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Lay Down Your Burdens, Part 1
Deutscher Titel: Das neue Caprica, Teil 1
Nummer: 2.19 Weltweite Erstausstrahlung: 03.03.2006
Deutsche Erstausstrahlung: (noch) unbekannt
Story von: Ronald D. Moore
Regie: Michael Rymer
Hauptcast: Edward James Olmos (Commander William Adama), Mary McDonnell (Präsidentin Laura Roslin), Jamie Bamber (Captain Lee "Apollo" Adama), Katee Sackhoff (Lieutenant Kara "Starbuck" Thrace), James Callis (Doctor Gaius Baltar), Tricia Helfer (Number Six)
Gastschauspieler:
Leah Cairns (Margaret 'Racetrack' Edmonson), Erica Cerra (Maya), Richard Hatch (Tom Zarek), Dean Stockwell (Brother Cavell)
Kurzinhalt
Auf der Galactica wird die heiße Phase im Wahlkampf um das Präsidentenamt eingeläutet. In der Gunst der Wähler liegt Baltar erst deutlich hinter Roslin, kann aber die Entdeckung eines besiedelbaren Planeten nutzen um Roslin in den Umfragen zu übertrumpfen. Zeitgleich leitet Starbuck eine Rettungsaktion auf Caprica um die dort noch zurückgebliebenen Menschen einzusammeln. Chief Tyrol sucht nach einem Ausraster Rat bei einem Priester.
Langinhalt
Baltars Labor - Baltar brütet, Zigarette rauchend, über Stapeln von
Wahlkampf-Flugblättern. Six beobachtet ihn im Hintergrund. „Ich werde
verlieren", prophezeit er ihr.
Adamas Readyroom - Roslin studiert mit Hilfe von Karteikärtchen, die sie
nach Benutzung zerreißt, ihre Argumentationspunkte für das erste Rededuell
mit Baltar ein. Tory erinnert sie daran, dass es gleich losgeht.
Pegasus; Piloten-Briefing-Raum - Kara leitet die finale Besprechung zu der
von ihr geplanten Mission zur Rettung von Anders’ Widerstandszelle auf
Caprica. Es sei eine äußerst risikoreiche Mission, weshalb die Teilnahme freiwillig sei.
Baltars Labor - Six meint, Baltar solle daran glauben, dass er gewinnen
kann. Doch dieser fürchtet, letztendlich vor der Öffentlichkeit
bloßgestellt zu werden.
Adamas Readyroom - Roslin erklärt Adama, dass das Zerreißen der
Karteikärtchen ein Ritual ist, dass sie sich für Aussagen vor Ausschüssen
angewöhnt hat. Adama erzählt ihr, dass sein Vater die Angewohnheit hatte,
vor einer Verhandlung Bleistifte zu zerbrechen. Roslin gefällt die Idee, und
sie versucht sich auch gleich an Adamas Bleistift. Was sie tun solle, wenn
der Moderator keinen Bleistift hat, möchte sie wissen. „Dann war's das für
dich", antwortet Adama trocken. Roslin beginnt zu kichern, und dann laut zu
lachen. Lachanfälle würde sie immer vor solchen Momenten bekommen, erklärt
sie. Arm in Arm, und Roslin weiter kichernd, machen sich beide auf den Weg zum Rededuell.
Pegasus - Gaeta technobabbelt davon, wie die Sprungtechnologie der Heavy
Raiders (die sich seit „Im Tal der Finsternis" und „Heimat, Teil 1" im
Besitz der Flotte befinden) derart fortgeschritten ist, dass man die
Raptors damit ausstatten wird, um zurück nach Caprica springen zu können.
Bisher sei die Integration dieser Technologie ein Problem gewesen, aber das
habe sich nun gelöst. Sharon wird hereingeführt, und einige Piloten sind
sofort alarmiert. Kara beruhigt alle, dass Sharon nur hier sei, um zu
helfen. Wem das nicht passe, der solle gehen. Die Piloten beruhigen sich
wieder.
Baltars Labor - Six versucht es nun mit der Auserwählten-Masche, um Baltar
aufzumuntern und für die Debatte zu motivieren. Die Wahl sei erst in zwei
Wochen. Er solle sich endlich zusammenreißen. Sie/Er schlägt seinen Kopf auf
einen Stapel von Flugblättern. Zarek schaut vorbei und möchte wissen, ob
alles okay sei. Er habe nur ein kleines Nickerchen gemacht, lügt Baltar.
Flightdeck - Cally ruft nach Tyrol, der nach wie vor sichtlich von seinen
Träumen geplagt wird.
Pegasus - Kara erinnert nochmal alle an die Freiwilligen-Klausel, als Lee
den Raum betritt.
Galactica - Auf dem Weg zur Debatte hat Roslin immer noch mit ihren
Lachkrämpfen zu kämpfen. Adamas Rat, an etwas Ernstes zu denken, zeigt,
trotz der ganzen Post-Holocaust-Situation keine Wirkung.
„Na großartig!" meint Tory, während sie die Augen verdreht.
Pegasus - Der Geist seines Vater ist in Lee gefahren, als er den Piloten Mut
zuspricht und ihnen die historische Dimension dieser Mission verdeutlicht.
Nachdem er fertig ist, schaltet er RTF-Radio ein, wo gerade die
Berichterstattung zum großen Rededuell zwischen Baltar und Roslin beginnt.
Sharon fühlt sich unter so vielen bewaffneten und ihr nicht unbedingt
freundlich gesinnten Kämpfern nicht wohl und möchte in ihre Zelle zurück.
Kara hat keine Einwände und lässt sie wegbringen.
Während Cally weiter den Chief sucht, betreten Baltar und Roslin den
Presseraum. Beide lächeln für die Presse und schütteln sich die Hände.
„Ich werde den Boden mit dir aufwischen, Gaius", verspricht Roslin ihm
siegessicher.
„Du musst wohl mal wieder deinen Verstand verloren haben", kontert Baltar.
„Wenn das das Beste ist, was du zu bieten hast, dann sitzt du ganz schön in der Patsche. Viel Glück!", gibt sich die Präsidentin souverän.
Pegasus - Auf dem Weg durch die Gänge des Schiffes erzählt Sharon Helo,
dass sie etwas Dunkles heraufziehen spürt. Nichts Spezifisches, mehr eine
„dunkle Zeit". Was genau diese Zeit von der Misere unterscheidet, in der
sich die Menschen seit der Vernichtung der Kolonien ohnehin befinden,
erklärt sie allerdings nicht. (Vielleicht hätte sie mal versuchen sollen,
Roslins Lachanfall zu kurieren.)
Flightdeck - Cally findet endlich Tyrol und versucht ihn aufzuwecken. Das
funktioniert auch, nur ist Tyrol für einen kurzen Moment nicht
zurechnungsfähig. Er schreckt auf, und schlägt mehrmals auf Cally ein, bevor
er realisiert, was er gerade tut. Er lässt ab von ihr, geschockt über seine
Tat. Cally liegt bewusstlos am Boden, ihr Kiefer gebrochen, die Nase stark blutend. Tyrol hebt
sie auf und trägt sie, nach Hilfe rufend, weg.
Nach diesem rekordverdächtigen Teaser von sage und schreibe zwölf Minuten
werden wir in die Credits entlassen.
Galactica; undefinierter Raum - Tyrol trifft sich mit einem Priester namens
Cavil. Wie sich herrausstellt, hat der Chief kein Vertrauen in Psychologen. Und da
sein Vater selbst Priester war, hat er um einen Geistlichen als „Therapeut"
gebeten. Der Chief erzählt, wie er jeden Tag bete, doch seine Gebete nicht
von den Göttern erhört würden. Cavil ist der Meinung, dass es sowieso nicht
die Art der Götter sei, Gebete zu beantworten. Vielmehr solle man selbst
seinen Weg finden. Tyrol ist verständlicherweise verblüfft, soetwas aus dem
Mund eines Priesters zu hören. Er gibt ihm zu verstehen, dass er genau das
immer versuche. Doch Cavil glaubt, dass dies nichts nützen würde, solange
Tyrol nicht erkenne, dass er selbst große psychische Probleme habe.
Pegasus; Cains/Fisks/Garners/Lees Readyroom - Kara schaut vorbei, um sich
von Lee zu verabschieden. Lee drückt ihr die Daumen und hofft für sie, dass
sie Anders und die Anderen findet.
Colonial One - Tory und Roslin betreiben Debatten-Nachlese und wühlen sich
durch diverse Zeitungsberichte. Wie es aussieht, ist das erste Duell sehr
gut für Roslin gelaufen. Das einzige, bei dem Baltar punkten konnte, war die
stark mit Religion gekoppelte Abtreibungsthematik, die er ja auch als
Aufhänger für seine Kandidatur benutzt hatte.
Galactica; Baltars Labor - Baltar und Zarek tun es Roslin gleich. Zarek
meint, Baltar sollte sich weiter auf die religiösen Aspekte konzentrieren,
doch Baltar gefällt der Gedanke nicht sonderlich. Six rät ihm, auf Zarek zu
hören. Baltar flüchtet sich in Sarkasmus und möchte lieber darauf warten,
dass die „Hand Gottes" in sein Schicksal eingreife.
Pegasus - Rund 20 Raptors machen sich auf den Weg nach Caprica. Im
Führungsraptor sitzen Kara, Helo, Boomer, drei weitere Soldaten und ein
Heavy-Raider-Hirn. Kara lässt sich mit Adama verbinden und bedankt sich bei
ihm dafür, dass er die Mission genehmigt hat. Sie solle nur in einem Stück
zurückkehren, das wäre ihm schon Dank genug, erwidert der Admiral. Sharon
unterhält sich währenddessen mit Helo darüber, wie sehr ihr noch immer der
Verlust Heras zu schaffen macht. Nachdem sie mit Hilfe des Raider-Hirns die
Sprungdaten berechnet hat, springen die Raptors gen Caprica. Nur einer
schafft den Sprung nicht. Racetracks Raptor findet sich plötzlich allein in
einem Nebel wieder.
Kara bemerkt unterdessen den Verlust, führt die Mission aber fort, da der
Verlust innerhalb der Toleranzgrenzen liege.
Galactica; „Therapieraum“ - Tyrol und Cavel unterhalten sich über den Angriff
auf Cally. Alpträume kommen zur Sprache, und nach kurzem Zögern gesteht
Tyrol, dass er seit einigen Wochen wiederkehrende Alpträume hat.
In einer Traumsequenz sehen wir, wie Tyrol auf dem Flightdeck auf ein
Geländer klettert und in den Tod springt.
Cavil meint, dass Cally Tyrol, indem sie ihn aufweckte, davon abhielt, sein
unterdrücktes Verlangen nach Selbstmord auszuleben. Tyrol wird defensiv
und meint, er würde sich nie selbst umbringen wollen. Cavil sieht dies
anders und stellt die Frage nach dem Warum.
Irgendwo im Nirgendwo - Racetrack ist ziemlich frustriert, dass sie als
einzige den Sprung vermasselt hat. Doch ihr Kopilot bemerkt plötzlich in den
ganzen DRADIS-Interferenzen einen Planeten unter ihnen. Ein schneller Scan
macht klar, dass es sich hierbei um eine bewohnbare Welt handelt, was
Racetrack zumindest ein wenig aufheitert.
Zurück auf der Galactica studiert Racetrack mit den beiden Adamas und den
anderen Führungsoffizieren die Daten über den Planeten. Lee hat sich bereits
ein Flussdelta für eine nähere Untersuchung herausgesucht und instruiert
seine Raptorpiloten.
Galactica; Waschraum - Gaeta und Dualla betreiben Smalltalk über den
Planeten über das, was Lees Raptorcrews (die inzwischen schon wieder zurück sind)
Näheres über ihn herausgefunden haben. Wir erfahren, dass er zwar ein sehr
rauhes Klima habe, aber auch pflanzliches und tierisches Leben bietet. Und das
Beste sei, dass die Zylonen den Planeten aufgrund all der DRADIS-Störungen
nie finden würden.
Baltars Labor - Baltar macht sich ein wenig über die schlechten klimatischen
Bedingungen des Planeten lustig, doch Six weißt ihn darauf hin, dass dies
seine große Chance sei. Zarek, der wohl von der „Hand Gottes" einen Klaps
auf den Hinterkopf erhalten hat, sieht dies genauso. Er meint, dass die
Zivilisten, die seit Monaten in den Raumschiffen zusammengepfercht leben,
alles geben würden, um wieder festen Boden und echten Himmel erleben zu
dürfen. Baltar beginnt langsam zu verstehen, dass sich hier die Chance
bietet, die Stimmung im Volk zu drehen. Es wird entschieden, dass sich
Baltars Wahlkampf nun hauptsächlich auf das Thema der permanenten Besiedlung
dieses Planeten konzentrieren wird.
Colonial One - Roslin sieht das Ganze wesentlich skeptischer. Es sei zu
unwirtlich, und es gebe keine Garantie, dass die Zylonen den Planeten
letztendlich nicht doch finden würden. Tory warnt sie, dass die Menschen sich
beim Wählen eher von ihren Hoffnungen leiten lassen als von ihren Ängsten,
und dass Baltar eben diese Hoffnungen schürt. Dieses Thema sei so mächtig,
dass es die gesamte Wahl entscheiden könnte.
Galactica; Therapieraum - Das Gespräch zwischen Cavil und Tyrol ist offenbar
in eine Sackgasse geraten, da Tyrol nicht wirklich kooperiert. Cavil möchte
den Raum verlassen, doch Tyrol hält ihn zurück. Cavil meint, er hätte keine
Lust mehr, weiter um die Wahrheit zu tänzeln. Tyrol versteht nicht, was er
meint, also beschließt Cavil, den Zaunspfahl beiseitezulegen und direkt zur
Sache zu kommen. Tyrol fürchte, er sei ein Zylone, meint Cavil. Daher stammen, seiner Meinung nach, Tyrols Selbstmordgedanken.
Tyrol beginnt nun, sich
zu öffnen, und erzählt, wie Boomer damals versuchte, sich zu töten, um nicht
eventuell anderen zu schaden. Genau dasselbe ist nun auch bei Tyrol der Fall,
realisiert Cavil. Tyrol möchte wissen, wie sich Cavil trotzdem so sicher
sein kann, dass er kein Zylone ist. Diese Ängste, so Cavil, seien kein
Beweis, dass Tyrol ein Zylone sei, da auch Menschen sich sehr oft Schaden
zufügen. Vielleicht sei aber auch er selbst ein Zylone und habe Tyrol nie
auf irgendwelchen Zylonen-Treffen gesehen. Cavels finaler Rat ist, dass Tyrol zurück
an die Arbeit gehen sollte, zurück zu seinen Leuten, seiner Familie.
Letztendlich würden sie ihm helfen, ganz besonders Cally.
All; kurz vor Caprica - Die Raptorflotte führt ihren letzten Sprung durch,
der sie direkt in die Atmosphäre von Caprica befördert. Ein weiterer Raptor
geht verloren, als er mitten in einen Berg springt.
Galactica; Presseraum - Das zweite der beiden Rededuelle ist in vollem
Gange. Roslin argumentiert, dass die alten Schriften einen sichereren Pfad
weisen würden als ein kürzlich zufällig entdeckter Planet, von dem man kaum
etwas wisse. Baltar ist natürlich gegenteiliger Meinung. Da die Zylonen der
Flotte bisher immer gefolgt seien, wäre es an der Zeit, sich an einem Ort
niederzulassen, wo sie dies nicht tun könnten.
Roslin kontert wieder, dass es keine Garantie gäbe, dass die Zylonen nicht
bereits von dem Planeten wüssten und vielleicht sogar schon eine Falle für
die Menschen gestellt haben.
Sie wird von Baltar unterbrochen und bekommt vom Moderator, der ganz
offenbar nicht unseren irdischen Gepflogenheiten bezüglich Fernsehduellen
folgt, Redezeit zugesprochen.
Baltar greift nun Roslins Strategie direkt an, indem er anprangert, dass sie
ausschließlich die Ängste der Menschen ausnutze. Seiner Meinung nach sei es
an der Zeit, dass man aufhöre, Angst zu haben.
Das Duell ist beendet und Roslin zeigt sich als schlechte Verliererin, als sie
Baltar rät „sich selbst zu f...".
Adamas Readyroom - Adama, Roslin und ihr Wahlkampfteam hören RTF-Radio,
welches ein Interview mit Zarek überträgt, der noch ein wenig die
Werbetrommel für Baltar rührt.
Caprica - Kara und ihr Trupp schleichen sich durch den capricanischen Wald
auf der Suche nach dem Widerstandscamp, als Sharon Bewegungen in der Ferne
bemerkt. Nachdem klargeworden ist, dass es sich dabei um Anders und seine
Leute handelt, kommt es zum großen Wiedersehen zwischen Anders und Kara.
Die Freude ist nur von kurzer Dauer, denn alle werden plötzlich von
zylonischem Artilleriefeuer beschossen. Überall um sie herum explodieren
Granaten und Raketen und -
Fortsetzung folgt
Review
Es ist schwierig, diese Folge für sich allein zu bewerten, da sie sich zum
größten Teil auf das Vorbereiten das Staffelfinales beschränkt. Es werden
viele Handlungsstränge eröffnet, doch bevor es richtig losgeht, ist auch
schon wieder Schluss. Dies lässt einen mit einem recht unbefriedigten Gefühl
zurück, was wohl nur vermieden werden kann, wenn man diese und die
nächste Folge in einem Stück schaut.
Dieses Problem einmal außer Acht gelassen, gibt es wieder einmal jede Menge schöner
Einzelszenen. Da wäre zum einen Roslins Lachanfall vor der ersten Debatte,
der die angespannte Situation einfach wunderbar auflockert. Im Wahlkampf
selbst finden wir dann wieder sehr interessante Parallelen zu der Politik
unserer Zeit wieder. Roslins Methode, eher die Ängste der Menschen für ihre
Zwecke einzuspannen, erinnert sicherlich nicht zufällig an einen gewissen
amerikanischen Präsidenten. Doch anders als dieser hat Roslin hier wirklich
ernstzunehmende Gründe für ihr Handeln. Sie muss nicht den Untergang der
Zivilisation an die Wand malen, um Stimmen zu fangen. Dieser drohende
Untergang ist hier äußerst real und schwebt seit Beginn der Serie wie ein
Damoklesschwert über den Menschen. Andererseits ist es aber auch sehr
nachvollziehbar, dass sich die Menschen in dieser Situation lieber an
Fantasien und Hoffnungen klammern, anstatt der harten Realität ins Auge zu
sehen.
Ebenfalls sehr gelungen ist das Gespräch zwischen Tyrol und Cavil, welches
sich durch die gesamte Folge zieht. Dass der Chief quasi schon seit
„Wassermangel" psychische Probleme angehäuft hat, ist in der Vergangenheit
immer wieder deutlich geworden. Nicht nur, dass er seine große Liebe
verloren hat, er musste auch den Tod mehrerer Kameraden und Freunde auf
Kobol verkraften. Zu allem Übel taucht dann auch noch eine weitere Sharon
auf, die von Helo schwanger ist. Wie schon bei „Deep Space Nine" scheint es
Ron Moore zu lieben, seinen Chief mit Schicksalsschlägen zu quälen.
Dass sowohl Dean Stockwell als auch Aaron Douglas in diesen Szenen brillant
schauspielern, verstärkt deren Intensität nur noch mehr.
Auch interessant ist die Frage der Entdeckung des Planeten. War es Zufall?
Haben die Zylonen da ihre Finger im Spiel? Oder war es gar das Eingreifen
einer höheren, eher unparteiischen Macht, die sich ja in letzter Zeit immer
wieder angedeutet hatte; die „Hand Gottes" wenn man so will?
Karas Rettungsmission wirkt auf den ersten Blick sehr unklug. 20 Raptors zur
riskieren, um ein paar Widerstandskämpfer zu retten, macht taktisch nicht
sonderlich viel Sinn. Man wird das Gefühl nicht los, dass sie das eigentlich
nur für Anders tut. Dieser bleibt für mich, wie schon in „Leben und
Sterben", „Die Farm" und „Downloaded" ein langweiliges und eindimensionales
Action-Helden-Klischee. Das schmerzt insbesondere deswegen, weil BSG sonst
immer sehr stark in der Zeichnung seiner Charaktere ist.
Bleibt einem nur, in den saueren Anders-Apfel zu beissen und zu hoffen, dass
er in Zukunft die nötige Entwicklung erfährt.
Rein militärisch gesehen, allerdings, fallen solche Missionen unter die
„Niemanden zurücklassen"-Kategorie und sind in der Vergangenheit der USA
schon sehr oft und ungeachtet des (hohen) Risikos durchgeführt worden.
Fazit: Als Einzelfolge funktioniert sie kaum, kann aber wie immer durch
starke Charaktermomente überzeugen. Inwieweit sie ihre Aufgabe als
Vorbereiter für das Finale gut macht, wird sich noch zeigen müssen.
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