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Black Market
Deutscher Titel: Schwarzmarkt
Nummer: 2.14 Weltweite Erstausstrahlung: 27.01.2006
Deutsche Erstausstrahlung: 10.08.2006
Story von: Mark Verhieden
Regie: James Head
Hauptcast: Edward James Olmos (Commander William Adama), Mary McDonnell (Präsidentin Laura Roslin), Jamie Bamber (Captain Lee "Apollo" Adama), Katee Sackhoff (Lieutenant Kara "Starbuck" Thrace), James Callis (Doctor Gaius Baltar), Tricia Helfer (Number Six)
Gastschauspieler:
Leah Cairns (Margaret 'Racetrack' Edmonson), Bill Duke (Phelan), Claudette Mink (Shevon), David Richmond-Peck (Naylin Stans)
Kurzinhalt
Lee verstrickt sich mit einer Mafia-ähnlilchen Gruppe von Kriminellen, als er den Tod eines kolonialen Offiziers untersucht. Dabei trifft er auf seine ehemalige Geliebte.
Langinhalt
Prometheus - Lee hat eine Pistole auf einen schwarzen Mann – sein Name ist
Phelan, wie wir später erfahren werden – in Krawatte und Anzug gerichtet.
Phelan meint ganz ruhig: „Sie werden nicht schießen. Sie sind nicht wie
ich."
Cloud 9; 48 Stunden zuvor...schon wieder - Lee liegt zusammen mit einer
Blondine, die wir nie zuvor gesehen haben, im Bett. Der interessante Part
scheint schon vorbei zu sein. Lee möchte aufbrechen, da sein Raptor in Kürze
losfliegt. Blondie meint, sein Hintern gehöre noch ihr und hält ihn noch
eine Weile auf.
Galactica; Adamas Readyroom - Roslin, Adama, Baltar und Fisk haben eine
Lagebesprechung. Nachdem Fisk ihr zu ihrer Genesung gratuliert hat, kommt
Roslin zur Sache. Die Versorgungslage in der Flotte ist sehr schlecht, es
habe viele Beschwerden gegeben. Fisk meint, das Volk sei nicht glücklich
solange es nichts zum Beschweren habe. Roslin fährt fort, dass sich ein
großer Schwarzmarkt etabliert hat, auf dem Waren zu Wucherpreisen angeboten
werden. Für Fisk ist dies eine völlig normale Entwicklung. Roslin jedoch
möchte die volle Kontrolle über die Versorgung mit Gütern, und plant eine
neue Handelspolitik. Dafür bittet sie um die Unterstützung des Militärs.
Fisk bietet sich verdächtigerweise sofort an, die Sache in seine Hände zu
nehmen. Adama versichert Roslin seiner vollen Unterstützung, womit das Meeting
auch gleich beendet ist.
Im Gang haben Fisk und Baltar noch ein kleines Schwätzchen. Es
zeigt sich, dass sich die beiden sehr gut verstehen. Fisk hat kein Vertrauen
in Roslins neue Handelsregelungen, unterstützt sie jedoch weiterhin
öffentlich. Ob Baltar die Zigarren bekommen habe, die er ihm geschickt hat,
möchte Fisk wissen. Baltar hat sie genossen, was auch immer man sich
post-Lewinski darunter vorstellen mag.
Cloud 9 - Lee, gerade beim Anziehen, hat Flashbacks über (noch) eine uns
unbekannte Frau. Vor dem Spiegel entdeckt er eine Packung Medikamente. Bevor
er irgendwelche Fragen stellen kann, erklärt ihm Blondie, dass sie sie von
einem Freund habe. Plötzlich taucht Blondies Tochter, Paya, aus einer
kleinen Nebenkabine auf, was Lee an ein Geschenk erinnert. Er macht es
spannend, öffnet seine Tasche und präsentiert – Chuckylein, die Mörderpuppe
mit nur einem Auge! Paya ist verständlicherweise erschreckt ob des ganz und
gar nicht ansehnlichen, wenn auch lieb gemeinten Geschenks und flüchtet
zurück in ihre Kabine. Lee verspricht Blondie, sich nach einer hübscheren
Puppe umzusehen und bricht auf. Blondie, ganz die Professionelle, verlangt
von ihm weitere Hundert, da er die Nacht über bei ihr geblieben ist.
Pegasus - Fisk betritt Cains/seinen Readyroom. Offenbar hat er von Cains
Schicksal nicht viel gelernt, denn kaum beginnt er, seine Uniform abzulegen,
wird er auch schon von hinten mit einer Klaviersaite stranguliert. Phelan,
den Fisk offenbar gut kannte, steht vor ihm und schaut rauchend zu. Credits.
Raptor - Während er von Racetrack zurück zur Galactica geflogen wird, hat
Lee weitere nichtssagende Flashbacks zur seiner Nahtodeserfahrung während der
Schlacht um das Resurrection Ship sowie an die uns immer noch unbekannte
Frau auf Caprica.
Galactica; Krankenstation - Cottle, der gerade dabei ist, Fisks Leichnam zu
untersuchen, findet keinen Nachtfalter, sondern ein Cubit in Fisks
durchtrennter Kehle. Adama, der zusammen mit Tigh ebenfalls anwesend ist,
bittet ihn, ihn zu informieren, wenn er noch mehr entdeckt. „Wenn ich noch
mehr entdecke, kann ich mich zur Ruhe setzen", meint Cottle, in Gedanken
wahrscheinlich singend „Always look on the broight soight of loife".
Adamas Readyroom - Der Alte betraut Lee mit den Ermittlungen zu Fisks Tod,
da viele der Pegasuscrew noch immer große Stücke auf Cain halten, er
aber jemanden braucht, dem er voll vertrauen kann. Lee ist nicht sofort
Feuer und Flamme, wurmt ihn doch noch immer die Sache mit dem
Beinahe-Attentat auf Cain. Adama gibt zu, dass beide zuletzt schwere Zeiten
durchmachen mussten, sie letztendlich aber dadurch nur stärker würden. Lee
ist bereit, sofort aufzubrechen.
Pegasus; Cains/Fisks Readyroom - Bei seiner Spurensuche am Tatort, entdeckt
Lee einige versteckte Kisten mit Luxusgütern, darunter ein goldenes Armband,
auf dem „E.T." eingraviert ist. Doch bevor er sich in der Flotte umhorcht,
wer denn in letzter Zeit mal nach Hause telefonieren wollte, hört er
aufgebrachtes Gerede vor der Tür.
Baltar benutzt seinen V(i)P-Status, um Zutritt zum Tatort zu erhalten und ist
sehr überrascht, Lee da vorzufinden. Wie sich herrausstellt, wusste er noch
nichts von Fisks Schicksal und wollte ihn gerade aufsuchen. Lee zeigt ihm
eine Schachtel Zigarren, die er ebenfalls gerade gefunden hat. Baltar wird
von Six gewarnt, dass die alten Verdächtigungen langsam wieder aufkommen und
er deshalb vorsichtig sein solle. Er empört sich über Lees verhörenden
Tonfall, doch Lee ist wenig beeindruckt.
Von Six angestachelt, dass er sich
Lee gegenüber nicht wie jemand, der auf frischer Tat ertappt worden sei,
verhalten solle, gibt sich Baltar ganz staatsmännisch und versichert Lee,
dass er nichts mit dem Mord zu tun habe. Er habe lediglich mit Fisk einige
Bedenken wegen der neuen Handelsregelungen diskutieren wollen. Welcher Art
diese Bedenken gewesen seien, fragt Lee weiter. Ein paar Zweifel, antwortet
Baltar wenig erhellend. Er sei hergekommen, um diese Zweifel zu diskutieren
und zu zerstreuen. Lee reicht das offenbar. „Genießen Sie die Zigarren!"
meint er und geht.
Galactica; Flightdeck - Adama und Tigh diskutieren darüber, wie sich die
Nachricht von Fisks Tod auf die Moral in der Flotte und auf der Pegasus
auswirken wird. Lee, der gerade zurückkehrt, meint, dass man vielleicht froh
sein solle, wie es sich entwickelt hat. Seine Ermittlungen haben ergeben,
dass Fisk in den letzten Wochen Güter von zivilen Schiffen beschlagnahmt und
gehortet hat. Anhand dieser Information und dem gefundenen Cubit folgert
Adama, dass Fisk Handelspartner gehabt haben dürfte, womit Lees Ermittlungen
weitergehen würden.
Ein erneuter Flaschback von Lee. Diesmal dreht es sich um Blondie. Paya ist
krank, es geht ihr immer schlechter. Wir erfahren, dass die
Versorgungsknappheit viele verzweifelte Mütter zur Prostitution getrieben
hat.
Tighs Quartier - Lee, der endlich die Bedeutung der Initialen E.T. erkannt
hat, bringt Tigh das Armband zurück und konfrontiert ihn damit, dass er es
in Fisks Hort gefunden hat.
Wieder Flashback, und man fragt sich, wie Lee zwei verschiedene Arten von
Flashbacks plus die Realität überhaupt noch auseinanderhalten kann. Die
Antibiotika wurden stark rationiert, meint eine verzweifelte Blondie.
Tigh sieht sie, pardon, sieht Lee mit seinem besten Pokerface an, während
der diverse Luxusgüter im Quartier bemerkt. Für Lee ist klar, dass auch Tigh
in Schwarzmarktgeschäfte verwickelt ist. Tigh gibt es zu, spielt die
Situation aber auch sofort herunter. Fast jeder würde den Schwarzmarkt
nutzen. Lee kontert, dass es dadurch nicht richtig wird. Stattdessen würden
nur sehr viele Leute einen Fehler begehen.
Fitnessraum - Dualla möchte von Lee wissen, ob die bisherige Flirterei
während der gemeinsamen Trainingseinheiten irgendwo hinführen würde. Lee,
der wohl eine weitere frauenbezogene Flashbackserie befürchtet, wimmelt sie
ab. Kurz darauf bekommt er einen Anruf und macht sich fix auf den Weg zu Cloud
9.
Cloud 9 - Dort angekommen, sucht er Blondie auf, wir erfahren endlich ihren
Namen. Shevon heißt sie, und öffnet ihm hektisch die Tür. Sie hat ein
Veilchen und erzählt Lee, dass „sie" von ihren Treffen mit ihm wüssten, und
Shevon nun als Druckmittel benutzen wollen. Lee macht sich daran, ihre Sachen
zu packen, um die Beiden zur Galactica zu bringen.
Ein Typ mit einer Waffe stürmt den Raum und es kommt zu einer Rangelei zwischen ihm und Lee. Ein weiterer Bösewicht überwältigt Lee und würgt ihn mit einer Klaviersaite.
Phelan gesellt sich ebenfalls dazu und warnt Lee nochmal ausdrücklich, die
Ermittlungen zu beenden, sonst werde er ihm zuerst Shevon, dann Paya in
Stücken zusenden. Lee wird bewusstlos geschlagen.
Als er wieder aufwacht, sind Shevon und Paya verschwunden. Der Mörder mit
der Klaviersaite liegt mit einem sauberen Kopfschuss tot neben ihm. In einem
weiteren Flashback, in dem selbst nun verwirrenderweise ein Flashback
vorkommt, erfahren wir anhand kryptischer Gesten, dass Lees Bekanntschaft
auf Caprica offenbar schwanger war oder es werden wollte, und er ihr
irgendwie weh getan hat.
Colonial One - Roslin hat Baltar zu sich bestellt, und bittet ihn um seinen
Rücktritt. Die Erinnerungen aus „Epiphanies" haben sie offensichtlich noch
nicht verlassen. Natürlich sagt sie ihm das nicht direkt. Baltar lehnt aus
Trotz ab, haben ihn die Erinnerungen an Roslins Brief doch ebenfalls nicht
verlassen. Natürlich sagt er ihr das nicht direkt.
Cloud 9 - Der schiffseigene Sicherheitschef untersucht die Leiche des
Klaviersaitenmörders. Shevons Suite scheint gerade sehr gefragt zu sein,
denn auch Zarek taucht nun auf. Er sei gerade auf einem Ratstreffen gewesen
und habe gehört, was passiert ist. Lee ist nicht nach Smalltalk zumute und
fragt ihn, was er wolle. Zarek erzählt ihm, wie Fisk ihn um Hilfe bei den
Schwarzmarktgeschäften bat. Zareks Leute sollten den Transport der Waren
übernehmen, da der Raptorverkehr von der Galactica überwacht werde. Zarek,
der sich als Ratsmitglied nicht die Hände schmutzig machen wollte lehnte ab,
was Fisk dazu trieb, sämtlichen Verorgungsverkehr zur Astral Queen zu
stoppen, und deren Insassen praktisch auszuhungern.
Das Ganze an den Rat der
Zwölf zu bringen, hält Zarek für Unsinn. Roslins Ideen seien nur utopische
Fantasien und würden das Problem nicht lösen. Der tote Mörder im Raum ist
für Zarek ein Zeichen, dass Phelan Lee einen Ausweg anbietet. Lee folgert
daraus, dass Zarek mehr über diese Leute weiß, und möchte Namen. Zarek gibt
ihm den Namen eines Schiffes, Prometheus, sowie den Hinweis, dass ein
ehemaliger Söldner namens Phelan die Geschäfte abwickelt.
Prometheus - Lee schlängelt sich durch die menschenüberfüllten Gänge vorbei
an jeder Menge Ständen, auf denen die verschiedensten Dinge angeboten werden.
Auch einige Crewmitglieder der Galactica gehören zu den Käufern. Nachdem Lee
diese mit einem verächtlichen Blick quittiert hat, kommt er an einer Art
Zelle vorbei, in der Kinder gefangen sind. Durch das vergitterte Bullauge
sieht er auch Paya und spricht ihr Mut zu.
Seine Wanderung endet schließlich in einer Bar vor Phelan. Phelan ist in der
Laune für Smalltalk und erzählt Lee von seinem Vater, der Adama sehr ähnlich
gewesen sein soll. Lee, den das nicht wirklich interessiert, fragt nach
Shevon. Scheinbar geht es ihr gut, denn sie wird gerade von einem von
Phelans Handlangern in die Bar geführt. Phelan erklärt, dass er Lee Fisks
Mörder geliefert hat, damit er den Fall abschließen kann, ohne Phelans
Geschäfte weiter zu stören. Denn der Schwarzmarkt sei ein notwendiges Übel,
welches die Flotte braucht. Ohne ihn würde sich die Versorgungslage nur noch
weiter verschlimmern, bis sich letztendlich alle gegenseitig an den Kragen
gehen.
Was mit den eingesperrten Kindern sei, möchte Lee wissen. Phelan erklärt,
dass einige Kunden ganz spezielle Wünsche hätten. Es sei schwer, den
moralischen Höhenvorteil zu beanspruchen, wenn man selbst im Schlamm stehe.
Einer von Phelans Handlangern zieht eine Waffe und bedroht Lee damit. Lee
warnt Phelan, dass die Galactica sein Signal verfolgt hat, und die
Prometheus auseinandernehmen wird, wenn Lee etwas passiert. Deshalb schlage
er einen Deal vor. Er verlässt zusammen mit Shevon und Paya das Schiff und
Phelan beendet seine Geschäfte. Im Gegenzug wird die Prometheus
verschont.
Leider sei für Paya schon bezahlt worden, antwortet Phelan.
Kostenrückerstattung gäbe es keine.
Lee stellt sich vor den Handlanger mit der Waffe und fordert ihn in bester
Martin-Riggs-Manier auf, ihn zu erschießen. Bevor der das tatsächlich tut,
überwältigt Lee ihn, schnappt sich die Waffe und richtet sie auf Phelan.
Er meint, dass Phelan wohl Recht damit hat, dass weder er, noch Lee, noch
Fisk sich als Moralapostel aufspielen könnten. Jedoch gäbe es Grenzen, die
man nicht überschreiten dürfe. Phelan habe sie aber überschritten.
"Sie werden nicht schießen." sagt Phelan. Ich glaube, hier sind wir
eingestiegen.
"Sie werden nicht..." - Lee schießt. Phelan sinkt überrascht und getroffen in
seinen Sitz zurück und stirbt.
Den Handlangern sagt Lee, dass sie weiterhin
im Geschäft seien, denn zumindest in diesem Punkt habe Phelan Recht gehabt.
Er macht jedoch die Einschränkung, dass Mord, das Vorenthalten von
Medikamenten und Kindesmissbrauch ab sofort untersagt sind.
Shevon möchte, dass Lee sie in Ruhe lässt. Sie erklärt Lee nochmal, was er
ohnehin schon weiß. Die blonde Frau aus den Flashbacks wollte damals ein Kind
von Lee. Doch der wies sie ab, weil er Angst davor hatte. Dann kam der
Angriff dazwischen, und die blonde Frau war tot. Nun seien Shevon und Paya
für ihn der Ersatz für die Familie, die er damals hätte haben können, aber
nicht wollte. Shevon macht ihm klar, dass sie nicht für so etwas zu haben
sei.
Colonial One - Lee verteidigt seine Entscheidung vor Roslin. Er unterstütze
zwar ihre Handelspolitik, doch es werde immer einen Schwarzmarkt geben, und
auf diese Weise hätte man ihn zumindest unter Kontrolle. Adama unterstützt
Lees Entscheidung. Roslin gibt resigniert nach.
Prometheus - Zarek streift, begleitet von Ex-Phelans Ex-Handlangern, durch die
Gänge des Schiffes, und schaut sich hier und da Waren an.
Galactica; Fitnessraum - Dualla macht während ihrer Pushups mit Billy rum,
während Lee deprimiert im Hintergrund zuschaut. Als er geht, schaut sie ihm
noch kurz nachdenklich nach, wendet sich dann aber wieder Billy zu.
Adamas Readyroom – Seitdem Lee mit der Blackbird verunglückt ist, sei er verändert,
stellt Adama fest. Er würde gern verstehen, was denn los ist. Lee wiegelt
ab, dass bloß alle viel durchgemacht hätten.
"In Ordnung. Aber du hättest mir wenigstens von der Frau erzählen können."
Nicht nur dir, Bill, nicht nur dir.
(Peter Weyh)
Review
Eigentlich bin ich kein allzu großer Fan von Krimigeschichten in
Scifi-Serien. Die "Sherlock Tuvok"-Episoden bei VOY beispielsweise fand ich immer recht öde. Vielleicht resultiert meine Abneigung auch daraus, wer
weiß.
Daher spricht es wieder sehr für BSG, dass ich diese Folge trotzdem ganz
unterhaltsam fand. Nach "Epiphanies" rückt erneut die zivile Flotte ins
Rampenlicht (diesmal sogar noch mehr), und man beschäftigt sich auch endlich
einmal mit der Versorgungsproblematik. Es wurde Zeit, dass dies
aufgegriffen wird.
Die Handlung selbst war dann allerdings doch recht schwerfällig. Auch gab es
einige Dinge, die nicht ganz gepasst haben. Warum meint Lee beispielsweise,
dass er ähnlich unmoralisch ist wie Fisk oder Phelan? Er hat sich nie am
Schwarzmarkt beteiligt. Er hat auch sonst nichts Verwerfliches getan. Dass
er zu einer Prostituierten ging, kann es auch nicht sein, da Zarek an einer
Stelle erwähnt, dass Prostitution völlig legal sei. Also was dann?
Die Erklärung der Geschichte um Lees Freundin auf Caprica durch Shevon
wirkte auch recht gezwungen.
Hier wäre es eventuell hilfreich gewesen, das früher schon anzudeuten. Die
Flashbacks in "Resurrection Ship, Part 2" zu platzieren, wie ursprünglich
geplant, wäre möglicherweise besser gewesen. Eine kleine Nebenbemerkung hier
und da wäre sicher auch nicht falsch gewesen.
Was die Folge wirklich gut gemacht hat, war Jamie Bamber. Den emotional
schwer angeknacksten Apollo hat er wieder sehr überzeugend dargestellt.
Der Plot war fast schon in einem klassischen "Film Noir"-Stil gehalten, was
der Atmosphäre zu Gute kam. Wer ein Fan dieses Genres ist, wird darin
sicherlich noch einen weiteren Pluspunkt sehen.
Das Ende war dann sehr überraschend. So wie Lee drauf war, hatte ich zwar
damit gerechnet, dass er Phelan eiskalt erschießt (besonders, nachdem der
sich als Betreiber eines Kinderschänderringes geoutet hatte), und es tat mir
auch nicht wirklich leid. Doch dass er dann den Schwarzmarkt weiter bestehen
lässt, hatte ich nicht erwartet. Auch dass Adama ihn in dieser Entscheidung
trotz Roslins Protesten unterstützt, war unerwartet, hat mir aber sehr
gefallen. Ich denke, der Alte weiß ganz genau, dass er seinem Sohnemann mit
der Cain-Sache damals ziemlich vor den Kopf gestoßen hat, und sieht das
jetzt als Chance, ihm zu zeigen, dass er Lees Meinung respektiert und seinen
Entscheidungen vertraut.
Störend war noch Shevon. Die kam mir etwas zu plötzlich in die Handlung. Das
hätte man ruhig schon in vergangenen Episoden zeigen können. Als Femme
Fatale fehlte ihr einfach die nötige Tiefe. Naja... ich denke, wir werden
sie sowieso nicht wiedersehen.
Fazit: Eine gut gespielte Krimigeschichte, die allerdings nicht jedermans
Sache sein dürfte und auch einige Schwächen in der Inszenierung aufweist.
3/5 Punkte
(Peter Weyh)
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