Sex and Drugs and "Caprica"
von Mirco Neubauer (xshrekx) und René Kissien (Lex) | 08.03.2009
Im "Battlestar Galactica"-Spinoff "Caprica" spielt Magda Apanowicz die junge Schülerin Lacy Rand. Zuvor hatte sie bereits Rollen in "Kyle XY" und dem Western "Every Second Counts".
Jason Sizemore sprach vor einiger Zeit mit der Schauspielerin über ihre Rollen und die Dreharbeiten an "Caprica". Apanowicz erzählte von einem Wassergraben und von Drogen, nackten Brüsten und Penissen am Set. Vorsicht vor leichten Spoilern für "Caprica".
Jason Sizemore: Also, wie sieht's aus?
Magda Apanowicz: Arbeite viel. Ich habe im Moment ein paar Tage und das Wetter ist großartig.
Jason Sizemore: Mir scheint, es besteht zur Zeit große Nachfrage nach ihrer Arbeit.
Magda Apanowicz: Ich schätze, ein wenig. Das ist nett. Es ist nett, zu arbeiten.
Jason Sizemore: Ich habe eine aufregende Pressemitteilung bekommen, die mit dem neuen "Battlestar Galactica"-Spinoff zu tun hat.
Magda Apanowicz: Ja, wir haben die Dreharbeiten am zweistündigen Pilotfilm abgeschlossen. Das ist ein Prequel zu "Battlestar Galactica" und spielt 51 Jahre vor dem Fall von Caprica. Falls die Serie gemacht wird, werde ich eine regelmäßige Rolle haben.
[...]
Jason Sizemore: Würden die "Kyle XY" Fans Sie dafür in dieser Serie verlieren?
Magda Apanowicz: Ja. Ich glaube, ich habe für diese Staffel einer meiner letzten Folgen gedreht.
Jason Sizemore: Oh, Sie sollten "Kyle XY" sowieso schon verlassen?
Magda Apanowicz: Nein, ich habe Donnerstag für "Caprica" gearbeitet und für "Kyle" Freitag und Samstag.
Jason Sizemore: Ich werde Andy vermissen.
Magda Apanowicz: Ich auch. Die Rolle hat mein Leben verändert. Ich habe von dem Mädel ne Menge gelernt. Wissen Sie, was ich meine?
Jason Sizemore: War das eine Ihrer ersten großen Rollen?
Magda Apanowicz: Ja und nein. Vermutlich ist es das erste Mal, dass ich bemerkt wurde. Aber ich hatte auch schon vorher große Rollen, die eine Herausforderung für mich waren. Das ist irgendwie interessant. Für manche Leute war Andy das erste mal, dass sie meine Arbeit bemerkt haben. Aber für mich, ich bin schon lange Zeit dabei. Ich glaube, für mich war "Every Second Counts" viel massiver als es "Kyle" je war, denn in "Every Seconds Counts" lag die Last auf meinen Schultern, meine erste große Hauptrolle.
Jason Sizemore: Ich glaube, Sie haben in "Every Second Counts" gute Arbeit geleistet. Die Rolle, die Sie da gespielt haben, war ganz anders als Andy.
Magda Apanowicz: Danke.
Jason Sizemore: Wie viel sind Sie selbst in "Every Second Counts" geritten?
Magda Apanowicz: Ich wusste nicht, wie man reitet. Nicht richtig. Das war zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal auf einem Pferd gesessen habe. [...] Bei "Every Second Counts" sagten sie mir, dass ich definitiv ein Gefühl für Pferde habe. Und sie haben meinen Hintern drei Wochen lang jeden Tag von 10 Uhr morgens bis 17:00 Uhr nachmittags trainiert. Auf fünf verschiedenen Pferden. Wir haben mit Vieh trainiert, in einer Arena das schnelle Reiten und Hindernissen ausweichen und so. Sie haben mich hart arbeiten lassen.
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Jason Sizemore: Sie haben in Western, SF und Horror gearbeitet. Jetzt verwandeln Sie sich in eine Genre-Ikone. Gibt es ein Genre, das Sie besonders mögen?
Magda Apanowicz: Ich glaube, ich mag alles, was anders ist. Weil mir das Angst macht. Wie "Every Second Counts". Ich wusste nicht, ob ich das schaffe, weil ich noch nie vorher einen Western gemacht hatte und auch bei "Kyle XY" war ich nie sicher, ob ich das kann. Mit "Caprica" war es das gleiche. Das macht mir jedes Mal Angst, aber ich bin immer froh, denn ich lerne etwas über mich und die Rollen.
Jason Sizemore: Arbeiten Sie gerne im Mainstream?
Magda Apanowicz: Ja und nein. Es ist halt einfach so, dass die Vielfältigkeit der Rollen, die man spielen kann, eingeschränkt ist. Bei "Caprica" zum Beispiel gab es keine Regeln. Man konnte es nicht falsch machen. Je mehr man experimentiert, desto großartiger ist es.
Jason Sizemore: Wie lange arbeiten Sie schon als Schauspielerin?
Magda Apanowicz: Seit ich 15 oder 16 bin. Ich war mit Luke Perry, Malcolm-Jamal Warner und Jason Priestley bei "Jeremiah". Ich war im Himmel! Ich war 16 und in diese Jungs verliebt. Ich durfte ein Maschinengewehr abfeuern. Ich hatte die erste Szene, in der ich weinen musste. Es war meine erste Rolle.
Jason Sizemore: Lesen Sie viel?
Magda Apanowicz: Ich lese andauernd. Eines meiner Lieblingsbücher ist "Veronika Decides to Die". Das ist schon verrückt. Ich wollte immer schon Veronica spielen und jetzt verfilmen sie das Buch und Sarah Michelle Geller spielt Veronica. Das bricht mir das Herz. Aber ich glaube, ich bin auch noch nicht ganz so weit, dass mich die Leute in einer Rolle wie dieser sehen wollen. Im Moment lese ich "Wicked". Und ich liebe die "Harry Potter"-Bücher. Ich bin verrückt nach Harry Potter.
Jason Sizemore: Wie sieht's mit SF aus?
Magda Apanowicz: Ich liebe SF. Da gibt es so viele Möglichkeiten auf verschiedenste Weise und mit verschiedensten Metaphern menschlichen Schmerz und menschliches Drama zu erkunden.
Jason Sizemore: Haben Sie je Kurzgeschichten geschrieben?
Magda Apanowicz: Ja, als ich in der Filmschule war, mussten wir Kurzgeschichten schreiben, aus denen ein Film gemacht werden könnte. Das war dunkel und schwer und voller menschlicher Traurigkeit. Eher der Anfang eines Films, nicht für einen kurzen.
Jason Sizemore: Haben Sie einen Ausblick auf "Caprica" für uns?
Magda Apanowicz: Zu den Dingen, die ich bei "Caprica" liebe, gehört dieses coole Zeug mit virtuellen Realitäten. Wir haben im Orphan in Vancouver gedreht. Das Orphanist wie ein Opernhaus und in "Caprica" gibt es diesen virtuellen Nightclub und da waren 470 Statisten und die waren halbnackt. Da waren Blitzlichter und so Scheiße mit Opferritualen. Da waren Leute, die andere Leute erschossen haben und Sex und Drogen und nackte Brüste und Penisse und Vaginas. Und ich sollte zwischen all diesen Nackten umher gehen und ich wollte sagen: "Hallo, wie geht's", aber ich habe mir selbst gesagt, ich muss mich konzentrieren.
Jason Sizemore: Sie sind also eine von denen, die während der großen Orgie die Klamotten anbehält?
Magda Apanowicz: Ja, meine Figur behält ganz bestimmt die Klamotten an.
Jason Sizemore: Ich bin mir sicher, dass ihre Fans... enttäuscht sein werden. Welche Szene in Caprica hat ihnen am meisten Spaß gemacht?
Magda Apanowicz: Oh, da gibt es so viele. Ich mag die Szene, in der ich den Vater durch die virtuelle Realität führe und im all den kranken Scheiß, der da passiert, erkläre. Den Sex und die Drogen. Da gab es diesen dunklen VIP Raum, um den war dieser Graben. Und immer wieder sind Crewleute in den Graben gefallen.
Aber ich mag es, das noch etwas weiter zu treiben. Wir wollten gerade diese wirklich emotionale Szene drehen und der Regieassistent kommt zu mir und sagt: "Pass auf!" aber ich plappere nur vor mich hin. Und dann mache ich einen Schritt und falle in diesen Graben, voll ins Wasser. Mein iPod ist rein gefallen, ich hatte ein Kleid und hohe Absätze. Das war sehr demütigend, aber lustig.
Jason Sizemore: Ich werde ganz bestimmt in "Caprica" nach der Szene Ausschau halten.
Magda Apanowicz: Ja, genau!
Quelle:
Interview bei der Apex Book Company
Weiterführender Link:
Magda Apanowicz im Forum von CC