Leoben-Fan, on 16. März 2012 um 19:29 Uhr, said:
Mein Leoben-Bild ist wahrscheinlich sowieso etwas anders bzw. ,,verzerrt". Das liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass ich BSG ursprünglich in der Originalausstrahlung gesehen habe, also immer nur stückweise d.h. staffelweise. Und da blieb einfach immer sehr viel Zeit für Spekulationen, gerade, was Leoben betraf. Anfänglich hatte man ja da nur die Miniseries und F&B als Ausgangsmaterial für etwaige Interpretationen. Für mich unterschied er sich in seinem Verhalten immer sehr von den anderen Zylonen. Er war immer mehr der Einzelgänger (man hat ihn ja anfänglich sehr selten mit anderen Zylonen agieren sehen oder auch selten mehr als eine Kopie des Modells). Auch in seinem ganzen Denken und Handeln hat er sich für mich immer sehr von den anderen Modellen unterschieden, war immer irgendwie individueller und vielschichtiger (und hatte im Gegensatz zu den anderen auch immer ziemlich einen an der Klatsche, wenn ich mal zitieren darf :-P). Da stellte sich einfach die Frage, welchen Sinn es für die Zylonen gemacht haben könnte, so ein Modell zu entwerfen. Das Raffinierte an Leoben ist ja, dass er nicht nur lügt, sondern eben auch ab und zu mal die Wahrheit sagt (wie Adama so schön feststellt). Man weiß eben nur nicht, wann er was tut, und muss deshalb immer davon ausgehen, dass das, was er sagt, die Wahrheit sein könnte. Und er passt sich an sein "Opfer" an, indem er vorgibt, intime Details aus dessen Leben zu kennen. IMO wurde er dazu konstruiert, Zweifel zu schüren und Zwietracht zu verbreiten. Ich hätte es vorgezogen, wenn diese "Programmierung" sich am Ende nicht als Manipulation von Cavil herausgestellt hätte. Von meinem Empfinden her waren die Zylonen immer mehr eine Kollektivintelligenz, bei der jeder einzelne seine spezifische Aufgabe zu erfüllen hatte. Das Cavil nun am Ende das "Hirn" war, passte da einfach nicht.
Noch ein anderer Gedanke, der mir in Zusammenhang mit den Zylonen seit der Miniseries immer wieder gekommen ist und hier auch schon mal angesprochen wurde: sie sind von ihrer emotionalen Entwicklung her Kinder. Sie testen aus. Sie probieren, wie weit sie gehen können. Leoben spielt mit Kara (und auch Roslin und Adama), um eine Reaktion zu erhalten. Irgendwie verselbstständigt sich das dann bei ihm und wird zu dieser Kara-Obsession. Auch auf Neu-Caprica spielt er ja irgendwie soziale Rollen nach (eine Paarbeziehung bzw. eine Familie), wie Kinder das tun. Die Zylonen verstehen IMO zwar auf einer intellektuellen Ebene das Konzept von "Liebe", wissen aber nicht wirklich, wie Liebe funktioniert und wollen sie deshalb auch direkt erfahren. Das zeigt sich nicht nur bei Leoben, sondern z.B. auch bei Six. Bei Leoben wird aus dem Spiel dann irgendwann ernst und er entwickelt eine Form von Liebe, allerdings ist diese extrem egoistisch (jedenfalls scheint es so, vllt hat er ja auch insgeheim irgendwelche alltruistischen Motive). Ob diese sich irgendwann zu einer selbstlosen Liebe weiterentwickelt hat oder hätte - hmmmm. Es kommt wahrscheinlich darauf an, wie man Maelstrom und die Ereignisse auf der Demetrius deutet. Je individueller und menschenähnlicher Leoben wird, umso mehr gegensätzliche Motive hat er vermutlich.
@Nunci: Bezüglich Roslins Vision sehe ich das ähnlich. Der Traum spiegelt ihre unterbewusste Angst vor dem Militär wider oder ist vllt schon ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung zwischen ihr und Adama. Der Rest?? Hat Leoben sie mal später irgendwann gerettet?? Ich kann mich dunkel an eine Szene auf einem Basisschiff erinnern, wo er an einem Funkgerät rumschraubt und die beiden sich unterhalten. Hmmm.

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19. März 2012 um 18:22 Uhr










