Vage Spoiler für Season 1!
Alessandra Torresani über Herausforderungen der ersten Staffel von "Caprica"
von Philip Arendt (penumbra) | 25.05.2009
In "Caprica" spielt Alessandra Torresani eine Rolle, die für den Mythos von "Battlestar Galactica" von besonderer Bedeutung ist. Dabei hatte die junge Schauspielerin zunächst gar keine Vorstellung davon, wie viel Altlast auf ihren Schultern ruht.
In einem Interview mit
Sci Fi Wire sprach die Darstellerin der Zoe Graystone über ihre ersten Eindrücke vom Drehbuch des Piloten und zukünftigen Entwicklungen ihres Charakters. Vorsicht vor Spoilern zum Pilotfilm und der ersten Staffel von "Caprica"!
Alessandra Torresani, die Zoe Graystone in "Caprica" spielt, verriet Sci Fi Wire, dass sie nicht besorgt war, als sie gelesen hat, dass ihr Charakter in den Eröffnungsminuten des Serienpiloten stirbt.
"Ich nahm es einfach hin. 'Okay, es ist nur eine Miniserie. Ich sterbe in der ersten Hälfte und das ist okay'", sagte Torresani einem exklusiven Telefoninterview vergangenen Freitag im kalifornischen Pasadena. "Dann komme ich als Zylonin zurück und sie ist nicht wirklich ich und das ist das Ende der Show. Es war eine große Überraschung, als wir erfuhren, dass wir in Serie gehen. Und jetzt bin ich sehr darauf gespannt, wie sich mein Charakter entwickelt."
[...] "Ich habe mit einer unserer Autorinnen, Jane Espenson, gesprochen und herausgefunden, dass es einen Haufen Flashbackszenen geben wird und ich eine Zylonin spielen werde und dafür Mimik-Kurse besuchen muss. Denn sie wollen, dass ich kleine Punkte in meinem Gesicht trage und die Mimik des Zylonen darstelle." [...]
Frage: Wie schwer war es, Zoe in einigen wenigen Szenen zu definieren und sie danach in einer "Version" ihrer selbst zu präsentieren, die nicht ganz vollständig ist?
Alessandra Torresani: Ich habe angenommen, sie seien Zwillinge. So habe ich die Charaktere gesehen, als Zoe und Zoe-A. Sie sind im Grunde die gleiche Person und zugleich ein krasser Gegensatz. So sehe ich Zwillinge: Leute schauen sie an und denken, sie seien gleich, aber sie haben immer andere Persönlichkeiten.
Zoe ist für mich extrem hart: Sie ist eine verwöhnte Göre. Sie weiß, wer sie ist und versteht nicht, warum niemand an sie glaubt - von ihrer besten Freundin und ihrem Freund abgesehen. Sie kapiert nicht, warum ihre Mutter und ihr Vater sie nicht verstehen.
Aber sie denkt, dass ihr dieses Leben zusteht, da sie all das Geld hat und tun kann, was immer sie will. Im Grunde denkt sie sich: "Leckt mich alle, ich mache mein eigenes Ding."
Dann habe ich Zoe-A, oder "Avatar-Zoe" genommen und sie als süßes Kind oder eine unschuldige Version von dem angesehen, was die echte Zoe früher mal in ihrem Leben war. Sie ist naiver, denn Denken ist für sie etwas ganz Neues, weswegen sie ganz neu, beinahe ein neugeborenes Baby ist. Ihre Augen leuchten auf, wenn sie bestimmte Dinge sieht. Zugleich hat sie furchtbare Angst und ist die Unschuld der echten Zoe. Sie beide formen ein perfektes Ganzes.
Frage: Es scheint, als wäre diese verwöhnte, rebellische Einstellung das Fundament der Zylonen. Als Sie den Piloten gedreht haben, kam es Ihnen in den Sinn, dass Ihr Charakter der Kern dessen ist, was die Zylonen später einmal sein werden?
Alessandra Torresani: Ich habe sie eher als meinen eigenen Charakter angesehen und bin es ganz anders angegangen. Ich habe "Battlestar" davor nie gesehen und ich weiß, dass einige "Battlestar"-Fans deswegen wütend sind. Ich hatte keine Ahnung, was "Battlestar" war. Ich dachte, es war eine Show aus den Siebzigern, lange bevor ich geboren wurde. Ich wusste, dass es in den Jahren vor "Caprica" existierte, aber ich hatte keine Ahnung davon.
"Caprica" ist für mich deswegen eine komplett andere Serie. Wir spielen 57 Jahre davor und deswegen ist ein Zylone das, was ich in den 50 Jahren danach daraus mache und das reflektiert mein Charakter nicht.
Ich habe vielleicht rebellisch geschauspielert, aber das hatte nichts mit dem zu tun, was vielleicht in der Zukunft kommen mag. Einige Leute, da bin ich mir sicher, werden mir nicht zustimmen und denken, dass die Zylonen ursprünglich genau so waren. Sie müssen also von Anfang an rebellisch gewesen sein und wussten bereits, dass sie die Menschen hassen werden.
Ich sehe sie allerdings nur als ein verlorenes Mädchen, das rebelliert und einfach ihren Standpunkt rüberbringen möchte. Und es passiert einfach, dass es diesen Zylonen gibt, den ihr Vater erschaffen hat und dieser ihre einzige Fluchtmöglichkeit ist. Er ist ihre einzige Wirklichkeit.
Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, habe ich es nicht auf die Dinge bezogen, die heutzutage passieren. Aber was die Leute darin sehen, steht vielen Interpretationen offen. Ich habe den Charakter nicht so angelegt, aber nachdem ich nun "Battlestar" gesehen habe und damit vertraut bin, sehe ich auch, dass ich unbewusst einige Parallelen gezogen habe.
Frage: Gibt es etwas, auf das Sie sich besonders freuen?
Alessandra Torresani: Nun, ich finde es großartig, dass ich die echte Zoe in Flashbacks spielen werde. Ich spiele Zoe-A und es werden einige weitere Avatare in den Club aufgenommen. Einer davon wird blond sein, ein anderer vielleicht pinke Haare haben und dann spiele ich auch den Zylonen.
Wer weiß schon, wann der Zylone letztlich durchdringt? Der Zylon könnte sich wie von Zauberhand in einen menschlichen Zylonen verwandeln. Ich weiß das aber nicht, sondern stelle mir das nur vor. Es ist der Weg, von dem ich denke, dass wir ihn letztlich einschlagen werden. Ich werde einfach so viele Leute wie möglich spielen und ich bin bereit für diese Herausforderung - sowohl die emotionale als auch die komödiantische.
Quelle:
Interview bei Sci Fi Wire
Links:
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Alessandra Torresani und "
Caprica" im Forum von CC