10. Juli 2012 um 20:42 Uhr
Nun ja, ein Hund kam durch - von den anderen, die's nicht geschafft haben, will ich mal nicht reden... Ich wusste ja gleich, dass Hunde im Irak kein Happy-Thema ist.
An dieser Stelle ein dreifachs Hoch, Hoch, Hoch auf 'Dackelblick' - das ist superfluffig und das Schlimmste was klein Herkules widerfährt, ist ein dreistündiger Aufenthalt im Tierheim und ein Satz MiniDackel-Impfungen... Das einzige Trauma im Buch erlebt Love-Interest Nr. 3, weil die Dackelbesitzerin in einem Nebensatz erklärt, dass sie kein Fan von offenen Beziehungen ist... aber gut, zurück zum Thema....
Nevertheless, hats off to LC Jay Kopelmann! Mission ‘Wauzi retten’ lief zwar nicht wie am Schnürchen, dennoch hat er wirklich Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um seinen, anfangs noch kleinen, vierbeinigen Freund aus diesem Krieg rauzuholen.
Mit Hilfe, teilweise völlig Fremder, schaffte er es entgegen alle Unkenrufe und Military Regs, Lava in Kalifornien ein neues Zuhause zu geben. Und gerade diese Szenen, wenn völlig Fremde Gefahren auf sich nahmen und sich für Lava in diesem unsicheren Land auf die Straße wagten, haben mich mehr berührt als der Einsatz von Kopelmann.
Allerdings geht er mit diesem Umstand – andere haben mindestens genausoviel, wenn nicht noch mehr geleistet, um Lava außer Landes zu bringen – sehr ehrlich um. Ohne Journalistin Anne wäre Lava schon kurz nach der Versetzung Kopelmanns an die syrische Grenze Vergangenheit gewesen – wie der Wurf Welpen, den die Marines am gleichen Stützpunkt fanden und versuchten durchzubringen... bis die Mini-Wuffs von heute auf morgen ‚verschwunden’ waren...
Kopelmann analysiert im Laufe des Buchs ziemlich genau, warum er sich, nach allem und trotz allem, so abmüht, Lava zu retten. Doch auch bei seinen Helfern muss es imo ‚mehr als einfache Hundeliebe’ sein, um soviel für ein Fellbündel mit Kriegstrauma zu riskieren. Aber unabhänging der einzelnen Motive: die Zusammenarbeit so vieler Leute für so ein ‚unwichtiges’ Problem fasziniert mich. Es begeistert mich immens, was Zielsetzung und Teamgeist entgegen aller Umstände bewirken können.
Und ich bin – als Wauzibesitzerin – natürlich mehr als happy, dass Lava ein tolles neues Zuhause gefunden hat.
Trotzdem hat mich das Buch beim Lesen nicht umgehauen bzw. richtig ‚gepackt’. Ich weiß nicht, ob’s an der vergleichsweise einfachen Schreibe (in der engl. Fassung) liegt, daran, dass ich wusste, dass Lava durchkommt oder dass nach dem dritten Mal ‚fast hätte Lava im Flugzeug gesessen’ der ADSler in mir durchkam, aber als der Wauzi in den Staaten landete, war ich mit dem Buch gedanklich schon fertig.
Irgendwie fand ich das Buch ‚unrund’, trotz Happy-End fehlt mir was. Ich kann’s gerade echt nicht beschreiben.
Allerdings hole ich mir gerade eine zweite Meinung ein: ich habe gleich nach Auslesen das Buch meiner Cousine geliehen. Bis nächste Woche weiß ich auf jeden Fall schon mal, ob meine Einschätzung ‚leicht verständlicher Schreibstil, trotz Militärjargon’ treffend ist. ;-)
‚From Baghdad, with Love’ liest sich zügig durch, gibt Einblicke, aus Sicht eines Militärs, in den Irakkrieg (die fand ich super-informativ, leider gerieten sie im Verlauf des Buchs in den Hintergrund) und beschreibt die sich entwickelnden Freundschaft zwischen dem Lieutenant Colonel in einfach und deutlichen Worten und zeigt an, wozu tiefe Verbundenheit befähigt.
Wenn ich mit Sternen bewerten würde, dann gäbe 3 ½ von 5 möglichen TwinkleStars.
P.S. Wer bis hierhin durchgelesen hat, darf alle gefunden Schreib- und Grammatikfehler behalten... vielen Dank für die Aufmerksamkeit ;-)