
Karl "Helo" Agathon ist einer der Charaktere bei "Battlestar Galactica", über den die Meinungen der Fans weit auseinander gehen. Je nach dem, wen man fragt, hört man Einschätzungen, die von "Zylonfrakker" bis zu "moralisches Gewissen der Crew" reichen. Tahmoh Penikett lieh dem streitbaren Offizier Gesicht und Stimme.
Außerdem spielte der kanadische Schauspieler in der Whedon-Serie "Dollhouse" eine Hauptrolle. Penikett stellte sich Fragen zu seinem persönlichen Hintergrund, seinem "Battlestar"-Charakter Helo, der Serie "Dollhouse", den Final Five, seiner Kollegin Grace Park und seinem kulturellen Hintergrund.
Weiterführender Text:Peniketts Panel wurde vorgezogen, da Joe Flanigan, der eigentlich auf der Bühne stehen sollte, noch bei der Foto-Session war. Und so betrat der Helo-Darsteller für einige Fans überraschend früh um 20:15 Uhr mit einem Weizenbier und -glas in der Hand die Bühne im Hauptsaal.
Penikett fragte, was er denn machen solle. Singen und Tanzen? Na ja, vielleicht das doch lieber erst nach dem Bier. Außerdem fand er keinen Stuhl auf der Bühne und sorgte sich, ob er die ganze Zeit stehen müsste. Als dann noch immer kein Fan am Mikrofon stand, um eine Frage zu stellen, schlug der Schauspieler vor, dass er auch einfach noch ein Bier trinken könne, jedoch fand sich dann jemand, der eine erste Frage stellte.
Der Fan fragte Penikett nach "Dolhouse". Der Kanadier erklärte, dass er den ursprünglichen Pilotfilm zur Serie mochte. Es ist jedoch immer ein Problem, wenn Studioleute mit den Ideen von Joss Whedon herumspielen. Der Mann sei ein Genie, aber seine Ideen funktionieren nicht mehr, wenn ihm andere Leute hinein reden. Und genau das sei bei "Dollhouse" passiert. Whedon glaubte, er würde alleinige Kontrolle über die Serie haben, hatte sie aber nicht. Auch mit dem Ende der Serie war Penikett nicht glücklich. Da klar war, dass die Serie nicht verlängert werden würde, wurde zum Schluss sehr viel in sehr wenig Zeit zusammen gezogen. Einige Folgen mehr wären für das Ende der Serie sehr viel besser gewesen.
Der nächste Fan fragte dann nach "Battlestar Galactica". Helo sei so etwas wie der Captain America der Serie gewesen. Der Fan wollte wissen, ob Penikett sich dafür einen Hintergrund zurecht gelegt hatte. Der Schauspieler erläuterte, dass er und Katee Sackhoff sich einen gemeinsamen Hintergrund für Starbuck und Helo erarbeitet hatten. Sie haben die beiden als langjährige Freunde gespielt und die Autoren haben das dann angefangen aufzunehmen. In der Vorstellung des Schauspielers wurde Helo von einem Onkel und einer Tante aufgezogen, da seine Eltern ums Leben gekommen waren. Seine Schwester starb dann beim Angriff der Zylonen auf die zwölf Kolonien.
Ein weiterer Fan fragte, wie es mit Jamie Bamber bei "Dollhouse" war und ob es seine Idee war, die BSG-Kollegen bei "Dollhouse" unter zu bringen, Penikett antwortete, dass er natürlich keinen Einfluss darauf hatte, wer bei der Serie als Schauspieler angeheuert wurde und dass er auch nichts der gleichen vorgeschlagen hatte. Es sei vielmehr so gewesen, dass Whedon ihm irgendwann in seinem Wohnwagen erzählt hatte, dass Jamie Bamber eine Gastrolle haben würde. Penikett hatte das zuerst nicht geglaubt und für einen Scherz gehalten.
Auch die nächste Frage drehte sich um "Battlestar Galactica": Wie schwer war es, mit den verschiedenen Achten, also den Boomer Zylonenmodellen, zu spielen? Tahmoh Penikett erklärte, dass er und Grace Park beide noch sehr unerfahren waren, als sie bei "Galactica" anfingen. Sie hatten jedoch großartige Lehrer und Vorbilder unter den anderen Schauspielern und besonders Grace sei während der Serie enorm gewachsen. Er sei sehr, sehr stolz auf sie. Sie habe ihm sehr viel gegeben, mit dem er als Helo arbeiten konnte. Ihre verschiedenen Acht-Charaktere waren immer subtil anders, beispielsweise in der Art, wie sie gingen. Außerdem hatten sie fast immer sehr gute Regisseure.
Als nächstes fragte jemand, ob Penikett darüber nachgedacht hatte, ob er einer der Final Five hätte sein können. Der Schauspieler verneinte das, weil er fand, das Helo immer zu moralisch war und dadurch als Zylone nicht echt gewirkt hätte.
Dann wollte jemand wissen, wo Helos dunkle Seite sei. Der Kanadier erklärte, dass sein Charakter am Anfang von starken Konflikten belastet war. Er hatte eine Zylonin geschwängert und war davon nicht begeistert. Er hat sie fast erschossen. Helo musste immer auf sein Temperament aufpassen.
Ob der Schauspieler weitere Serien machen möchte interessierte den nächsten Frager. Penikett erläuterte, dass man bei Serien immer etwas offen halten müsste, damit es weiter gehen kann. Und egal, was man sich überlegt hat, wenn die Autoren im Laufe der Zeit etwas anderes schreiben, dann hat man halt Pech gehabt. Bei zeitlich begrenzten Projekten ist das anders. Bei "Riverworld" war das Ende von Anfang an geplant. Das mochte der Schauspieler. Insgesamt war das Fernsehen immer gut zu Penikett, er möchte aber bei seinen nächsten Projekten sehr wählerisch sein. Er mag es jedenfalls, wenn eine Geschichte Anfang, Mitte und Ende hat.
Als Fortsetzung des Running Gags der letzten FedCon ("Have you seen Jamie Bamber naked?") fragte der nächste Fan, ob Penikett denn Jamie Bamber oder Grace Park nackt gesehen habe. Für Bamber verneinte das der Schauspieler sichtlich erleichtert. Grace Park dagegen habe er minimalistisch bekleidet, also fast nackt, gesehen. Sie bedeckte einige ihrer privateren Körperstellen lediglich mit etwas Klebeband während er ein Socke genanntes Kleidungsstück trug, das ebenfalls nur das nötigste verhüllte.
Nun fragte jemand nach Peniketts liebstem Kara/Helo-Moment. Tahmoh mag jede der Szenen, die aus den Entscheidungen, die er und Sackhoff getroffen haben, resultierten, die Szenen, für die die Autoren ihren Hintergrund aufnahmen. Eine davon sei in "Islanded in a Sea of Stars" gewesen. Helo betrinkt sich. Er hat gerade sein Kind verloren. Er will unbedingt einen Raptor haben, um nach dem Baby zu suchen. Das hatte er mit Katee vorbereitet. Sie haben das Trinkgelage zusammen erarbeitet. Vieles davon wurde dann aber leider geschnitten. Er sei ein sehr großer Fan von Katee Sackhoff. Sie haben viel miteinander rumgealbert und er vermisst sie.
Dann wollte jemand wissen, ob Penikett darüber nachdachte, wer die Final Five sein könnten. Der kanadische Schauspieler sagte, dass er nicht viel darüber nachgedacht hatte und sehr überrascht gewesen sei. Er wäre jedenfalls sauer gewesen, wenn er einer gewesen wäre. Oder Michael Hogan: Der habe das bis zum Schluss nicht akzeptiert Er hatte sich geweigert, das zu akzeptieren und bis zum Ende Widerstand geleistet. Und das merkt man in der gesamten vierten Staffel. Die Autoren griffen das auf und benutzten es. Oder Aaron Douglas: Er hatte es durch einen unglücklichen Umstand viel zu früh erfahren und musste dann mehrere Monate am Set so tun, als wüsste er von nichts. Während dieser Zeit war er am Set noch übellauniger als sonst.
Dem nächsten Fan erläuterte Penikett, dass seine Familie schon seit 1000 Jahren in Yukon lebt. Die Geschichte wird ihr seit vielen Generationen nur mündlich überliefert, und dadurch ist er unter großartigen Geschichtenerzählern aufgewachsen. Er mochte das sehr. So sei seine Großmutter eine wunderbare Geschichtenerzählerin. Sie spreche zwar nur ein sehr gebrochenes Englisch, aber bei einem Festival, auf dem sich First Nations aus allen Teilen der Welt versammelt hatten, kam sie sehr gut an. Penikett meint, er habe somit einen ziemlich einzigartigen Hintergrund.
Auf welchen "Battlestar"-Moment er besonders Stolz sei, konnte der Kanadier nicht sagen. Bei der Serie hab es so viele schwierige, wichtige Augenblicke, das er da gar keinen nennen könne. Er habe bei der Serien jedenfalls einige der besten schauspielerischen Leistungen gesehen.
Helos Rolle an Bord der "Galactica" war für den nächsten Fan hinterfragenswert. Sie vertrat die Ansicht, dass Helo eine eher weniger militärische Figur sei. Er sei mehr der Sozialarbeiter an Bord des Kampfsterns. Er denke an die Gemeinschaft. Penikett erklärte, dass das wohl sein könne. Auch privat würde er diese Rolle spielen und manchmal würden die Autoren solche Eigenschaften in einem Schauspieler erkennen und aufgreifen.
Dann fragte jemand, ob es Penikett schwer gefallen sei die Geheimnisse der Serie für sich zu behalten? Tahmoh Penikett erzählte, dass beispielsweise Joss Whedon bei den "Dollhouse"-Drehabreiten auf keinen Fall etwas wissen wollte und sich oft die Ohren zuhielt, wenn Penikett vorbei kam.
Wie die Arbeit mit Mary McDonnell war interessierte den nächsten Fan. Tahmoh Penikett findet Mary McDonnell großartig. Sie war sehr lustig. Mit vielen Leuten am Set fängt die Schauspielerin zum Beispiel manchmal an zu Kichern und kann nicht wieder aufhören. Einmal sei das so schlimm gewesen, dass sie 40 Minuten nicht weiter drehen konnten. Außerdem sei die Schauspielerin schon so lange im Geschäft, dass sie sogar ihren Text abwandeln darf. Das macht sie dann natürlich besonders gern, während seine Großaufnahmen gedreht werden. Und er, der noch nicht so erfahrene Schauspieler, weiß dann nicht, ob er darauf reagieren darf oder bei seinem ursprünglichen Text bleiben muss.
Zum Schluss bedankte ich Tahmoh bei den Con-Veranstaltern und den Fans. Die Convention sei hervorragend organisiert und die Fans besonders gastfreundlich.
Weiterführende Links
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Homepage der FedCon
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FedCon 19 Nachbesprechung im Forum von CC
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Tahmoh Penikett im Forum von CC