Cavils, Biers und Dorals konnten ihre Vorstellungen durchsetzen.

Zitat

Saul hat gar nichts Menschenverachtendes befohlen. In den Webisoden ist deutlich zu sehen, wie für den Widerstand geworben wird.
Ja, die beste Werbung war das Tempelmassaker, was durch das Verstecken von Waffen durch den Widerstand ausgelöst wurde. Der Tod von Ducks Frau ein "Glücksfall". Das könnte man als menschenverachtend bezeichnen.

Zitat

Wirklich niemand wird gezwungen dabei zu sein.
Die Krankenhauspatienten schon. Zumindest in der ersten Reihe dabeizusein, falls bei der Sprengstoffherstellung etwas schief ginge.

Zitat

Der Selbstmordattentäter wusste genau um sein Handeln, war bereit dazu
Nicht nur bereit, sondern auch willens. Nicht aus militärischen Erwägungen, nicht um Ziele zu erreichen, sondern aus Hass und Rache.

Zitat

Und als verbittert sehe ich Saul nicht, sondern als pflichtbewusst. Es war seine Aufgabe, den Menschen eine Flucht von New Caprica zu ermöglichen und er hat diese Aufgabe erfüllt. Meiner Meinung nach sollte er einen Orden dafür erhalten.
Da habe ich einen anderen Tigh gesehen. Wie er halbblind und saufend dasitzt und nett vor sich hinphilosophiert:

Chief: You were gonna hit the marketplace. The market? Full of civilians. This is crazy. You know, we need to figure out whose side we're on.

Tigh: Which side are we on? We're on the side of the demons, Chief. We're evil men in the gardens of Paradise. Sent by the forces of death to spread devastation and destruction wherever we go.

Folgt man diesem Zitat, geht es ihm um Tod und Zerstörung, nicht um die Rettung der Menschheit.
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#13 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 10:54 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 11:28, said:

Frau Roslin hatte mindestens genauso viele nachvollziehbare Gründe, Kara und Helo zu vertrauen, denn beide wussten offensichtlich von Sharon als Zylon. Was für einen Grund sollte Kara – die ihre Karriere durch die Befehlsverweigerung gegenüber Adama (Jäger / Caprica / Pfeil) nur für Frau Roslin in Gefahr gebracht hat – gehabt haben, einen Zylon zurück zur Flotte zu bringen, welcher nicht vertrauenswürdig ist?
<{POST_SNAPBACK}>
Helo kannte die Präsidentin gar nicht. Kara hielt sich bezüglich der Fürsprache für Sharon ziemlich zurück. Beide wussten zudem nicht, dass gerade eine andere Sharon auf Adama geschossen hatte.

Die Präsidentin hatte zu diesem Zeitpunkt noch eine klare Doktrin, was Zylonen betrifft. Luftschleuse. Ich halte nicht viel davon, aber ich behaupte ja auch nicht, dass die Präsidentin fehlerlos sei.

Nur wie Mel schon schrieb: Nur weil jemand (wie jeder normale Mensch) Fehler macht, heißt das nicht, dass er nicht in anderen Zusammenhängen Gutes und Vernünftiges tut bzw. sagt.
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#14 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 11:06 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 10:45, said:

Nicht nur bereit, sondern auch willens. Nicht aus militärischen Erwägungen, nicht um Ziele zu erreichen, sondern aus Hass und Rache.

=> Damit ist das Attentat bestensfalls Duck selbst und nicht etwa Saul vorzuwerfen. Überhaupt hat sich auch der Rest des Widerstandes bereitwillig Sauls Führung angeschlossen, seine Methoden demnach gebilligt und eigene Verantwortung dafür übernommen.

Silverado, on 24.10.2006, 10:45, said:

Folgt man diesem Zitat, geht es ihm um Tod und Zerstörung, nicht um die Rettung der Menschheit.

"I got one job here, lady, and one job only. To disrupt the Cylons (...) so they're distracted and out of position when the old man shows up in orbit."

Folgt man diesem Zitat, geht es Saul ausschließlich um die Rettung der Menschheit.

Silverado, on 24.10.2006, 10:54, said:

Beide wussten zudem nicht, dass gerade eine andere Sharon auf Adama geschossen hatte.

Das ist nicht wichtig, denn Kara wusste von Sharon als Zylon, denn eine auf der Galactica und eine auf Caprica wären eine zuviel für einen Menschen. Auch Frau Roslin dürfte das klar gewesen sein.
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#15 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 12:42 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 12:06, said:

=> Damit ist das Attentat bestensfalls Duck selbst und nicht etwa Saul vorzuwerfen. Überhaupt hat sich auch der Rest des Widerstandes bereitwillig Sauls Führung angeschlossen, seine Methoden demnach gebilligt und eigene Verantwortung dafür übernommen.
Mir ging es hier ja auch um die Motivation des ersten "Freiwilligen", nicht um Tighs Motivation. Ansonsten sollte man bedenken, dass der Chief und die meisten anderen Widerstandskämpfer Soldaten sind und den Regeln militärischer Disziplin verpflichtet. Der Colonel ist der ranghöchste Offizier, also sagt er, wo es langgeht. Denke mal an Crashdown. Dessen Schwachsinnsbefehle hat der Chief auch nicht in Frage gestellt. Außerdem wäre es absurd gewesen, wenn sich der Widerstand gespalten hätte: Die "Befreiungsfront von New Caprica" gegen die "Front zur Befreiung New Capricas".

Zitat

"I got one job here, lady, and one job only. To disrupt the Cylons (...) so they're distracted and out of position when the old man shows up in orbit."

Folgt man diesem Zitat, geht es Saul ausschließlich um die Rettung der Menschheit.
Stimmt. Also sehen wir uns den Kontext der Zitate an. Das erste hat Colonel Tigh in entspannter Situation seinem Untergebenen eröffnet. Das zweite war so etwas wie eine offizielle Rechtfertigung vor der "moralischen/wahren Präsidentin".

Was nicht heißen soll, das zweite wäre eine Lüge. Beides stimmt. Tighs Widerstand ist unabdingbar, damit der Plan zur Befreiung durch die Galactica funktionieren kann. Er erfüllt also durchaus eine militärische Notwendigkeit. Aber die skrupellose, fanatische Art und Weise, wie er sich dabei über alle Grenzen und Erwägungen der Menschlichkeit hinwegsetzt, die erwächst seinen Todes-und Racheengelvisionen.

Zitat

Das ist nicht wichtig, denn Kara wusste von Sharon als Zylon, denn eine auf der Galactica und eine auf Caprica wären eine zuviel für einen Menschen. Auch Frau Roslin dürfte das klar gewesen sein.
Da hast Du irgendwie mein Argumentationsziel missverstanden.

Ich wollte aufzeigen, dass speziell das Ansehen Sharons (zusätzlich zu den Vorbehalten gegen Zylonen im Allgemeinen) wegen der Schüsse auf Adama auf einem Tiefstpunkt angekommen war. Die eine Sharon hatte sich (scheinbar) gerade als unberechenbare, eiskalte Verräterin mit einer harmlosen, freundlichen Fassade entpuppt. Wie konnte man da einer anderen plötzlich vertrauen, die sich jetzt als neuer Freund anbot? Von diesem Sachverhalt konnten Helo und Starbuck nichts wissen. Von Sharons Zylon-Sein natürlich schon.
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#16 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 14:00 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 12:42, said:

Ansonsten sollte man bedenken, dass der Chief und die meisten anderen Widerstandskämpfer Soldaten sind und den Regeln militärischer Disziplin verpflichtet. Der Colonel ist der ranghöchste Offizier, also sagt er, wo es langgeht. Denke mal an Crashdown. Dessen Schwachsinnsbefehle hat der Chief auch nicht in Frage gestellt.

Lee hat in "The Captain's Hand" einen richtigen Streit mit dem Ingenieur-Commander der Pegasus angefangen, weil er mit dessen Befehlen alles andere als einverstanden war. Das ging so lange, bis Lee abgeführt wurde. Und Crashdown wurde dank Gaius entfernt, um Cally zu retten. => Würde Saul irgendwelche Grenzen in einer Weise überschreiten, die unangemessen ist, würde jemand, der sich als Soldat ebenfalls dem Schutze der Gesellschaft verschrieben hat (z. B. Tyrol), diesen Schritt (einen Streit anfangen und bis zum Rausschmiss fortführen) auch gehen oder die Verantwortung für sein Handeln selbst tragen (müssen).

Silverado, on 24.10.2006, 12:42, said:

Außerdem wäre es absurd gewesen, wenn sich der Widerstand gespalten hätte: Die "Befreiungsfront von New Caprica" gegen die  "Front zur Befreiung New Capricas".

So sicher wäre ich mir da nicht. Gegenseitig bekriegt hätten die sich bestimmt nicht. Ein dezentrales Netzwerk aus Einzelaktivisten hätte sich bei der Zermürbung der Besatzer ebenfalls als recht nützlich erweisen können.

Silverado, on 24.10.2006, 12:42, said:

Aber die skrupellose, fanatische Art und Weise, wie er sich dabei über alle Grenzen und Erwägungen der Menschlichkeit hinwegsetzt, die erwächst seinen Todes-und Racheengelvisionen.

Das sehe ich ganz einfach anders. Sauls Art und Weise ist weder skrupellos noch fanatisch, sondern notwendig und effektiv. Außerdem erwächst sie nicht irgendwelchen "Todes-und Racheengelvisionen", sondern seiner Überzeugung, seiner Pflicht als Soldat auf genau und nur diese Art und Weise nachzukommen bzw. nachkommen zu können.
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#17 Mitglied ist offline   Silverado 

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24. Oktober 2006 um 15:16 Uhr

Model Six, on 24.10.2006, 15:00, said:

Lee hat in "The Captain's Hand" einen richtigen Streit mit dem Ingenieur-Commander der Pegasus angefangen, weil er mit dessen Befehlen alles andere als einverstanden war. Das ging so lange, bis Lee abgeführt wurde.
Das war kein Streit, sondern Garner hat einen Befehl seines Admirals verweigert.

Zitat

Und Crashdown wurde dank Gaius entfernt, um Cally zu retten.
Gaius ist kein Militär! Tyrol hat die Befehle Crashdowns befolgt, obwohl er deren Unsinnigkeit klar erkannte.

Zitat

So sicher wäre ich mir da nicht. Gegenseitig bekriegt hätten die sich bestimmt nicht. Ein dezentrales Netzwerk aus Einzelaktivisten hätte sich bei der Zermürbung der Besatzer ebenfalls als recht nützlich erweisen können.
Möglicherweise. Einem guten Führungsoffizier wäre vielleicht noch etwas anders eingefallen, als nur möglichst viel Blut zu vergießen.

Zitat

Das sehe ich ganz einfach anders. Sauls Art und Weise ist weder skrupellos noch fanatisch, sondern notwendig und effektiv.
Effektiv sicherlich. Aber notwendig? Sprengstoffproduktion in unmittelbarer Nähe eines Krankenhauses, Waffen in Tempeln, Selbstmordattentate auf belebten Plätzen, Begrüßung unschuldiger Opfer in den eigenen Reihen als Glück und Erfolg. Was hätte er noch tun müssen, um in Deinen Augen als fanatisch und skrupellos zu gelten? New Caprica mit einer Atombombe von den Zylonen befreien?

Zitat

Außerdem erwächst sie nicht irgendwelchen "Todes-und Racheengelvisionen", sondern seiner Überzeugung, seiner Pflicht als Soldat auf genau und nur diese Art und Weise nachzukommen bzw. nachkommen zu können.
Ja, wie konnte ich nur so blind sein. Das Zitat mit den Dämonen stammte aus dem Handbuch für die Offiziersausbildung in der Kolonialflotte. Sein Ausbruch mit dem Wegfall aller Regeln war Bestandteil der 5-Themenkreis-Analyse. Er ist halt doch ein besonnener, kühl analysierender Offizier, der mit besonderer Kreativität unkonventionelle Lösungen für militärische Herausforderungen sucht, und unter dessen Schutz sich die menschliche Zivilbevölkerung vollkommen sicher fühlen kann.
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#18 Mitglied ist offline   bsg24 

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24. Oktober 2006 um 16:01 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 15:16, said:

Ja, wie konnte ich nur so blind sein. Das Zitat mit den Dämonen stammte aus dem Handbuch für die Offiziersausbildung in der Kolonialflotte. Sein Ausbruch mit dem Wegfall aller Regeln war Bestandteil der 5-Themenkreis-Analyse. Er ist halt doch ein besonnener, kühl analysierender Offizier, der mit besonderer Kreativität unkonventionelle Lösungen für militärische Herausforderungen sucht, und unter dessen Schutz sich die menschliche Zivilbevölkerung vollkommen sicher fühlen kann.
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:unsure: ;) geil geschrieben! ;)


Also zur Tigh-Diskussion kann ich nur sagen, dass mich das an RDM's Worte erinnert, der in einem Interview sagte, man weiß nicht mehr, auf wessen Seite man steht.......(oder stehen soll)
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#19 Mitglied ist offline   Model Six 

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24. Oktober 2006 um 17:57 Uhr

Silverado, on 24.10.2006, 15:16, said:

Das war kein Streit, sondern Garner hat einen Befehl seines Admirals verweigert.

Daraufhin haben Lee und Garner angefangen laut zu werden. Lee hat seine Meinung in einer fremden Crew deutlichst geäußert, alle Brückenoffiziere haben den Streit – was es meiner Meinung nach war – gehört und Lee wurde abgeführt. Hierbei ging es um Streiten oder heftig Diskutieren, wenn eine Anweisung falsch ist. Dabei sehe ich keinen besonderen Unterschied zwischen einer offenkundigen Befehlsverweigerung und einem moralisch verwerflichen Befehl. Jeder sollte sich bei sowas weigern, wenn er die Ansicht völlig grundsätzlich nicht teilt.

Silverado, on 24.10.2006, 15:16, said:

Möglicherweise. Einem guten Führungsoffizier wäre vielleicht noch etwas anders eingefallen, als nur möglichst viel Blut zu vergießen.

Saul ist ein guter Führungsoffizier. Er hat genau richtig gehandelt. Das Blut war nicht Ziel sondern Nebeneffekt, im Krieg kommt es eben zu Verlusten. Deshalb ziehen die Amis ihre Soldaten auch nicht gleich aus einem Land ab. Im Gegenteil, sind Zivilisten in Gefahr, führen sie den Krieg noch härter.

Silverado, on 24.10.2006, 15:16, said:

Was hätte er noch tun müssen, um in Deinen Augen als fanatisch und skrupellos zu gelten? New Caprica mit einer Atombombe von den Zylonen befreien?

So ein Schwachsinnskommentar. Gehen dir deine Argumente aus?

Silverado, on 24.10.2006, 15:16, said:

Ja, wie konnte ich nur so blind sein. Das Zitat mit den Dämonen stammte aus dem Handbuch für die Offiziersausbildung in der Kolonialflotte. Sein Ausbruch mit dem Wegfall aller Regeln war Bestandteil der 5-Themenkreis-Analyse. Er ist halt doch ein besonnener, kühl analysierender Offizier, der mit besonderer Kreativität unkonventionelle Lösungen für militärische Herausforderungen sucht, und unter dessen Schutz sich die menschliche Zivilbevölkerung vollkommen sicher fühlen kann.

Sobald du das ernst meinst, bist du auf dem richtigen Weg. Ohne Sauls Art des Widerstandes wäre die menschliche Zivilbevölkerung immer noch auf New Caprica. Eine Meinungsumfrage hätte meiner Einschätzung nach eine breite Zustimmung dafür gegeben, mit allen Mitteln – demnach auch mit Opfern – von dem Planeten runterzukommen.
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#20 Mitglied ist offline   Pedda 

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24. Oktober 2006 um 18:03 Uhr

Sehr, sehr gute Diskussion - aber seit Beitrag #107 eben etwas offtopic. So schwere Themen passen eigentlich nicht in den Favorites-Thread. Ich würde also eine Ausgliederung vorschlagen. Ideen für den Threadtitel?
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